Exerzierplatz (gebundene Ausgabe) / Siegfried Lenz Testbericht

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Erfahrungsbericht von margy

exerzierplatz

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Zum Buch:

Die gebundene Ausgabe enthält 459 Seiten, erschien im Hoffmann & Campe Verlag 1985 in deutscher Sprache. Unter der ISBN 978-3455042139 kostet es 19,95 €.

Buchumschlag:

Der Buchumschlag ist weiß, der Name des Autors schwarz und der Titel in rot abgedruckt.

Autor:

Siegfried Lenz - Klassiker der Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur
Er zählt seit langem zu den bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Sein literarisch unvergleichliches Werk wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht und alle Preise rühmten das unerschrockene Engagement des Autors. Seine Werke sind Bilder einer Epoche.

Klappentext:

»Wir werden ihnen zeigen, was sich aus diesem Land machen läßt, das nur Kommandos und genagelte Stiefel kennt.« Konrad Zeller, durch den Krieg heimatlos geworden, gelingt es tatsächlich, das Gelände eines ehemaligen Exerzierplatzes in eine blühende Baum- und Pflanzenschule zu verwandeln. Sein unermüdlichster Helfer ist der etwas einfältige, von allen gehänselte Bruno, dem er auf der Flucht das Leben gerettet hat.
Dreißig Jahre lang macht Bruno die Sache des »Chefs« zu seiner eigenen, er erlebt die Schwierigkeiten des Neubeginns mit, sieht die Kinder heranwachsen und die Familie zu Wohlstand und Ansehen gelangen. Er selbst bleibt der Außenseiter, der die Sprache der Bäume besser versteht als die der Menschen. Doch durch die jüngsten Veränderungen in der »Festung« wird eines Tages alles in Frage gestellt ...

Leseprobe:

Sie haben ihn entmündigt. Ich weiß nicht, was das bedeutet, aber Magda hat gesagt, dass sie ihm einen Vormund bestellt haben, ihm, der eine Million Bäume und Pflanzen besitzt, die er wie kein anderer zum Wachsen bringt, hier, in den milden Ostseewinden. So lange ich denken kann, hat er dafür gesorgt, dass ich zu essen bekam, und er hat es bestimmt gewusst - wenn nicht sogar befürwortet -, dass Magda mir oft spät in der Dunkelheit Reste aus der Küche brachte, Brotenden und Wurst- und Käsescheiben für den Nachthunger. Er hat alles über mich gewusst, nicht nur über meinen ewigen Hunger, und vermutlich empfand er soviel für mich, dass er mich einmal seinen Freund genannt hat, seinen einzigen Freund; das war, als er mir die Aufsicht über alle Messer und Scheren anvertraute, über die schöne Okulier- und Stecklingsmesser, über die Schnelläugler und Schwunghippen.

Meinung:

Wie in Gedanken lässt Siegfried Lenz hier einen Menschen erzählen. Er als Schreiber versetzt sich in diese Person, die den Rückblick hält auf die Vergangenheit des entmündigten Menschen.
Verträumt und verzaubert klingen die Worte, versetzt uns der Schriftsteller in das, was er zu schreiben in seinem Sinn hat.
Es ist eine Entführung und eine Verführung, eine Verlockung und Verheißung gleichermaßen. Die Worte von Lenz machten neugierig auf das Kommende, lässt Spannung entstehen.
Es geht um eine Zeit, in der die Person noch kopfmäßig in der Lage war, Dinge zu überblicken, sie zu überschauen, einfach klar zu denken. Im Alter braucht genau diese Person einen Betreuer an seiner Seite, da ihm die Kräfte und die Sinne schwinden.
Wie Musik klingen die Worte, Lenz schfft eine glänzende Atmosphäre zwischen seinen Worten und Zeilen und dem Leser, der sich damit beschäftigt.
Lenz schlägt einen Bogen zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit, baut eine Brücke, so dass der Leser sich hinwegtragen lässt in die Zeit des Zweiten Weltkrieges, in der alles begann.
Bewegend und erdrückend ist die Geschichte der Person, traurig, voller Stimmung das, was Lenz darüber schreibt. Der Zahn der Zeit nagt an den Menschen, hinterlässt seine Spuren mit allem, was ein Mensch in seinem Leben nur erleben mag.
Nicht alles kann er auch gut verarbeiten, sondern hinterlässt eben seine Spuren. Seien es die Auswüchse und die Erlebnisse im Krieg, die einen Menschen zeichnen, Hass und Gewalt in irgendeiner Form, alles prägt den Menschen.
Klar und deutlich, nach einer Musik klingend, lässt Lenz das Hakenkreuz entstehen, die Zeit Hitlers und der Menschen, die darin lebten.
Lenz schreibt aus einer Zeit, die er selbst erlebte und verarbeitet das mit in seinen Roman und den darin enthaltenen Text vielleicht auch nach Geschehnissen, die er selbst noch in Erinnerung hat.
Nicht brutal und gewalttätig wie die Kriegsgeschehen des Zweiten Weltkrieges unter Hitler, sondern behutsam geht Lenz die Sache an, so als schriebe er für sein eigenes Kind, das es nicht zu verletzen gilt.
Trotzdem schafft Lenz es sehr gekonnt, einfach meisterhaft, den Zweiten Weltkrieg lebendig zu gestalten und den Leser in diese Zeit zu stellen.
Große Klasse!

34 Bewertungen, 4 Kommentare

  • Matze081

    10.12.2011, 01:24 Uhr von Matze081, Bewertung: sehr hilfreich

    Schöne Grüße aus Greifswald ;)

  • giselamaria

    09.12.2011, 12:31 Uhr von giselamaria, Bewertung: besonders wertvoll

    wieder ein Lenz, wunderbar :-)) - LG gisela

  • uhlig_simone@t-online.de

    09.12.2011, 09:02 Uhr von uhlig_simone@t-online.de, Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße v. Simone

  • katjafranke

    09.12.2011, 00:51 Uhr von katjafranke, Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße. KATJA