Les Misèrables Testbericht

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Erfahrungsbericht von KateMcGowan

Die Elenden sind wieder da

Pro:

Musik, Handlung

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Welch fulminanter Auftakt in den Theaterherbst!
Schon lange wurde ungeduldig auf die Premiere von „Les Misèrables“ im ehrwürdigen Berliner Theater des Westens gewartet!
Als erstes Stück, in einer Reihe vieler weiterer Premieren, die, die Stage Holding dieses Jahr noch dem Publikum beschert, sollte nun, in der Originalinszenierung, eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten wieder starten!
Die Erwartungen waren groß! Doch schon bei den ersten Tönen war klar, „Les Mis“ hat nichts von seiner Faszination verloren!

Die Geschichte des Sträflings Jean Valjean, der wegen des Diebstahls eines Stück Brotes, 14 Jahre in einem Steinbruch arbeiten musste und auch nach seiner Entlassung nicht frei ist, da ein besessener Polizeiinspektor es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat Valjean zu jagen. Javert ist so engstirnig und sieht nicht das Gute im Menschen, sondern nur den Verbrecher.
Während Javert wie ein Verrückter jagt, wird Valjean Bürgermeister einer kleinen Stadt und verspricht als solcher dem sterbenden Fabrikmädchen Fantine, sich um deren Tochter Cosette zu kümmern.
Die kleine Cosette wird von den durchtriebenen und hinterhältigen Wirtsleuten Thenardièr für alle Arbeiten missbraucht und der Verkauf von Cosette an Valjean bringt ihnen zum Abschluss noch einen guten Batzen Geld ein!
Valjean und Cosette tauchen in Paris unter und verbringen 10 friedliche Jahre, doch dann spitzt sich die Lage zu!
Das Elend auf den Straßen wird täglich größer, alte Widersacher, wie Javert und die Thenardiers, kommen in die Stadt, die Studenten rufen zum Aufstand uns Cosette verliebt sich unsterblich in einen von ihnen!
Der Erwählte, Marius, ist ebenfalls für „Cosette“ entflammt!
In einem spektakulären Finale endet der erste Akt, denn „Morgen schon“ wird alles besser sein!
Im zweiten Teil werden die Barrikaden höher, die Gefühle tiefer und selbst Javert muss erkennen, dass auch er nicht aus Stein ist!

Die Darstellerriege wird angeführt von dem unglaublichen Oleh Vynnyk, als Jean Valjean. Seine Stimme ist vom ersten Moment an genial! Sein absolutes Highlight ist „Bring ihn heim“, welches zu Tränen rührt! Seine schauspielerische Leistungen stehen seinen gesanglichen in nichts nach! Vynnyk ist zweifellos die Entdeckung dieser Show!
Als Valjeans Gegenspieler, Javert, bleibt Uwe Kröger, gesanglich wie schauspielerisch, hinter den Leistungen seines Kontrahenten zurück. Noch fehlt Kröger der letzte Schritt, um Javert ins rechte Licht zu rücken!
Die Leidgeplagte Fantine wird wundervoll von Ann- Christin Elverum verkörpert. Sie quält sich so glaubwürdig für ihr Kind, dass es schon beim Zusehen wehtut!
Immer wieder zum Publikumsliebling avancieren das Ehepaar Thenardier! Heike Schmitz liefert eine gute Leistung als Mme. Thenardier, aber ist ihrem Mann nicht ebenbürtig! Ulrich Wiggers ist kongenial! Er schießt ein wahres Feuerwerk ab! Seine Mimik und sein Körperspiel sind einfach köstlich!
Vera Bolten gibt als Thenardiers Tochter Eponine eine wandelnde Vorstellung ab! Vermag sie bei ihren ersten Auftritten noch nicht so recht überzeugen, dreht sie bei ihrem Solo „Nur für mich“ richtig auf und es fällt leicht zu glauben, dass diese zerbrechliche Person schrecklich unglücklich verliebt ist!
Der aufrührende und feurige Studentenführer Enjolras hat in Martin Pasching sicher nicht seinen Meister gefunden. Pasching ist gut, aber ihm fehlt der Funke, der klar macht, warum ihm die Studenten blind in den Tod folgen!
Liebesblind würde Lucius Wolter, als Marius, seiner Cosette, Valerie Link, sicher überall hin folgen! Die beiden geben ein gutes Paar ab und auch die beiden Stimmen harmonisieren perfekt zusammen. Wolter überzeugt aber auch allein, besonders bei seinem stimmstarken „Dunkles Schweigen an den Tischen“!
Das Ensemble ist fast durchweg stark besetzt und einzelne Darsteller machen sehr positiv auf sich aufmerksam. So zum Beispiel Kaspar Holmboe, der sich als „Bischof“ mit seiner tiefen und warmen Stimme sofort ins Ohr schmeichelt!
Das schauspielerische Highlight im Ensemble liefert Seth Lerner. Lerner ist ein mieser Bamatabois, wenn er Fantine an die Polizei verpfeift und im nächsten Moment, als Reisender im Theanrdier Inn, zeigt er, was man mit seiner Mimik ausdrücken kann! Lacher garantiert!

Die Original Makintosh Inszenierung hat ein paar kleine Änderungen erfahren, die, die Show weiterbringen!
Das Lichtdesign verleiht der Szenerie eine warme und erdige Atmosphäre, wozu auch die Kostüme beitragen!
Das Bühnenbild wird durch die gigantischen Barrikaden und durch die Drehbühne, die schnelle Wechsel von Totenbett zu Wirtshaus ermöglicht, geprägt!

Fazit: Die 3 ½ Stunden, die „Les Miserables“ dauert, werden auf keinen Fall zu lang! Das Musical ist nicht umsonst ein Meisterwerk und wird hoffentlich den Weg in die Herzen des Berliner Publikums finden, um dem Musicalmarkt wieder länger bereichern zu können!

13 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Baby1

    30.08.2007, 16:21 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.