Shadow of the Vampire (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von mima007

Schreck, lass nach - Making \'Nosferatu\' (DVD)

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Horror hoch zwei - geht das? \"Nosferatu. Sinfonie des Schreckens\" von 1921 ist zweifellos einer der besten Vampirfilme, warum sollte man also auch noch das Making-of zeigen? Weil dieser Film den Einbruch der Wirklichkeit in die Kunst schildert. Dabei gerät das Ergebnis fast ebenso unheimlich und grotesk wie das Original-Kunstwerk. Die Schauspieler, allen voran Malkovich und Dafoe, hatten wahrscheinlich eine diebische Freude am Drehen.

Handlung

Im Osten Europas will Dr. Friedrich W. Murnau (John Malkovich) vor Ort den größten und realistischsten Film aller Zeiten drehen: \"Nosferatu\"! Um sein Ziel zu erreichen, hat Murnau offenbar einen echten Vampir, Max Schreck (von Willem Dafoe mit diebischem Vergnügen gespielt), für die Hauptrolle engagiert. Die Filmcrew aus Berlin ist zunächst völlig ahnungslos, erfährt nur, dass Schreck seine Rolle sehr ernst nimmt und man ihn deshalb niemals bei Tageslicht und immer in seinem Kostüm antreffen wird.

Die ersten Aufnahmen sind phänomenal, doch schon bald beginnen die ersten Mitglieder des Teams, sich auffallend schwindelig und blutleer zu fühlen, allen voran dummerweise der wichtige Kameramann. Es dauert nicht lang, bis man den ersten Toten zu beklagen hat. Entgegen aller Abmachungen denkt der egoistische Schreck nicht daran, seinen Blutdurst im Zaum zu halten. Jetzt ist es zu spät für eine Umkehr. Murnau weiß, dass ein Künstler Opfer bringen muss - auch wenn sich der \"Nosferatu\"-Dreh als Angelegenheit auf Leben und Tod entpuppt.

In einem extrem spannenden (und ziemlich grotesken) Finale muss Murnau das Kunststück unbedingt seinen Film zu Ende drehen, koste es, was es wolle. Nosferatus Opfer (Catherine McCormack) wird mit flüssigem Opium (Laudanum) ruhiggestellt. Es kann sich nur noch um Minuten handeln, bis die Sonne durch die Fenster und andere Klappen scheint, um dem Vampirspuk eine Ende zu bereiten. Murnau glaubt sich und seine Crew sicher, doch der Vamp hat auch für diesen Fall vorgesorgt! Wie sonst hätte er all die Jahrhunderte überleben können...

Mein Eindruck

Elemente des Grotesken, ja sogar des Makabren sind von Anfang an im Film enthalten. Allein schon die Spezialbrillen, die den Regiseur und seine Crew vor dem Schein der grellen Scheinwerfer schützen sollen, lassen die Herren Filmemacher (Frauen sind stets untergeordnet) wie alienhafte Halbgötter des Zelluloids erscheinen.

Nun, in den Wäldern Osteuropas, wo noch Knoblauch und Kruzifixe gegen den blutsaugenden Nachtmahr aufgehängt werden, werden sie jedenfalls eines Besseren belehrt. Ironisch ist der Verlauf des Geschehens zu bewerten. Regisseur Elias Merhige hat das fein herausgearbeitet.

Der Film scheint jedoch an gewissen Schwächen zu leiden. So hat Schreck sehr wenig Dialog und drückt sich vor allem mit Grimassen und spitzen Fingernägeln aus. Andererseits gerät aber auch Malkovichs Figur des Dr. Murnau immer mehr ins Abseits und Hintertreffen. Da scheinen ihm die Argumente auszugehen (vielleicht auch das Blut?). Die Übergänge zwischen den einzelnen Stadien des Filmdrehs auf dem Bauernhof, der Schlossruine usw. sind recht abrupt und häufig nicht begründet.

Die DVD

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Darsteller: John Malkovich (Dr. Friedrich Murnau), Willem Dafoe (Schreck/Nosferatu), Catherine McCormack (spielt Nosferatus Opfer), Darsteller: John Malkovich, Willem Dafoe, Cary Elwes, John Aden Gillet, Eddie Izzard (der Wanderer), Udo Kier (\"Produzent\"), Ronan Vibert
Regie: Elias Merhige
Musik: Dan Jones
Produzenten: Nicolas Cage, Jeff Levine
Laufzeit: ca. 95 Minuten

• DVD Erscheinungstermin: 25. März 2002

• Produktion: 2000

Technische Infos

• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)

• Bildformat(e): Widescreen (1.78:1 - anamorph)

• Tonformat(e): Dolby Digital 5.1 in Deutsch; Dolby Digital 5.1 in Englisch

Untertitel: 2



Zu den DVD-Extras gehören animierte Menüs: Da rattert ein uralter Filmprojektor aus den 1920er Jahren, dahinter sieht man Nosferatu/Max Schreck. Der Zuschauer drückt auf eine der im Projektor auftauchenden Zahlen, um einen Menüpunkt auszuwählen.

Einen Hauptbestandteil der Extras bilden Filmographien, Biographien und Interviews der Hauptdarsteller (s.o.). Die Statements sind mehr oder weniger geistreich und anregend. Eine - Featurette, also ein kurzes Making-of, klärt über die Story und den Dreh auf. Die sogenannte B-Roll zeigt uns den Dreh sozusagen hinter den Kulissen.

Recht aufschlussreich ist der Audio-Kommentar des Regisseurs Elias Merhige, der uns gleich zu Beginn auf wichtige Aussagen und Details des Gezeigten aufmerksam macht - wirklich informativ. Ein Storyboard für den Szenenvergleich findet sich nur auf der Kauf-DVD, war also nicht auf meiner Leihausgabe. Das Gleiche gilt für die DVD-ROM-Features mit interaktiven Möglichkeiten, so etwa Bookmarks, Hintergrundinfos, Drehbuch- und Szenenvergleich.

Der Rest ist Werbung: Kinotrailer, TV-Spot (ein kürzerer Trailer), DVD-Programmvorschau: mehr Trailer, ächz!

Fazit

Dieser Kunstfilm - sie Einleitung - ist meilenweit entfernt von Horrorschockern wie Coppolas (oder Wes Cravens) \"Dracula\", ganz zu schweigen von tiefergelegter B-Ware wie \"Jeepers Creepers\". Es handelt sich also um einen Film für Cineasten. Bei ihnen kann man davon ausgehen, dass sie das Original von \"Nosferatu\" gesehen und schon mal den Namen F.W. Murnau gehört haben. Eventuell kennen sie sogar Wim Wenders Kinski-Nosferatu mit der ebenso schönen wie bleichen Isabelle Adjani. Solchen Zuschauern wird einer wohliger Schauer angesichts des Filmschlusses über den Rücken laufen.

Alle anderen Horrorfans werden sich gelangweilt ob solch verstiegener Künstelei abwenden und gehaltvollere Augennahrung suchen.

Michael Matzer (c) 2002ff

Info: Shadow of the Vampire (USA 2000) [Kauf-DVD]

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