Terratec Cinergy Hybrid T USB XS Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Installation:  sehr schwierig
  • Software-Ausstattung:  sehr gut
  • Support & Service:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Hajott

Überall fernsehen

  • Installation:  sehr schwierig
  • Software-Ausstattung:  sehr gut
  • Support & Service:  sehr gut
  • Handbuch:  sehr gut

Pro:

sowohl Analog - als auch DVB - T - Empfang, klein, im Paket preisgünstig

Kontra:

Mitgelieferte Antenne ist etwas wackelig, Stick wird ziemlich heiß

Empfehlung:

Ja

Da liegt er nun vor mir, der Cinergy XS Hybrid und wartet darauf, dass ich über ihn schreibe. :)

Um was geht es hier eigentlich?
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Bei dem Cinergy XS Hybrid handelt es sich um einen TV-Empfänger (sowohl für analoges Antennen- oder Kabelfernsehen als auch für das digitale DVB-T geeignet), der per USB an einen beliebigen Rechner angeschlossen werden kann. Die Besonderheit hierbei ist, dass der komplette Empfänger nicht größer als zwei Streichholzschachteln ist. Wer mal die Möglichkeit hat, sich bei einem Mac-Händler einen iPod shuffle anzuschauen: der hat ungefähr die gleiche Größe. Also im Prinzip ein großer USB-Stick.

Dieser Bericht handelt von der so genannten "Mac Edition", die es in den Jahren 2006 bis ca. 2008 exclusiv in Deutschland nur bei der Firma Gravis gab. Für 129,90 € erhielt man hier nicht nur den Stick samt Antenne sowie diversen Anschlussadaptern, sondern zusätzlich noch die Software "EyeTV" von der Firma Elgato. Hierzu weiter unten mehr.

Zusammenfassend hier vorab einige Daten:
Hersteller: Terratec
Produktbezeichnung: Cinergy XS Hybrid
Größe des Empfängers: ca. 10 x 3 x 1 cm (B x T x H)
Anschluss: USB 2.0
EPG-Unterstützung (EPG = Electronic Program Guide = Elektronische Programmzeitschrift)
Plug and Play
Stromversorgung direkt über die USB-Schnittstelle

Lieferumfang:
USB-Empfängerstick
Stabantenne mit Magnetfuß
USB-Verlängerungskabel (30 cm)
Adapterkabel zum Anschluss an die Hausantenne oder den analogen Kabelanschluss
Kabelpeitsche mit Anschlüssen für ein TV-Gerät (Front-AV) sowie einem Infrarot-Empfänger für die Fernbedienung
Fernbedienung mit 48 Tasten

Software
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Normalerweise legt Terratec die Software Power Cinema 4 bei - in meinem Fall war statt dessen die EyeTV-Software von Elgato dabei, die auf meinem Mac läuft. Der Bericht wird - was die Software angeht - von dieser "EyeTV"-Software handeln, "Power Cinema 4" kenne ich mangels Windows-Rechner nicht.

Das Ganze kommt verpackt in einer mittelgroßen Schachtel (ca 28 x 15 x 10 cm). Ein Handbuch in gedruckter Form liegt nicht bei, statt dessen gibt es diverse PDF-Dateien zum Ausdrucken oder am Bildschirm lesen auf der beigelegten CD bzw. DVD.

Hardware
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Hier kann man wirklich von einer Vollausstattung sprechen, denn mit dem mitgelieferten Zubehör ist man wirklich für jede denkbare Situation gerüstet. Man kann natürlich den Stick an den Rechner anschließen, allerdings ist auch ein Anschluss an einen Fernseher möglich, sodass man die Sendungen da anschauen kann (der Stick muss in diesem Fall aber trotzdem am Rechner angeschlossen sein, denn die Stromversorgung erfolgt ausschließlich über die USB-Schnittstelle. Ein externes Netzteil gibt es nicht.

Darüber hinaus kann man sich entscheiden, ob man den Stick mit der mitgelieferten Stabantenne betreiben will oder ob man ihn mittels des Adapterkabels an die Hausantenne anschließt. In vielen Gebieten in Deutschland ist heute bereits DVB-T-Empfang per Zimmerantenne möglich - liegt man außerhalb dieser Gebiete, so ist man wohl auf eine Außen- bzw. die Hausantenne angewiesen. Aber all das ist kein Problem, denn - wie schon gesagt - das mitgelieferte Zubehör ist vollständig.

Software
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Die Software "EyeTV" kann nicht nur Sender suchen und darstellen, sondern funktioniert den Rechner zudem noch zu einem vollwertigen digitalen Videorekorder um.

Zunächst einmal kann man einstellen, dass die Software automatisch gestartet werden soll, sobald der Stick angeschlossen wird. Dann erscheint automatisch ein Fenster mit dem zuletzt eingestellten Programm. Ein einmaliger Sendersuchlauf, der durchaus auch mal 10 Minuten in Anspruch nehmen kann, steht am Anfang. Danach sind die Frequenzen der empfangbaren Programme gespeichert, können beliebig in der Reihenfolge verändert werden usw.
Zum Fernsehen sucht man das Programm entweder, indem man per "+"- bzw "-"-Taste durch die Sender "scrollt" oder indem man im Programmauswahlfenster das entsprechende Programm direkt anklickt.

Die Fenstergröße kann angepasst werden - von "klein" über "halbe Größe" bis "Vollbild". Steuerungselemente zum Aufnehmen und Abspielen gespeicherter Sendungen erscheinen kurz, wenn man die Maus bewegt, verschwinden aber nach wenigen Sekunden wieder.

Der Empfang ist exzellent - zumindest was DVB-T angeht (was anderes konnte ich mangels Anschluss - ich habe hier ansonsten digitalen Satellitenempfang, da ist das Gerät nicht kompatibel). Aber das ist bei DVB-T normal: Entweder man hat ein exzellentes Bild oder gar keines. "Schneegrieseln" oder nur mittelmäßiger Empfang - wie man das von analogem Antennenfernsehen zeitweise gewohnt ist - gibt es hier nicht. Wenn man mit der Zimmerantenne kein ausreichendes Signal empfängt, bleibt der Bildschirm komplett dunkel - in diesem Fall ist man dann auf eine Außen- bzw. Hausantenne angewiesen.

Filme aufnehmen
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Die einfachste Möglichkeit ist natürlich, wenn man zu Beginn einer Sendung auf "Aufnehmen" drückt und am Ende dann auf "Stopp" - das so genannte OTR (One Touch Recording). Aber das ist mühselig, denn hierfür muss man ja am Rechner sitzen, um die Aufnahme zu starten (und dann könnte man theoretisch den Film auch anschauen). Daher gibt es außerdem noch umfangreiche Programmierfunktionen.

Zum einen kann man Start und Ende manuell eingeben und die Rekorder-Software so programmieren. Man kann jedoch auch zum Beispiel über den Elektronischen Programmführer (EPG) die Aufnahmen programmieren. Dieser Elektronische Programmführer bezieht seine Daten in der Regel von speziellen Diensten aus dem Internet und kann regelmäßig automatisch aktualisiert werden (die Intervalle können eingestellt werden).
Der EPG zeigt grundsätzlich nur die Programme an, die aktuell über das angeschlossene Gerät empfangen werden können. Wenn also das digitale terrestrische Fernsehen DVB-T verwendet wird, dann werden Programminformationen nur für die Sender angezeigt, die über diesen Modus empfangen werden können.

Hier genügt es dann, einfach auf die entsprechende Sendung zu klicken und schon ist sie programmiert.
Was ich am allergenialsten finde, ist die Möglichkeit der Fernprogrammierung. Hier kann man von einem beliebigen Rechner weltweit über die Internetseite des entsprechenden Dienstes eine oder mehrere Sendungen programmieren. Die EyeTV-Software fragt diese Webseite regelmäßig ab - und wenn hier neue Sendungen, die zur Aufnahme programmiert wurden, gefunden werden, werden diese automatisch der entsprechenden Liste zugefügt. Hierfür muss allerdings der Rechner eingeschaltet bleiben, auch wenn man nicht zu Hause ist.

Um diese Möglichkeit nutzen zu können, muss man sich bei dem entsprechenden Internet-Dienst registrieren. Diese Registrierung ist in der Regel kostenpflichtig (vom Preis her wohl vergleichbar mit dem Jahresabo einer Fernsehzeitschrift) - ein Gutschein für ein Jahresabo liegt dem Paket bei.

Wenn man eine oder mehrere Sendungen zur Aufnahme programmiert hat, bedeutet dies aber nicht, dass der Rechner permanent laufen muss. Die EyeTV-Software ist so intelligent, dass sie den Rechner entweder aus dem Ruhezustand aufweckt, wenn die Aufnahme beginnen soll (bzw. zwei Minuten vor Aufnahmestart) bzw. ist sogar in der Lage, einen komplett ausgeschalteten Rechner zum Aufnahmezeitpunkt vollautomatisch zu starten und hinterher auch wieder auszuschalten. In diesem Fall muss aber sichergestellt sein, dass ein entsprechender User automatisch eingeloggt wird, denn ein manuelles Einloggen kann die Software natürlich nicht übernehmen. Dies tut der Sache aber keinen Abbruch.

Weiterverarbeitung von Aufnahmen
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Wenn man eine aufgenommene Fernsehsendung archivieren möchte, dann wird man diese in der Regel zum einen bearbeiten (zum Beispiel, um die Werbeblöcke herauszuschneiden), zum anderen vielleicht auf einer CD oder DVD speichern wollen. Denn wenn man die aufgenommenen Fernsehsendungen dauerhaft auf der Festplatte belässt, dann wird das früher oder später den Rahmen jeder Festplatte sprengen. Denn eine Aufnahme von einer Stunde dauer belegt ungefähr 2 Gigabytes auf der Platte. Für zwei, drei Sendungen sicherlich kein Problem - wenn man jedoch ein umfangreicheres Filmarchiv aufbauen möchte, dann kommt man an einem externen Speichermedium wie CD, DVD oder zum Beispiel auch einem iPod nicht vorbei.

Hier bietet EyeTV diverse Exportmöglichkeiten, zum Beispiel kann man den Film (den man wirklich bildgenau auswählen kann, also ohne lästigen Vor- oder Nachspann) direkt dem auf Macs weit verbreiteten Brennprogramm "Toast" zur Verfügung stellen. Es versteht sich von selbst, dass hierfür dieses Programm "Toast" auf dem Rechner installiert sein muss.
Aber selbst wenn man Toast nicht besitzt, steht man nicht im Regen. Beispielsweise könnte man einen aufgenommenen Film als QuickTime-Film exportieren, oder dem jedem Mac-Rechner beiliegenden Programm iMovie zur Verfügung stellen (hier können zum Beispiel einzelne Kapitel eingefügt werden oder Werbeblöcke herausgeschnitten werden) oder man stellt es direkt dem ebenfalls jedem Mac beiliegenden Programm iDVD zur Verfügung, mit dem man ihn dann auf einer DVD verewigen kann, die auf jedem handelsüblichen DVD-Player abspielbar ist.

Man kann einen solchen Film für die Internet-Wiedergabe exportieren (dann wird er möglichst hoch komprimiert, damit eine möglichst kleine Dateigröße dabei herauskommt) oder zur Speicherung auf einem iPod Video bereitstellen, wo er dann auf einem zugegebenermaßen ziemlich kleinen Display angeschaut werden kann.

Dies sind nur die in meinen Augen wichtigsten Exportmöglichkeiten - es gibt deren viele. Zum Beispiel kann man ihn so exportieren, dass er ziemlich genau auf eine CD passt (falls man keinen DVD-Brenner besitzt) und vieles mehr.

Meine Erfahrungen
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Die kann ich mit einem einzigen Wort zusammenfassen: Problemlos. Oder zumindest weitestgehend problemlos. Denn ein paar Dinge sind schon dabei, die mich stören. Zum einen wird der Stick schon nach relativ kurzer Zeit sehr heiß (ich schätze mindestens 65 oder 70 Grad). Zum anderen ist die mitgelieferte Stabantenne eine relativ wackelige Angelegenheit. Gut, sie hat einen Magnetfuß und haftet dadurch gut auf einer metallischen Oberfläche - aber wenn man keine solche Metallfläche zur Verfügung hat, kann sie schon mal umfallen, was dann den Empfang zumindest für einige Sekunden beeinträchtigen kann.

Aber letztendlich sind das wirklich Kleinigkeiten - ich bin restlos begeistert von der ganzen Sache.

Fazit
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Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers liegt bei 129 €. Bei diversen Internet-Händlern ist der Stick mittlerweile für 30 bis 50 € zu bekommen - dann allerdings ohne die EyeTV-Software (ich vermute mal, dass das Windows-Programm dort dann beiliegt).

Normalerweise ist der Stick zweifarbig orange-weiß - bei Gravis gab es eine Sonderedition in blau-weiß.
Für 129 € (oder auch günstiger, wenn man einen Windows-PC besitzt) erhält man im Prinzip einen vollwertigen digitalen Festplatten-Videorekorder, der es an Komfort nicht missen lässt.

Durch seine kompakte Größe passt der Stick auch unheimlich gut an ein Notebook, sodass man zum Beispiel während der Fußball-WM auf einer Wiese, im Biergarten oder im Schwimmbad die Spiele hätte verfolgen können. Gut, es ist was für Freaks, aber das Wort "Überall-Fernsehen" (der Slogan des digitalen terrestrischen Fernsehens) gewinnt dadurch eine völlig neue Qualität.

Ich vergebe die volle Sternanzahl und spreche natürlich eine glasklare Empfehlung aus - diese gilt auch heute noch.

Hajott für yopi, März 2010

Hinweis: Dieser Bericht erschien auch bei ciao.de unter gleichem Autorennamen (Hajott).

25 Bewertungen, 9 Kommentare

  • Powerdiddl

    02.03.2010, 15:31 Uhr von Powerdiddl, Bewertung: besonders wertvoll

    Lg und einen schönen Tag noch, Heidi

  • morla

    01.03.2010, 18:32 Uhr von morla, Bewertung: besonders wertvoll

    sehr ausfüfürlich geschrieben, wünsche ir einen guten wochenstart lg. petra

  • rainbow90

    01.03.2010, 18:23 Uhr von rainbow90, Bewertung: sehr hilfreich

    Interessanter Bericht von dir! LG

  • Lolobili

    01.03.2010, 18:09 Uhr von Lolobili, Bewertung: besonders wertvoll

    Super klasse! Bestnote! :) Liebe Grüße

  • Jack100

    01.03.2010, 16:01 Uhr von Jack100, Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Bericht. Viele Grüße

  • Janne0033

    01.03.2010, 15:55 Uhr von Janne0033, Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr guter Bericht LG Janne0033

  • Mondlicht1957

    01.03.2010, 15:42 Uhr von Mondlicht1957, Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich Danke für deine Lesungen

  • sigrid9979

    01.03.2010, 15:40 Uhr von sigrid9979, Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht..Lg Sigi

  • minasteini

    01.03.2010, 15:32 Uhr von minasteini, Bewertung: sehr hilfreich

    Sh für deinen Bericht und einen schönen Wochenstart. LG Marina