The Hollow Earth (Adventure PC Spiel) Testbericht

The-hollow-earth-adventure-pc-spiel Produktfotos & Videos
ab 4,95
Bestes Angebot
mit Versand:
Game World
4,95 €
¹
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
Übersicht & Preise (2)
5 Sterne
(0)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(1)
Meinung schreiben
Verdienen Sie bis zu 5,00 € pro Erfahrungsbericht! Als Community-Mitglied erhalten Sie für Ihren Erfahrungsbericht einmalig 5 Cent und zusätzlich 0,5 Cent pro positiver Bewertung innerhalb der nächsten 6 Monate.
Erfahrungsberichte (2)
Summe aller Bewertungen
  • Grafik:  durchschnittlich
  • Sound:  durchschnittlich
  • Wird langweilig:  nach wenigen Stunden
  • Suchtfaktor:  hoch

Erfahrungsbericht von Sly_Boots

Unterirdisch

  • Grafik:  durchschnittlich
  • Sound:  durchschnittlich
  • Wird langweilig:  nach wenigen Stunden
  • Suchtfaktor:  hoch
  • Schwierigkeitsgrad:  Fortgeschrittene

Pro:

- nette Renderbilder - sehr gute Synchro - Trash-Flair

Kontra:

- langweiliges Hauptspielprinzip (Umgehen und flüchten) - kaum Rätsel - schlecht belegte Tastatursteuerung (z. B. Hochstell-Taste)

Empfehlung:

Nein

Wer erinnert sich noch an den alten 50er Jahre Filmschinken „Reise zum Mittelpunkt der Erde“?
In diesem, auf einer Buchvorlage von Jules Verne basierendem, Abenteuerfilm reist eine kleine Gruppe von Forschern und Abenteurern in die Hohlwelt, um die Existenz eben dieser zu beweisen.
Bei der Hohlwelt handelt es sich um eine im 17ten Jahrhundert ersonnene - längst widerlegte - Theorie, welche besagt, dass unser Planet im Grunde nur aus der Kruste besteht und innen hohl ist.
Einige Autoren, wie bereits erwähnter Monsieur Verne, ließen es sich nicht nehmen eine fantastische, völlig unerforschte Welt, rund um diese Theorie zu konstruieren.
Weitere Verwurstungen dieser absurden aber aufregenden Idee in Form von Filmen, Comics oder eben Games sollten in den folgenden Jahrhunderten folgen ...
Und hiermit währen wir dann auch bei unserem aktuellen Fundstück angelangt, welches den Namen Hollow Earth trägt und meine Aufmerksamkeit durch sein wunderbar trashiges Coverbild auf sich zog.
Die darauf folgende Recherche förderte einige wirklich schöne Screenshots zu Tage, und mein Wunsch dieses Spiel mein eigen zu nennen wuchs trotz der negativen Kritiken von Stunde zu Stunde. Letztendlich siegte die Neugier über meine Vernunft.
Was bei der Begegnung zwischen good' ol Sly und Hollow Earth a. k. a. Agharta herauskam, könnt ihr im Folgenden nachlesen, nur soviel: Neugier hat ihren Preis!
Dies gilt sowohl für Abenteurer die sich in die Hohlwelt wagen, als auch für Reviewer die im Softwaremüll nach Perlen suchen.



Story: Das hatte sich der namenlose Pilot ganz anders vorgestellt.
Während andere Männer seines Faches im Jahre 1926 fette Gewinne einfliegen, scheint unser Protagonist hinsichtlich Geldverdienens leider leer auszugehen.
Doch Rettung naht in Form einer hübschen Blondine, die unserem glücklosen Flieger einen lukrativen Auftrag vermittelt.
Ihr Vater, der bekannte aber verspottete Wissenschaftler Osterlind, ist vor einigen Jahren am Nordpol verschollen und längst für tot erklärt worden.
Eine kürzlich von ihm empfangene Nachricht via Kurzwelle lässt allerdings anderes vermuten.
Und so liegt es nun an unserem Helden Vater und Tochter glücklich wiederzuvereinen (und nebenbei ein wenig Geld einzustreichen).

Gesagt, getan. Am Nordpol angelangt entwickelt sich die Rettungsmission jedoch recht schnell zum Desaster, als der Pilot und sein treuer Vierbeiner Murphy in eine dicke Nebelsuppe geraten, welche ihnen nicht nur die Orientierung raubt, sondern auch noch den Motor der Maschine lahm legt ...
Nach dem Motto: „Wenn man das Flugzeug aufrecht verlässt, war’s eine gute Landung“, beschließt unser Bruchpilot nach dem Absturz tapfer mit seiner Mission fortzufahren.
Recht schnell stellt er jedoch fest, dass er sich nicht am Nordpol befindet, sondern in einer völlig fremdartigen Welt gelandet ist.
Diese wird nicht nur von dicken Nebelschwaden eingehüllt, sondern beherbergt auch noch eine äußerst gewaltbereite Fauna, an deren Spitze der tyrannische Nebellord mit seinem Heer aus Riesenameisen steht ...

Die Handlung ist so dusselig und konstruiert, wie man es von einer Hohlwelt-Story zu erwarten hat.
Das man hierbei mit einem Augenzwinkern an die Sache herangehen sollte, dürfte hoffentlich klar sein.
Erzählt werden die Story-Bröckchen in Form von synchronisierten Buchkapiteln welche zu Beginn eines der, insgesamt vier, Kapitel vorgelesen werden.
Der selbstbewusst-locker wirkende Hauptcharakter passt ebenso gut ins Schema des unterhaltsam-stupiden Schund-Abenteuers, wie die zahlreichen monströsen Kreaturen mit denen er und seine Töle in der beinahe menschenleeren Hohlwelt konfrontiert werden.
Unterm Strich gelingt es Hollow Earth also zumindest ansatzweise das Flair alter Schund-Abenteuerfilme wie „Caprona“ oder „Der sechste Kontinent“ einzufangen, nur schade das es hier aufgrund NPC-Mangels eher steril und einsam zugeht - da wäre wesentlich mehr drin gewesen.



Gameplay: Wie lautet noch einmal unsere Aufgabenstellung?
- Professor Osterlind finden und retten (falls er noch am Leben ist)
- Die Welt vor den Schandtaten des Nebellords schützen
- Aus der Hollow Earth fliehen

Um diese schwierigen Aufgaben anzugehen steuert man den Hauptcharakter via linke Maustaste durch die in zahlreichen Renderbildern dargestellte Spielwelt.
Leider sind Ein- und Ausgänge zwischen den Screens nicht immer klar ersichtlich, so dass man stellenweise mehr herumirren muss als nötig.
In ca. der Hälfte aller Screens tummeln sich des Weiteren diverse Tierchen wie etwa Killerpinguine, Affen, kleinere Dinos oder Riesenameisen.
Um sich gegen diese Brut zur Wehr zu setzen stehen uns drei Typen von Wurfwaffen zur Verfügung (Steine, Gasbomben und Schallgranaten).
Diese werden mit F1-F3 angewählt und mit der rechten Maustaste zur Position des Mauscursors geworfen.
Steine zum Werfen sind unbegrenzt vorhanden, Gasbomben und Granaten sind hingegen rar gesät und wollen erst einmal gefunden werden.
Allerdings sind diese Waffen ohnehin nicht tödlich, die Viecher werden damit lediglich für einige Sekunden außer Gefecht gesetzt, der Rest der Konfrontationen besteht aus Flucht und umgehen der feindseligen Fauna.
Umgehen und flüchten ... dies ist das zentrale Spielelement in Hollow Earth.
Dummerweise wurde die - zum Flüchten - wichtige Lauf-Funktion auf die rechte Hochstell-Taste gelegt, haltet die mal acht Sekunden lang gedrückt, und schaut was passiert.
Fragt nicht, tut es einfach, ich dachte anfangs ein Bug bringt das Spiel zum Absturz ...
Andererseits sollte man es mit dem Laufen ohnehin nicht übertreiben, da der Typ eine schlechtere Kondition hat als Homer Simpson, und das will was heißen (soll heißen, dass unser Pilot nur über einen begrenzten Zeitraum laufen kann, ehe er sich wieder etwas erholen muss).

Checkpoints sowie die - vollautomatische - Speicherung werden in beinahe jedem Screen ausgeführt.
Durch diese konstante Absicherung tendiert der Anspruch allerdings gegen Null, da der eventuelle Bildschirmtod dadurch keinerlei Bedrohung mehr darstellt.
Anspruchslos sind auch die raren Rätsel, diese bestehen hauptsächlich aus: „Finde Schlüssel A für Apparatur B.“
Im gesamten Spiel gibt es nur ein einziges gelungenes Rätselkonstrukt, ironischerweise baut die gesamte Queste in der Hohlwelt auf dieses eine Rätselschema auf, es ist sozusagen der „Star“ des Spieles.
Immerhin mal was originelles, ein Spiel um ein einziges lumpiges Rätsel herum aufzubauen (Achtung Sarkasmus) ...
Theoretisch interessant ist der Einbau von Murphy in das Spielsystem.
Dieser harmlos aussehende kleine Köter scheint für menschenfressende Riesenarmeisen, Killerratten etc. nämlich den Höllenhund Zerberus persönlich zu verkörpern, oder warum sonst sollten sie ängstlich vor dem Gekläffe solch eines kleinen Pinchers flüchten?
Spielerisch betrachtet dient Murphy also als eine Art (unzuverlässiger) Abwehrmechanismus gegen die Monster der Spielwelt.
Auch kann er durch Schnüffeln Items aufspüren, welche im obligatorischen Adventure-Inventar gesammelt werden (die Gegenstände sind aber auch ohne Murphys Hilfe relativ leicht zu entdecken).
Eine Detailansicht aller gesammelten Gegenstände kann dann in einer Art Tagebuch eingesehen werden (Symbol links-oben auf dem Bildschirm).

Das grobe Spielprinzip wirkt irgendwie wie aus einem Survival-Horror-Game entnommen, nur das man das Beste weggelassen hat: Die Horrorelemente.
Weder Szenario noch Monstergestaltung wirken in Hollow Earth furchterregend.
Ohne diese Zutaten hat das Spielsystem des Flüchtens und Überlebens dummerweise keinerlei Reiz (mal ganz davon abgesehen, dass dieses Spielsystem in Hollow Earth erschreckend halbarschig umgesetzt wurde).
Auch das dämliche Health-System trägt dazu bei, dass so etwas wie Spannung gar nicht erst auftreten kann.
Je nach Grad der Verwundung läuft die Spielfigur immer langsamer und kann nach mehreren Treffern auch keine Waffen mehr einsetzen.
Das ist dann auch häufig der Punkt wenn sich Murphy bequemt seinem Herrchen aus der Patsche zu helfen, ein paar Sekunden Pause füllt die Lebensenergie dann wieder komplett auf (genauso funktioniert ja auch die Regeneration der Kondition).

Man kann es also drehen und wenden wie man will, das Spielprinzip ist trotz der Kürze des Spieles (ca. 6-8 Stunden) enorm eintönig, spannungsarm und unbequem.
Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, gibt es viele Gameplay-technische Patzer wie die Nummer mit der Hochstell-Taste oder den im Prinzip unkaputtbaren Feinden.
Tiefpunkt hierbei ist sicherlich das dritte Kapitel, in dem man dazu genötigt wird, den gesamten Fußmarsch den man bis zum anderen Ende der Hohlwelt bewältigt hat, wieder zurückzuverfolgen!
Beinahe wäre mir an dieser Stelle der Geduldsfaden gerissen, eine echte Zumutung!
Dennoch muss erwähnt werden, das Hollow Earth nach einer gewissen Eingewöhnungsphase (die nur wenige zu erdulden bereit sind) zumindest einigermaßen zu ertragen ist.
Das Spiel mag stinklangweilig und ultra-dämlich in vielerlei Hinsicht sein, aber zumindest bleibt es halbwegs spielbar.



Grafik, Sound und Präsentation: Die Renderbilder mögen zwar damals schon veraltet gewesen sein, doch für Fans dieses Grafikstils bieten sie dennoch angemessene Kost fürs Auge.
Interessant ist der stetige Tag- und Nacht-Wechsel der Spielwelt, welcher allerdings durch den Einsatz nebliger Gebiete wieder zunichte gemacht wird.
Weiterhin schade ist, dass Hollow Earth nur eine Auflösung von 640x480 Bildpunkten bietet.
Alles in allem eine gute aber keinesfalls herausragende Grafikleistung.

Als Hintergrundmusik dudelt fast das gesamte Spiel über derselbe trashig-mystisch angehauchte Ambient-OST vor sich hin.
Der hört sich anfangs durchaus atmosphärisch an (zumindest in Hinblick auf das Szenario), ist auf Dauer aber ziemlich eintönig.
Die Sprachausgabe hingegen passt perfekt.
Alle drei Sprecher, allen voran der Pilot, leisten einen herausragenden Job und gehören neben dem coolen Cover klar zum Besten was das Produkt zu bieten hat.
Warum werden solch tolle Sprecher nicht für bessere Spiele verpflichtet? So teuer können sie ja nicht sein, wenn sie sich für so ne Gurke hergeben.

In Sachen Präsentation kann Hollow Earth eindeutig punkten.
Ich meine, immerhin konnten mich Cover und Screenshots trotz vernichtender Wertungen mühelos davon überzeugen mir dieses Spiel zu besorgen.
Irgendetwas hat man also definitiv richtig gemacht.
Das ändert natürlich nichts daran, dass das eigentliche Spiel Müll ist, aber zumindest lief es absolut problemlos unter Windows XP und sogar völlig ohne Bugs, sehr vorbildlich.
So schlecht Hollow Earth auch sein mag, es wurde blitzsauber programmiert, dafür gibt’s von mir zumindest einen Anerkennungs-Pluspunkt.



Fazit: Hollow Earth ist eine Schlaftablette und der Beweis dafür das ein schönes Coverbild noch lange kein gutes Spiel macht.
Das Szenario sollte eigentlich genügend Potential für mehrere spannende Games bieten, Potential was hier nicht mal ansatzweise ausgeschöpft wurde.
Aber immerhin weiß jetzt jeder wie ein Hohlwelt-Spiel nicht aussehen sollte. Glückwunsch Aniware.

Meine Wertung: 4,8/10 (0 Sterne)

21 Bewertungen, 5 Kommentare

  • Lale

    02.06.2012, 03:03 Uhr von Lale, Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~*

  • Miraculix1967

    24.04.2012, 23:09 Uhr von Miraculix1967, Bewertung: sehr hilfreich

    Schönen Dienstagabend und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967

  • sigrid9979

    24.04.2012, 20:44 Uhr von sigrid9979, Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche dir einen schönen Dienstag

  • XXLALF

    24.04.2012, 19:47 Uhr von XXLALF, Bewertung: sehr hilfreich

    ...und ganz liebe grüße

  • nadjasturm

    24.04.2012, 19:26 Uhr von nadjasturm, Bewertung: sehr hilfreich

    Lg aus Nürnberg! Würde mich über Gegenlesungen freuen :D