Der Aufmacher (Taschenbuch) / Günter Wallraff Testbericht

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Erfahrungsbericht von Spissi

Der Aufmacher - Die Methoden der Bild Zeitung

Pro:

eindrucksvolle Dokumentation über die rücksichtslosen Methoden der Bildzeitung. klasse

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Biografie des Autors:

Günter Walraff wurde am 1.Oktober 1942 in Burscheib (Köln) geboren.
Er absolvierte ein Buchhändlerlehre und übte später auch diesen Beruf aus.
In den 50er Jahren wurde er schriftstellerisch aktiv und verfasste Gedichte.
1963 wollte er sich vor der Bundeswehr drücken, er weigerte sich und wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.
In der führte er Tagebuch, seine erste Rolle als verdeckter Ermittler.
Nach seiner Entlassung, wurde er Schriftsteller und nicht wieder Buchhändler.
Von 1963 bis 1965 arbeitete er in westdeutschen Großbetrieben, das Buch „Industriereportagen„ erschien daraus.
Damit stieg sein Bekanntheitsgrad, es gelang ihm in Folge immer wieder Einblick in das Innere von Staat und Wirtschaft zu erhalten.
1971 brachte er erste Berichte über die Bild-Zeitung.
Im Mai 1974 flog er nach Griechenland und kettete sich dort auf dem Athener Syntagma Platz an einen Masten.
Die Missachtung der Menschenrechte durch das Militärregime war seine Motivation.
1976 gelang es ihm, sich in die Kreise des portugisischen Generals Spinola als Waffen-Händler einzuschleichen.
Durch Artikel in Stern und Konkret konnten Spinolas Putsch-Pläne vereitelt werden.
1977 war er dann 4Monate der Hans Esser als Reporter der Bild-Zeitung in Hannover.
Daraufhin startete die Bild-Zeitung eine Hetzkampagne auf ihn und bespitzelte ihn sogar.
In den folgenden Jahren folgten viele weitere Veröffentlichungen über die Bild.
1983 schlüpfte er in seine bisher letzte Rolle, als Ausländer Ali Levent, nach 1 ½ Jahre veröffentlichte er in seinem Buch „Ganz Unten“ was ihm alles widerfahren war und es wurde sein größter Erfolg.


wichtige Werke:

Wir brauchen dich, 1966
13 unerwünschte Reportagen, 1969
Industriereportagen, 1970
Von einem, der auszog und das Fürchten lernte, 1970
Neue Reportagen, 1972
Unser Faschismus nebenan. Griechenland gestern - ein Lehrstück für morgen (zusammen mit Eckart Spoo), 1975
Die Reportagen, 1976
Aufdeckung einer Verschwörung. Die Spinola-Aktion (zusammen mit Hella Schlumberger), 1976
Berichte zur Gesinnungslage der Nation/Berichte zur Gesinnungslage des Staatsschutzes. (zusammen mit Heinrich Böll), 1977
Der Aufmacher. Der Mann, der bei "BILD" Hans Esser war, 1977
Zeugen der Anklage. Die "BILD"-Beschreibung wird fortgesetzt, 1979
Das "BILD"-Handbuch. Das BILD-Handbuch bis zum Bildausfall, 1981
Befehlsverweigerung. Die Bundeswehr- und Betriebsreportagen (Band enthält: "Von einem der auszog und das Fürchten lernte" und "Neue Reportagen, Untersuchungen und Lehrbeispiele".), 1984
BILD-Störung. Ein Handbuch, 1985
Enthüllungen. Recherchen, Reportagen und Reden vor Gericht, 1985
Ganz unten, 1985
Günter Wallraffs BILDerbuch (Nachwort von Heinrich Böll), 1985
Ganz unten. Mit einer Dokumentation der Folgen, 1988
Ich - der andere. Reportagen aus vier Jahrzehnten, 2002


Hauptpersonen:

 Günter Wallraff alias Hans Esser
 Redaktionsleiter Schwindmann


Inhalt:

Günter Wallraff gibt sich als Journalist Hans Esser aus, 30 Jahre alt, Psychologie und BWL-Student.
Er wird durch einen ehemaligen Bild-Reporter in die Redaktion eingeschleust. Der Redaktionsleiter der Bild Hannover ist sofort begeistert von Esser.
Erster Auftrag Essers, ein Artikel über die Gefährdung von 90 Kleingärten durch eine veränderte Straßenführung.
Bei der ersten Konferenz wird er zum ersten Mal mit den Methoden der Zeitung konfrontiert, Halbwahrheiten, Fälschungen und jede Menge Werbung.
Hans Esser wird losgeschickt um eine Reportage über das höchste Haus Hannovers zu schreiben, da der Redaktionsleiter gelesen hatte das Kinder in Hochhäusern besonders aggressiv würden. In dem Hochhaus wohnten nicht einmal Kinder, hier wohnt fast niemand, das Haus war einfach schäbig gebaut. Ein Model das schon einmal in der Bild war, wohnt dort mit ihrem Freund, er erzählt das bei Sturm die Gläser im Schrank klirren. Die Geschichte wird umgebaut, bei Sturm schwappt das Wasser in der Badewanne über und die handelnde Person ist ein Fotomodell.
Hans Esser berichtet weiters von einer Aktion „Bild schafft Lehrstellen“. 100.000 Lehrstellen sollen für Schulabgänger geschaffen werden.
Diese Aktion war allerdings Augenwischerei, die Lehrstellen die Angeboten wurden, gab es sowieso schon und ansonsten boten sich Betriebe an die nicht einmal eine Befugnis zum Ausbilden hatten.
Walraff erzählt auch das die „Miezen“ von Seite 1 sehr wichtig für die Bild seien, auf Anfrage erhält man aber nur Phantasie-Namen und Alter. Die Bild-Kolumnisten müssen zu den scharfen Fotos die Texte dichten.
Am 22.Juli wird Wallraff von einem Freund aus Hamburg gewarnt, ein Magazin hätte seine Pläne verraten.
Er bricht seine Arbeit sofort ab, einen Monat später bringt die Bild den Bericht über Wallraff als Untergrund-Kommunisten, der sich in die Redaktion der Bild eingeschlichen hatte.


Gehalt (Aussage):

Dieses Buch soll die Bevölkerung auf Missstände im Staat aufmerksam machen und die Methoden der Bild Zeitung ganz klar offenlegen, damit jeder sieht, dass es sich meistens um nichts als Lügen handelt.


Eigene Meinung:

Auch "Der Aufmacher" von Günter Wallraff kann ohne schlechtes Gewissen in die Kategorie "äußerst lesenswert" eingestuft werden.
Er zeigt darin in einer unvergleichbaren Art und Weise die korrupten Machenschaften und auch die Macht der deutschen "BILD-Zeitung" auf, einfach unverkennbar Günter Wallraff!


Mfg Spissi

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