1984 (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Abana1

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Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Heute in Nacht kam auf VOX der Film \"1984\", den ich zwar vor einiger Zeit schon mal gesehen hatte, den man sich aber getrost mehrmals ansehen kann. Da mir auch schon das Buch \"1984\" von George Orwell sehr gut gefallen hat, ist eine filmische Umsetzung solcher Vorlagen immer interessant, schon wegen dem Vergleich Film/Buch.


Handlung
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Die Welt hat sich in drei Superstaaten aufgeteilt: Ozeanien, Eurasien und Ostasien. In jedem dieser Staaten herrscht ein totalitäres System, welches die Menschen unterdrückt. Winston Smith lebt in Großbritannien, was zu Ozeanien gehört. Er arbeitet im Wahrheitsministerium, welches die Geschichte immer den aktuellen Gegebenheiten anpaßt, und was von den Untertanen einfach so hingenommen wird. Winston ist vom System nicht überzeugt, aber diesen Gedanken kann er nur heimlich nachgehen. Denn selbst in den eigenen Wohnungen werden die Menschen mittels eines riesigen Fernsehers überwacht. Natürlich sind diese Bildschirme offiziell nur zur Übermittlung von Nachrichten gedacht, aber dadurch kann Big Brother, der totalitäre Herrscher, alle seine Untertanen überwachen und gegebenfalls durch die Gedankenpolizei festnehmen lassen. Denn vieles ist im Staat verboten, wie z.B. Liebe (diese ist nur für Big Brother zu empfinden), Sex und auch Tagebuch führen.

Winston beginnt mit dem heimlichen Schrieben eines Tagebuches, um dort seine Gefühle aufzuschreiben. Im Ministerium trifft er durch Zufall auf Julia, und beide beginnen eine heimliche Beziehung. Winston hofft auf weitere Widerständler zu treffen und in O´Brien glaubt er einen gefunden zu haben. Doch O´Brien ist ein treuer Anhänger von Big Brother, und deshalb verrät er Winston und Julia. Beide werden verhaftet und in eine Umerziehungsanstalt gebracht. Dort sollen beide mit Folter umerzogen werden...


Daten
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Regisseur: Michael Radford

Darsteller:
- John Hurt (Winston Smith)
- Richard Burton (O´Brien)
- Suzanna Hamilton (Julia)

Jahr: 1984
Spielzeit: 123 min
FSK: ab 16 Jahre


Meine Meinung
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Der Film war echt beeindruckend, genau wie auch schon die Romanvorlage. Und wer jetzt mit dem Gedanken spielt sich den Film anzuschauen, der soll gewarnt sein, denn es handelt sich hier nicht um einen 08/15-Mainstream-Film, den man sich mal so im Vorbeigehen anschaut. \"1984\" ist richtig düster und mit einer Endzeitstimmung, das einem beim Zuschauen echt unwohl wird. Und obwohl es sich hier um einen Science-Fiction-Film handelt, braucht man keine futuristischen Gebäude, Autos etc. erwarten. London wurde so wie in der Nachkriegszeit dargestellt, verfallene Häuser, und schon hatte man eine Stadt der Zukunft mit Endzeitstimmung. Irgendwelcher futuristischer Schnickschnack hätte auch nur von der Handlung abgelenkt. Schließlich soll der Film zum Denken anregen und nicht mit fliegenden Autos die Realität trüben.

Der Hauptdarsteller John Hurt (als Winston) zeigte eine hervorragende Leistung, genau wie Richard Burton als O´Brien. Für ihn war es übrigens die letzte Rolle seines Lebens, denn er starb nach den Dreharbeiten. Der Regisseur Michael Radford hat sich echt viel Mühe mit der Umsetzung der Story gemacht, die düstere Atmosphäre ist ihm sehr gut gelungen. Auch die gute musikalische Untermalung trägt viel zu dieser Atmosphäre bei.

Da der Film auf dem Roman \"1984\" von George Orwell aus dem Jahr 1948 beruht (beim Titel hat er einfach die Jahreszahlen verdreht, um den Roman in die Zukunft zu setzen), ist ein Vergleich Buch/Film notwendig. Ich selbst hatte das Buch vor dem Film gelesen, allerdings liegt das nun schon ein Weilchen zurück. Trotzdem kann ich mich noch sehr gut an das Buch erinnern, denn es war schon ziemlich beeindruckend. Und so war auch der Film, trotzdem hat mir das Buch besser gefallen. Eigentlich geht es mir meistens so, denn selten ist ein Film besser als die Romanvorlage. Bei \"1984\" fand ich das Buch einfach detailreicher und man kann auch den Film besser verstehen, wenn man das Buch vorher gelesen hat. Trotzdem ist der Film sehr sehenswert, da will ich mich gar nicht streiten.

Orwell hat mal behauptet, das die Weltgeschichtsschreibung im Jahr 1936 gestorben ist. Da hat er nämlich in spanischen Bürgerkrieg miterlebt, wie sich die Wirklichkeit und die Berichterstattung in Radio unterschieden hat. Durch die Medien wurde auch eine neue Art der Manipulation erschaffen, was auch die Geschichte verändert. Vieles davon kann man in \"1984\" wiedererkennen, am deutlichsten im Wahrheitsministerium. Orwell hatte \"1984\" zwar in die Zukunft gesetzt, aber eigentlich eine Satire auf die damalige Gegenwart geschrieben. Was würde er wohl über die heutige Gegenwart denken, in der zwar nicht die Realität von \"1984\" herrscht, in der aber die Überwachung ganz andere Formen annehmen kann.

Und was meinen Meinungstitel betrifft: Wenn die Partei sagt, das 2+2=5 ist, dann ist 2+2=5. Zumindest im Film, aber die Weltgeschichte hat auch ihre Entsprechungen.


Fazit
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\"1984\" ist als Roman einfach genial, aber auch als Film gehört er eindeutig zu den sehenswerten Werken. Auch wenn der Film ein beklemmendes Gefühl hinterläßt, so ist er doch ein Film, denn man sich auf jeden Fall mal angeschaut haben soll. Besser noch, man liest das Buch! Einen Punkt ziehe ich dann doch noch ab, weil das Buch einfach besser ist.


2.Januar 2003

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