Katzenbach, John Der Fotograf. Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Aufmachung:  gut
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Wie ergreifend ist die Story?:  ergreifend
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von Nahariel

)) Angst regiert die Welt ((

  • Aufmachung:  gut
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  sehr gering
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Wie ergreifend ist die Story?:  ergreifend
  • Zielgruppe:  Männer
  • Stil:  ausschmückend
  • Seitenzahl:  über 400

Pro:

siehe Bericht

Kontra:

siehe Bericht

Empfehlung:

Ja

Psychothriller und Krimis lese ich ja eher selten. Die Romane von John Katzenbach gehören da aber zur wohlbekannten Ausnahme, denn "Die Anstalt" und "Der Patient" konnten mich vollkommen überzeugen. So stand "Der Fotograf" schnell auf der Wunschliste und genauso schnell im Bücherregel. Bis ich ein Buch dann aber auch wirklich in die Hand nehme, kann dauern – schließlich warten über 200 ungelesene Bücher auf meine Aufmerksamkeit. Jetzt war es endlich soweit: "Der Fotograf" war fällig. Und natürlich verrate ich euch gerne, wie mir dieser Psychothriller gefallen hat.


~~ Die Geschichte eines Mörders… ~~

Douglas Jeffers ist ein erfolgreicher Fotograf und ein noch erfolgreicherer Serienmörder. Sein Konzept als Trittbrettfahrer – er richtet seine Morde nach dem Muster anderer Täter aus – geht auf: Er gerät nicht in Verdacht, seine Taten werden den anderen Mördern zugeschrieben.
Doch ist es für ihn sehr deprimierend, dass niemand sein Genie und Genialität erkennen kann – das Bedürfnis des Erkanntwerdens ist bei ihm genauso groß wie bei den meisten Mördern. Doch wie schafft er das, ohne verfolgt zu werden? Er schmiedet einen ausgeklügelten und weitreichenden Plan.
Dafür braucht er jemanden, der seine Taten und Gedanken aufschreibt und der Welt mitteilt. Fündig wird er in der Studentin Anne Hampton.


~~ … aufgeschrieben von einem Opfer… ~~

Anne ist erst 20 Jahre alt, als Jeffers sie entführt. Mit brutaler körperlicher und psychologischer Gewalt erzwingt er sehr schnell ihren Gehorsam. Ihr bleibt nur ein Wille: Überleben, egal zu welchem Preis. So bleibt sie passiv, als Jeffers vor ihren Augen mordet. Die Angst, selbst dran glauben zu müssen, sitzt so tief, dass sie sich bietende Möglichkeiten zur Flucht nicht nutzt, weil sie davon überzeugt ist, dass gegen Jeffers niemand eine Chance hat. Er gewinnt immer! Sie wird zur willenlose Hülle, die nur seinen Befehlen folgt und die lauten: Schreib auf, was ich dir erzähle! Also schreibt sie.


~~ … verfolgt von einer Polizistin… ~~

Merce Barren wird zum Fundort ihrer toten Nichte Susan Lewis gerufen. Sie kann das Grauen der Tat nicht begreifen und fühlt sich persönlich verpflichtet, den Täter zu fassen. Leider ist sie von den Ermittlungen ausgeschlossen und muss sich mit Informationen von den Kollegen begnügen. Als der vermutliche Täter schließlich gefasst wird, ist sie verzweifelt, dass die Tat an Susan ihm nicht nachgewiesen werden kann. Er war es bestimmt, aber es gibt nicht genug Beweise. Auf der Suche nach genau diesen Beweisen stößt sie auf Hinweise, die auf einen anderen Täter hinweisen. Sie nimmt privat die Ermittlungen auf und findet schnell heraus, dass Douglas Jeffers der Verantwortliche ist. Ihre Verfolgung führt sie zum Bruder des Mörders und gemeinsam – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen – nehmen sie die Jagd nach Jeffers auf.



~~ Ein Viergespann auf Rädern ~~

Ein Buch fällt und steht oft mit seinen Charakteren. Hier finden sich vier Figuren, die eines verbindet: Angst. Die Gründe dafür könnten allerdings nicht unterschiedlicher sein. Douglas Jeffers hat Angst, dass seine Taten nicht genügend gewürdigt werden. Anne Hampton hat Angst, dass sie nicht überlebt. Merce Barren hat Angst, ihrer Nichte gegenüber zu versagen. Und der Bruder Marty Jeffers hat Angst, dass sein geliebter und ihn beschützender Bruder wirklich ein Mörder ist.

Bei jedem dieser vier tragenden Charaktere spielt die jeweilige Vergangenheit natürlich eine große Rolle. Sie hatten alle Verluste erlitten, jemanden verloren, den sie liebten oder im Falle der Brüder hassten. Bei dem einen weckt es Rachegefühle, bei dem nächsten den Überlebenswillen, der dritte versucht zu verdrängen und der vierte lebt seinen Hass und seine Wut gnadenlos aus.
Glaubwürdig sind sie alle, wenn auch teilweise sehr extrem. Anne Hampton z.B., ich überlege immer noch, ob ich wirklich niemals versucht hätte, zu fliehen. Sie hatte genügend Möglichkeiten – sogar mit der Polizei vor sich -, aber sie ist so davon überzeugt, dass Jeffers immer gewinnen würde, dass sie es nicht einmal versucht. Klar, er ist kalt und skrupellos, tötet ohne zu zögern, aber trotzdem glaube ich, dass jeder einen Versuch zu fliehen unternehmen würde. Aber wie gesagt, ich bin mir nicht ganz sicher.


~~ Monologe, Dialoge oder verbal verpackt ~~

John Katzenbach versteht es, den Leser mit auf die Reise zu nehmen. Bereits nach 30 Seiten war ich gefesselt. Für mich besonders interessant und spannend, sind dabei die psychologischen Aspekte, die gekonnt und kontinuierlich die Figuren begleiten. Das Innere der Personen wird auseinandergeklappt und Stück für Stück analysiert. Das machte für mich immer schon den Reiz an Katzenbachs Romanen aus.

Douglas Jeffers erzählt oft in Monologform von seinem Leben – und nicht von nur seinen Taten, sondern auch Anekdoten aus seinem Fotografenleben und Erinnerung an seine Kindheit. Seine verkorkste Weltanschauung gepaart mit einer perfiden Intelligenz, faszinierte und stieß mich gleichzeitig ab.
Auch die Besessenheit der Polizistin kommt gut rüber. Gerade in den Dialogen mit dem Bruder – der Arzt in einer Nervenheilanstalt für Schwerverbrecher ist, wie kommt`s? – wurde mir klar, wie hartnäckig und verbissen sie ist. Das Spiel des Nicht-Nachgebens zwischen den beiden ist einfach großartig!

Katzenbach hat eine klare und gut verständliche Sprache. Der Roman liest sich sehr flüssig, bietet aber dennoch eine Menge Stoff zum Nachdenken und Innehalten. Dabei stehen die Morde nicht im Vordergrund, diese sind schnell erledigt, um die inneren Vorgänge der Protagonisten wieder aufzunehmen. Das gefällt mir sehr gut, wird aber bei vielen anderen den Lesespaß wohl beeinträchtigen.
Mir gefallen auch die vielen Beschreibungen von Orten, denn für mich drückt sich da wunderbar die Athmospäre des Geschehens aus. Und die Beschreibungen sind so gut, dass ich die Bilder deutlich vor Augen habe – das kann immerhin auch nicht jeder Autor.


~~ Das Ende des Berichts ~~

Es ist kein Gemetzel-Buch! Eher eine Geschichte von Beziehungen zwischen Mörder, Opfer, Polizist und Mörder-Angehöriger. Das muss man wollen, um dieses Buch gut zu finden! Ich selbst gebe diesem Roman vier Sterne – einen behalt ich, weil ich die unterlassenen Fluchtversuche der Anne einfach doof finde! Wäre doch echt spannender gewesen, sie hätte es versucht…


~~ Der Vollständigkeit halber hinzugefügt ~~

John Katzenbach
Och, ich bin faul, wer das wissen will, darf hier klicken: http://www.johnkatzenbach.de/johnkatzenbach/der-autor/

Buchdaten
"Der Fotograf"
OT: The Traveler
Verlag: Knauer Taschenbuch
Erschienen: 2007 deutschsprachige Ausgabe
Preis neu: 9,95 €
ISBN: 978-3-426-63698-5


Dieser Bericht erschien auch auf www.ciao.de. 2011 by Nahariel

63 Bewertungen, 12 Kommentare

  • Hedwig_2010

    14.12.2011, 05:41 Uhr von Hedwig_2010, Bewertung: besonders wertvoll

    Liebe Grüße und einen schönen Tag

  • sigrid9979

    11.12.2011, 11:49 Uhr von sigrid9979, Bewertung: sehr hilfreich

    Ich wünsche ein schönes 3 Adventswochenende.

  • mima007

    11.12.2011, 10:04 Uhr von mima007, Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Gruesse, mima007

  • feliciano2009

    11.12.2011, 01:28 Uhr von feliciano2009, Bewertung: sehr hilfreich

    hats als Hoerbuch kostenlos gegeben...

  • Lale

    11.12.2011, 01:05 Uhr von Lale, Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~*

  • Matze081

    10.12.2011, 22:31 Uhr von Matze081, Bewertung: sehr hilfreich

    Schöne Grüße aus Greifswald ;)

  • morla

    10.12.2011, 22:08 Uhr von morla, Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^^^petra

  • sunflower76

    10.12.2011, 19:46 Uhr von sunflower76, Bewertung: sehr hilfreich

    Ich wünsche dir ein tolles drittes Adventwochenende, lg, Dani

  • ronald65

    10.12.2011, 19:37 Uhr von ronald65, Bewertung: sehr hilfreich

    lg

  • Dennus

    10.12.2011, 19:17 Uhr von Dennus, Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße von mir :)!

  • goat

    10.12.2011, 18:59 Uhr von goat, Bewertung: besonders wertvoll

    Wie immer ein toller Bericht. Danke für Dein Vertrauen bei Ciao. Da ich dort nur zwischendurch mal reinschaue, erfolgen meine Bewertungen immer "geballt" :-)

  • katjafranke

    10.12.2011, 18:41 Uhr von katjafranke, Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße. KATJA