Palast des Ostens (Taschenbuch) / Murathan Mungan Testbericht

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Erfahrungsbericht von margy

palast des ostens

Pro:

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Kontra:

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Empfehlung:

Ja

Zum Buch:

Diese gebundene Ausgabe von 384 Seiten erschien im Unionsverlag in der 1. Auflage am 24. Juli 2006. Unter der ISBN 3293100058 und 978-3293100053 ist es zum Preis von 9,90 € zu kaufen. Übersetzer aus dem türkischen: Birgit Linde und Alex Bishof.

Buchumschlag:

Das Cover zeigt verzerrt ein kleines Bild links oben mit einem Haus in anthrazit. Die Mitte durchquert ein gelber Balken und unten ist in einem dunkelrot eine Art Wollknäuel oder eine Spirale sichtbar.

Autor:

Murathan Mungan 1955 in Istanbul geboren, wuchs in Mardin im Osten der Türkei auf. Heute lebt als Schriftsteller in Istanbul, wo er wie ein Popstar verehrt wird. Sein umfangreiches Werk umfasst Theaterstücke, Essays, Gedichte, Erzählungen und Romane. In seinen Büchern verbindet er die Mythologie des Orients mit der Gegenwart, die Tradition mit der Moderne. Mungan bekennt sich offen zum Schwulsein.

Inhalt:

Der Inhalt des Buches ist unterteilt in 5 Erzählungen. Es geht um unterschiedliche Menschen, die sich kennenlernen, eben Gegensätze.

Meinung und Schreibstil:

ÖkkeÅŸ und Cengâver
Dumrul und Azrail
Binali und Temir
Muradhan und Selvihan
Der Großwesir und sein Bote

so heißen die 5 Erzählungen in der Überschrift des Schriftstellers.
Einmal handelt es sich um einen Hirten, der auf einen Räuber trifft, einen Machthabenden und seinen Diener, zwei Nomaden, es geht um einen Helden, der einem Todesengel begegnet, zwei erbitterte Feinde und um zwei Verliebte ähnlich wie Romeo und Julia.

Beeindruckend fand ich die Geschichte vom Hirten, dem zahmen, ruhigen Menschen und dem wilden Räuber. Der Hirte das Opfer, der Räuber der Täter, der den Hirten quält und erniedrigt.

In diesem Buch nimmt sich der Autor verschiedener Themen an, die jeden unserer Gesellschaft in irgendeiner Weise betreffen. Spannend und realistisch erzählt er von den verschiedenen Begegnungen und wie sie verlaufen.

Der Schriftsteller stellt sich hier den Themen der Mutproben unter den Menschen und deren Entwürdigung. Er widmet sich den Außenseitern der Gesellschaft. Hier ein Beispiel:

Der Hirte in den Bergen heißt Temir. Als KInd erfuhr er von seinen Eltern keine Liebe, ist in sich gekehrt, sehr nachdenklich, trotzdem wild, nicht zu zügeln und zu bändigen. Das ließ ihn zu einem unselbständigen Menschen werden, der zu keiner Entscheidung fähig zu sein scheint. An keiner Stelle fand er eine Heimat, Sicherheit, Halt, Liebe. Er fühlte sich nicht geborgen oder beschützt in irgendeiner Weise. Niemand hielt zu ihm, stärkte ihn durch eine Zärtlichkeit, eine Umarmung, ein Streicheln, einen Kuss.
Temir wird verletzt und der Räuber findet ihn, nimmt ihn mit sich in seine Höhle. Binali, der Räuber, ist ein sehr aggressiver Mensch. Mit Gewalt holte er sich immer all das, was er haben wollte und bekam es auch. So kam er immer an sein Ziel.

Der türkische Autor zeigt an Hand seiner Erzählungen, die eindrucksvoll, sehr dicht geschrieben sind, wie sich die Menschen fühlen und wie sie zu ihrer Beklemmung und Angst gefunden haben. Viele Fragen habe ich mir zwischendurch gestellt?

Warum musste es so weit kommen?
Wieso gibt es Eltern, die nicht den Schrei der Seele der eigenen Kinder vernehmen und ihnen in schwierigen Situationen zur Seite stehen?

Ich konnte nachvollziehen, wie sich der Hirte und Räuber gefühlt haben, sich so verlassen zu fühlen, gepeinigt und gedemütigt. Mit Füßen getreten, von den Eltern abgeschoben, von Freunden, Nachbarn, Lehrern verachtet.
Das Gegenteil hätten sie gebraucht. Eine Hand, die sich ihnen entgegenstreckt, ein Lächeln, ein Entgegenkommen, in welcher Form auch immer.

Wenn es nicht die Eltern sind, die das erledigen, dann wir als Außenstehende. Es kann und darf nicht sein, dass Menschen ausgestoßen sind und bleiben, weil sie anders sind.

Warum wohl sind sie so?
Haben sie sich selbst dazu gemacht?

Die Personen, die gemieden werden, leiden selbst sehr unter dieser Situation und brauchen Hilfe, um aus dieser Enge und Starre herauszukommen.

Die Kraft der Worte lässt all das erahnen, fühlen und spüren. Die Gedanken kommen automatisch in unser Gehirn während des Lesens.

Ich persönlich finde es gut, dass es Schriftsteller gibt, die sich den Themn widmen und der Gesellschaft zeigen, wie es solchen Leuten geht und was wir alle daran ändern können.

Ich bewunderte die Sprachgewalt des Autors. Seine Worte, wie er sie einsetzt, haben eine sehr kraftvolle Wirkung, die in ihrer Aussage in den Worten und zwischen den Zeilen einen Rahmen bilden. Die Figuren selbst sind sehr ausgiebig, sehr feinfühlig und zart beschrieben.

Bilder steigen auf, das Lesen macht Spaß.

24 Bewertungen, 5 Kommentare

  • sigrid9979

    26.07.2010, 12:23 Uhr von sigrid9979, Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht ...Lg Sigi

  • Lakisha_1

    26.07.2010, 12:15 Uhr von Lakisha_1, Bewertung: sehr hilfreich

    sh... liebe Grüße

  • XXLALF

    26.07.2010, 10:05 Uhr von XXLALF, Bewertung: sehr hilfreich

    und einen wunderschönen wochenstart

  • xSunnyx

    26.07.2010, 00:06 Uhr von xSunnyx, Bewertung: sehr hilfreich

    VIELE LIEBE GRÜßE

  • campino

    25.07.2010, 22:41 Uhr von campino, Bewertung: sehr hilfreich

    lg - a n d r e a