Die Hebamme von Wien (Taschenbuch) Testbericht

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Erfahrungsbericht von margy

die hebamme von wien

Pro:

siehe bericht

Kontra:

siehe bericht

Empfehlung:

Ja

Zum Buch:

Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (4. Dezember 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548280048
978-3548280042
8,95

Buchumschlag:

Vor der Kulisse einer mittelalterlichen Stadt sehe ich rechts auf dem Buchdeckel eine junge Frau mit dunklen, hochgebundenen Haaren und einem roten Kleid.

Autorin:

Beate Maly, geboren in Wien, ist Autorin zahlreicher Kinderbücher, Sachbücher und historischer Romane. Sie ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Wien.

Klappentext:

Wien 1683. Die junge Hebamme Anna und ihre Tante Theresa helfen den Frauen der Stadt bei schwierigen Geburten. Dem Prediger Abraham a Santa Clara ist ihre Arbeit verdächtig: Kann es mit rechten Dingen zugehen, dass sie so oft Mutter und Kind retten können? Ist da Hexenwerk im Spiel? Doch ehe er die Hebammen auf den Scheiterhaufen bringen kann, überfallen die Türken die Stadt. Und es gibt einen Mann, der Anna liebt und die beiden Frauen unbedingt retten will.

Leseprobe:

1

Jänner 1683

Die Fensterläden klapperten, und die neuen, sündhaft teuren Glasscheiben vibrierten bedrohlich in ihren massiven Bleirahmen. Warum setzten Stürme oft so unerwartet ein? Noch vor wenigen Stunden war der Himmel wolkenlos und sternenklar gewesen, nichts hatte auf das kommende Unwetter hingedeutet. Hoffentlich hielten die Scheiben dem Schneesturm stand. Anna hatte vergangenen Sommer darauf bestanden, die grünen Butzengläser, von denen man wusste, dass sie robust genug waren, um Schnee, Eis und Wind zu trotzen, gegen diese hellen, zerbrechlich wirkenden Fensterscheiben einzutauschen. Jetzt lag sie wach in ihrem Bett und warf ängstliche Blicke in die Dunkelheit, als könnte sie auf diese Weise das kostbare Material vor dem Zerbrechen bewahren. Eine neue Sturmböe warf sich mit aller Gewalt gegen das Fenster. Anna begann zu zittern. Das hatte sie wieder einmal von ihrem Starrsinn. Warum hatte sie sich auch unbedingt gegen den Willen ihrer Tante durchsetzen müssen?
Ein dunkler Körper plumpste auf ihre Decke und schlich sich schnurrend in Richtung Kopfkissen. »Du mochtest die Butzengläser, nicht wahr?« Die schwarze Katze streckte sich behaglich aus, scheinbar völlig unbeeindruckt von dem Unwetter. »Du denkst, es geschieht mir ganz recht, wenn ich 5jetzt nicht schlafen kann?« Die Katze stieß mit ihrem rabenschwarzen Kopf gegen Annas Hand, die ganz automatisch mit dem Streicheln begann. »Du hast ja recht, das grüne Waldglas war praktisch, aber es machte das Zimmer so dunkel. Und du weißt, wie sehr ich die Dunkelheit hasse.« Die Katze schnurrte zustimmend.

Schreibstil:

bewegend, lebendig, Unheil verkündend, interessant, spannend, detailliert, schöne Beschreibungen

Schauplätze in diesem Roman sind:

Kleeblattgasse in Wien
der Schottenstift
der Judenplatz
das Pflaster auf der Freyung
Kurrentgasse beim Judenplatz
Historisches Haus auf der Stadtmauer
die Singerstraße
der Stephansdom
Ein Innenhof in der Singerstraße
Ein Torbogen in der Singerstraße
Hausfassade in der Singerstraße
Fiaker in Wien

Meinung:

Sehr lebendig wirken die Beschreibungen am Anfang des Romans. Bilder kommen auf und die Geschichte ist interessant und bewegend, berührend und Unheil verkündend geschrieben. Die ersten Sätze bereits wecken die Neugierde in mir als Leser.
Eine junge Frau liegt im Bett. Sie ist wach und kann nicht schlafen, weil draußen ein Sturm tobt. Es kommt eine schwarze Katze ins Spiel, was wieder den alten Aberglauben weckt und auf Unheil hindeutet.
Während die Frau noch die Katze im Arm hielt und sie streichelte, klopfte es gegen die Türe. Die Tante eilte herbei und auch die Frau aus dem Bett stand auf. Als die Tür des Hauses geöffnet wurde, war es eisig klat und der Sturm fegte noch lauter. Die Stimmung wirkt düster und unheimlich.
Ein kleiner Junge stand da draußen an der Tür in der Kälte. Als dann eine Kerze entzündet wurde statt an einem Schalter das Licht anzumachen, war ich augenblicklich im Mittelalter.
Es ist die Zeit des Winters in Wien, die Hauptstadt Österreichs, die wir hier in der Zeit des Mittelalters kennenlernen dürfen mit allen Schauplätzen. Es ist die Zeit des 17. Jahrhunderts, die hier lebendig und spannend beschrieben ist.
Der Junge trat ein ins Haus. Er stammt wohl aus ärmlichen Verhältnissen, denn die Beschreibung der Kleidung weist daraufhin. Der Mantel, den der Junge trägt, ist viel zu kurz und bedeckt nur notdürftig seinen Körper.
Blaugefroren ist sein Körper an den freien Stellen, als er die Bitte an die beiden Frauen trug, der Hafnerin bei der Geburt ihres Kindes zu helfen. Theresa, die Tante, die in das Haus eingetreten war, wusste, die Hafnerin hatte eine andere Hebamme und das sagte sie auch dem Jungen. Die andere Hebamme, so meinte die Frau, würde der Hafnerin schon helfen und weigerte sich, mit dem Jungen zu gehen.
Die Angst des Jungen wird spürbar, wird nachvollziehbar, denn wenn er die Hebamme nicht mitbringen würde, müsste er in der Nacht vor dem Haus seines Lehrmeisters schlafen und ihm war doch sowieso viel zu kalt. Die Tante stößt dazu und macht einen Schritt auf den erbarmungsvollen Jungen zu.
Dann, bei einem Zwiegespräch zwischen den beiden Frauen, sagt Theresa folgendes, bei dem der Aberglaube jener Zeit zum Tragen kommt:

»Zu viele Köche verderben den Brei, und zu viele Hebammen bringen einander auf den Scheiterhaufen«, zischte Theresa.

Theresa ist sehr abweisend zu dem Jungen und Anna lenkt immer wieder ein. Sie bringt ihreTante dazu, mit zur Hafnerin zu gehen und sie vor dem nahenden Tod zu retten.
Es geht hier um die Zeit der Hexenverbrennungen und darum, wie schnell es gehen kann, das die Hebammen vor dem Hexenausschuss stehen können.
Ich finde das Buch einfach und flüssig zu lesen, in einfache Worte verpackt, angenehm, wohltuend, nach guten Recherchen Dinge vermittelnd, die den Beruf der Hebamme im 17. Jahrhundert vermitteln, die Lebensweisen der Menschen in der damaligen Zeit, was die Geschichte interessant und spannend wirken lässt.

26 Bewertungen, 5 Kommentare

  • campino

    24.08.2012, 18:13 Uhr von campino, Bewertung: sehr hilfreich

    lg AndreA

  • sigrid9979

    24.08.2012, 13:25 Uhr von sigrid9979, Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche einen schönen Tag

  • Summertime_1981

    24.08.2012, 12:01 Uhr von Summertime_1981, Bewertung: sehr hilfreich

    Prima vorgestellt. Über eine Gegenlesung würde ich mich sehr freuen!

  • katjafranke

    24.08.2012, 11:42 Uhr von katjafranke, Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße von KATJA

  • atrachte

    24.08.2012, 10:31 Uhr von atrachte, Bewertung: sehr hilfreich

    sh. lg