Die Muschelsammlerin (Taschenbuch) / Katryn Berlinger Testbericht

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Erfahrungsbericht von margy

die muschelsammlerin

Pro:

siehe bericht

Kontra:

siehe bericht

Empfehlung:

Nein

Zum Buch:

Das 432seitige Taschenbuch erschien im Knaur Taschenbuchverlag am 10. Juni 2010. Unter der ISBN 978-3426505861 kostet es 8,95 €.

Buchumschlag:

Eine rothaarige junge Frau mit hochgebundenen Haaren und einem türkisfarbenen Flatterkleid watet durch das Wasser eines Meeres.

Autorin:

Katryn Berlinger hat Literatur- und Musikwissenschaft studiert und in einem Schallplattenunternehmen in Hamburg gearbeitet. Einige Jahre später tauschte sie dann den Beruf gegen ihre Familie ein. Heute lebt und arbeitet sie als Schriftstellerin in Norddeutschland.

Klappentext:

Sommer 1885: Lilly, Süßspeisenköchin in Heiligendamm, Deutschlands erstem Seebad, sitzt verzweifelt am Strand. Neben ihr liegt ein Kochbuch mit dem Titel Cuisine d’amour. Ihm verdankt sie ihre gute Stellung in einem Luxushotel. Doch sie hat einen folgenschweren Fehler gemacht, der nicht nur ihre Arbeit, sondern auch ihre Liebe in Gefahr bringen kann …

Inhaltsverzeichnis:

Motto
Kapite 1 - Kapitel 13
Nachwort

Aus dem Innenteil des Buches:

"Ein ganz klein wenig Süßes kann viel Bitteres verschwinden machen." (Francesca Petrarca)

kleines rechteckiges Bild, Skizzenzeichnung "Totalansicht vom Heiligen Damm"

"Süßes Verlangen - flüchtig wie die Schaumblase des Meeres
salzig seine Perlen der Begierde, Perlen der Lust." (frei über Aphrodite)

Leseprobe 1. Kapitel:

Seit Stunden trieben schwere Regenwolken über das Meer. Vob Nordosten wühlte ein kalter Wind die See vor der Küste Heiligendamms auf, jagte schäumende Wellen an den Strand. In ihnen rieben sich Kiesel aneinander, und die Wellen schoben sie raschelnd im immer gleichen Rhythmus auf und ab. Zwischen ihnen schimmerten Mies- und Platmuscheln, Tang und Krebse. Seemöwen jagten über sie hinweg. Das Tosen des Meeres übertönte ihr Geschrei. Kein vertrauter Laut war hier in der sichtgeschützten Bucht unterhalb des Steilufers zu hören, weder das Flattern der Fahnen an der Seebrücke und auf den Dächern der großherzoglichen Sommerresidenzen noch das Stampfen der Turbinen der Ausflugsdampfer, weder Walzerklänge noch Marschmusik.
Alles lag fernab, nur dieser Wall aus legendenumwobenen Steinen, die das Meer einmal vor langer Zeit aufgeschichtet hatte, verband Lilly Alena Babant noch mit ihrem früheren Leben.
Sie fror, war erschöpft, ja geradezu benommenvom unaufhörlichen Schlag der Wellen. Ihre blonden Locken flatterten um ihr bleiches Gesicht. Haut und Kleider, so kam es ihr vor, waren längst vom salzigen Seewind mürbe geworden. Hätte es Bernsteine geregnet, sie hätte es kaum mehr bemerkt.
Am frühen Nachmittag war sie hierher geflüchtet, verzweifelt über das, was ihr geschehen war. Der Verlust ihrer Arbeit war ihr zunächst unverständlich und ganz und gar ungerecht erschienen. In ihrem Aufruhr hatte sie Muscheln um sich geschichtet und eine nach der anderen mit einem keilförmigen Kiesel zertrümmert. Irgendwann war ihr bewusst geworden, dass sie den größten Fehler ihres Lebens gemacht hatte. Sie hatte ihr Glück verspielt, ihr Leben zerstört.

Schreibstil:

temporeich, sehr flüssig zu lesen, detailliert, unglaubhafte Personenbeschreibungen, unrealistisch und unglaubwürdig, sher aus der Luft gegriffen

Meinung:

Alles um die Hauptperson Lilly herum scheint ins Wanken zu geraten und nur ihr widerfährt Schlechtes. Dass sie selbst daran die Schuld tragen könnte, merkt sie erst sehr spät.
Sie ist eine Köchin für Süßspeisen und arbeitet in der Strandperle. Da erlaubt sie sich einen Streich und sie verliert ihre Stelle. Zudem ist ihre Mutter sehr krank, muss sie versorgen und sich um sie kümmern, die junge und hübsche, talentierte Frau lebt bei ihrem Onkel, der gewalttätig ist. Ihr Cousin ist hinterlistig und die Mutter ihres adligen Freundes fällt ihr ständig in den Rücken und agiert gegen sie. Es ist das Jahr 1885 und Lilly will ihr Leben in die eigene Hand nehmen und es zum Guten hin verändern.
Merkwürdig bei dieser Geschichte finde ich schon, dass es hier im 19. Jahrhundert darum geht, dass sich wohl alles und jeder gegen die Frau verschworen haben soll. Es könnte so gewesen sein, jedoch ist das unrealistisch und unglaubwürdig. Selbst wenn sie in diesen Missständen aufgewachsen ist und dagegen kämpft, käme sie nie aus eigener Kraft da heraus. Wie soll das funktionieren?
Der Schauplatz und die Kulisse dieses Romans ist Doberan, éin Ostseebad. Die Köchin verliebt sich in einen Adligen und so geht es in der Geschichte und der Handlung um die Liebe zwischen zwei unstandesgemäßen Personen. Vordergründig wirkt es erst mal so, als wenn den beiden niemand etwas anhaben könnte. Sie können den Widerständen der Mutter widerstehen und auch alles andere scheint ihnen nichts auszumachen. Ist das wirklich so der Fall?
Zu toll ist mir diese Lilly vor- und dargestellt, als dass sie wirklich so gewesen sein könnte, wie die Autorin sie in dem Roman beschreibt. Sie hat weder Höhen noch Tiefen, bleibt farblos in der Darstellung und Beschreibung ihrer Person. Von der Schriftstellerin selbst wird sie nur an der Oberfläche gestreift, wirkt sehr oft naiv und ärgerlich. Lilly ist hier die Gute, fst so wie eine Fee, erinnerte mich an das Märchen Aschenputtel und ihre Gegenspielerinnen sind zum einen ihre beste Freundin Helena und ihre Schwiegermutter Isa. Als abgrundtief böse und verhasst werden sie dargestellt. Gut und böse agieren gegeneinander, keine der beiden Seiten hat etwas anderes. Das Gute verbindet die Schriftstellerin nicht mit dem Bösen und das Böse nicht mit dem Guten. Die Welt ist verdreht, fast verzerrt.
Clemens, der adlige Freund von Lilly, ist der Sohn seiner Mutter, macht alles, was sie sagt, hat keine eigene Persönlichkeit, wirkt wie eine Marionette, die an den Fäden gezogen wird. Er aber ist der Traummann Lillys.
Aber da gibt es noch einen Mann in Lillys Leben. Er zeigt sehr eindringlich seine Liebe, wirkt so, als würde er sich anbiedern in seinen Liebesbezeugungen. Auf den ersten Blick und Hingucker wirkt dieser Joachim wie der Traum eines Mannes, von dem viele Mädchen träumen. Doch das ist er nicht. Man stelle sich nur vor, wie klammernd das sein mag für eine Frau, die sich von einem solchen Mann bedrängt und belästigt wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das gut ausgehen könnte.
Außerdem ist zu bedenken, dass Lilly in ähnlichen Verhältnissen aufwuchs, in der es Schläge und Gewalt gab und gibt, sie gefordert wird und sie blind gehorcht. Sie kann ihr Leben gar nicht ändern und gerät deshalb immer wieder an die falschen Personen.
Vielseitiger und tiefgreifender ist die Zeit des 19. Jahrhunderts beschrieben, in denen der Roman spielt und die Menschen angesiedelt sind. Die Gesellschaft und das soziale Umfeld der Zeit sind sehr genau beschrieben und ich konnte mir ein gutes Bild darüber machen, wie die Menschen in der Zeit lebten, dachten und fühlten.
Die Arbeitslage wurde schlechter, denn viele Werften schlossen, Menschen verloren durch die wirtschaftliche Lage ihre Arbeit. Die neue Eisenbahn kommt auf den Fahrplan und dadurch, dass Menschen mit dem Zug reisen konnten, waren die Kutscher und ihre Pferdegespanne nicht mehr so gefragt. Die einen protestieren gegen die Wandlung, die sich vollzieht und die jungen Menschen ahnen, beginnen zu ahnen, dass diese Fortschritte auch Vorteile haben könnten. Der Adel ist ein Stand, der immer mehr an Bedeutung verliert und dem Untergang geweiht ist. Zwischen den Zeilen spürte ich heraus, dass neben der schlechten Liebesgeschichte sehr viel Wahrheit steckte und die Menschen sich an die neuen Zustände gewöhnen mussten. Auch damals blieb nichts beim Alten.
Der Anfang des Romans ist sehr schön geschrieben, hat eine gute Beschreibung Lillys, doch das alles hat keinen Tiefgang und bleibt eher flach. Hier und da tauchen Passagen der Entwicklung in der Bevölkerung auf, die sehr interessant sind, doch die Sprache ist nicht ausgereift. Alles bleibt eher sehr flach und unbedeutend.

30 Bewertungen, 3 Kommentare

  • giselamaria

    22.08.2012, 12:48 Uhr von giselamaria, Bewertung: besonders wertvoll

    tja - schon interessant, weil 19. Jahrhundert - zumindest mal für mich - von meiner Oma noch erlebt wurde, 1887 geboren, und sie hat sehr häufig aus ihrer Kindheit erzählt. Und auch über ihre Eltern usw. - In Romanen ist das häufig zu finden, dass unrealistisch beschrieben wird, zumindest teilweise - LG gisela

  • katjafranke

    17.08.2012, 22:29 Uhr von katjafranke, Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße von der Katja

  • Noire

    17.08.2012, 15:38 Uhr von Noire, Bewertung: sehr hilfreich

    Auf ins Wochenende ! (: