Der rote Baron (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht
Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von Prisca

König der Lüfte

  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Altersgruppe:  ab 12 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

Pro:

gute Darsteller - gute Kampfszenen

Kontra:

erreicht den Zuschauer nicht wirklich - historisch nicht ganz korrekt

Empfehlung:

Ja

Heute möchte ich endlich mal wieder einen Bericht schreiben. Eine etwas ältere DVD, die ich neulich im 'Ramsch-Shop' um der Ecke für 2,99 Euro gekauft habe. Ob es sich gelohnt hat oder ob ich selbst diese Ausgabe bereue, werdet ihr gleich erfahren.

*** DER ROTE BARON ***

Interessiert hat mich die DVD schon länger, denn ich muss zugeben, ich mag solche Filme. Was mich davon abgehalten hat, war die Tatsache, dass es eine deutsch Produktion ist (und die mich schon mehr als einmal enttäuscht haben) und Till Schweiger. Ich mag seine Art einfach nicht und die meisten seiner Filme finde ich einfach hohl. Kann natürlich jeder sehen wie er will.

Aber egal, für noch nicht einmal drei Euro schien es mir das Risiko wert zu sein. Gestern habe ich mir die DVD angesehen und werde euch heute davon berichten. Wie immer fange ich mit einer kurzen

*** INHALTSANGABE ***

an.

Der Film erzählt die Geschichte des Manfred von Richthofen, einem der bekanntesten deutschen Kampfpiloten im ersten Weltkrieg.

Schon als Kind träumt Manfred vom Fliegen, als junger Mann erfüllt er sich diesen Traum und geht als Pilot zur Armee. Als der erste Weltkrieg naht, ist das auch seine Chance, sich zu beweisen. Zunächst voller jugendlichem Überschwang stürzt er sich mit seinen ins Geschehen. Das es sich hier um bitteren Ernst handelt, begreift er erst im Laufe der Zeit. Vor allem seine Gefühle für die junge Krankenschwester Käthe bringen ihn dazu, über sein tun nachzudenken ...

*** MEINE MEINUNG ***

Ich entschuldige mich dafür, dass meine Inhaltsangabe dieses mal extrem kurz ausgefallen ist, aber ich denke, sie fasst zusammen, worum es in diesem Film geht. Um einen jungen Mann, seine Träume, seine Ziele, sein 'Erwachen'. Nicht mehr und nicht weniger.

Das es sich hier, wie die meisten wohl wissen werden, um eine historisch belegte Geschichte handelt, werden die meisten wissen. Es hat mich dazu gebracht, noch neugieriger auf den Film zu sein. Es hat aber auch dazu gefühlt, dass ich mich am Schluss doch etwas unbefriedigt gefühlt habe. Aus verschiedenen Gründen.

Aber zunächst einmal das Positive. Der Film weiß an einigen Stellen durchaus zu beeindrucken. Ich denke da vor allem an die Luftkampfszenen, die meiner Meinung nach sehr gut gefilmt wurden. Man fühlt sich, als wenn man mittendrin ist. Man sieht diese jungen Leute, die in ihren wackligen Maschinen, ohne jeden Schutz aufeinander los fliegen, den Gegner direkt ins Auge sehen, bevor sie abdrücken und ihn 'vom Himmel holen'. Erschreckend und faszinierend zugleich. Es zeigt die Sinnlosigkeit des Krieges, aber auch die Unbeschwertheit der jungen Piloten, die im Krieg zunächst nicht viel mehr als ein Spiel zu sehen scheinen.

Einer der Sätze im Film, gesprochen von Manfred von Richthofen, lautet: "Wir sind Sportler, keine Schlächter. Wir schießen auf Maschinen, nicht auf Menschen." Ich denke, das charakterisiert, was der Film aussagen will. Diese jungen Leute wissen gar nicht, was sie da tun, sie fühlen sich wie in einem Wettkampf. Ihre Gegner sind nicht ihre Feinde, sondern es erinnert mehr an ein 'freundschaftliches Kräftemessen' zwischen zwei Jungen, die feststellen wollen, wer von ihnen der Bessere ist ... und die sich hinterher die Handreichen und wieder gemeinsam spielen. Nur, dass es hier keine Versöhnung geben kann, denn hinterher ist (meist) einer von ihnen tot. Was bei dem Überlebenden nicht nur Freude über Sieg hinterlässt, sondern auch Trauer über den Verlust eines Menschen, den man gekannt, geachtet, sogar gemocht hat - auch wenn er als Angehöriger einer feindlichen Nation auf der falschen Seite gestanden hat.

Ich würde also nicht sagen, dass diesen Film so gar keine Aussage hat. Schade nur, dass er mich trotzdem nicht wirklich erreichen kann. Denn trotz seiner Länge von über zwei Stunden, trotz emotionaler Szenen, trotz eines Gewissenskampfes, der von Richthofen besonders im letzten Drittel des Films beherrscht ... er bleibt irgendwie blass und oberflächlich. So viele interessante Charaktere (neben von Richthofen z.B. Werner Voss (ein anderer bekannter deutscher Flieger, der eng mit von Richthofen befreundet war), Arthur Roy Brown (kanadischer Kampfpilot) oder auch die Krankenschwester Käthe) - aber alle erreichen irgendwie keine echte Tiefe. Als Zuschauer kann ich mich mit niemandem wirklich identifizieren, nicht einmal mit von Richthofen selbst. So plätschert der Film irgendwie dahin und man fühlt sich weder sonderlich berührt noch gefesselt. Verschenktes Potential, ich denke, man hätte hier mehr raus holen können.

Ein anderes Problem ist, dass der Film zwar die Geschichte von Manfred von Richthofen erzählen will - und es in Ansätzen auch durchaus tut. Allerdings wird jeder, der sich mit seiner Person schon etwas näher beschäftigt hat zugeben müssen, dass der dargestellte Charakter nicht viel mit dem wahren von Richthofen zu tun hat. Von Richthofen kannte keine Gefühle wie Mitleid mit den von ihn abgeschossenen Piloten oder Gewissensbisse wegen dem Krieg. Er galt als 'eiskalter, berechnender Kampfpilot' und war ganz sicher nicht als 'Pazifist' zu bezeichnen. Somit ist dieser Film bestenfalls an seiner Geschichte angelehnt, zeigt aber nicht das wahre Gesicht des von Richthofen.

Was mit wiederum gefallen hat an dem Film ist sein Ende. Kritiker streiten sich, warum auf die Chance einen letzten großen Luftkrieg zu zeigen verzichtet wurde - einige sagen, um der Spannung willen wurde darauf verzichtet, andere reden von Kostengründen. Ich möchte jetzt nicht spoilern, obwohl ich denke, die Geschichte des (realen) Manfred von Richthofen dürfte den meisten ohnehin bekannt sein. Mir persönlich hat das Ende so wie es ist, sehr gut gefallen hat.

*** SCHAUSPIELER ***

Der Film kann durchaus mit einigen bekannten Schauspielern aufwarten.

Matthias Schweighöfer spielt den Baron Manfred von Richthofen. Und ich finde, er macht seine Sache durchaus gut. Das man mit der Hauptperson des Films nicht so richtig warm werden kann, liegt sicherlich nicht an ihm.

Sein Freund Werner Voss wird gespielt von Till Schweiger. Ich sagte es ja schon, dass ich nicht unbedingt ein Fan von ihm bin, aber in diesem Film fand ich ihn doch überraschend gut. Schade nur, das die Rolle des Peter Voss doch eher eine kleine ist. Von ihm hätte ich mir mehr gewünscht.

Ein dritter Name, der nicht unerwähnt bleiben sollte ist Joseph Fiennes, der Captain Arthur Roy Brown spielt, ein kanadischer Kampfpilot mit dem von Richthofen sich mehr als nur ein Gefecht liefert. Allerdings ist auch seine Rolle sehr klein.

Das gleiche gilt (leider) auch für alle anderen Personen. Es gibt interessante Charaktere, die aber viel zu oberflächlich bleiben, als dass man sie als Zuschauer länger in Erinnerung behalten würde. Und das werfe ich keinesfalls den Darstellern vor, sonder eher dem Drehbuch des Films.

*** NOCH EIN PAAR FAKTEN ***

Der rote Baron
gedreht 2007 in Deutschland - interessanterweise in englischer Sprache!
Regie und Drehbuch: Nikolai Müllerschön

DVD Veröffentlichung: August 2008
Lauflänge: 124 Minuten

Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
keine Untertitel
Bild: 16:9 - 1.77:1
Ton und Bild sind okay - was ich aber unmöglich finde, ist die fehlende englische Tonspur - wenn man berücksichtigt, das dieser Film ursprünglich in englisch gedreht wurde!

FSK: 12 Jahre

Extras:
Audiokommentare von Regisseur Nikolai Müllerschön und Szenenbildnerin Yvonne von Wallenberg
Musikvideo "Open Skies"
nicht verwendete / verpatzte Szenen
Making off über die Entstehungsgeschichte des Films
Trailer
Wer mag findet hier vielleicht noch die eine oder andere interessante Information über den Film - ich persönlich habe mit nur das Musikvideo angesehen und fand es durchaus sehenswert

*** MEIN FAZIT ***

Ein Film über das Leben eines durchaus interessanten Mannes, der leider zu oberflächlich bleibt und die Persönlichkeit von von Richthofen ein wenig zu sehr glorifiziert. Vielleicht ist es albern, bei einem Film von über zwei Stunden Lauflänge von einem zu kurzem Film zu sprechen, aber ich glaube wirklich, man hätte sich hier besser für eine 'Mini-TV-Serie' entschieden, in der man die Möglichkeit gehabt hätte, Personen und Ereignisse tiefer zu beleuchten und damit dem Zuschauer näher zu bringen. So ist der Film zwar in den Kinos gelaufen, dürfte aber mehr als nur einen Zuschauer etwas unbefriedigt zurückgelassen haben.

@ Prisca - August 2012

40 Bewertungen, 9 Kommentare

  • MyDream

    28.08.2012, 20:51 Uhr von MyDream, Bewertung: sehr hilfreich

    Freue mich immer über Gegenlesungen!

  • hundeliebe02

    13.08.2012, 15:12 Uhr von hundeliebe02, Bewertung: besonders wertvoll

    BW...Liebe Grüße Edith und Claus

  • Miraculix1967

    12.08.2012, 01:04 Uhr von Miraculix1967, Bewertung: sehr hilfreich

    Schönes Wochenende, SH und LG Miraculix1967

  • Iris1979

    10.08.2012, 15:53 Uhr von Iris1979, Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht. LG Iris

  • Tweety30

    10.08.2012, 15:10 Uhr von Tweety30, Bewertung: besonders wertvoll

    BW und liebe Grüße!

  • XXLALF

    10.08.2012, 12:11 Uhr von XXLALF, Bewertung: sehr hilfreich

    ...und ein wunderschönes wochenende

  • Lucky130

    10.08.2012, 11:36 Uhr von Lucky130, Bewertung: sehr hilfreich

    Warum muss Deutschland die Hollywood-Klassiker immer nachdrehen???

  • sirikit06

    09.08.2012, 23:13 Uhr von sirikit06, Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche Dir einen schönen Abend! LG

  • Lakisha_1

    09.08.2012, 23:07 Uhr von Lakisha_1, Bewertung: sehr hilfreich

    würde mich über Gegenlesung von dir freuen. lg