Haema Blutspendezentren Testbericht
Erfahrungsbericht von Testatron
Ich habe Blut geleckt...
Pro:
man hilft bedürftigen, aktuelle Blutwerte u . Gesundheitszustand vor Augen, Aufwandsentschädigung
Kontra:
es gibt angenehmeres, Risiken u . Nebenwirkungen können trotz Routine nicht ausgeschlossen werden .
Empfehlung:
Ja
da ich seit knapp einem Jahr regelmäßig Blut bzw. Plasma bei der Haema spende, möchte ich euch über meine Erfahrungen berichten, die ich gesammelt habe!
Der Bericht soll also lediglich einen Einblick vermitteln, wie eine Spende abläuft um evtl. den einen oder anderen dazu zu ermutigen Blut/Plasma zu Spenden!
Auf den Aufbau/Ablauf der Maschinen gehe ich allerdings nicht so tiefgreifend ein!
Für detaillierte Informationen verweise ich auf die Internetseite des DL: http://www.haema.de
Kurzinfo über die Haema:
Die Haema ist der größte unabhängige Blutspendedienst in Deutschland und betreibt derzeit 32 Blutspendezentren in ganz Deutschland. Neben den Blutspendezentren unterhält die Haema Hochleistungslabore, in denen die gespendeten Blute überprüft werden. Außerdem werden Dienstleistungen in der Transfusionsmedizin erbracht, wie die Herstellung von Arzneimittel aus Blut und Plasma. Diese hochwertigen Blutkonserven und Spezialpräparate werden an Krankenhäuser, Arztpraxen und an die Industrie geliefert. Dabei ist die Haema der größte Anwender der maschinellen Gewinnung von roten Blutzellen in der Bundesrepublik!
kurz vorab zu meiner Person:
Ich habe früher hin und wieder Mal, eher spontan Blut im "Spendenbus des DRK" gespendet, der in regelmäßigen Abständen auf der Fußgängerzone in Dortmund zu sehen ist. Die "Vollblut" Spende beim DRK erfolgte in der Regel unentgeltlich!
Okay, es gab auch Tage, an denen Mal ein Essensgutschein für Burger King o. Pizza Hut ausgegeben wurde, die zur Stärkung des Spenders dienten.
Durch einen Bekannten, der als Lebensretter beim DLRG aktiv ist, bin ich eher zufällig mit der Thematik konfrontiert worden. Er hat mich dazu ermutigt, dass ganze einfach Mal kennen zu lernen, und ob ich die Spende vertrage. Ich hatte auch nur eine vage Vorstellung,wie das ganze funktioniert. "Die nehmen Blut ab, trennen davon das Plasma und dann kriegst du das wieder zurück. Da wird noch was dazu gegeben, dass das Blut nicht gerinnt. Und am Ende bekommst du noch ein wenig von der Kochsalzlösung, zur Stärkung. Fertig!"
Komischerweise, machte mir der Gedanke, was eingespritzt zu bekommen mehr Angst, als die Blutentnahme.
Nachdem ich dann die Internetseite ein wenig studierte, erfuhr ich dass zu erst ein Gesundheitscheck durchgeführt wird, um die Eignung erst Mal festzustellen. Dann erfolgt zu erst immer eine Vollblutspende (dat kennste schon), die im Labor ausgewertet wird. Und erst dann im Folgetermin, frühstens 14 Tagen nach der 1. Vollblutspende kann eine Plasmaspende durchgeführt werden. Also vereinbarte ich einen Termin....
1. Warum Plasma spenden?
ist die erste Frage, die man sich stellt!
Mein Hauptaugenmerk oder Motivation ist nicht (ausschließlich) der finanzielle Aspekt, dafür ist der Aufwand nicht soo rentabel. Und wie anfangs schon erwähnt, habe ich ja auch beim DRK "für lau" gespendet. Ich würde das Plasma spenden, auch nicht als "Nebenjob" bezeichnen (Berufsbild: Bluter), wie ich es in einigen Foren angeprangert wird.
Man verbindet das nützliche mit dem angenehmen, so trifft es zumindest auf mich zu. Man spendet aber NUR aus Überzeugung um anderen Menschen zu helfen!!!
2. Wer ist von der Blutspende ausgeschlossen?
1. Von der Blutspende auszuschließen sind Personen, die:
HIV-Positiv sind oder AIDS-Risikogruppen angehören bzw. AIDS-Risikofaktoren
ausgesetzt waren sowie deren Sexualpartner. Zu AIDS-Risikogruppen gehören:
- Personen mit sexuellen Risikoverhalten
- Suchtkranke, die sich Drogen spritzen oder gespritzt haben
- Männer, die mit Männern sexuelle Kontakte haben oder hatten
- Strafgefangene oder ehemalige Strafgefangene
- Prostituierte
- Sextouristen
- Einwohner von Afrika, Karibik, Südostasien, Mittel- und Südamerika und Haiti, die
nach Deutschland gekommen sind (für 6 Monate nach dem letzten Aufenthalt)
- Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern
b) an chronischen Krankheiten leiden, welche eine Gefährdung des Spenders oder
Empfängers nach sich ziehen könnten
c) an Syphilis, Brucellose, Rickettsiose, Rückfallfieber, Babesiose, Chagas-Krankheit,
Schlafkrankheit, Melliodose, Leishmaniose, Tularämie, Rückfallfieber, Hepatitis B oder
C, Hepatitis unklarer Genese oder Malaria erkrankt sind oder waren oder die an aktiver
Tuberkulose leiden
d) Dauerausscheider von Typhus-, Paratyphus- oder Enteritiserregern (Salmonellen) sind
e) ständig Medikamente benötigen (Klärung im Arztgespräch)
f) an einer bösartigen Erkrankung leiden oder litten
g) Suchtmittel benutzen oder alkohol- und/oder rauschgiftsüchtig sind oder waren, auch
gelegentlichen Drogen- oder Rauschmittelkonsum haben
h) in Malaria-Gebieten geboren oder aufgewachsen sind bzw. sich ununterbrochen länger als 6 Monate in einem Malariagebiet aufgehalten haben
i) jemals mit Wachstumshormon menschlichen Ursprungs behandelt worden sind oder
Transplantate menschlichen Ursprungs (z.B: Cornea oder Dura mater) oder tierischen
Ursprungs erhalten haben
j) an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit erkrankte Blutsverwandte haben
k) zwischen 1980 und 1996 insgesamt länger als 6 Monate in Großbritannien bzw.
Nordirland waren oder nach dem 01.01.1980 dort operiert und/oder transfundiert wurden
l) Bluterkranke (Hämophilie A und B) sind.
2. Von der Blutspende zeitlich begrenzt zurückzustellen sind Personen,
a) die in den letzten 4 Monaten Geschlechtsverkehr mit Personen mit sexuellem
Risikoverhalten hatten z.B. mit:
- HIV-Infizierten
- Männern, die mit anderen Männern sexuelle Kontakte haben oder hatten
- Suchtkranken
- Prostituierten
- ehemaligen Strafgefangenen
- Einwohnern von Afrika, Karibik, Südostasien, Mittel- und Südamerika und Haiti
- Sextouristen
- Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern
b) die in den letzten 6 Monaten
- aus Gebieten eingereist sind, in denen sich HIV-Infektionen stark verbreitet haben
(z.B. Afrika südlich der Sahara, Karibik, Südostasien), (bei Urlaub Klärung im
Arztgespräch)
- an einer Geschlechtskrankheit wie z. B. Tripper etc. litten
- Kontakt mit an Hepatitis erkrankten Personen hatten oder sich in Ländern mit
erhöhtem Hepatitisrisiko aufgehalten haben (bei Urlaub Klärung im Arztgespräch)
- an ungeklärten Lymphknotenschwellungen erkrankt waren
c) während der Schwangerschaft und grundsätzlich 6 Monate danach
d) die in den letzten 12 Monaten
- Passivimpfung mit Seren tierischen Ursprungs erhalten haben
- gegen Tollwut geimpft worden sind (als Prophylaxe nach Exposition)
e) die in den letzten 6 Monaten
- eine Blutübertragung erhalten haben
- Malaria-Epidemiegebiete aufgesucht haben, ohne zu erkranken
- sich in subtropischen oder tropischen Gebieten aufhielten
f.) die in den letzten 4 Monaten
- sich akupunktieren ließen (Klärung im Arztgespräch)
- sich tätowieren ließen (auch Permanent Make up), einem Branding oder sich dem
Anbringen von Ziernarben unterzogen
- einen endoskopischen Eingriff hatten
- Ohr, Nase oder andere Körperteile durchstechen, sich Schmuck implantieren ließen
- einen operativen Eingriff oder eine größere Operation hatten, auch endoskopisch
g) die in den letzten 4 Wochen
- mit Lebendimpfstoffen geimpft wurden
- eine fieberhafte Durchfall- oder Infektionserkrankung durchgemacht haben
h) die innerhalb der letzten Woche
- einen unkomplizierten Infekt der oberen Luftwege
- eine Hepatitis B Impfung erhalten haben
- eine kleinere Operation ohne Narkose oder
- eine Zahnextraktion hatten
2. Wann kann ich spenden?
- Alter: ab 18 Jahre
- keine Spende mit Krankschreibung
- keine Spende bei Körpergewicht unter 50 kg
- keine Spende ohne vorherige Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme
- keine Spende ohne Personalausweis, Reisepass oder anderes gültiges amtliches
Lichtbilddokument.
3. Was kann ich spenden?
Man unterscheidet bei der Blutspende zwischen einer Vollblutspende und einer Spende von einzelnen Blutbestandteile wie Plasma, Erythrozytenkonzentrat (rote Blutkörperchen) und den Thrombozytenkonzentrat - Blutplättchen gegen Gerinnungsstörungen!
Ich werde hier allerdings nur auf die Vollblut- und Plasmaspende eingehen, da ich die anderen Spendenformen noch nie durchgeführt habe.
Alles, voll blut ey!
Bei einer Vollblutspende werden dem Körper 500 ml Blut, mit allen seinen Bestandteilen entnommen. Der Spendevorgang dauert circa fünf bis zehn Minuten.
Da der Körper einige Zeit benötigt, um den Blutverlust wieder auszugleichen, müssen zwischen 2 Vollblutspenden mindestens 8 Wochen liegen. Außerdem sollte bei jeder Spendeform, im Vorfeld ausreichend Nahrung und mindesten 2 Liter Flüssigkeit zu sich genommen werden! Außerdem wird von sportlicher Ertüchtigung am Tag der Spende abgeraten.
Hastu Plasma?
Das Blutplasma ist eine klare gelbliche Flüssigkeit, die aus knapp zu 90 Prozent aus Wasser und 10 Prozent gelösten Stoffen besteht. Es dient als wichtiges Transportmedium für Zucker, Fette, Hormone, Sauerstoff, Kohlendioxid und Stoffwechselendprodukte. Zusätzlich ist es das Speicher- und Transportmedium von Eiweißen und Gerinnungsfaktoren. Im Plasma zirkulieren auch die Blutzellen, die durch dieses Medium in verschiedene Bereiche des Körpers gelangen.
Bei der Plasmagewinnung, wird dem Spender maschinell in mehreren Zyklen Blut aus der Armvene entnommen, und über eine Zentrifuge in einer Glocke von den übrigen Blutbestandteilen getrennt und in einem Beutel gesammelt. Die Blutzellen werden anschließend dem Spender wieder zugeführt. Zusätzlich erhält der Spender meist eine Kochsalzlösung zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes.
Die Plasmaspende ist deshalb schonender als die Vollblutspende und kann wesentlich häufiger durchgeführt werden. Zwischen zwei Plasmaspenden müssen mindestens drei spendefreie Kalendertage liegen. Innerhalb von 12 Monaten können jedoch maximal 45 Spenden aller Spendeformen geleistet werden. Eine Plasmaspende, dauert ca. eine Stunde.
Spendenablauf bei Haema:
Zuerst werden am Empfang bzw. Aufnahme die Personalien anhand des Personalausweises überprüft. Ausländische Mitbürger, müssen eine Meldebescheinigung vorzeigen, falls die Adresse nicht auf den Ausweispapier steht.
Dann füllt man einen Fragebogen aus (bei mir schon Routine), indem abgefragt wird ob man zur Risikogruppe zählt, momentan Medikamente einnimmt, schwanger ist....
Nach dem ausfüllen werden Temperatur, Puls und Blutdruck gemessen.
Anschließend wird Blut aus der Fingerkuppe entnommen.
Wenn die Werte okay sind, erfolgt ein kurzer Check beim Arzt. Der entscheidet, dann ob der Spender zur Spende zugelassen werden kann.
Dann wird der Spender in den Spendenraum geführt und darf auf einer Liege Platz nehmen. Je nach Spende, werden die erforderlichen Schritte, die ich oben beschrieben habe durchgeführt. Der Spender wird während der Spende, die ganze Zeit bewacht und notfalls direkt behandelt. Nach der Spende bekommt der Spender einen Druckverband, der mindestens 2 Stunden anliegen soll, damit keine Nachblutungen entstehen. Dann entscheidet der Spender, ob seine zugelassen oder gesperrt werden soll, indem er das entsprechend Feld auf den Spendenausschlussbogen ankreuzt.
Anschließend erhält er eine Aufwandsentschädigung.
Die Aufwandsentschädigung variert zwischen 10 und 33 €uro!(Staffelung)
Bei der Plasmaspende hängt es zum einen vom Gewischt und Geschlecht des Spenders ab. Bei den Herren, wird ab 80 Kg 850 ml und unter 80 Kg750 ml Plasma abgenommen, Bei den Damen zwischen 650 und 750 ml.
Bsp.: männlich 70 Kg männlich 85 Kg
1. Spende 10 € 10 €
2. Spende 15 € 15 €
3. Spende 20 € 20 €
4. Spende 15 € 15 €
5. Spende 28 € 33 €
6. Spende 15 € 15 €
7. Spende 15 € 15 €
8. Spende 15 € 15 €
9. Spende 15 € 15 €
10. Spende 28 € 33 €
So ich hoffe mir ist es gelungen, einen etwas "länger-gewordenen" Einblick zu schaffen, und den einen oder anderen zu ermutigen Blut oder Plasma zu spenden.
Auf Risiken und Nebenwirkungen, kann und will ich nicht mehr detailliert eingehen, vielleicht überarbeite ich den Bericht noch Mal. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, ich habe die Spenden immer ganz gut vertragen, habe aber auch schon Mal einen blauen Fleck am Arm gehabt.
37 Bewertungen, 10 Kommentare
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24.10.2012, 16:40 Uhr von Magicfinger, Bewertung: sehr hilfreich
Viele Grüße Magicfinger ;-)
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19.10.2012, 12:27 Uhr von Lucky130, Bewertung: sehr hilfreich
Leider habe ich kein BW mehr, SORRY!
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18.10.2012, 21:52 Uhr von hundeliebe02, Bewertung: besonders wertvoll
BW...Liebe Grüße Edith und Claus
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18.10.2012, 21:18 Uhr von ag_588, Bewertung: sehr hilfreich
Liebe Mittwochsgrüße!
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18.10.2012, 11:14 Uhr von sigrid9979, Bewertung: sehr hilfreich
LIEBE GRÜßE SIGRID....
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18.10.2012, 01:43 Uhr von blutengelchen15, Bewertung: besonders wertvoll
Find ich gut = =) =)
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18.10.2012, 01:33 Uhr von Lale, Bewertung: sehr hilfreich
Allerbesten Gruß *~+>
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18.10.2012, 01:21 Uhr von katjafranke, Bewertung: sehr hilfreich
Viele liebe Grüße von der Katja
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18.10.2012, 01:16 Uhr von logo6600, Bewertung: besonders wertvoll
ich bin ein wenig ratlos. Ist ja auch ein großes Geschäft. Gebe trotzdem die #Bestnote
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18.10.2012, 01:15 Uhr von Summertime_1981, Bewertung: sehr hilfreich
Prima beschrieben. Über eine Gegenlesung würde ich mich sehr freuen. GLG

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