Shoei RXR

Shoei-rxr
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Produktbeschreibung

Shoei RXR

EAN 4040662109709, 4040662109716, 4040662109723
gelistet seit 08/2003

Tests und Erfahrungsberichte

  • zu weiss, zu laut, zu locker!

    Pro:

    recht gute Qualität von Herstellerseite

    Kontra:

    viel zu laut!

    Empfehlung:

    Nein

    Heute will ich Euch mal jemanden vorstellen, der zu Beginn meiner motorisierten Zweiradära auf mein Köpfchen aufgepasst hat:

    der Integralhelm Shoei RX-R


    °°°wozu denn plötzlich einen Helm?°°°

    Gekauft habe ich ihn, als sich mir die Gelegenheit bot, mit der Maschine meines Nachbarn mal die eine oder andere Runde zu drehen, um meine eingestaubten Fahrfähigkeiten wieder aufzutauen.

    Eine Lederjacke hat man ja immer im Schrank hängen, aber ohne Helm, Handschuhe und Nierengurt wollte ich nun doch nicht losfahren. Wenn sich nun mancheiner fragt: „wieso leiht er sich die Maschine vom Nachbarn, aber nicht dessen Helm?“ dann muss ich auf meine sehr individuelle Kopfform verweisen, meinen Denkerkopf, meine Riesenrübe ;-)


    °°°wo gekauft und wie tief in den Geldbeutel gegriffen?°°°

    Genau diese Riesenrübe machte die Suche auch recht schwer und schließlich bin ich bei unserem Louis-Shop im dortigen Shoei-Regal gestrandet, wo die XXL-Helme auch meiner Kopfrundung am ehesten entsprechen. Einige andere Hersteller bieten auch XXL-Helme an, jedoch sind diese meistens rund/breit statt oval/lang.
    Bezahlt habe ich für den Shoei RX-R, den es leider nur in weiss gab (sah furchtbar aus!!!), knapp 300 DM (ja „DM“, so lang ist das her!).


    °°°was hat er denn alles?°°°

    Er hat standardmässig ein klares Visier, Belüftungsschlitze an Kinn und Stirn, und einen Gurt mit einem Steckgurtschloss. Außerdem ein teilweise herausnehmbares Polster, was das Reinigen sehr erleichtert. Wenn ich richtig informiert bin, ist er aus GFK, genaueres dazu siehe „Materialkunde“.

    °°°Materialkunde°°°
    (bedenkenlos übernommen aus dem Materiallexikon auf www.louis.de; wen es nicht interessiert, bitte diesen Absatz überspringen, danke!)

    Thermoplast-Granulate
    Thermoplast-Granulate werden zur maschinellen Helmherstellung im (bei hohen Stückzahlen) preiswerten Spritzgußverfahren eingesetzt. Die Helmschalen sind stets aus einem Stück hergestellt. Unlackierte Ausführungen bestehen aus gefärbtem Granulat. Lackierte Ausführungen sind optisch hochwertiger und zusätzlich besser gegen Umwelteinflüsse geschützt (daher etwas langlebiger).
    Moderne Thermoplaste sind durch chemische "Additive" veredelt, haben die doppelte Lebensdauer der früher eingesetzten Werkstoffen und werden von den Herstellern unter verschiedenen Markennamen geführt. Sie verspröden weniger schnell, sind beständiger gegen UV-Strahlen, Benzindämpfe und Umwelteinflüsse. Die Lebensdauer eines modernen Thermoplasthelms liegt bei ca. 4-5 Jahren, bei lackierten Exemplaren kann man noch ca. 1-2 Jahre hinzuzählen.
    Auf nachträgliches Lackieren und Verschönern mit Aufklebern sollte man möglichst verzichten, denn lösungsmittelhaltige Lacke und Klebstoffe können zur Versprödung des Materials führen. Wasserlösliche Acryllacke sind unbedenklich, bedürfen jedoch eines deckenden Klarlacks - dieser wiederum ist nicht lösungsmittelfrei im Handel. Die Hersteller verwenden für Ihre Helme Speziallacke, die leider nicht im Handel bezogen werden können.

    Duroplaste
    Duroplaste, aus denen man hochfeste Helme mit hervorragenden energievernichtenden Eigenschaften herstellt. Die Matten, Gewebe oder Gestricke werden von Hand in mehreren Schichten aufeinander laminiert, die Endstruktur der Schale entsteht im Heißpreßverfahren. Aufgrund der aufwendigen Verarbeitung sind Duroplast-Helme teurer als Modelle aus Thermoplast.
    Sie sind sehr alterungsbeständig und resistent gegen Lösungsmittel, Benzin und Chemikalien (Lebensdauer bis ca. 10 Jahre, da irgendwann die Styroporinnenschale wegen Schweißeinwirkung keine gute Stoßabsorbtion mehr gewährt).
    Nachträgliches Lackieren mit Kunstharzfarben und lösungsmittelfreien Farben ist möglich – sicherheitshalber jedoch immer den Rat der Hersteller einholen, die häufig spezielle Farben empfehlen. Da das Laminat Wasser aufnehmen kann, Lackabplatzer stets mit einem speziellen Lackstift neu versiegeln. Duroplast-Helme lassen sich durch den Fingernagelklopftest erkennen: Sie klingen heller als Thermoplast-Helme.
    Da die traditionellen Fiberglas- bzw. GFK Helme ein recht hohes Gewicht aufweisen, versuchen die Hersteller inzwischen durch Materialkombinationen, leichtere, komfortbetonte Lösungen zu finden, die unter entsprechenden Markennamen in den Handel kommen. So wird GFK z.B. durch Kevlar®, Carbon oder Aramid in schichtweiser Laminierung ergänzt (Multifaser, Composite Fiber etc.).


    °°°wie fährt er sich denn?°°°

    Als ich die ersten Runden auf der Maschine meines Nachbarn gedreht habe, war das auf einem grossen Parkplatz oder mal bis in den Nachbarort, also auch sehr gemütlich. Nachdem ich mir dann im Frühjahr 2001 meine Honda Shadow gekauft hatte (siehe Bericht), bin ich die erste Zeit natürlich auch sehr zurückhaltend gefahren.
    Bei den ersten flotteren Landstrassenetappen hat sich dann jedoch schnell bemerkbar gemacht, wie laut der Helm eigentlich ist:
    ab 80 km/h habe ich von meinem schönen V2-Sound nix mehr gehört.


    °°°wieso isser denn so laut?°°°

    Meines Erachtens liegt das Problem in der Visieraufhängung, da die beiden Punkte, an denen links und rechts das Visier eingehängt wird, unter zwei Abdeckschalen versteckt werden und durch diese schraubt man dann mit einer Münze o.ä. die Fixierungsschrauben.
    Diese Abdeckschalen bilden somit keine Ebene mit der restlichen Helmoberfläche, nein sie sind ca 3-4mm erhöht, was bei höheren Geschwindigkeiten für richtig Krach sorgt.


    °°°gibt’s auch Zubehör?°°°

    Klar, ich habe mir sehr bald einen Windabweiser gekauft, der die Aus-Atemluft vom Visier wegführen soll. Außerdem natürlich für den Sommer ein getöntes Visier. Preise kann ich Euch für beides nicht mehr sagen, sorry. Das Visier habe ich geschenkt bekommen und der Windabweiser war ein Noname-Produkt von Louis, also nicht sonderlich teuer.


    °°°noch mehr Probleme?°°°

    Ja klar! Nach einem guten halben Jahr musste ich feststellen, dass ich den Helm doch besser eine Nummer kleiner gekauft hätte, denn wenn ich bei uns auf die Schnellstrasse auffuhr, hob sich bei knapp 100 km/h der Helm an und hing dann nur noch am Gurt unter meinem Kinn.
    Ich musste dann also immer vorher schon den Kopf ziemlich auf die Brust ziehen, damit der Wind nicht darunter fahren kann, na danke!
    Das die Polster so schnell nachgeben, hätte ich nicht gedacht.


    °°°meine Fazit°°°

    Naja alles in allem hatte ich so einen Grund mir bald einen richtig guten Helm zu kaufen, nämlich meinen Shoei Raid, mit dem ich sehr zufrieden bin.
    Die Windgeräusche waren sehr nervig, aber bei jedem Zwischensprint Angst haben zu müssen, dass der Helm abhaut, ist unter aller Würde. Ich denke, es gibt Leute, die mit dem RX-R glücklich werden, ich persönlich kann nur abraten.


    Ich freue mich auf Eure Bewertungen und Kommentare, wenn Ihr mir was Nonverbales an den Kopf schmeissen wollt, sagts vorher, dann hol ich meinen RX-R aus dem Keller.


    Es grüsst

    Ochsenfrosch43

Shoei RXR im Vergleich

Hersteller Shoei shoei
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