Der Medicus (Blu-ray)

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Produktbeschreibung

Der Medicus (Blu-ray)

EAN 4040662109709, 4040662109716, 4040662109723
gelistet seit 06/2014

Film / Kino-Daten

Altersfreigabe (FSK) 12 Jahre
Filme von A-Z D
Genre Abenteuer

Tests und Erfahrungsberichte

  • Abendfüllendes Medizin-Epos für die ganze Familie

    • Action:  durchschnittlich
    • Anspruch:  durchschnittlich
    • Romantik:  hoch
    • Humor:  durchschnittlich
    • Spannung:  durchschnittlich
    • Altersgruppe:  ab 12 Jahren
    • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

    Pro:

    spannend
    romantisch
    etwas humorvoll
    z.T. Action
    umfangreiches Bonusmaterial
    Sound & Bild bestens

    Kontra:

    könnte humorvoller & actionreicher sein
    große Abweichungen ggü. dem Buch

    Empfehlung:

    Ja

    Einleitung

    Im England des Jahres 1021 nimmt ein Bader (Stellan Skarsgard) einen Waisenjungen auf und bringt ihm sein Handwerk bei. Als Rob Cole (Tom Payne) ausgelernt hat, reichen ihm seine Kenntnisse in Heilkunde aber bei weitem nicht aus. Er bewundert einen jüdischen Doktor, der Menschen am Grauen Star operieren kann und erfährt, dass man das im persischen Isfahan lernt, beim berühmten Arzt Ibn Sina alias Avicenna (Ben Kingsley). Nur werden Christen dort nicht geduldet.

    Rob tritt die abenteuerliche Reise dennoch an und gibt sich in Persien als Jude aus. So wird er einer der besten Studenten Ibn Sinas. Er kämpft gegen die Pest und setzt sein Leben aufs Spiel, als er verbotenerweise eine Leiche seziert... (Cinefacts.de)

    Filminfos

    O-Titel: Der Medicus / The Physiscian (Deutschland/USA 2013)
    Dt. Vertrieb: Universal
    VÖ: 22.05.2014
    EAN: 5050582961959
    FSK: ab 12
    Länge: ca. 155 Min.
    Regisseur: Philipp Stölzl ("Nordwand", "Goethe")
    Drehbuch: Jan Berger nach dem Roman von Noah Gordon
    Musik: Ingo Frenzel
    Darsteller: Tom Payne (Rob Cole), Ben Kingsley (Ibn Sina), Olivier Martinez (Schah), Elyas M'Barek (Karim), Stellan Skarsgard (Bader), Emma Rigby (Rebecca) u.a.
    Filmbesucher bis 15.2.2014: 3.407.972 Zuschauer, davon rund 50% zu Weihnachten und Neujahr… (filmstarts.de)

    Weitere Erfahrungen & Fazit

    HANDLUNG

    England im Jahr 1021 ist ein kalter und finsterer Ort. Als seine Mutter an der "Seitenkrankheit" (Blinddarmentzündung) stirbt, sieht sich der Junge Rob vor der Wahl, sich entweder einem fahrender Bader anzuschließen, oder zu verhungern, denn niemand will den Kümmerling bei sich aufnehmen. Der Bader (Skarsgard) sträubt sich zwar erst gegen den blinden Passagier, aber im Laufe der Jahre erweist sich der Junge als eine große Hilfe: Er unterhält die Kundschaft mit Kunststücken und hilft bei schwierigeren "Operationen". Dabei kommen grundlegende Werkzeuge zum Einsatz: Scheren, Sägen oder auch mal ein Brandeisen.

    Doch irgendwann fragt Rob seinen Lehrer, wieMenschen innen aussehen. Dieses Wissen, so erfährt er, ist von der Kirche streng verboten worden. Denn das Öffnen eines Menschen wäre ja Leichenschändung. Rob hat eine besondere Gabe: Durch Handkontakt erspürt er die Krankheit und den Todeszeitpunkt eines Menschen. Diese Gabe kann er lange verheimlichen, doch immer wieder bekommt er es mit den abergläubischen Menschen zu tun, die denken, dass Medizin ein unerlaubtes Eingreifen in den Willen Gottes sei.

    Neue Horizonte

    Nachdem er zum Badermeister geweiht worden ist, erblindet sein Meister am Grauen Star. Rob hat gehört, nur die Juden verfügten das Wissen über die heilende Operationsmethode. Und tatsächlich: In dem abgelegenen Zelt einer jüdischen Sippe erlebt er die Heilung seines Meisters mit. Darüber hinaus darf er eine Karte der bekannten Welt bestaunen und hört, woher das medizinische Wissen eigentlich stammt: aus Persien, vom weisen Ibn Sina (= Avicenna). Rob ist fest entschlossen, ein Hakim, ein Arzt, zu werden.

    Nach Isfahan zu diesem Weisen zu gelangen, ist gefahrvoll für Christen, denn sie werden im muslimischen Ägypten getötet, nicht aber für Juden. Um als Jude durchzugehen, schließt er sich einer jüdischen Gesellschaft an und beschneidet sich selbst. Fortan nennt er sich Jesse ben Benjamin. In der Karawane, die nach Isfahan unterwegs ist, befindet sich ein schönes Mädchen, eine Jüdin namens Rebecca. Sie soll am Ziel mit einem reichen Kaufmann verheiratet werden. Von ihr lernt er lesen und dass es Bücher voller Phantasie gibt. Es dauert nicht lange, und er hat sein Herz an sie verloren - und umgekehrt.

    Die Quelle des Wissens

    Isfahan ist ein dem Untergang geweihtes Reich, in dem zwar ein mächtiger Schah die Künste und Wissenschaften schützt, doch an dessen Toren bereits die muslimischen Seldschuken lauern. Diese bekommen Unterstützung innerhalb der Stadt von deren muslimischer Gemeinde, die nur darauf wartet, endlich die Herrschaft übernehmen und alle Andersgläubigen aus dem Weg räumen zu können.

    Schon in der von den Seldschuken (den heutigen Türken) eingeschleppten Pest-Epidemie zeigt sich, dass Rob alias Jesse von Ibn Sina und dessen Bibliothek Wissen erwirbt, dass über Wohl und Wehe der Stadt entscheiden wird - ketzerisches Wissen in den Augen der Muslime...

    MEIN EINDRUCK

    Die emotionale und kognitive Bewegung des jungen Rob Coles führt, wie alle Farben andeuten, von der Dunkelheit ins Licht. Das Licht der Wahrheit und des Wissens ist zunächst unbekannt, dann eine amateurhafte Angelegenheit und schließlich sogar verboten. Die Mönche schlagen den Bader wegen Hexerei zusammen. Ihr Glaube ist selbst so rigide, dass alles, was auch nur im entferntesten an dessen Grundfesten rüttelt, dass alles als gottgegeben hinzunehmen ist, eine Ketzerei ist. Dies ist nicht Aufklärung, sondern Verblendung.

    Der Bader versucht schelmisch, sich als Quacksalber durchzumogeln, doch seine Erfolge werden allmählich zu groß. Als Rob sich nicht mehr damit abfinden kann, weil die Juden, ihr Medizinwissen und ihre Weltkarte ihm die Augen geöffnet haben, was möglich ist, muss er mit dem Bader brechen. Es ist ein sehr sympathischer Akt, dass der Bader Rob bis zum Hafen von Dover fährt. Doch ab dort ist Rob auf sich selbst gestellt.

    Gekürzt

    Hier nimmt das Drehbuch eine radikale Kürzung vor (siehe die Extras), die der Regisseur gegenüber dem Buchautor erklärt: Der Film wäre durch die Liebesgeschichte mit Mary und den Aufenthalt in Konstantinopel viel zu lang geworden. Und so macht sich Rob als nächstes in Alexandria zum Juden, indem er sich beschneidet - eine schmerzhafte Selbstverstümmelung. Opfert er dem Gott der Medizin oder verkleidet er sich doch er als Spion im Haus des Wissens? Wahrscheinlich ein bisschen von beidem.

    Liebe als Prüfung

    Doch Wissensdurst trägt die Handlung nur bis zu einem gewissen Punkt, selbst wenn er an sich bereits riskant und gefährlich ist. Wissen ohne menschliche Verantwortung ist nur halb so viel wert. Daher wird die amouröse Beziehung zur schönen Jüdin Rebecca noch sehr wichtig für Robs moralische Glaubwürdigkeit. Ganz davon abgesehen, gehört zu jedem anständigen Epos eine Liebesgeschichte, denn nur darin beweist sich der Held - oder er scheitert. Durch die verbotene Liebe zu der bereits verlobten Rebecca steigt die Spannung auf der Gefühlsebene noch einmal beträchtlich an.

    Isfahan

    Die Stadt des Alleinherrschers ist eine doppelköpfige Schönheit: Auf der einen Seite hält sie für Rob den Quell des Wissens bereit, aus dem Ibn Sina schöpft, doch auf der anderen Seite bereiten die strenggläubigen und machtgierigen Muslime den Umsturz vor. Als dieser endlich losbricht, besteht ihre erste Tat darin, all das ketzerische Wissen der heidnischen Antike in Brand zu stecken. Die Dunkelheit kommt sicher, sobald sich das Feuer in Asche verwandelt hat. "Wo man Bücher verbrennt, dort verbrennt man bald auch Menschen", wusste schon Heinrich Heine. Und im Dritten Reich kam es dann auch so. In den Krematorien verschwand das Wissen einer ganzen Kultur.

    Die Dunkelheit droht

    Es erscheint mir nur konsequent von Ibn Sina, dem Verbreiter dieses Wissens, sich selbst der Vernichtung anheimzugeben, indem er Gift trinkt. Doch wer soll die Erkenntnisse, die auf so ketzerische Weise von Rob erlangt - und rechtfertigt - wurden, weitergeben? Es liegt nun an Rob, ob das Licht des Wissens wieder verlöschen wird - oder nicht. Sicherlich werden seine mit Rebecca gezeugten Kinder das Licht weitertragen, so suggeriert der Ausklang der Haupthandlung: Es sieht aus wie die Flucht des Auserwählten Volkes ins Verheißene Land. Der Epilog liefert die Antwort - und schließt mit dem Auftritt des Baders den Kreis der Handlung.

    Wissen als Waffe und Heilung

    Die andersgläubigen Feinde des Wissens bedienen sich einer biologischen Waffe, der Pest. Sie soll die Zahl der Feinde dezimieren, ja, die Bürger sollen die Stadt kampflos preisgeben. Die Bekämpfung der Seuche stellt daher die Medizin auf eine doppelte Probe: Kann das medizinische Wissen nicht nur Menschen retten, sondern auch die Universität vor der Zerstörung bewahren? Dass auch eine zwischenmenschliche Prüfung auf Rob wartet, dürfte ziemlich vorhersehbar sein: Rebecca erkrankt, und er muss sie heilen.

    Der Film hält also jede Menge epische Dramatik für den Zuschauer bereit, wie es einer Medizin-Oper wohl erlaubt ist. Leider kommt der Humor dabei sehr zu kurz, wie ich finde. Dank Elyas M'Barek und Stellan Skarsgard darf man sich ein paar Lacher erlauben, aber die meisten Betrachter dürften wohl nur ein müdes Lächeln aufbringen können.

    Die Blu-ray

    Technische Infos

    Bildformate: 2,35:1 (16:9)
    Tonformate: DTS-HD 5.1
    Sprachen: D, Englisch
    Untertitel: D, D für Hörgeschädigte

    Extras:
    - Trailer
    - Making-of
    - Featurettes
    - Trailershow

    Mein Eindruck: die Blu-ray

    Bild und Ton sind, wie von einer Blu-ray zu erwarten, auf dem aktuellen Top-Standard. Von Stereoeffekten habe ich jedoch nichts bemerkt. Die Untertitel habe ich zugeschaltet, um mir die vielen Namen in Isfahan merken zu können. Die Extras sind natürlich alle deutsch untertitelt, wenn die englischsprachigen Schauspieler zu Wort kommen.

    EXTRAS

    1) 2 Originaltrailer (2:25 und 00:57 min)

    Diese beiden Appetithäppchen unterscheiden sich deutlich voneinander, nicht nur in der Länge, sondern auch in den ausgewählten Bildern. Der Lang-Trailer kann sogar einen Off-Kommentar von Edelsynchronsprecher Joachim Kerzel (Dustin Hoffman, Jack Nicholson) vorweisen.

    2) Teaser (00:46 min)

    Die Story im Schnelldurchlauf, für YouTube-geschädigte ADHS-Patienten.

    3) Making-of (14:35 min)

    Die beiden deutschen Produzenten Wolf Bauer und Nico Hoffmann sind mächtig stolz darauf, dass sie die Rechte an dem Weltbestseller ergattern konnten. Da hat jemand zur rechten Zeit zugeschlagen und obendrei auch noch einen fähigen Regisseur engagiert. Philipp Stölzl kürzte den Wälzer radikal und machte daraus eine filmische Oper. Es sollte ein Appell zu mehr Toleranz zwischen Religionen und dem Recht auf Wissen werden, was ja ganz gut geklappt hat. Besonders Skarsgard betont die Bedeutung von Wahrheit und Wissen, was ja selbst heute nicht selbstverständlich ist, ganz im Gegenteil. Eyas M'Barek und Tom Payne ebenfalls zu Wort.

    Die Drehorte sind recht interessant: Das gute alte Thüringen mit seinen Hügeln und Burgruinen tritt hier als das mittelalterliche England auf. Mit wandlungsfähigen Kulissen von Bühnenbildner Udo Kramer konnte man Isfahans Innenräume darstellen, während für dessen Exterieurs eine marokkanische Stadt am Rande der Sahara ins Bild gerückt wurde. Und wie könnte es am Rand der Wüste anders sein: Es gab Regen! Um diese Enttäuschung wettzumachen, schickte Petrus gleich noch einen Sandsturm nach - der machte sich denn auch recht fotogen vor der Kamera.

    Weitere Aspekte wie etwa das Thema "Anatomisch korrekte Darstellung von Körperteilen" werden in den Featurettes vertieft. Dort wird auch erklärt, um was es sich bei der rätselhaften Seitenkrankheit handelt.

    4) 13 Featurettes

    Jede der Mini-Dokumentation ist zwischen zwei und drei Minuten lang und wird von einem Intro eröffnet, das mittelalterliche Utensilien eines Schreibers und Arztes zeigt.

    a) Vom Buch zum Film (3:04 min)

    Nach einer zusammenfassenden Wiedergabe der Story erfahren wir, was uns das ausdrücken soll: "die Sehnsucht nach einer gemeinsamen toleranten Welt". Also Friede, Freude, Eierkuchen, doch es bleibt bei der Sehnsucht, denn die Story selbst belegt, dass die Wirklichkeit das Ideal immer zu verhindern versucht. Trotz des Titels "Vom Buch zum Film" erfährt der Zuschauers kein Sterbenswörtchen darüber, was denn alles aus der Vorlage herausgekürzt wurde - es müssen mehrere hundert Seiten sein.

    b) Produktion (3:07)

    Mit Stolz wird hier verkündet, dass hier alles echt sei: Kostüme, Kulissen in Köln, schließlich Thüringer Burgen und marokkanische Festungen. Das auch einiges nicht echt ist, zeigt die Doku über die visuellen Effekte: Immer wenn man Isfahan von außen sieht, kommt so ziemlich jede Mauer, Kuppel oder Terrasse aus dem Rechner.

    c) Am Set mit Tom Payne (2:32)

    Der junge Star des Films beschreibt mit seinem typischen verschmitzten Charmeurslächeln, wie es war, in der Wüste zu drehen: anstrengend. Stölzl und Skarsgard äußern sich lobend über den Jungstar, von dem man sicherlich noch viel sehen und hören wird.

    d) Rob und der Bader (2:34)

    Dieser Beitrag lotet das Verhältnis zwischen dem jungen Sucher und Rebellen Rob und dem alten, hilfsbedürftigen Bader aus. Dass Konflikte nicht ausbleiben, dürfte klar sein. Aber ihre Szenen sind manchmal auch humorvoll.

    e) Rob und Rebecca (2:18)

    Der Christ und die Jüdin - kann das gut gehen? Ja, wenn beide die gleichen Interessen haben und sich eine gemeinsame Zukunft wünschen. Die Brücke bildet ein Fantasybuch, das unter dem Namen "Sindbads Reisen" bekannt ist. Die Gelegenheit bietet zunächst eine Reise durch die Wüste, und wir sehen Rebecca wie ein Stück Vieh im Käfig durch die Botanik gekarrt werden. Natürlich handelt es sich um eine Sänfte, pardon. Aber nichtsdestotrotz wurde sie verkauft - an wen, soll Rob zu seinem Leidwesen bald herausfinden. Es ist eine klassische Romeo & Julia-Story. Ob es ein Happy End ohne Doppelsuizid gibt, darf hier nicht verraten werden.

    f) Weisheit des Orients: Ibn Sina (2:30)

    Der medizinische Wissenschaftler und Dozent Ibn Sina ist im christlichen Okzident ("wo die Sonne untergeht") unter dem Namen Avicenna bekannt. Er bewahrte das Wissen der griechisch-römischen Antike, denn den Arabern fielen zahlreiche alte Bibliotheken in die Hände. (Auch davon wird nichts erwähnt; aber man kann es aus den Kulissen des Films erahnen.)

    Ben Kingsley, der OSCAR-prämiierte Darsteller, erläutert, wie er seine Rolle gestaltete. Er kommt nicht allwissend und überheblich daher, sondern ganz bescheiden. Dennoch verleiht ihm gerade seine konsequente Haltung gegenüber den Autoritäten (Schah, Moslem-Senat usw.) seine eigene Autorität. An dieser Kompassnadel orientiert sich die Aussage des Films.

    g) Rob, Karim und Mirdin (3:55)

    Damit es auch an der Medizin-Uni des Ibn Sina etwas Spaß gibt, treten neben Rob noch zwei weitere Studenten auf, der persische Prinz Karîm (Elyas M'Barek) und der jüdische Mirdin (Michael Marcus). Sie verkörpern religiöse Toleranz. Die drei Darsteller erklären, wie sie den Dreh erlebten und durch Teamwork das Optimum erzielten.

    h) Visual Effects (3:29)

    Dennis Behnke, der VFX Supervisor, erklärt, was er mit seinem Team zum Film beitrug. Die meisten Gebäude in Isfahan stammen beispielsweise aus den Rechnern der Stuttgarter Firma Pixomondo, die schon an Martin Scorseses "Hugo Cabret" beteiligt war. In Vorher-nachher-Vergleichen wird der Unterschied sinnfällig belegt, und Sven Martin von der schwäbischen Bilderschmiede Pixomondo erklärt, wozu das alles gut ist.

    i) Bilder entstehen (2:14)

    In diesem Beitrag geht es nicht um VFX, sondern um die wunderbare Kamerarbeit, die Director of Photography (DP) Hagen Bogdanski leistete. Ohne gute Kamerarbeit und Beleuchtung sieht nämlich selbst der teuerste Film aller Zeiten nur wie eine billige Jahrmarktskulisse aus. Es handle sich bei der Geschichte um "eine Reise aus der Dunkelheit ins Licht". Das lässt sich leicht nachvollziehen. Hinzukam ein eigener Look, der sowohl modern als auch opernhaft sein sollte. "Bilderwelten" wollte Bogdanski erschaffen und sich damit - wohl seit seiner Karl-May-Lektüre - einen Jugendtraum erfüllen. Das ist ihm ziemlich gut gelungen.

    j) Set Design (3:02)

    Das Bühnenbild Udo Kramers in den Kölner Studios spielt in den Isfahan-Szenen eine immens wichtige Rolle, denn alle Interieurs sollten möglichst mittelalterlich, aber doch werthaltig aussehen, also nicht wie heruntergekommene Kaschemmen. Man kann sagen, dass er mit dem großen Thronsaal des Schah sein Meisterstück ablieferte. Im Making-of erläutert Kramer sein Vorgehen anhand von Storyboards.

    k) Special Make-up Effects (3:13)

    Diese Doku verlangt einen stabilen Magen. Wir sehen echt aussehende Organe in einer geöffneten Bauchhöhle - alles ist aus Plastik. Dargestellt ist Qasims von Rob sezierte Leiche. Ich muss sagen: Dieser amputierte Zeh sieht verdammt echt aus.

    Im Film wird die Operation am Blinddarm des Schah aus einer ungewöhnlichen Perspektive gezeigt: aus dem Innern der Bauchhöhle. So wird sinnfällig, dass ein simpler Schnitt mit dem Skalpell der Erstkontakt mit einem fremden Universum sein konnte.

    l) Die Filmmusik (3:23)

    Der etwas vergeistigt und abgehoben wirkende Komponist Ingo Frenzel wollte mit seiner Musik verschiedene Völker aus der gleichen Epoche, nämlich dem 11. Jahrhundert, darstellen. Folglich erklingt die Musik sehr abwechslungsreich. Als emotionale Basis des Films ist sie die Seele des Werks, wie wir erfahren.

    m) Das Kostümbild (2:29 min)

    Manchmal wirken alte Klamotten im Film ja wie Faschingsverkleidungen. Nicht so hier: Der Kostümbildner Thomas Olah hat mit viel Liebe zum Detail eine Vielzahl von Kostümen geschaffen, die für jede Volksgruppe und Religionsgemeinschaft jeweils anders aussieht. Nach dem prinzip "aus der Dunkelheit ins Licht" fängt er in der Kohlemine mit Schwarzweißtönen an, arbeitet sich über Grautöne langsam zur Farbe vor, bis er es in Isfahan dann richtig krachen lässt. Sein Meisterstück ist der Brautschmuck rebeccas. Emma Rigby, deren Darstellerin, fand das toll, aber sehr gewichtig auf ihrem Kopf.

    6) Stölzl im Gespräch mit Noah Gordon (ca. 12 min)

    a) Über die Figuren (5:00 min): Deren charakterisierende Unterschiede werden herausgearbeitet.

    b) Über das Buch (3:00 min): Hier erfahren wir, dass die zentrale Romanfigur der Mary im Drehbuch weggelassen wurde. Stölzl erklärt, warum dies notwendig war: um eine Überlänge und Überladung der Handlung zu vermeiden.

    c) Über Toleranz und Religionen (4:11 min): Wie nicht anders zu erwarten, diskutieren die beiden Herrschaften über die problematischen und die guten Seiten von Religion. Das Reich des Schah ist diesbezüglich eine Idealzustand, das die Muslime zerstören wollen. Andererseits ist dieses Paradies mit brutaler Unterdrückung erkauft.

    7) Die Premiere in Berlin am 16.12.2013 mit Noah Gordon (3:44 min)

    Diverse Impressionen, diverse Statements, untermalt mit Filmausschnitten. Überraschungsgast: der betagte Autor Noah Gordon höchstselbst.

    8) Trailershow

    a) Black Gold (von J.J. Annaud)
    b) Anna Karenina (2013, mit K. Knightley)
    c) Dschungelkind (nach dem Bestseller)
    d) Les Misérables (2013, mit R. Crowe)

    UNTERM STRICH

    Mit zweieinhalb Stunden Länge verlangt der epische Streifen schon beträchtliches Sitzfleisch vom Zuschauer. Selbst Peter Jackson darf sich nur wenig mehr leisten - und dann auch nur mit einer Pause zur "Halbzeit". Die monumentale Dimension dieses Streifens lässt sich eigentlich nur mit der äquivalenten Verbreitung der Buchvorlage rechtfertigen.

    Dabei ist diese deutsche Produktion sogar noch radikal gegenüber der Vorlage gekürzt worden. Die vorhergehenden Versuche, diesen Stoff auf die Leinwand zu bringen, sagen die Produzenten, scheiterten immer an der Überlänge, die die Drehbücher erfordert hätten. Deshalb kamen endlich sie zum Zuge: Die Rechte fielen an den Autor zurück und konnten - vermutlich als Schnäppchen - erworben werden.

    Wie auch immer: Mir hat der Film gut gefallen. Er zieht sich zwar in die Länge, aber diese Länge ist mit so viel unterschiedlicher Dramatik gefüllt, dass es mir nie langweilig wurde. Vielmehr ist das Finale, in dem das alte Isfahan untergeht, von Action und Tragik getragen, dass man auch dies gerne mitnimmt - man kann gar nicht anders.

    Wer also einen abendfüllendes und familienkompatibles Medizin-, Liebes- und Orientabenteuer für den Samstagabend oder Sonntagnachmittag sucht, der ist mit "Dem Medicus" durchaus gut versorgt. Die Knabberbox für die spannenden Momente nicht vergessen! Ich selbst kann mir solche Epen nur ab und zu gönnen, denn der intellektuelle Gehalt solcher Werke tendiert doch meist gegen maximal 10 Prozent, im besten Fall.

    Die Blu-ray

    Es gibt vier Editionen, je zwei für DVD und Blu-ray. Neben den Standard-Editionen finden sich eine Limited Edition (= Steelbook) der Blu-ray mit anderem Cover sowie eine 2-Disc Special Edition der DVD, die auch die Featurettes der Blu-ray bietet. Mehr Infos dazu unter http://www.cinefacts.de/Filme/Medicus,64218/DVD-Blu-ray/.

    Mein Pressexemplar entspricht der Standard-Blu-ray. Ich darf also davon ausgehen, dass sie inhaltsmäßig dem besten Standard entspricht. Über Verpackungen wie Steelbook kann ich mir kein Urteil erlauben. Das Bonusmaterial ist für eine deutsche Produktion erstaunlich umfangreich und professionell aufbereitet: in kleine, leicht verdauliche Häppchen. Wer mehr will, ziehe sich das Making-of mit seinen rund 15 Minuten rein. Das Gespräch Stölzls mit dem Buchautor fand ich bereits unwesentlich, und die Impressionen von der Berlin-Premiere sind völlig verzichtbar.

    Michael Matzer (c) 2014ff

Der Medicus (Blu-ray) im Vergleich

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