A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn (VHS) Testberichte
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Tests und Erfahrungsberichte
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Und so vieles ist wahr...
5Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Hallo zusammen,
„Genie und Wahnsinn“. Das war so ziemlich das einzige, was ich über „A beautiful mind“ wusste, bevor ich den Film gestern im Kino gesehen habe. Ich war quasi vollkommen unbeeinflusst, wusste nur dass es um einen genialen Mathematiker geht, der später in die Psychiatrie eingewiesen wird. Mehr nicht. Und das war für das Filmerlebnis auch sehr gut so.
1. Die Handlung, wie sie scheint
2. Die Handlung, wie sie ist
3. Charaktere
4. Kritik
5. Realitätsbezug
-o- Der Schein -o-
Princeton, 1949: Der 2. Weltkriegt ist vorüber und das Leben am College geht wieder seinen gewohnten Gang. John Nash, angehender Mathematikstundent, trifft in Princeton ein um sein Studium zu vertiefen. Ihm eilt schon der Ruf eines Genies voraus, was bei einigen seiner Kommilitonen Neid erweckt. Auch charakterlich passen sie und er nicht zusammen. Johns Umgang mit Menschen ist gewöhnungsbedürftig und für viele zu direkt. Trotzdem nehmen sie ihn mehr oder weniger in ihren Kreis auf.
Da Nash seine einzige Lebensaufgabe darin sieht, etwas vollkommen neues zu entdecken, ist er dauernd auf der Suche nach DEM Projekt: Er beschreibt die Fenster der Bibliothek mit Kreide, rechnet so die Bewegungen von Tauben um Futterkörner aus. Für seine Freunde ist und bleibt er der wunderliche Neuling aus Virginia.
Aufgeschlossener steht im da sein Zimmergenosse Charles gegenüber, der John des öfteren wieder auf den Boden zurückholen muss. Im Laufe der Zeit werden die beiden die besten Freunde, Charles ist jedoch immer nur mit John zusammen, nie mit seinen anderen Freunden.
Als er mit diesen in der Kneipe sitzt, kommt ihm plötzlich eine Idee für seine Forschungen: Alle seine Freunde stehen auf das gleiche Mädchen, eine Blondine, was ihn zu der Annahme veranlasst, dass die Theorie von Adam Smith, Wirschaftwissenschaftler, nicht stimmt. Diese besagt, dass in einer Gruppe jeder das für sich selbst beste tun soll, damit das beste Ergebnis erzielt wird. für Nash jedoch spielt die Gruppe noch eine Rolle und so überlegt er, dass es am besten wäre, wenn man das für die Gruppe und für sich selbst Beste tun würde. Somit würde es heißen, dass alle seine Freunde eine der Freundinnen ©marenmoon der Blondine ansprechen würde. Somit gäbe es keine Rivalitäten unter den Freunden und dieses würde für die Gruppe besser sein als der von Smith vorgeschlagene Egoismus. Diese Idee verändert John Nashs Leben und ist der Anfang einer immer verworrener werdenden Geschichte.
Nash steigert sich in seine Idee immer mehr hinein und scheint auch zunächst Erfolg zu haben. Er wird Dozent. Seine Vorlesungen sind gefragt, obwohl sie des öfteren ausfallen oder nur zum Teil stattfinden, weil er bei seinen Berechnungen die Zeit vergessen hat. In einer dieser Vorlesungen lernt er seine Studentin Alicia kennen, die ihm selbstbewusst und offen gegenübertritt.
Parallel zu seiner Tätigkeit an der Uni arbeitet Nash für den amerikanischen Geheimdienst, denn mitten im Kalten Kriegt wollen die Russen eine Atombombe in den USA zünden. Der mysteriöse William Parcher kümmert sich fortan darum, dass Nash, den er den „besten Dechiffrierer der Welt“ nennt, für das Pentagon arbeitet. Er soll verschlüsselte Nachrichten, die sich in ganz normalen Zeitungstexten befinden, entschlüsseln und so die Position der Bombe herausfinden. Natürlich ist sein Job nicht ungefährlich, da die Russen bereits auf seiner Spur sind.
Zur gleichen Zeit hat Nash sein erstes Rendez-vous mit Alicia, die ihn zum Essen eingeladen hatte. Die beiden kommen sich näher und bauen langsam eine Beziehung auf, wobei Alicia die Rolle einer Erzieherin übernimmt, die John in die gesellschaftlichen Formen einführt.
Nach einiger Zeit heiraten sie, da Nash „einen empirischen Beweis für ihre Liebe“ sucht. Doch auch jetzt weiht er sie nicht in seine gefährliche Arbeit ein. Sie wird schwanger und bekommt einen kleinen Jungen, zu dem Nash gar kein Verhältnis hat. Seine Arbeit wird immer schwieriger für ihn, da ihn Parcher zuletzt sogar drängt, Alicia umzubringen. Diese jedoch ist vollkommen verzweifelt und sieht als letzte Möglichkeit die Einweisung in die Psychiatrie.
-o- Das Sein -o-
Beim ersten Zusammentreffen des Doktors mit Nash wird dem Zuschauer klar, dass er die ganze Zeit, ebenso wie Nash selbst, seine nichtreale Welt erlebt hat. Sein Zimmergenosse Charles hat nie existiert. Seine Aufträge und Parcher haben nie existiert. Und auch Charles kleine Nichte, die Nash so gerne mochte, ist nicht real. Nash selbst ist sich dessen nicht bewusst. Alicia findet in seinem Büro und in der Garage ihres Hauses Wände voll mit nach Codes untersuchten Zeitschriften und wird sich der Krankheit ihres Mannes bewusst: Schizophrenie. Für ihn ist etwas andereres real, was nur er sieht.
In der Psychiatrie wird er einer Insulin-Kur unterzogen und muss sich an eine strenge Medikation halten, auch als er die Klinik verlässt. Als er die Medikamente wenig später absetzt, bekommt er zunächst einen Rückfall, nimmt sich dann jedoch vor, die drei Menschen, die es nur für ihn gibt, einfach zu ignorieren und zu versuchen, ein normales Leben zu führen. Dieses gelingt ihm mehr und mehr, sodass er ©marenmoon am Ende des Films sogar wieder auf dem Campus Studenten unterrichtet und mit seiner Frau Alicia ein normales Leben führen kann. Seine irrealen „Freunde“ halten sich abwartend im Hintergrund und verschwinden nie ganz.
Für seine Forschungen wird er 1994 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.
-o- Charaktere -o-
John Nash (Russel Crowe)
Schon als Student wirkt er wunderlich und kontaktscheu. Keiner seiner Kommilitonen kann wirklich zu ihn durchdringen, da er sich nur selten auf eine Konversation einlässt. Er scheint völlig in sich gekehrt und nur darauf bedacht, sein Lebenswerk zu beginnen und würdevoll zu vollenden. Bei vielen entsteht schon hier der Eindruck, er lebe völlig in seiner eigenen Welt.
Nash gibt sich nicht mit dem zufrieden, was er erreicht hat. Er ist jemand, der immer noch mehr will und später sogar den Ehrgeiz hat, die ganze Welt zu retten. Nash ist sehr von sich überzeugt und teilt dieses auch bereitwillig anderen mit. Er braucht nur sich und seine Mathematik, alles andere ist nebensächlich. Gegen Ende des Films ändert sich sein Verhältnis zu den Dinge, als er den wahren Wert der Liebe kennenlernt: Hatte er sie vorher als bloße Etikette gesehen, deren einziges Ziel der Geschlechtsverkehr ist, dankt er auf der Nobelpreisverleihung seiner Frau für genau diese Liebe, die es ihm ermöglicht hat, weiterzuleben. Er will sein Leben in den Griff bekommen, nicht mehr auf seine irrealen Freunde hören und ist entschlossen, das auch ohne Medikamente zu schaffen. Dieses scheint ihm wirklich zu gelingen.
Russel Crowe hat für seine Rolle mehrere Auszeichnungen erhalten. Wenn man die Darstellung dieses kranken Menschen einmal mit anderen Filmen vergleicht (z.B. Rain Man), steht sie ihnen in keinem Fall nach. Crowe spielt die Rolle des Genies, als hätte er nie in seinem Leben etwas anderes getan. Besonders die Szenen in der Psychiatrie vergisst man wohl nicht so schnell, denn sie sind wirklich schockierend. Insgesamt ist die Person des John Nash optimal besetzt, da sie authentisch wirkt und man ihren allmählichen Wahn durch die sehr gute schauspielerische Leistung von Russel Crowe sehr gut nachvollziehen kann.
Alicia Larde (Jennifer Connelly)
Von Anfang an tritt sie Nash sehr selbstbewusst und bestimmt gegenüber. Sie ist entschlossen, ihm zu zeigen, dass es auch außerhalb der Mathematik noch etwas gibt, über das es sich lohnt, nachzudenken: Die Liebe. Auch als seine Wahnvorstellungen und Ausbrüche immer schlimmer werden, hält sie zu ihm und möchte ihm helfen, wobei sie sich selbst total aufopfert. Am Ende sieht sie keine andere Möglichkeit mehr, als ihn einzuweisen und befindet sich hier im Zwiespalt zwischen Liebe und Vernunft. Am Ende siegt ihre Liebe und sie unterstützt Johns Versuch, ohne Medikamente klarzukommen.
Jennifer Connelly spielt ihre Rolle überzeugend und mit viel Gefühl. Auch hier ist die Besetzung optimal gelungen und auch wenn sie in Deutschland relativ unbekannt ist, wird man sich wohl an diese Rolle noch lange erinnern. Man hat irgendwie das Gefühl, als sei sie die Person, genauso wie es auch schon bei Russel Crowe der Fall war und wie es eigentlich auch sein sollte.
Sein imaginärer Freund Charles (?)
Sein Zimmergenosse hat die Aufgabe eines Gegenpols zu Nash selbst. Er ist es, der ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt und für die normalen Dinge des Lebens begeistert. Er ist es, der ihn bei seiner Arbeit stört, damit er nicht den Kopf verliert. Vielleicht war das Vorhandensein von Charles sogar gut für Nash, denn so hatte er zumindest einen richtigen Freund, dem er alles erzählen konnte.
Sein imaginärer Chef William Parcher (Ed Harris)
Dieser übernimmt in Johns Welt die Rolle des Leiters der Aktionen. Er sorgt als sehr aggressive Figur dafür, dass Nash seine Traumwelt nicht aufgibt und ihm immer wieder glaubt, dass ER real ist und nicht alle, die behaupten es gäbe ihn nicht. Er ist es, der die Gesundheit von Nash immer wieder in Gefahr bringt.
-o- Kritik -o-
Um es gleich vorweg zu sagen: Ich war beeindruckt. „A beautiful mind“ ist der beste Film, den ich seit langem gesehen habe. Neben der beeindruckenden Geschichte war auch die Verfilmung sehr gelungen. Wenige sichtbare Computereffekte machten den Film ziemlich realistisch, die Umgebung des Campus von Princeton wurde ziemlich gut in Szene gesetzt und das, obwohl der Film eine Zeitspanne von circa 50 Jahren einschließt. Natürlich haben diese technischen Details, besonders die Kameraführung, auch großen Eindruck bei mir hinterlassen. Im Vordergrund steht natürlich trotz allem die Geschichte, die verständlich und interessant umgesetzt wurde. Wie ich oben schon geschrieben habe, war die Besetzung optimal gewählt, die Figuren wirkten authentisch und glaubhaft. Selten kommt es vor, dass bei einem Film alles stimmt, aber hier ist dieses Wunder wirklich einmal eingetreten, denn selbst die Synchronstimmen sind recht gut im Vergleich zu vielen anderen Filmen.
Natürlich gibt es trotz allem ein kleines Manko, dass allerdings bei diesen vielen positiven Punkten wenig auffällt: Man weiß am Ende des Films nicht genau, was Nash nun genau gemacht hat. Es ist klar, dass er versuchte, Vorgänge mathematisch zu erklären, aber der Schritt vom sichtbaren Vorgang zur mathematischen Darstellung wurde im Film gar nicht gezeigt. Zwar waren seine Ansätze z.B. für die Bewegung von Tauben als Skizze zu sehen, aber der Zuschauer erfuhr nicht, wie er auf sie gekommen war. Hier hätte man vielleicht einmal die Verbindung zwischen Praxis und der darauf folgenden Theorie herstellen sollen.
-o- Alles wahr? -o-
John Nash gibt es wirklich. Die Geschichte ist wahr, wenige Details (z.B. ist der richtige Nash bisexuell etc.) wurden weggelassen, die jedoch für die Aussage des Films keine große Bedeutung haben. Ein Genie erfährt, dass es auch noch etwas außerhalb der Wissenschaften gibt. Heute leben John Nash und seine Frau Alicia in der Nähe des Campus von Princeton, John selbst ist noch jeden Tag auf dem Campus anzutreffen, wie am Ende des Films verraten wird. Meiner Meinung nach ist das©marenmoon mehr als falsch, denn wie viele Menschen werden sich jetzt aufmachen, um ihn dort zu „besichtigen“?
Eine Bekannte, die in Princeton studiert hat, hat ihn damals in der Bibliothek gesehen. Ob er sich jetzt angesichts des Satzes im Film „Er ist jeden Tag auf dem Campus“ noch dort hintrauen kann, ist für mich mehr als fraglich.
Bleibt also der Schluss, dass mich dieser Film tief beeindruckt hat, besonders die Tatsache, dass alles auf wahren Geschehnissen beruht. Ich kann nur jedem empfehlen, ihn sich anzusehen. Man denkt schon eine Menge darüber nach, was werden kann, wenn aus einem Genie mit den größten Hoffnungen plötzlich ein Wahnsinniger mit zerstörten Träumen wird, der es aber trotz allem später wieder schafft, sein Leben in geordnete Bahnen zu lenken.
Ich dank euch fürs Lesen, weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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liiiiindaaaaa, 29.03.2006, 14:51 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
über gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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Heikles Thema einfühlsam umgesetzt
10.05.2002, 08:03 Uhr von
eulenfan
Eulen, Eulen, Eulen! Das ist so ziemlich mein Lieblingsgebiet überhaupt. Mittlerweile bevölkern ü...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Zwei Fakten über mich zuerst:
Fakt 1: Ich bin ein typischer Twen, und als solcher schwärme ich für gut aussehende Schauspieler. Mein bevorzugter Typ ist groß, hat am besten blaue Augen und „was für Oberarme!!!“ Klar, dass das nur einer sein kann: Der „Insider“; der „Gladiator“ der den „Proof of Life“ erbringt: Russell Crowe!
Fakt 2: Es ist schon ziemlich lange her, dass ich das letzte Mal nach dem Kino zu Hause keine anderen Unterhaltungsmedien genutzt habe. Wirklich, sehr, sehr lange. Ich glaube, es war die „Shawshank Redemption“ (Die Verurteilten), als es mir das letzte Mal derart erging. Sonst komme ich heim und stehe schon bald wieder unter dem Eindruck von Musik, Buch, Fernseher, PC oder Radio.
Nun die Neuerungen:
Neuerung 1: Als ich letzte Woche ins Kino ging, tätigte ich danach noch exakt drei Anrufe, legte mich ins Bett und starrte gedankenverloren an die Decke, bis ich kurz darauf einschlief.
Neuerung 2: Russells Muckis waren mir schnuppe...
All das lag nicht nur an der Frühschicht am nächsten Tag (gähn), sondern auch und vor allen Dingen an dem Film, den ich gesehen hatte: „A Beautiful Mind“.
Ursprünglich, und das gebe ich gerne zu, bin ich in den Film vor allem wegen des in meinen Augen unglaublich attraktiven Hauptdarstellers gegangen. Was kann man anderes auch von einer Twen-Göre wie mir erwarten? Viel hatte ich gehört über den Film, der dem Neuseeländer Russell Crowe seine dritte Oscar-Nominierung in Folge einbrachte, eine Ehre, die vor ihm nur Spencer Tracy zuteil wurde (dieser gewann beim 2. und dritten Mal jedes Mal – ein gutes Omen?). Die Figur des John Nash kannte ich überhaupt nicht. Die Infos über den Nobelpreis hatte ich mehr oder minder nur nebenher mitbekommen und nicht richtig registriert.
Das Thema Schizophrenie und Paranoia interessierte mich dafür um so mehr, hatte ich in meinem Bekanntenkreis doch eine manisch-depressive Bekannte, die zudem leichte Anzeichen von Paranoia aufwies. Für mich war unvorstellbar, dass eine solch schwere Krankheit wie paranoide Schizophrenie durch einen mental mehr oder minder völlig gesunden Menschen überhaupt annähernd glaubwürdig dargestellt werden kann. Zwar ist Russell Crowe für seine aufbrausende und nicht immer freundliche Art bekannt, aber dennoch: wie soll er so einen Menschen darstellen, der sein Leben lang mit Wahnvorstellungen und Persönlichkeitsspaltung kämpft?
Also fuhr ich ins Kino und setzte mich, mit Popcorn und Cola bewaffnet, auf meinen Lieblingsplatz „Mitte-Mitte“ (Mitte des Kinos, Mitte der Reihe) und harrte der Dinge, die da kommen mochten.
Die erste Überraschung erlebte ich gleich nach Öffnen des Vorhangs: Der Film stellt eine Gemeinschaftsarbeit von gleich 4 Filmverleihfirmen dar: UIP, Universal, Dreamworks und die eher unbekannte Imagine Film Corporation. Es hat sich also – sei es des Geldes wegen, sei es des Themas wegen – kein Filmverleih allein an den Streifen gewagt. Ich wurde noch unsicherer: Ein heikles Thema, „feige“ Filmstudios… könnte es sein, dass der Film doch nicht so gut wird?
Spätestens nach 10 min konnte ich mich beruhigt zurücklehnen: Es wurde ein guter Film! Die Story erstreckt sich über 40 Jahre in der Karriere von John Nash, beginnend mit seiner Immatrikulation an der mathematischen Fakultät der Princeton Universität und endend mit dem Tag, an dem er den Nobelpreis verliehen bekommt.
Eigentlich wäre so etwas keinen Hollywood-Film wert, wäre da nicht die Tatsache, dass Nash eben an oben angesprochener paranoider Schizophrenie leidet. So glaubt er während seines Studiums in Princeton, einen Zimmergenossen zu haben; später kommen zwei weitere imaginäre Charaktere dazu: die Nichte seines Zimmergenossen sowie „Big Brother“, der ihn in eine Spionagearbeit für das Verteidigungsministerium verwickelt. Anfangs unbemerkt von Kommilitonen, Studenten, Ehefrau und Freunden steigert er sich immer mehr in seine Wahnvorstellungen hinein, die ihn dazu bringen, dass er alltägliche Klatschmagazine nach versteckten Codes der Russen durchforstet und eine Vorlesung an der Harvard Universität abbricht, weil er glaubt, die Russen würden ihn entführen wollen. Auch, als er in der Klinik ist, glaubt er lange Zeit noch, in russischer Gefangenschaft zu sein. Nach unzähligen Insulinschocktherapien und einem langen Klinikaufenthalt wird Nash schließlich als geheilt entlassen, doch die Krankheit ist noch immer da. Da er unter dem Einfluss der Medikamente weder seinem Kind noch seiner Frau mit Liebe begegnen kann und auch die mathematischen Zusammenhänge nicht mehr erkennen kann, setzt er die Arznei ab und kämpft einen verzweifelten Kampf gegen seine Wahnvorstellungen ohne Medikamente...
Mehr will ich nicht zur Story schreiben, da diese ohnehin schon lang und breit in der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Vielmehr will ich meine eigenen Eindrücke beschreiben.
„A Beautiful Mind“ ist für mich etwas, dass ich einen „leisen Film“ nenne, wobei „leise“ nicht im phonetischen Sinne zu verstehen ist. „Leise“ bezieht sich mehr auf das Gesamtbild des Filmes. Keine große Action, keine heißen Liebesszenen, kein Pathos. Alles konzentriert sich auf Nash’s Krankheit, ohne kitschig oder unglaubwürdig zu erscheinen. Diese Konzentration auf ein zentrales Thema mit untermauernden Nebengeschichten (die Liebe zu Alicia, die Freundschaft mit Sol, die Versagensängste usw.) – so stelle ich mir einen guten „leisen Film“ vor.
Zu keinem Zeitpunkt des Filmes hatte ich das Gefühl, dass Informationen vorenthalten würden, dass Übergänge holprig wären oder dass die Story aufgesetzt erscheint, ohne jedoch langweilig sich in die Länge zu ziehen. Der Film floss praktisch in meine Sinne wie Smetanas „Moldau“ oder Schuberts „Forelle“. Da saß ich in meinem Sessel, vergaß Popcorn und Cola und bemerkte nicht einmal, wie mein auf meinem anderen Bein ruhender rechter Fuß langsam aber sicher einschlief! Das Prickeln bemerkte ich tatsächlich erst, als die Lichter angingen und ich aufstehen wollte...
Ich fläzte also in meinem Sessel und starrte wie gebannt auf die Leinwand. Selbst die schwärmerischen Gedanken: „Diese Oberarme, diese Muskeln, seufz...!“, die ich sonst beim Anblick von Russell Crowe immer habe, schwirrten nicht durch meinen Kopf. Alles, was ich tat, war, in dem Film zu versinken.
Die Geschichte wird aus der Sicht von John Nash erzählt, so dass wir seine imaginären Freunde und Feinde sehen, an einigen Stellen wird aber auch die Sicht aus der Perspektive der Nash umgebenden Personen, wie seines Kommilitonen und späteren Mitarbeiters Sol oder seiner Frau Alicia oder seines Psychiotherapeuten Dr. Rosen gezeigt. Nur durch diese Querperspektive kann man erkennen, was real ist und was nicht. Hätte ich nicht vorher schon einiges über den Film gelesen, ich wäre überzeugt gewesen, dass sein Zimmergenosse oder „Big Brother“ real sind. Erst, als „Big Brother“ ihm den Auftrag gibt, Klatschmagazine nach geheimen Sowjetcodes durchzuforsten, begriff ich, dass es sich um eine Halluzination handeln musste. Doch aus der Sicht des schizophrenen und von extremer Paranoia geplagten Nash wirkte es so real wie seine Frau oder Sol.
Einerseits ist es die Eskalation von Krankheit, andererseits ist es sein Kampf gegen eben jene, die das Hauptmotiv des Filmes ausmachen, und all das wird von einem teilweise kaum wieder zu erkennenden Russell Crowe fantastisch dargestellt. Als Nash glaubt, in einer Verfolgungsjagd gefangen zu sein, ist seine Angst fast physisch zu spüren, und die Schmerzen des Insulinschocks gehen beim Zuschauer ebenfalls durch Mark und Bein. Ron Howard hat zwar Mut bewiesen, den als unbequem und schwierig bekannten Neuseeländer mit der Rolle des John Nash zu betrauen, doch auch ein sehr glückliches Händchen: Crowe spielt den Nobelpreisträger mit allen Emotionen geradezu perfekt, und seine mittlerweile dritte Oscarnominierung ist mehr als ein gerechter Lohn dafür.
Doch auch die Nebendarsteller sind zu loben: Ed Harris als Wahnvorstellung des „Big Brother“ ist ebenso grandios. Kaum zu glauben, dass er nur in der Phantasie von John Nash existiert. Für mich wäre Ed Harris damit ebenfalls ein heißer Kandidat für den Oscar gewesen, jedoch wurde er (leider) übergangen. Dennoch: Ed Harris ist ein absolutes Highlight dieses wunderbaren Films!
Auch Jennifer Connelly als Alicia Nash, die leidgeprüfte Ehefrau, ist einfach grandios, und die Oscarnominierung ist mehr als berechtigt. Die zwischen Liebe und Angst vor ihrem Mann hin und her gerissene Alicia ist einerseits der große Halt für John Nash, andererseits jedoch auch sein Schwachpunkt. Jennifer Connelly bringt diesen Zwiespalt in Alicias Gefühlen hervorragend und absolut glaubwürdig rüber.
Ein weiteres Highlight ist Adam Goldberg („Saving Private Ryan“) in der Rolle des Kommilitonen und Freundes Sol. Ebenfalls ein Mathegenie, hat er gegen die Brillianz von Nash keine Chance, obgleich er einige eigene Publikationen verfasst hat, die sein Talent mehr als verdeutlichen. Für mich ein heißer Was-es-kommt-ein-Film-mit-dem-nichts-wie-hin-ins-Kino-Kandidat, denn ich bin mir sicher, dass wir noch einige großartige Rollen von Goldberg erwarten dürfen.
Was ist noch anzusprechen bei „A Beautiful Mind“? Ich habe – auch hier – Kritiken gelesen, wonach der Film nicht allzu viel mit der Realtiät zu tun hat. Das ist wohl wahr – doch das wollten die Macher auch nicht, wie sie auch im Abspann des Filmes bekräftigen. Ich denke, Hauptanliegen des Filmes ist es, die Krankheit Paranoide Schizophrenie und Nash’s Kampf dagegen zu portraitieren, und das ist den Machern und Darstellern hervorragend gelungen. Sicherlich: Der Film basiert auf der Biografie von John Nash, dass dabei einige Details aus seinem Leben verschönt oder unterschlagen wurden, mag nicht unbedingt zur Authenzität des Filmes beitragen, und doch: Viele Filme basieren auf irgendwelchen Fakten oder Biografien, viele von ihnen sind gar vollkommen fiktiv, wieso also nicht ein teilweise authentischer, teilweise fiktiver Film? Letzten Endes ist der Film auch schon so, ohne dass er das wahre Leben des John Nash (sexuelle Belästigung, drei Mal Scheidung und wieder Hochzeit, Seitensprünge, mündliche wie teilweise auch körperliche Gewalt...) nachvollzieht, sehr mutig: Das Thema Geisteskrankheiten ist nach wie vor ein Tabuthema in Hollywood, Filme, die sich damit befassen, haben es oft schwer, Produzenten oder einen Verleih zu finden. So ja auch „A Beautiful Mind“, bei dem wie vorhin angesprochen gleich 4 Verleih-Firmen sich das Risiko des gefährlichen Themas teilen.
Ich habe es schon angesprochen: Teilweise erkennt man Russell Crowe nicht mehr. Auch die anderen Darsteller, wie z. B. Jennifer Connelly, sind am Ende des Filmes als 60-70jährige nicht mehr zu erkennen. Die Maske hat hier grandiose Dienste geleistet und lässt die Darsteller wie durch Zauberhand altern. Dabei wurde auf jedes noch so kleine Detail geachtet wie dünnes, graues Haar, Altersflecken, Falten usw.
Auch die Requisite und Ausstattung darf sich ihr Lob abholen: Nie wirken die Bauten deplaziert in der Zeit, die Kleidung ist immer der Ära angepasst. Viele Details in Ausstattung, Requisite und Bühnenbild bemerkt man erst beim 2. Mal anschauen und wundert sich dann: „Wow, daran haben sie auch gedacht?“
Ein Wort noch zur deutschen Synchronisation: Ich habe den Film leider bisher nicht im englischen Original gesehen (wird wohl auch knapp werden, da ich derzeit umziehe), doch die deutsche Synchronisation hat mich positiv überrascht. Zwar fehlte mir Crowes schöne tiefe Baritonstimme (siehe auch meine TOFOG-Meinung), aber besonders Nash’s genuscheltes Reden kam fantastisch herüber. Die anderen Synchronstimmen waren wie immer, vom Akzent her einfach hochdeutsch aber emotional einfach klasse und passten von der Stimmmelodie her zu den Menschen auf der Leinwand.
Was wird also für mich übrig bleiben? Ich werde erst mal der Oscarverleihung nächste Woche entgegenfiebern und „A Beautiful Mind“ ganz, ganz fest die Daumen drücken und am nächsten Tag dann vermutlich mit kleinen, glasigen Augen wegen durchgemachter Nacht auf Arbeit sitzen. Und dann? Gehe ich wohl noch mal in den Film, und endlich werde ich seufzen: „Gott, diese Muskeln...“
(Diese Meinung wurde von eulenfan auch bei dooyoo.de und ciao.de veröffentlicht) weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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liiiiindaaaaa, 29.03.2006, 14:54 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
über gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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Genie und Wahnsinn liegenso nah aneinander..........
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
So, ih war also gestern in dem Film Beautiful Mind, wobei ich weil ich zu spät dran war natürlich die ersten 10 Minuten verpasst habe. Trotz allem habe ich mir ein sehr gutes Bild dieses Filmes mache können. Und ich kann nur sagen, einfach genial!
Also:
Zur Story: Die Geschichte handelt um einen Mathematiker (Russel Crowe), der wirklich nicht gerade auf den Kopf gefallen ist. D. h. er kann jegliche Formel lösen und ist auf der ständien Suche nach neuen Wegen und Formeln.
Eines Tages bittet in das Sicherheitsinisterium für ihn zu arbeiten, und zwar an einem "Tp secret" Programm. Eine Bombe soll irgendwo von den Russen versteckt sein. Es würden Codes in verschiedenen Magazinen sein, die entdekt werdenmüssen. Ja, das ist ab nun seine Aufgabe, sämtliche Zeitschriften durchblätter und Codes rausschreiben, die er entdeckt. Nebenbei lernt er noch eine nette junge Dame kenne, die ihn trotz seiner Intelligenz-Macken liebt. Doch er vertieft sich immer mehr in seine Top secret Mission und wird zu einem ganz andrem Mensch............
Dch was, wenn man am ende rausbekommt das das alles nur Vorsellung, ein böder Traum war?
Weiter verrate ich jetzt nicht, ihr soll ihn euch lieber mal anschauen.
Schauspieler:
Russell Crowe, Ed Harris, Jennifer Connelly, Christopher Plummer, Paul Bettany, Adam Goldberg, Josh Lucas, Vivien Cardone, Anthony Rapp, Jason Gray-Stanford, Judd Hirsch u.a
REGIE: Ron Howard, USA 2001
FILMLÄNGE: 124 Minuten
GENRE: Drama
Wirklich ein Film übr den man nachdenken sollte weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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liiiiindaaaaa, 29.03.2006, 14:53 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
über gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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PrinceofLies, 04.05.2002, 21:46 Uhr
Bewertung: weniger hilfreich
Schauspieler?Regie?Kameraführung?Athmosphäre?...all hiervon erfährt man nichts hier und deshalb bleibt die Meinung unerklärt also geht so
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GodsAngel, 04.05.2002, 21:37 Uhr
Bewertung: weniger hilfreich
leider erfahre ich nichts über musik, schauspieler und kamera bzw. regie etc. alles ein wenig knapp. nur die story zusammenz fassen ist leider ein wenig dürftig. grüßle GodsAngel
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Genie und Wahnsinn liegen nahe beieinander
19.04.2002, 23:18 Uhr von
Dialya
Hallo zusammen!!! Nachdem ich schon bei Ciao und Dooyoo schreibe, bin ich nun auch hier wieder...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Kein anderer Film bewegt in letzter Zeit so die Gemüter, wie dieser Film. Und kein anderer Film wird momentan zu mehr Diskussion anregen. Die Rede ist von dem Film „A Beautiful Mind“, welcher momentan in allen Kinos zu sehen ist. Ein Film, der wirklich jeder gesehen haben muss.
Inhalt
Die Story beginnt 1947, als John Nash eines von zwei Stipendien für die Princeton University erhält und dort sein Studium beginnt. John ist ein genialer Mathematiker, der auf der Suche nach einer absolut bahnbrechende Theorie ist. Deswegen verpasst er alle Vorlesungen und versucht eine geniale Theorie zu entwickeln. Dabei wird schnell deutlich, dass er einfach nur ein geniales Genie ist.
Menschlich ist er allerdings nicht so auf der Höhe. Ihm scheint jede Fähigkeit zur Konversation zu fehlen, was zu manchen komischen und oft auch unhöflichen Bemerkungen seinerseits führt. Deswegen wird er auch sehr oft zum Gespött seiner Kommilitonen und fasst auch mal eine Ohrfeige von einer Frau. Vor allem sein Denken und Fühlen ist mathematisch geleitet. Für ihn gibt es für jede Handlung und jedes Gefühl eine mathematische Erklärung.
Eines Abends in einem Café kommt ihm auch sein genialer Einfall und er stellt seine Theorie auf. Mit dieser Theorie wirft er das ganze bisherige Wirtschaftsmodell über den Kopf, wodurch er zuerst mal skeptische Stimmen erntet. Sein Professor ist jedoch sehr begeistert von seiner Theorie und so schliesst er sein Studium dann auch erfolgreich ab und bekommt einen Job im Sicherheitsministerium.
Zu seinem Job gehört jedoch auch das Unterrichten. Nash ist aber nach wie vor unfähig, mit seinen Mitmenschen normal umzugehen, so dass sein Unterricht ziemlich weltfremd wirkt. So wirkt er durchwegs kratzbürstig und ist ein absolut schlechter Lehrer. Eine seiner Studentinnen lässt sich dadurch jedoch nicht beeindrucken, sondern sie versucht den Menschen John Nash kennenzulernen. Diese Studentin ist Alicia, welche er später dann heiratet.
Eines Tages wird er wegen seinem Job ins Pentagon gerufen, wo er einen Code knacken soll. Dabei wird er von einem mysteriösen Mann beobachtet. Dieser taucht dann am gleichen Abend noch bei Nash auf und bietet ihm einen geheimnisvollen Job an...
So, mehr möchte ich jetzt nicht mehr auf die Story eingehen. Einige von Euch werden vielleicht die Lebensgeschichte von John Nash schon kennen, andere aber noch nicht, und denen will ich um keinen Fall die Spannung nehmen.
Charaktere
John Nash
Der Inhalt des Filmes ist seine Lebensgeschichte. John Nash war ein brillanter Mathematiker, welcher 1994 den Nobelpreis für seine Theorie, die er als Student erstellt, erhält. Auch ist er wohl der beste Code-Knacker auf der Welt.
Allerdings leidet John Nash unter Schizophrenie. Viele wichtige Personen in seinem Leben waren nur imaginär. Als seine Schizophrenie entdeckt wird, lässt er sich zuerst von der Krankheit unterkriegen, doch mit der Zeit beginnt er die Krankheit zu akzeptieren und dagegen zu kämpfen, wobei er vor allem von seiner Frau unterstütz wird.
John Nash selber war übrigens zusammen mit seiner Frau auch an der Oskar Verleihung und beide hatten Tränen in den Augen, als Jennifer Connelly für die Rolle der Alicia (Nash’s Frau) einen Oskar bekam.
Alicia Nash
Alicia ist ein starker, unverwüstlicher Charakter. So macht sie sich als junge Studentin an Nash ran, obwohl er total kratzbürstig ist und auch keinen Sinn für Romantik hat. Allerdings scheint sie Nash wohl auch gerade deshalb zu lieben.
Ihre Liebe ist so gross, dass sie auch während der schlimmen Zeit, als seine Krankheit entdeckt wird, zu ihm steht und versucht, den Mann in ihm zu sehen, den sie mal geliebt hatte. Dabei stösst sie oftmals an ihre eigenen Grenzen.
Auch unterstützt sie ihren Mann, als dieser sich entschliesst, ohne Hilfe der Psychologen gegen die Krankheit anzukämpfen. Und ich wage mal zu behaupten, dass ihm das ohne seine Frau kaum gelungen wäre.
Schauspieler
Russel Crowe
Russel Crowe spielt die Hauptrolle in diesem Film, was sicherlich nicht einfach war. Crowe ist wahrscheinlich jedem ein Begriff, da er schon in Gladiator die Hauptrolle spielte, wofür er auch den Oskar kriegte. In diesem Film gelingt es ihm einfach genial, die ganze Lebensgeschichte Nash’s darzustellen und das bei den 47 Jahren, die der Film insgesamt umfasst. Russel Crowe spielt einfach in jeder Szene sehr überzeugend, vor allem auch diejenigen, in denen Nash unter Halluzinationen leidet. Meiner Meinung nach hat der die Nomination für den Oskar wirklich verdient, wie er auch den Oskar, den er leider nicht bekommen hatte, verdient hätte.
Jennifer Connelly
Sie spielt Alicia, Nash’s Frau. Jennifer Connelly war mir bis zur diesjährigen Oskar-Verleihung kein Begriff. Allerdings gewann sie den Oskar für eben genau diese Rolle (beste Nebenrolle) und sie hat ihn auch wirklich verdient. Sie hat in diesem Film wirklich eine grandiose Leistung geboten und überzeugte mich vom Anfang bis zum Ende.
Der echte John Nash
John Nash wurde 1928 geboren. Schon früh machte sich seine Genialität bemerkbar. Schon in den 50er Jahren entwickelte er seine revolutionären Überlegungen zur Spiel- und Entscheidungstheorie.
Als dann jedoch seine Krankheit (Schizophrenie) entdeckt wird, unter der er schon längere Zeit leidet, endet sein Aufstieg schlagartig. Er wird in eine Psychiatrie eingeliefert, wo er von seiner Krankheit erfährt und Medikamente verschrieben bekommt.
Nun verschwindet er für Jahrzehnte aus der Wissenschaft und besiegt mit Hilfe seiner Frau die Krankheit. Seine Wirtschaftswissenschaften, die er als Student aufstellte, beeinflussen inzwischen vor allem die amerikanische Wirtschaft sehr stark.
1994 erhält John Nash, der inzwischen wieder in Princeton unterrichtet, den Nobelpreis für die oben erwähnten Wirtschaftswissenschaften. Heute unterrichtet er immer noch in Princeton, wo er auch zusammen mit seiner Frau lebt.
Meine Meinung
Der Film ist wirklich absolut sehenswert. Mir war es auf jeden Fall keine Minute langweilig. Auch ergreift dieses Drama so sehr, wohl vor allem auch darum, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt.
Die Story jedoch ist sehr anspruchsvoll, man sollte sich also auf keinen Fall auf ein leichtes Filmvergnügen gefasst machen. Auch kommen oft viele mathematischen Sachen vor, die man aber für das Verständnis des Filmes nicht zu verstehen braucht.
Der Film besitzt auch so ein typischer Hollywood-Happy-End, welches vielleicht mal ein wenig kitschig wirkt, aber ausnahmsweise basiert es mal auf der Wahrheit, weshalb es auch absolut zum Film gehört. Alles andere wäre vielleicht weniger kitschig, aber bloss eine Verfälschung, die wohl völlig fehl am Platz wäre.
Während des ganzen Filmes bewegte mich die Frage, wie nahe Genie und Wahnsinn wirklich beieinander liegen. Muss man ein Wahnsinniger sein, um ein Genie zu sein oder ist jedes Genie wahnsinnig?
Am Ergreifesten fand ich aber die Nash’s Rede an der Nobelpreis-Verleihung. In dieser Rede bedankt er sich bei seiner Frau, ohne deren Liebe er nie so weit gekommen wäre. Nash hat erkannt, dass die Liebe die treibende Kraft im Universum ist. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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liiiiindaaaaa, 29.03.2006, 14:55 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
über gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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ChrisLanger, 24.04.2002, 15:11 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Klasse Bericht zu einen guten Film! ciao Chris
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Calistra, 20.04.2002, 22:54 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Vielen Dank für Deinen Hinweis zu meinem Bericht "Niquitin". Er ist jetzt vollständig!!! (Keine Ahnung wie das passieren konnte). :-))
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Genie und Wahnsinn liegen manchmal eng beinander
13.04.2002, 00:41 Uhr von
bert0302
Ich bin ein 35-jähriger kaufmännischer Angestellter aus dem bayerischen Teil Schwabens. In meiner...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Am Osterwochenende 2002 ging ich wieder nach längerer Zeit ins Kino und habe mir dort den mit 4 Oscars ausgezeichneten Film angeschaut. Normalerweise gehöre ich eher zu denen die wegen derartiger Filme nichts ins Kino gehen, sondern darauf warten, daß der Film im Fernsehen erscheint bzw. auf Video erscheint. In diesem Fall war es anders, weil mich das Thema des Films selbst interessiert.
Gliederung:
1.Mein persönliches Interesse an diesem Film
2.Handlung
3.Darsteller
4.Auszeichnung mit dem Oscar
5.Nash’s Theorie und John F. Nash
6.Kritik
7.Persönliches Resümee
1. Mein persönliches Interesse an diesem Film:
Alles was ich vor meinem Kinobesuch von diesem Film wußte, war die ungefähre Handlung und die Tatsache, daß er für mehrere Oscars nominiert wurde und auch tatsächlich vier Oscars erhalten hatte. Mir war lediglich bekannt, daß dieser Film von einem Wissenschaftler handelt, der unter Schizophrenie leidet und darstellt wie er gegen seine Krankheit ankämpft. Meine beste Freundin hat in den letzten Jahren ähnliche Probleme gehabt, was mich dazu gezwungen hat, mich auch damit auseinanderzusetzen. Für einen Außenstehenden ist es jedoch sehr schwierig das Ganze zu verstehen, weshalb ich zusammen mit dieser Freundin ins Kino gegangen bin.
Nachdem ich den Film gesehen habe, ist dieses Interesse noch mehr gestiegen, da ich Anfang der 90er Jahre selbst Ökonomie studiert und auch erfolgreich abgeschlossen habe. Ein Schwerpunkt meines Studiums war die sog. „Theory of Industrial Organization“ (dt. Industrioökonomie), ein Fach, das mit den Unvollkommenheit der Märkte beschäftigt und nicht wie die Mikrookonomie gemeinhin von der Vollkommenheit der Märkte ausgeht. In der Oligopoltheorie wird seit Ende der 80er Jahre der spieltheoretische Ansatz gelehrt und hier kam ich zum ersten Mal mit dem Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen von John F. Nash in Berührung. Als ich gleich zu Beginn den Namen Nash hörte stieg in mir mehr und mehr der schließlich bestätigte Verdacht hoch, daß es sich um den von mir geschätzten Wissenschaftler handelt, der 1994 zusammen mit – übrigens als 1. deutschen Wirtschaftswissenschaftler - Reinhard Selten (für die Dynamisierung der Spieltheorie) und John C. Harsanyi für die Einbindung unvollkommener Information zu Recht den Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1994 erhielt.
2. Handlung:
Der Film beginnt mit der Einführung der neuen Mathematik-Studenten an der Princeton Univiversity. Hier wird den angehenden Jungakademikern die Bedeutung der Mathematik anhand der Entschlüsselung der japanischen Geheimcodes während des zweiten Weltkrieges und anderer mathematischer Glanzleistungen dargestellt. Der junge John Forbes Nash (Russell Crowe) sitzt eher am Rande, lauscht aber dennoch aufmerksam. Auf der Party werden erste Spannungen zwischen den Studenten deutlich und Nash entpuppt sich hier nicht gerade als idealer Gesellschafter, ja geradezu als Zyniker. Dementsprechend ist er eher ein Außenseiter und dementsprechend einsam.
Während seines Studiums erhält er in dem Lebemann Charles Herman (Paul Bettany) einen Zimmergenossen, der ihm die angenehmen Seiten des Studentenlebens aufzeigt. Da Nash ständig nach einer bahnbrechenden Idee sucht, Vorlesungen meidet und nichts veröffentlicht gerät er mehr und mehr unter Druck. Seine Kommilitonen verhöhnen ihn und beim ersten Annäherungsversuch an die holde Weiblichkeit, bei dem er vom Austausch von Körperflüssigkeiten spricht, handelt er sich folgerichtig eine Ohrfeige ein. Auf der Suche nach einer Idee für eine wissenschaftliche Arbeit geht er sogar so weit, daß er die Wege von Tauben im Park aufzeichnet, um daraus eine Logik ableiten zu können, was natürlich zu nichts führt. Auch sein Professor setzt ihn ob seiner Passivität unter Druck und führt ihm eines Tages in der Aula vor, wie ein erfolgreicher Wissenschaftler von seinen Kollegen mit der Überreichung von Füllfederhaltern geehrt wird. Sein einziger echter Freund ist der getreue Charles, dem er sich wirklich anvertrauen kann.
Als Genie, welches er jedoch ist, kommt ihm bei einem Kneipenbesuch mit Studienkollegen die bahnbrechende Idee. Nachdem eine dralle Blondine mit ihren Freundinnen betritt, sind seine Kameraden dementsprechend spitz und spekulieren alle auf die Attraktivste. Allein Nash bleibt cool und erkennt, daß wenn sich alle auf die Blondine stürzen, sich alle also nicht-kooperativ verhalten, keiner die Blondine bekommt und die auch keine von deren Freundinnen irgendetwas von den Studenten wissen will. Genau das ist die Idee, die Nash gebraucht hat und er entwickelt sein Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen, welches die Theorie des Stammvaters der Ökonomie Adam Smith vollkommen auf den Kopf stellt. Mit einer der kürzesten Doktorarbeiten erhält Nash die Stelle am Wheeler Institute und kann sich sogar seine Mitarbeiter aussuchen.
Inzwischen anerkannter Akademiker und Professor hilft er im Pentagon bei der Entschlüsselung eines Geheimcodes. Nachdem er sein Ergebnis bekannt gegeben hat, sieht er im Hintergrund einen ihm unbekannten Mann und er fordert der große Bruder möge sich doch zeigen. Zurück am Wheeler Institute geht er zunächst weiter seiner Arbeit nach, hält Vorlesungen und begegnet zum ersten Mal seiner künftigen Frau Alicia (Jennifer Conelly).
Eines Abends wird Nash von William Parcher (Ed Harris), dem großen Bruder den er schon im Pentagon gesehen hat, beim Verlassen des Büros abgefangen und in ein Gebäude neben dem Wheeler Institute geführt. Hier erfährt er, daß die Sowjets planen sog. Schläfer in den USA haben und planen, Atombomben ins Land zu schmuggeln. Man erklärt ihm die Sowjets verkehren über Codes, die in verschiedenen Zeitungen eingebaut sind mit ihren Agenten und man brennt ihm eine Markierung in den linken Unterarm ein, die er als Zugang zum Briefkasten braucht.
Nash macht sich mit Feuereifer an seine neue Aufgabe und scheint alles um sich herum zu vergessen. Er vergißt sogar eine Vorlesungen zu halten und wird erst von Alicia daran erinnert. Sein Privatleben scheint sich gut zu entwickeln, Alicia begleitet ihn sogar zu einem Empfang mit dem Gouverneur und der nüchterne Mathematiker Nash entwickelt sogar romantische Tendenzen. Die beiden heiraten und Alicia ist kurz darauf schwanger.
Aufgrund jetztigen Verantwortung als Familienvater gerät Nash noch mehr unter Druck. Es kommt sogar zu Meinungsverschiedenheiten mit Parcher, Nash setzt seine Arbeit jedoch weiter fort. Bei einer Arbeit im Park begegnet Nash der kleinen Becky (Tanya Clarke), die sich als Nichte seines Zimmergenossen Charles entpuppt. Als Nash eines Abends wieder seinen Briefkasten füllt, wird er kurz dannach von Parcher mit dem Auto abgefangen und es kommt zu einer für - eher für Actionfilme typischen – Verfolgungsjagd, in dessen Verlauf das Auto mit den Verfolgern in einen Fluß stürzt. Zurück zu Hause, erklärt er seiner besorgten Frau, sie solle besser wieder zu ihrer Mutter ziehen, da sie alle in Gefahr wären.
Bei einer Vorlesung in Princeton kommt es schließlich zum Eklat. Nachdem Nash kurz vor der Vorlesung wieder Charles und dessen Nichte begegnet, fühlt er sich während der Vorlesung von zwei ihm ungekannten Personen verfolgt, woraufhin er panikartig den Saal verläßt. Schnell eingeholt, entpuppt sich einer der Verfolger als Psychiater Dr. Rosen (Christopher Plummer), der ihm nach einem weiteren Fluchtversuch erst einmal ein Beruhigungsmittel verabreicht.
In der Klinik von Dr. Rosen kommt das ganze Ausmaß der Tragödie zum Vorschein. Nash entpuppt sich als Schizophrener, der dringend ärztliche Hilfe notwendig hat. Seine Frau Alicia erkennt erst jetzt, daß ihr Mann schwer krank ist, obwohl sie schon länger den Verdacht es würde etwas nicht stimmen, hatte. Nachdem sie von Dr. Rosen unterrichtet wurde und sie durch die Infragestellung der Echtheit von Nash’s Zimmergenossen Charles sehr verunsichert ist, geht sie zu dem Briefkasten und zieht dort das letzte von ihrem Mann eingeworfene Dokument heraus.
Während der Besuchsstunde in der Klinik konfrontiert sie ihren Mann mit ihren Entdeckungen, und legt ihm alle von ihm eingeworfenen Briefumschläge vor. Nash wird inzwischen mit Medikamenten behandelt und entdeckt, daß der Geheimcode auf seinem Unterarm verschwunden ist.
Wegen Nash’s Krankheit muß Alicia jetzt allein die Familie durchbringen, da er wegen der Medikamente zu einer vernünftigen Arbeit nicht imstande ist. Die medikamentöse Behandlung seiner Krankheit hat auch Auswirkungen auf sein Sexualleben, was Alica verzweifeln läßt. Nash, betroffen von dieser Verzweiflung, setzt daraufhin die Medikamente ab, was seine Krankheit erneut aufflackern läßt.
Wieder meldet sich der nur in seiner Einbildung existierende Parcher und Nash beginnt in einer Gartenlaube erneut mit dem Ausschneiden von Zeitungsartikeln. Zunächst von Alicia nicht bemerkt, kommt sie während eines Gewitters sehr schnell dahinter. Während einer heftigen Szene erscheinen Parcher, Charles und Becky, woraufhin Alicia flüchten will, nachdem sie von ihrem Mann gehindert wurde Dr. Rosen anzurufen. Nash hält sie auf, in dem er ihr seine Entdeckung, daß Becky nicht älter wird kundtut.
In einem Gespräch mit Dr. Rosen und Alicia verweigert Nash den Gang in die Klinik und beginnt aktiv gegen seine Krankheit zu kämpfen. Er geht auch wieder an die Princeton University und beginnt wieder zu arbeiten. Auf dem Campus kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung, während der er den nicht existierenden Parcher, Charles und Becky immer wieder zuruft sie wären nicht echt. Dies sorgt natürlich für Aufsehen, da nur der schizophrene Nash die drei sieht, aber Nash schafft es einen Weg zu finden mit seiner Schizophrenie zu leben. Er erkennt, daß seine Krankheit lebenslang sein wird, findet aber in dem Ansatz die drei einfach zu ignorieren und nicht mehr verbal mit ihnen zu kommunizieren einen Ausweg.
Er beginnt wieder zu unterrichten und wird nach einer Vorlesung von einem Herrn besucht, der sich als Vertreter des schwedischen Nobelkommittees entpuppt. Sie begeben sich beide in die Aula, in der Nash jahrzehntelang nicht gesehen wurde. Nash erfährt, daß er für den Nobelpreis vorgeschlagen ist, die Akademie aber befürchtet er könnte sie mit seiner Krankheit blamieren. Während dieses Gesprächs überreicht ein Professor Nash seinen Füllfederhalter, was eine Kettenreaktion auslöst und er noch weitere erhält. Bei der Verleihung des Nobelpreises in Stockholm dankt er seiner Frau für ihre Treue und Unterstützung. Als beide die Halle verlassen sieht er wieder die nur in seiner Einbildung existierenden Gestalten, weiß aber, daß es niemals zu schlimmeren Auswüchsen kommen wird, da er einen Weg gefunden hat, mit seiner Krankheit zu leben.
3. Darsteller:
Russell Crowe in der Rolle von John F. Nash verkörpert den schizophrenen und genialen Wissenschaftler auf überzeugende Weise. Vor allem in Ausdruck und Mimik zeigt er sich den Anforderungen dieser überaus schwierigen Rolle gewachsen und schafft es den Wissenschaftler auch in fortgeschrittenem Alter überzeugend darzustellen. Seine Nominierung für den Oscar erfolgte sicher zu Recht.
Jennifer Connelly in der Rolle von Nash’s Ehefrau Alicia war sicher der beste Griff, den Ron Howard bei der Besetzung dieser Rolle machen konnte. Sie war schon optisch für die Rolle prädistiniert, da Nash’s Ehefrau Alicia in El Salvador geboren wurde und sie schon aufgrund ihrer äußeren Erscheinung da lateinamerikanische Element sehr gut zum Ausdruck bringen konnte. Aber sie spielt ihre Rolle als treue, besorgte Ehefrau sehr überzeugend und bringt sehr gut die Empfindungen der Angehörigen von an Schizophrenie erkrankten Menschen rüber. Sie wurde zu Recht mit dem Oscar für die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Daneben brillieren noch die Altstars Christopher Plummer als Dr. Rosen und Ed Harris als William Parcher, die beide eine handwerklich sehr gute Leistung abliefern.
4. Auszeichnung mit dem Oscar
Insgesamt wurde der Film für 8 Oscars nominiert und zwar in folgenden Kategorien:
Bester Film, Russell Crowe als bester Hauptdarsteller, Jennifer Connelly als beste Nebendarstellerin, die beste Regie (Ron Howard), Akiva Goldsman für das beste adaptierte Drehbuch, James Horner für die beste Filmmusik, das beste Makeup und den besten Schnitt.
Davon erhielt der Film 4 Oscars, neben Jennifer Connelly wurde er als bester Film, Ron Howard für die Regie und Akiva Goldman für das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet.
5. Nash’s Theorie und John F. Nash
Die Theorie von John F. Nash beschäftigt sich mit Gleichgewichten in nicht-kooperativen Spielen. Ausgangspunkt ist dabei das sog. Gefangenendilemma (Prisoners Dilemma). Nach Nash’s Theorie kann nur dann ein stabiles Gleichgewicht zustande kommen, wenn kein Spieler sich durch eine Änderung seiner Strategie verbessern kann, wenn der andere seine Strategie beibehält (Nash Gleichgewicht). Diese Theorie überträgt Nash auf das Duopol, d.h. einen Markt in dem zwei gleich starke Unternehmen tätig sind. Beide Unternehmen könnten sich absprechen, aber jedes Unternehmen erliegt der Versuchung das Abkommen zu brechen, um damit die ganze Nachfrage auf sich zu ziehen und den ganzen Gewinn zu erhalten. Als Ergebnis werden in diesem Markt nicht die Monopolmenge und der Monopolpreis gesetzt, sondern eine höhere Menge und ein niedriger Preis.
Für die Übertragung des Gefangenendilemmas auf die Wirtschaftswissenschaften und die daraus abgeleiteten Folgerungen erhielt Nash den Nobelpreis. Nash war bereits mehrere Jahre für den Nobelpreis im Gespräch, aber er erhielt ihn lange nicht, weil er eben kein Wirtschaftswissenschaftler, sondern Mathematiker ist und man wohl nicht lange nicht einsehen wollte, welchen Einfluß die Mathematik auf die Ökonomie hat.
Der Charakter von John F. Nash wird im Film nur teilweise korrekt dargestellt. Laut seiner Biographin Sylvia Nasar war Nash Antisemit, bisexuell und zu Gewaltausbrüchen neigend. Seine beiden Ehefrauen behandelte er schlecht und er war kein guter Vater. Seine wissenschaftliche Leistung steht auf einem anderen Blatt.
6. Kritik:
Auch wenn von Nash’s wahrem Charakter in Ron Howards Film nicht viel übrig geblieben ist, so ist ihm dennoch eine brilliante Darstellung von Schizophrenie und deren Auswirkungen gelungen. Man hat bewußt die bisexuellen und antisemitischen Neigungen von Nash nicht dargestellt, weil man wohl unnötige Parallelen vermeiden wollte.
Als Zuschauer erlebt man den Film erst rein aus der persönlichen Sicht von Nash und erst nach seiner Einweisung in die Klinik ändert sich der Blickwinkel. Ab diesem Zeitpunkt sieht man den Film aus der Sicht seiner Umgebung, wobei man immer wieder in die Wahrnehmung von Nash überwechselt.
Jedoch wird der Film, nachdem die Krankheit Nash’s zutage tritt zunehmend hollywoodlike und der weitere Gang der Dinge wird mehr und mehr vorhersehbar, wobei dies auch durch die Biographie des Genies bedingt ist. Gegen Ende des Films wird mehr und mehr Schmalz aufgetragen, weil es natürlich einzig und allein die Liebe seiner Frau Alicia war, die Nash geholfen hat.
Howard ist jedoch eine sehr gute Darstellung der Krankheit gelungen und man bekommt durch den Film eine Vorstellung wie ein Mensch, der unter Schizophrenie leidet, empfindet. Der Film zeigt weiterhin auf, wie die Angehörigen und das nähere Umfeld diese Krankheit sehen und macht die Schwierigkeiten, eine solche Krankheit zu erkennen deutlich. Daß dies so gut gelungen ist, liegt wohl vor allem daran, daß sowohl Regisseur Howard als auch Drehbuchauthor Goldsmann beide persönliche Erfahrungen mit diesem Thema haben. Goldsman’s Eltern waren Psychologen, die ein Heim für schizophrene Kinder unterhielten und Howard hatte einen Fall in seiner eigenen Familie.
Daß über das Thema die wissenschaftliche Leistung zu kurz kam, ist zu bedauern. Vor allem wirken die Szenen mit den Füllfederhaltern kurios und es kommt aus dem Film nicht heraus, wofür Nash den Nobelpreis erhielt.
7.Persönliches Resümee
Wie schon anfangs gesagt, habe ich bei einer Freundin von mir ähnliches erlebt. Es ist für einen Laien sehr schwierig, so etwas überhaupt zu erkennen, geschweige denn zu begreifen. Man merkt zwar, daß irgendetwas nicht stimmen kann, aber sich in einen solchen Menschen hineinzuversetzen ist äußerst schwierig. Sehr viel Einfühlungsvermögen ist notwendig, man muß viel zuhören, um solche Menschen überhaupt verstehen zu können. Durch den Film habe ich einen Eindruck gewonnen, wie ein schizophrener Mensch überhaupt empfindet und ich sehe das Ganze in einem anderen Licht.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-12 22:40:59 mit dem Titel Genie und Wahnsinn liegen manchmal eng beinander
Am Osterwochenende 2002 ging ich wieder nach längerer Zeit ins Kino und habe mir dort den mit 4 Oscars ausgezeichneten Film angeschaut. Normalerweise gehöre ich eher zu denen die wegen derartiger Filme nichts ins Kino gehen, sondern darauf warten, daß der Film im Fernsehen erscheint bzw. auf Video erscheint. In diesem Fall war es anders, weil mich das Thema des Films selbst interessiert.
Gliederung:
1.Mein persönliches Interesse an diesem Film
2.Handlung
3.Darsteller
4.Auszeichnung mit dem Oscar
5.Nash’s Theorie und John F. Nash
6.Kritik
7.Persönliches Resümee
1. Mein persönliches Interesse an diesem Film:
Alles was ich vor meinem Kinobesuch von diesem Film wußte, war die ungefähre Handlung und die Tatsache, daß er für mehrere Oscars nominiert wurde und auch tatsächlich vier Oscars erhalten hatte. Mir war lediglich bekannt, daß dieser Film von einem Wissenschaftler handelt, der unter Schizophrenie leidet und darstellt wie er gegen seine Krankheit ankämpft. Meine beste Freundin hat in den letzten Jahren ähnliche Probleme gehabt, was mich dazu gezwungen hat, mich auch damit auseinanderzusetzen. Für einen Außenstehenden ist es jedoch sehr schwierig das Ganze zu verstehen, weshalb ich zusammen mit dieser Freundin ins Kino gegangen bin.
Nachdem ich den Film gesehen habe, ist dieses Interesse noch mehr gestiegen, da ich Anfang der 90er Jahre selbst Ökonomie studiert und auch erfolgreich abgeschlossen habe. Ein Schwerpunkt meines Studiums war die sog. „Theory of Industrial Organization“ (dt. Industrioökonomie), ein Fach, das mit den Unvollkommenheit der Märkte beschäftigt und nicht wie die Mikrookonomie gemeinhin von der Vollkommenheit der Märkte ausgeht. In der Oligopoltheorie wird seit Ende der 80er Jahre der spieltheoretische Ansatz gelehrt und hier kam ich zum ersten Mal mit dem Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen von John F. Nash in Berührung. Als ich gleich zu Beginn den Namen Nash hörte stieg in mir mehr und mehr der schließlich bestätigte Verdacht hoch, daß es sich um den von mir geschätzten Wissenschaftler handelt, der 1994 zusammen mit – übrigens als 1. deutschen Wirtschaftswissenschaftler - Reinhard Selten (für die Dynamisierung der Spieltheorie) und John C. Harsanyi für die Einbindung unvollkommener Information zu Recht den Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1994 erhielt.
2. Handlung:
Der Film beginnt mit der Einführung der neuen Mathematik-Studenten an der Princeton Univiversity. Hier wird den angehenden Jungakademikern die Bedeutung der Mathematik anhand der Entschlüsselung der japanischen Geheimcodes während des zweiten Weltkrieges und anderer mathematischer Glanzleistungen dargestellt. Der junge John Forbes Nash (Russell Crowe) sitzt eher am Rande, lauscht aber dennoch aufmerksam. Auf der Party werden erste Spannungen zwischen den Studenten deutlich und Nash entpuppt sich hier nicht gerade als idealer Gesellschafter, ja geradezu als Zyniker. Dementsprechend ist er eher ein Außenseiter und dementsprechend einsam.
Während seines Studiums erhält er in dem Lebemann Charles Herman (Paul Bettany) einen Zimmergenossen, der ihm die angenehmen Seiten des Studentenlebens aufzeigt. Da Nash ständig nach einer bahnbrechenden Idee sucht, Vorlesungen meidet und nichts veröffentlicht gerät er mehr und mehr unter Druck. Seine Kommilitonen verhöhnen ihn und beim ersten Annäherungsversuch an die holde Weiblichkeit, bei dem er vom Austausch von Körperflüssigkeiten spricht, handelt er sich folgerichtig eine Ohrfeige ein. Auf der Suche nach einer Idee für eine wissenschaftliche Arbeit geht er sogar so weit, daß er die Wege von Tauben im Park aufzeichnet, um daraus eine Logik ableiten zu können, was natürlich zu nichts führt. Auch sein Professor setzt ihn ob seiner Passivität unter Druck und führt ihm eines Tages in der Aula vor, wie ein erfolgreicher Wissenschaftler von seinen Kollegen mit der Überreichung von Füllfederhaltern geehrt wird. Sein einziger echter Freund ist der getreue Charles, dem er sich wirklich anvertrauen kann.
Als Genie, welches er jedoch ist, kommt ihm bei einem Kneipenbesuch mit Studienkollegen die bahnbrechende Idee. Nachdem eine dralle Blondine mit ihren Freundinnen betritt, sind seine Kameraden dementsprechend spitz und spekulieren alle auf die Attraktivste. Allein Nash bleibt cool und erkennt, daß wenn sich alle auf die Blondine stürzen, sich alle also nicht-kooperativ verhalten, keiner die Blondine bekommt und die auch keine von deren Freundinnen irgendetwas von den Studenten wissen will. Genau das ist die Idee, die Nash gebraucht hat und er entwickelt sein Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen, welches die Theorie des Stammvaters der Ökonomie Adam Smith vollkommen auf den Kopf stellt. Mit einer der kürzesten Doktorarbeiten erhält Nash die Stelle am Wheeler Institute und kann sich sogar seine Mitarbeiter aussuchen.
Inzwischen anerkannter Akademiker und Professor hilft er im Pentagon bei der Entschlüsselung eines Geheimcodes. Nachdem er sein Ergebnis bekannt gegeben hat, sieht er im Hintergrund einen ihm unbekannten Mann und er fordert der große Bruder möge sich doch zeigen. Zurück am Wheeler Institute geht er zunächst weiter seiner Arbeit nach, hält Vorlesungen und begegnet zum ersten Mal seiner künftigen Frau Alicia (Jennifer Conelly).
Eines Abends wird Nash von William Parcher (Ed Harris), dem großen Bruder den er schon im Pentagon gesehen hat, beim Verlassen des Büros abgefangen und in ein Gebäude neben dem Wheeler Institute geführt. Hier erfährt er, daß die Sowjets planen sog. Schläfer in den USA haben und planen, Atombomben ins Land zu schmuggeln. Man erklärt ihm die Sowjets verkehren über Codes, die in verschiedenen Zeitungen eingebaut sind mit ihren Agenten und man brennt ihm eine Markierung in den linken Unterarm ein, die er als Zugang zum Briefkasten braucht.
Nash macht sich mit Feuereifer an seine neue Aufgabe und scheint alles um sich herum zu vergessen. Er vergißt sogar eine Vorlesungen zu halten und wird erst von Alicia daran erinnert. Sein Privatleben scheint sich gut zu entwickeln, Alicia begleitet ihn sogar zu einem Empfang mit dem Gouverneur und der nüchterne Mathematiker Nash entwickelt sogar romantische Tendenzen. Die beiden heiraten und Alicia ist kurz darauf schwanger.
Aufgrund jetztigen Verantwortung als Familienvater gerät Nash noch mehr unter Druck. Es kommt sogar zu Meinungsverschiedenheiten mit Parcher, Nash setzt seine Arbeit jedoch weiter fort. Bei einer Arbeit im Park begegnet Nash der kleinen Becky (Tanya Clarke), die sich als Nichte seines Zimmergenossen Charles entpuppt. Als Nash eines Abends wieder seinen Briefkasten füllt, wird er kurz dannach von Parcher mit dem Auto abgefangen und es kommt zu einer für - eher für Actionfilme typischen – Verfolgungsjagd, in dessen Verlauf das Auto mit den Verfolgern in einen Fluß stürzt. Zurück zu Hause, erklärt er seiner besorgten Frau, sie solle besser wieder zu ihrer Mutter ziehen, da sie alle in Gefahr wären.
Bei einer Vorlesung in Princeton kommt es schließlich zum Eklat. Nachdem Nash kurz vor der Vorlesung wieder Charles und dessen Nichte begegnet, fühlt er sich während der Vorlesung von zwei ihm ungekannten Personen verfolgt, woraufhin er panikartig den Saal verläßt. Schnell eingeholt, entpuppt sich einer der Verfolger als Psychiater Dr. Rosen (Christopher Plummer), der ihm nach einem weiteren Fluchtversuch erst einmal ein Beruhigungsmittel verabreicht.
In der Klinik von Dr. Rosen kommt das ganze Ausmaß der Tragödie zum Vorschein. Nash entpuppt sich als Schizophrener, der dringend ärztliche Hilfe notwendig hat. Seine Frau Alicia erkennt erst jetzt, daß ihr Mann schwer krank ist, obwohl sie schon länger den Verdacht es würde etwas nicht stimmen, hatte. Nachdem sie von Dr. Rosen unterrichtet wurde und sie durch die Infragestellung der Echtheit von Nash’s Zimmergenossen Charles sehr verunsichert ist, geht sie zu dem Briefkasten und zieht dort das letzte von ihrem Mann eingeworfene Dokument heraus.
Während der Besuchsstunde in der Klinik konfrontiert sie ihren Mann mit ihren Entdeckungen, und legt ihm alle von ihm eingeworfenen Briefumschläge vor. Nash wird inzwischen mit Medikamenten behandelt und entdeckt, daß der Geheimcode auf seinem Unterarm verschwunden ist.
Wegen Nash’s Krankheit muß Alicia jetzt allein die Familie durchbringen, da er wegen der Medikamente zu einer vernünftigen Arbeit nicht imstande ist. Die medikamentöse Behandlung seiner Krankheit hat auch Auswirkungen auf sein Sexualleben, was Alica verzweifeln läßt. Nash, betroffen von dieser Verzweiflung, setzt daraufhin die Medikamente ab, was seine Krankheit erneut aufflackern läßt.
Wieder meldet sich der nur in seiner Einbildung existierende Parcher und Nash beginnt in einer Gartenlaube erneut mit dem Ausschneiden von Zeitungsartikeln. Zunächst von Alicia nicht bemerkt, kommt sie während eines Gewitters sehr schnell dahinter. Während einer heftigen Szene erscheinen Parcher, Charles und Becky, woraufhin Alicia flüchten will, nachdem sie von ihrem Mann gehindert wurde Dr. Rosen anzurufen. Nash hält sie auf, in dem er ihr seine Entdeckung, daß Becky nicht älter wird kundtut.
In einem Gespräch mit Dr. Rosen und Alicia verweigert Nash den Gang in die Klinik und beginnt aktiv gegen seine Krankheit zu kämpfen. Er geht auch wieder an die Princeton University und beginnt wieder zu arbeiten. Auf dem Campus kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung, während der er den nicht existierenden Parcher, Charles und Becky immer wieder zuruft sie wären nicht echt. Dies sorgt natürlich für Aufsehen, da nur der schizophrene Nash die drei sieht, aber Nash schafft es einen Weg zu finden mit seiner Schizophrenie zu leben. Er erkennt, daß seine Krankheit lebenslang sein wird, findet aber in dem Ansatz die drei einfach zu ignorieren und nicht mehr verbal mit ihnen zu kommunizieren einen Ausweg.
Er beginnt wieder zu unterrichten und wird nach einer Vorlesung von einem Herrn besucht, der sich als Vertreter des schwedischen Nobelkommittees entpuppt. Sie begeben sich beide in die Aula, in der Nash jahrzehntelang nicht gesehen wurde. Nash erfährt, daß er für den Nobelpreis vorgeschlagen ist, die Akademie aber befürchtet er könnte sie mit seiner Krankheit blamieren. Während dieses Gesprächs überreicht ein Professor Nash seinen Füllfederhalter, was eine Kettenreaktion auslöst und er noch weitere erhält. Bei der Verleihung des Nobelpreises in Stockholm dankt er seiner Frau für ihre Treue und Unterstützung. Als beide die Halle verlassen sieht er wieder die nur in seiner Einbildung existierenden Gestalten, weiß aber, daß es niemals zu schlimmeren Auswüchsen kommen wird, da er einen Weg gefunden hat, mit seiner Krankheit zu leben.
3. Darsteller:
Russell Crowe in der Rolle von John F. Nash verkörpert den schizophrenen und genialen Wissenschaftler auf überzeugende Weise. Vor allem in Ausdruck und Mimik zeigt er sich den Anforderungen dieser überaus schwierigen Rolle gewachsen und schafft es den Wissenschaftler auch in fortgeschrittenem Alter überzeugend darzustellen. Seine Nominierung für den Oscar erfolgte sicher zu Recht.
Jennifer Connelly in der Rolle von Nash’s Ehefrau Alicia war sicher der beste Griff, den Ron Howard bei der Besetzung dieser Rolle machen konnte. Sie war schon optisch für die Rolle prädistiniert, da Nash’s Ehefrau Alicia in El Salvador geboren wurde und sie schon aufgrund ihrer äußeren Erscheinung da lateinamerikanische Element sehr gut zum Ausdruck bringen konnte. Aber sie spielt ihre Rolle als treue, besorgte Ehefrau sehr überzeugend und bringt sehr gut die Empfindungen der Angehörigen von an Schizophrenie erkrankten Menschen rüber. Sie wurde zu Recht mit dem Oscar für die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Daneben brillieren noch die Altstars Christopher Plummer als Dr. Rosen und Ed Harris als William Parcher, die beide eine handwerklich sehr gute Leistung abliefern.
4. Auszeichnung mit dem Oscar
Insgesamt wurde der Film für 8 Oscars nominiert und zwar in folgenden Kategorien:
Bester Film, Russell Crowe als bester Hauptdarsteller, Jennifer Connelly als beste Nebendarstellerin, die beste Regie (Ron Howard), Akiva Goldsman für das beste adaptierte Drehbuch, James Horner für die beste Filmmusik, das beste Makeup und den besten Schnitt.
Davon erhielt der Film 4 Oscars, neben Jennifer Connelly wurde er als bester Film, Ron Howard für die Regie und Akiva Goldman für das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet.
5. Nash’s Theorie und John F. Nash
Die Theorie von John F. Nash beschäftigt sich mit Gleichgewichten in nicht-kooperativen Spielen. Ausgangspunkt ist dabei das sog. Gefangenendilemma (Prisoners Dilemma). Nach Nash’s Theorie kann nur dann ein stabiles Gleichgewicht zustande kommen, wenn kein Spieler sich durch eine Änderung seiner Strategie verbessern kann, wenn der andere seine Strategie beibehält (Nash Gleichgewicht). Diese Theorie überträgt Nash auf das Duopol, d.h. einen Markt in dem zwei gleich starke Unternehmen tätig sind. Beide Unternehmen könnten sich absprechen, aber jedes Unternehmen erliegt der Versuchung das Abkommen zu brechen, um damit die ganze Nachfrage auf sich zu ziehen und den ganzen Gewinn zu erhalten. Als Ergebnis werden in diesem Markt nicht die Monopolmenge und der Monopolpreis gesetzt, sondern eine höhere Menge und ein niedriger Preis.
Für die Übertragung des Gefangenendilemmas auf die Wirtschaftswissenschaften und die daraus abgeleiteten Folgerungen erhielt Nash den Nobelpreis. Nash war bereits mehrere Jahre für den Nobelpreis im Gespräch, aber er erhielt ihn lange nicht, weil er eben kein Wirtschaftswissenschaftler, sondern Mathematiker ist und man wohl nicht lange nicht einsehen wollte, welchen Einfluß die Mathematik auf die Ökonomie hat.
Der Charakter von John F. Nash wird im Film nur teilweise korrekt dargestellt. Laut seiner Biographin Sylvia Nasar war Nash Antisemit, bisexuell und zu Gewaltausbrüchen neigend. Seine beiden Ehefrauen behandelte er schlecht und er war kein guter Vater. Seine wissenschaftliche Leistung steht auf einem anderen Blatt.
6. Kritik:
Auch wenn von Nash’s wahrem Charakter in Ron Howards Film nicht viel übrig geblieben ist, so ist ihm dennoch eine brilliante Darstellung von Schizophrenie und deren Auswirkungen gelungen. Man hat bewußt die bisexuellen und antisemitischen Neigungen von Nash nicht dargestellt, weil man wohl unnötige Parallelen vermeiden wollte.
Als Zuschauer erlebt man den Film erst rein aus der persönlichen Sicht von Nash und erst nach seiner Einweisung in die Klinik ändert sich der Blickwinkel. Ab diesem Zeitpunkt sieht man den Film aus der Sicht seiner Umgebung, wobei man immer wieder in die Wahrnehmung von Nash überwechselt.
Jedoch wird der Film, nachdem die Krankheit Nash’s zutage tritt zunehmend hollywoodlike und der weitere Gang der Dinge wird mehr und mehr vorhersehbar, wobei dies auch durch die Biographie des Genies bedingt ist. Gegen Ende des Films wird mehr und mehr Schmalz aufgetragen, weil es natürlich einzig und allein die Liebe seiner Frau Alicia war, die Nash geholfen hat.
Howard ist jedoch eine sehr gute Darstellung der Krankheit gelungen und man bekommt durch den Film eine Vorstellung wie ein Mensch, der unter Schizophrenie leidet, empfindet. Der Film zeigt weiterhin auf, wie die Angehörigen und das nähere Umfeld diese Krankheit sehen und macht die Schwierigkeiten, eine solche Krankheit zu erkennen deutlich. Daß dies so gut gelungen ist, liegt wohl vor allem daran, daß sowohl Regisseur Howard als auch Drehbuchauthor Goldsmann beide persönliche Erfahrungen mit diesem Thema haben. Goldsman’s Eltern waren Psychologen, die ein Heim für schizophrene Kinder unterhielten und Howard hatte einen Fall in seiner eigenen Familie.
Daß über das Thema die wissenschaftliche Leistung zu kurz kam, ist zu bedauern. Vor allem wirken die Szenen mit den Füllfederhaltern kurios und es kommt aus dem Film nicht heraus, wofür Nash den Nobelpreis erhielt.
7.Persönliches Resümee
Wie schon anfangs gesagt, habe ich bei einer Freundin von mir ähnliches erlebt. Es ist für einen Laien sehr schwierig, so etwas überhaupt zu erkennen, geschweige denn zu begreifen. Man merkt zwar, daß irgendetwas nicht stimmen kann, aber sich in einen solchen Menschen hineinzuversetzen ist äußerst schwierig. Sehr viel Einfühlungsvermögen ist notwendig, man muß viel zuhören, um solche Menschen überhaupt verstehen zu können. Durch den Film habe ich einen Eindruck gewonnen, wie ein schizophrener Mensch überhaupt empfindet und ich sehe das Ganze in einem anderen Licht.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-12 22:41:14 mit dem Titel Genie und Wahnsinn liegen manchmal eng beinander
Am Osterwochenende 2002 ging ich wieder nach längerer Zeit ins Kino und habe mir dort den mit 4 Oscars ausgezeichneten Film angeschaut. Normalerweise gehöre ich eher zu denen die wegen derartiger Filme nichts ins Kino gehen, sondern darauf warten, daß der Film im Fernsehen erscheint bzw. auf Video erscheint. In diesem Fall war es anders, weil mich das Thema des Films selbst interessiert.
Gliederung:
1.Mein persönliches Interesse an diesem Film
2.Handlung
3.Darsteller
4.Auszeichnung mit dem Oscar
5.Nash’s Theorie und John F. Nash
6.Kritik
7.Persönliches Resümee
1. Mein persönliches Interesse an diesem Film:
Alles was ich vor meinem Kinobesuch von diesem Film wußte, war die ungefähre Handlung und die Tatsache, daß er für mehrere Oscars nominiert wurde und auch tatsächlich vier Oscars erhalten hatte. Mir war lediglich bekannt, daß dieser Film von einem Wissenschaftler handelt, der unter Schizophrenie leidet und darstellt wie er gegen seine Krankheit ankämpft. Meine beste Freundin hat in den letzten Jahren ähnliche Probleme gehabt, was mich dazu gezwungen hat, mich auch damit auseinanderzusetzen. Für einen Außenstehenden ist es jedoch sehr schwierig das Ganze zu verstehen, weshalb ich zusammen mit dieser Freundin ins Kino gegangen bin.
Nachdem ich den Film gesehen habe, ist dieses Interesse noch mehr gestiegen, da ich Anfang der 90er Jahre selbst Ökonomie studiert und auch erfolgreich abgeschlossen habe. Ein Schwerpunkt meines Studiums war die sog. „Theory of Industrial Organization“ (dt. Industrioökonomie), ein Fach, das mit den Unvollkommenheit der Märkte beschäftigt und nicht wie die Mikrookonomie gemeinhin von der Vollkommenheit der Märkte ausgeht. In der Oligopoltheorie wird seit Ende der 80er Jahre der spieltheoretische Ansatz gelehrt und hier kam ich zum ersten Mal mit dem Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen von John F. Nash in Berührung. Als ich gleich zu Beginn den Namen Nash hörte stieg in mir mehr und mehr der schließlich bestätigte Verdacht hoch, daß es sich um den von mir geschätzten Wissenschaftler handelt, der 1994 zusammen mit – übrigens als 1. deutschen Wirtschaftswissenschaftler - Reinhard Selten (für die Dynamisierung der Spieltheorie) und John C. Harsanyi für die Einbindung unvollkommener Information zu Recht den Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1994 erhielt.
2. Handlung:
Der Film beginnt mit der Einführung der neuen Mathematik-Studenten an der Princeton Univiversity. Hier wird den angehenden Jungakademikern die Bedeutung der Mathematik anhand der Entschlüsselung der japanischen Geheimcodes während des zweiten Weltkrieges und anderer mathematischer Glanzleistungen dargestellt. Der junge John Forbes Nash (Russell Crowe) sitzt eher am Rande, lauscht aber dennoch aufmerksam. Auf der Party werden erste Spannungen zwischen den Studenten deutlich und Nash entpuppt sich hier nicht gerade als idealer Gesellschafter, ja geradezu als Zyniker. Dementsprechend ist er eher ein Außenseiter und dementsprechend einsam.
Während seines Studiums erhält er in dem Lebemann Charles Herman (Paul Bettany) einen Zimmergenossen, der ihm die angenehmen Seiten des Studentenlebens aufzeigt. Da Nash ständig nach einer bahnbrechenden Idee sucht, Vorlesungen meidet und nichts veröffentlicht gerät er mehr und mehr unter Druck. Seine Kommilitonen verhöhnen ihn und beim ersten Annäherungsversuch an die holde Weiblichkeit, bei dem er vom Austausch von Körperflüssigkeiten spricht, handelt er sich folgerichtig eine Ohrfeige ein. Auf der Suche nach einer Idee für eine wissenschaftliche Arbeit geht er sogar so weit, daß er die Wege von Tauben im Park aufzeichnet, um daraus eine Logik ableiten zu können, was natürlich zu nichts führt. Auch sein Professor setzt ihn ob seiner Passivität unter Druck und führt ihm eines Tages in der Aula vor, wie ein erfolgreicher Wissenschaftler von seinen Kollegen mit der Überreichung von Füllfederhaltern geehrt wird. Sein einziger echter Freund ist der getreue Charles, dem er sich wirklich anvertrauen kann.
Als Genie, welches er jedoch ist, kommt ihm bei einem Kneipenbesuch mit Studienkollegen die bahnbrechende Idee. Nachdem eine dralle Blondine mit ihren Freundinnen betritt, sind seine Kameraden dementsprechend spitz und spekulieren alle auf die Attraktivste. Allein Nash bleibt cool und erkennt, daß wenn sich alle auf die Blondine stürzen, sich alle also nicht-kooperativ verhalten, keiner die Blondine bekommt und die auch keine von deren Freundinnen irgendetwas von den Studenten wissen will. Genau das ist die Idee, die Nash gebraucht hat und er entwickelt sein Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen, welches die Theorie des Stammvaters der Ökonomie Adam Smith vollkommen auf den Kopf stellt. Mit einer der kürzesten Doktorarbeiten erhält Nash die Stelle am Wheeler Institute und kann sich sogar seine Mitarbeiter aussuchen.
Inzwischen anerkannter Akademiker und Professor hilft er im Pentagon bei der Entschlüsselung eines Geheimcodes. Nachdem er sein Ergebnis bekannt gegeben hat, sieht er im Hintergrund einen ihm unbekannten Mann und er fordert der große Bruder möge sich doch zeigen. Zurück am Wheeler Institute geht er zunächst weiter seiner Arbeit nach, hält Vorlesungen und begegnet zum ersten Mal seiner künftigen Frau Alicia (Jennifer Conelly).
Eines Abends wird Nash von William Parcher (Ed Harris), dem großen Bruder den er schon im Pentagon gesehen hat, beim Verlassen des Büros abgefangen und in ein Gebäude neben dem Wheeler Institute geführt. Hier erfährt er, daß die Sowjets planen sog. Schläfer in den USA haben und planen, Atombomben ins Land zu schmuggeln. Man erklärt ihm die Sowjets verkehren über Codes, die in verschiedenen Zeitungen eingebaut sind mit ihren Agenten und man brennt ihm eine Markierung in den linken Unterarm ein, die er als Zugang zum Briefkasten braucht.
Nash macht sich mit Feuereifer an seine neue Aufgabe und scheint alles um sich herum zu vergessen. Er vergißt sogar eine Vorlesungen zu halten und wird erst von Alicia daran erinnert. Sein Privatleben scheint sich gut zu entwickeln, Alicia begleitet ihn sogar zu einem Empfang mit dem Gouverneur und der nüchterne Mathematiker Nash entwickelt sogar romantische Tendenzen. Die beiden heiraten und Alicia ist kurz darauf schwanger.
Aufgrund jetztigen Verantwortung als Familienvater gerät Nash noch mehr unter Druck. Es kommt sogar zu Meinungsverschiedenheiten mit Parcher, Nash setzt seine Arbeit jedoch weiter fort. Bei einer Arbeit im Park begegnet Nash der kleinen Becky (Tanya Clarke), die sich als Nichte seines Zimmergenossen Charles entpuppt. Als Nash eines Abends wieder seinen Briefkasten füllt, wird er kurz dannach von Parcher mit dem Auto abgefangen und es kommt zu einer für - eher für Actionfilme typischen – Verfolgungsjagd, in dessen Verlauf das Auto mit den Verfolgern in einen Fluß stürzt. Zurück zu Hause, erklärt er seiner besorgten Frau, sie solle besser wieder zu ihrer Mutter ziehen, da sie alle in Gefahr wären.
Bei einer Vorlesung in Princeton kommt es schließlich zum Eklat. Nachdem Nash kurz vor der Vorlesung wieder Charles und dessen Nichte begegnet, fühlt er sich während der Vorlesung von zwei ihm ungekannten Personen verfolgt, woraufhin er panikartig den Saal verläßt. Schnell eingeholt, entpuppt sich einer der Verfolger als Psychiater Dr. Rosen (Christopher Plummer), der ihm nach einem weiteren Fluchtversuch erst einmal ein Beruhigungsmittel verabreicht.
In der Klinik von Dr. Rosen kommt das ganze Ausmaß der Tragödie zum Vorschein. Nash entpuppt sich als Schizophrener, der dringend ärztliche Hilfe notwendig hat. Seine Frau Alicia erkennt erst jetzt, daß ihr Mann schwer krank ist, obwohl sie schon länger den Verdacht es würde etwas nicht stimmen, hatte. Nachdem sie von Dr. Rosen unterrichtet wurde und sie durch die Infragestellung der Echtheit von Nash’s Zimmergenossen Charles sehr verunsichert ist, geht sie zu dem Briefkasten und zieht dort das letzte von ihrem Mann eingeworfene Dokument heraus.
Während der Besuchsstunde in der Klinik konfrontiert sie ihren Mann mit ihren Entdeckungen, und legt ihm alle von ihm eingeworfenen Briefumschläge vor. Nash wird inzwischen mit Medikamenten behandelt und entdeckt, daß der Geheimcode auf seinem Unterarm verschwunden ist.
Wegen Nash’s Krankheit muß Alicia jetzt allein die Familie durchbringen, da er wegen der Medikamente zu einer vernünftigen Arbeit nicht imstande ist. Die medikamentöse Behandlung seiner Krankheit hat auch Auswirkungen auf sein Sexualleben, was Alica verzweifeln läßt. Nash, betroffen von dieser Verzweiflung, setzt daraufhin die Medikamente ab, was seine Krankheit erneut aufflackern läßt.
Wieder meldet sich der nur in seiner Einbildung existierende Parcher und Nash beginnt in einer Gartenlaube erneut mit dem Ausschneiden von Zeitungsartikeln. Zunächst von Alicia nicht bemerkt, kommt sie während eines Gewitters sehr schnell dahinter. Während einer heftigen Szene erscheinen Parcher, Charles und Becky, woraufhin Alicia flüchten will, nachdem sie von ihrem Mann gehindert wurde Dr. Rosen anzurufen. Nash hält sie auf, in dem er ihr seine Entdeckung, daß Becky nicht älter wird kundtut.
In einem Gespräch mit Dr. Rosen und Alicia verweigert Nash den Gang in die Klinik und beginnt aktiv gegen seine Krankheit zu kämpfen. Er geht auch wieder an die Princeton University und beginnt wieder zu arbeiten. Auf dem Campus kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung, während der er den nicht existierenden Parcher, Charles und Becky immer wieder zuruft sie wären nicht echt. Dies sorgt natürlich für Aufsehen, da nur der schizophrene Nash die drei sieht, aber Nash schafft es einen Weg zu finden mit seiner Schizophrenie zu leben. Er erkennt, daß seine Krankheit lebenslang sein wird, findet aber in dem Ansatz die drei einfach zu ignorieren und nicht mehr verbal mit ihnen zu kommunizieren einen Ausweg.
Er beginnt wieder zu unterrichten und wird nach einer Vorlesung von einem Herrn besucht, der sich als Vertreter des schwedischen Nobelkommittees entpuppt. Sie begeben sich beide in die Aula, in der Nash jahrzehntelang nicht gesehen wurde. Nash erfährt, daß er für den Nobelpreis vorgeschlagen ist, die Akademie aber befürchtet er könnte sie mit seiner Krankheit blamieren. Während dieses Gesprächs überreicht ein Professor Nash seinen Füllfederhalter, was eine Kettenreaktion auslöst und er noch weitere erhält. Bei der Verleihung des Nobelpreises in Stockholm dankt er seiner Frau für ihre Treue und Unterstützung. Als beide die Halle verlassen sieht er wieder die nur in seiner Einbildung existierenden Gestalten, weiß aber, daß es niemals zu schlimmeren Auswüchsen kommen wird, da er einen Weg gefunden hat, mit seiner Krankheit zu leben.
3. Darsteller:
Russell Crowe in der Rolle von John F. Nash verkörpert den schizophrenen und genialen Wissenschaftler auf überzeugende Weise. Vor allem in Ausdruck und Mimik zeigt er sich den Anforderungen dieser überaus schwierigen Rolle gewachsen und schafft es den Wissenschaftler auch in fortgeschrittenem Alter überzeugend darzustellen. Seine Nominierung für den Oscar erfolgte sicher zu Recht.
Jennifer Connelly in der Rolle von Nash’s Ehefrau Alicia war sicher der beste Griff, den Ron Howard bei der Besetzung dieser Rolle machen konnte. Sie war schon optisch für die Rolle prädistiniert, da Nash’s Ehefrau Alicia in El Salvador geboren wurde und sie schon aufgrund ihrer äußeren Erscheinung da lateinamerikanische Element sehr gut zum Ausdruck bringen konnte. Aber sie spielt ihre Rolle als treue, besorgte Ehefrau sehr überzeugend und bringt sehr gut die Empfindungen der Angehörigen von an Schizophrenie erkrankten Menschen rüber. Sie wurde zu Recht mit dem Oscar für die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Daneben brillieren noch die Altstars Christopher Plummer als Dr. Rosen und Ed Harris als William Parcher, die beide eine handwerklich sehr gute Leistung abliefern.
4. Auszeichnung mit dem Oscar
Insgesamt wurde der Film für 8 Oscars nominiert und zwar in folgenden Kategorien:
Bester Film, Russell Crowe als bester Hauptdarsteller, Jennifer Connelly als beste Nebendarstellerin, die beste Regie (Ron Howard), Akiva Goldsman für das beste adaptierte Drehbuch, James Horner für die beste Filmmusik, das beste Makeup und den besten Schnitt.
Davon erhielt der Film 4 Oscars, neben Jennifer Connelly wurde er als bester Film, Ron Howard für die Regie und Akiva Goldman für das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet.
5. Nash’s Theorie und John F. Nash
Die Theorie von John F. Nash beschäftigt sich mit Gleichgewichten in nicht-kooperativen Spielen. Ausgangspunkt ist dabei das sog. Gefangenendilemma (Prisoners Dilemma). Nach Nash’s Theorie kann nur dann ein stabiles Gleichgewicht zustande kommen, wenn kein Spieler sich durch eine Änderung seiner Strategie verbessern kann, wenn der andere seine Strategie beibehält (Nash Gleichgewicht). Diese Theorie überträgt Nash auf das Duopol, d.h. einen Markt in dem zwei gleich starke Unternehmen tätig sind. Beide Unternehmen könnten sich absprechen, aber jedes Unternehmen erliegt der Versuchung das Abkommen zu brechen, um damit die ganze Nachfrage auf sich zu ziehen und den ganzen Gewinn zu erhalten. Als Ergebnis werden in diesem Markt nicht die Monopolmenge und der Monopolpreis gesetzt, sondern eine höhere Menge und ein niedriger Preis.
Für die Übertragung des Gefangenendilemmas auf die Wirtschaftswissenschaften und die daraus abgeleiteten Folgerungen erhielt Nash den Nobelpreis. Nash war bereits mehrere Jahre für den Nobelpreis im Gespräch, aber er erhielt ihn lange nicht, weil er eben kein Wirtschaftswissenschaftler, sondern Mathematiker ist und man wohl nicht lange nicht einsehen wollte, welchen Einfluß die Mathematik auf die Ökonomie hat.
Der Charakter von John F. Nash wird im Film nur teilweise korrekt dargestellt. Laut seiner Biographin Sylvia Nasar war Nash Antisemit, bisexuell und zu Gewaltausbrüchen neigend. Seine beiden Ehefrauen behandelte er schlecht und er war kein guter Vater. Seine wissenschaftliche Leistung steht auf einem anderen Blatt.
6. Kritik:
Auch wenn von Nash’s wahrem Charakter in Ron Howards Film nicht viel übrig geblieben ist, so ist ihm dennoch eine brilliante Darstellung von Schizophrenie und deren Auswirkungen gelungen. Man hat bewußt die bisexuellen und antisemitischen Neigungen von Nash nicht dargestellt, weil man wohl unnötige Parallelen vermeiden wollte.
Als Zuschauer erlebt man den Film erst rein aus der persönlichen Sicht von Nash und erst nach seiner Einweisung in die Klinik ändert sich der Blickwinkel. Ab diesem Zeitpunkt sieht man den Film aus der Sicht seiner Umgebung, wobei man immer wieder in die Wahrnehmung von Nash überwechselt.
Jedoch wird der Film, nachdem die Krankheit Nash’s zutage tritt zunehmend hollywoodlike und der weitere Gang der Dinge wird mehr und mehr vorhersehbar, wobei dies auch durch die Biographie des Genies bedingt ist. Gegen Ende des Films wird mehr und mehr Schmalz aufgetragen, weil es natürlich einzig und allein die Liebe seiner Frau Alicia war, die Nash geholfen hat.
Howard ist jedoch eine sehr gute Darstellung der Krankheit gelungen und man bekommt durch den Film eine Vorstellung wie ein Mensch, der unter Schizophrenie leidet, empfindet. Der Film zeigt weiterhin auf, wie die Angehörigen und das nähere Umfeld diese Krankheit sehen und macht die Schwierigkeiten, eine solche Krankheit zu erkennen deutlich. Daß dies so gut gelungen ist, liegt wohl vor allem daran, daß sowohl Regisseur Howard als auch Drehbuchauthor Goldsmann beide persönliche Erfahrungen mit diesem Thema haben. Goldsman’s Eltern waren Psychologen, die ein Heim für schizophrene Kinder unterhielten und Howard hatte einen Fall in seiner eigenen Familie.
Daß über das Thema die wissenschaftliche Leistung zu kurz kam, ist zu bedauern. Vor allem wirken die Szenen mit den Füllfederhaltern kurios und es kommt aus dem Film nicht heraus, wofür Nash den Nobelpreis erhielt.
7.Persönliches Resümee
Wie schon anfangs gesagt, habe ich bei einer Freundin von mir ähnliches erlebt. Es ist für einen Laien sehr schwierig, so etwas überhaupt zu erkennen, geschweige denn zu begreifen. Man merkt zwar, daß irgendetwas nicht stimmen kann, aber sich in einen solchen Menschen hineinzuversetzen ist äußerst schwierig. Sehr viel Einfühlungsvermögen ist notwendig, man muß viel zuhören, um solche Menschen überhaupt verstehen zu können. Durch den Film habe ich einen Eindruck gewonnen, wie ein schizophrener Mensch überhaupt empfindet und ich sehe das Ganze in einem anderen Licht. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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liiiiindaaaaa, 29.03.2006, 14:56 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
über gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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*Jayn*, 13.04.2002, 00:47 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
hmm ich denke das 3 mal posting war keine absicht. lass die andern beiden einfach von yopi löschen das geht ruck zuck! MFG Die Jayn:o)
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Zwischen Genie und Wahnsinn
02.04.2002, 17:15 Uhr von
constantin
Ein 13jähriger Schüler hat keine hilfreichen Erfahrungen, und falls doch kann er sich nicht anstä...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
„Genie und Wahnsinn“ ist der deutsche Untertitel dieses Films: er erzählt die Lebensgeschichte von John F. Nash, die ihn durch das Physische, das Meta-Physische, das Wahnhafte und wieder zurück führte. Er erzählt die Geschichte eines Genies, das durch Schizophrenie alles verlor.
Die Story:
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Der junge, exzentrische Mathematikstudent John Nash studiert an der Princeton Universität. Doch während seine Kommilitonen schon alle etwas veröffentlicht haben, beißt er sich an einem großen Thema fest, dass droht ihn zu zermürben. Eines Tages, nach vielen Monaten ist es dann aber soweit: Er gibt seine fertige Doktorarbeit ab, die „150 Jahre Wirtschaftswissenschaften als Unsinn abtut“ (Zitat seines Professors). Auf diese Art entdeckt, wird er vom Pentagon zum Code-Knacken engagiert: Er soll eine Reihe von Magazinen auf versteckte Codes überprüfen, und die entschlüsselten in einen Briefkasten werfen. Der Grund ist eine Bedrohung der amerikanischen Sicherheit: Terroristen ist es gelungen, eine Atombombe im Rucksackformat an sich zu bringen, die sie auf amerikanischem Boden zünden wollen. Nach einiger Zeit lernt er, der es nicht so ganz mit den Zwischenmenschlichen Beziehungen hat (bei einem Gespräch mit einer Frau: „Können wir vielleicht davon ausgehen, dass ich all die Komplimente schon gesagt und sie zu einem Drink eingeladen habe, und direkt zum sexuellen Flüssigkeitsaustausch kommen“), seine spätere Frau kennen. Doch sein streng geheimer Auftrag spitzt sich zu: der geheime Briefkasten ist aufgeflogen, die Russen sehen ihn in Zeiten des Kalten Krieges nicht gerade gerne für die Amis arbeiten.
Doch irgendwann stellt es sich heraus: Sein Auftrag, seine Auftraggeber, sein Zimmergenosse, die Bedrohung durch die Terroristen, dies alles ist einzig und allein Produkt seines genialen Verstandes: Es gibt sie nicht, er bildet sie sich nur ein. Größtes Problem dabei ist seine Intelligenz: Diese lässt seine Charaktere vollkommen logisch arbeiten und handeln: Sein genialer Intellekt hat ihn in mit kometenhafter Geschwindigkeit in den Orbit der Größten der Wissenschaft katapultiert, und sein genialer Intellekt hat ihn in den tiefsten, undurchschaubaren Wahnsinn getrieben.
Doch John Forbes Nash beschließt zu kämpfen.
Allgemeine Infos:
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A beautiful Mind wurde an den Originalschauplätzen gedreht. Eine riesige Vorarbeit war notwendig um den Charakter John Nash überzeugend und wirklichkeitsnah zu spielen, da er, obwohl schon früh ein Mythos, kein Mensch war, der die Öffentlichkeit suchte; über ihn, den exzentrischen Einzelgänger gibt es nicht viele Schriften. Ein weiteres Problem war es, den Film nicht zu einer Mathe-Stunde werden zu lassen, aber trotzdem nah an der Realität zu bleiben, ihn darzustellen bei seinen Überlegungen, während er Schülern Sachverhalte erklärte, während er ein Fenster als Tafel benutzte... Schwierig war auch die Umsetzung der einzelnen Phasen seines Lebens, dem emotionalen Befinden von John angepasst; die Beleuchtung, die Kameraführung, die Nuancen waren von Lebensjahrzehnt zu Lebensjahrzehnt unterschiedlich. Dieses für den Film glaubhaft darzustellen war schwierig.
Der Film hat eine Gesamtlänge von circa 2 Stunden, und folgende Schauspieler spielten u.a.:
John F. Nash: Russel Crowe
Alicia Nash: Jennifer Connely
Sol(Freund): Adam Goldberg
Bender(Freund): Anthony Rapp
Die Produzenten sind Brian Grazer und Ron Howard, der den Anstoß, über John Forbes Nash einen Film zu drehen, durch einen Artikel in der Zeitung erhielt. Das durchweg gelungene Drehbuch schrieb Akiva Goldsman, die von der Writers Guild of America unter „Geschrieben von“ statt unter „Drehbuch“ genannt wurde. Unter ersterem werden nur jene mit besonderen Leistungen aufgeführt.
Die Website:
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Unter http://movies.uip.de/abeautifulmind/main.html findet ihr eine große Ansammlung von Seiten, die, in Flash-Animationen gehalten, überaus informativ ist: es gibt einen kleinen IQ-Test, eine Definition des Begriffes „Genie“, Mathe-Tipps und natürlich Infos zum Film.
Wenn jemand Kontakt mit John Forbes Nash aufnehmen will, so sollte er zu
http://www.math.princeton.edu/jfnj/ surfen. Dort gibt es genug Kontaktmöglichkeiten.
Über John Forbes Nash:
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Ich werde hier nur eine ganz kurze Beschreibung schreiben, für eine Biographie die er selbst geschrieben hat, besucht die Seite http://www.nobel.se/economics/laureates/1994/nash-autobio.html. Diese ist auch meine einzige Quelle, nur leider in Englisch gehalten. Es könnte daher sein, dass sich im folgenden Text ein, zwei Übersetzungsfehler einschleichen. Ich wäre froh, wenn jemand beim Vergleich beider Texte einen Fehler findet und diesen mir meldet.
John Forbes Nash wurde am 13. Juni 1928 in Bluefield, West Virginia als Sohn eines Elektroingenieurs und einer Englisch- und Lateinlehrerin. Während seiner High-School-Zeit bewies er erfolgreich das Fermat-Theorem, dass in Deutschland besser bekannt ist als „Fermat’s letzter Satz“.(Genau genommen kann man den Satz nicht mehr als erster beweisen, sondern den Beweis nur verstehen. Wer ihn als erster bewiesen hat, kann ich euch leider nicht genau sagen). Dieses Theorem kann nur von den besten Mathematikern der Welt bewiesen bzw. verstanden werden.
Ehrlich gesagt bin ich am Rest des Texts gescheitert. Ich kann nur noch das sagen, was ich von den, in diesem Fall wenigen Infos der Website weiß: Er arbeitete zunächst als Dozent und lernte dabei seine Frau kennen. Er erkrankte an Schizophrenie, doch wegen seines Durchhaltewillen und der Unterstützung seiner Frau, schaffte er es, sich gegen die Krankheit zur Wehr zu setzen und sein Leben in den Griff zu kriegen. Er arbeitete dann, bis heute, wieder als Dozent, und bekam 1994 den Nobel-Preis.
Meine Meinung:
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A beautiful Mind – Genie und Wahnsinn ist ein großartiger Film, der es schafft, genau diese beiden Extreme untrennbar miteinander zu verweben. Der Film schafft es, Geisteskranke, hier am Beispiel eines Schizophrenen, als normal kranke darzustellen, die trotz ihrer Krankheit lieben können, fühlen können, denken können und sich manchmal sogar ihrer eigenen Situation bewusst sind. Gerade ersteres und letzteres war mir, im nachhinein idiotisch, gar nicht so bewusst. Ein Problem des Filmes war die passive Thematik: Die Mathematik. Sie möglichst realitätsnah darzustellen, und damit seinen Charakter plastischer zu machen, gleichzeitig den Zuschauer aber nicht zu langweilen oder ihn mit, eigentlich eher nebensächlichen, Dingen zu „belästigen“, ist den Produzenten nicht 100%ig gelungen. Ich bin aber nicht der Meinung, dass dies ein großes Problem für den Zuschauer ist. Meiner Meinung nach ist dieser Film weniger eine Biographie über John F. Nash. John Nash ist nur ein Beispiel. Die eigentliche Absicht dieses Filmes ist, einen Kampf darzustellen, einen Kampf, den viele Menschen schon zu Anfang als verloren aufgeben würden. Was für mich wichtig ist, ist die Tatsache, dass John Forbes Nash niemals von seiner Krankheit geheilt wurde, trotzdem aber 1994 mit dem Nobel-Preis ausgezeichnet wurde. Er lernte, damit fertig zu werden und bekam sein Leben so in den Griff, dass er später wieder als Dozent arbeitete. A beautiful Mind ist auch ein Film über die Kraft der Liebe. Die Autorin der Biographie über John Nash sagte, dass er, ohne die Unterstützung und die unbedingte Liebe seiner Frau, an der Krankheit zugrunde gegangen wäre. Das, ist die eigentliche Absicht des Filmes. Und das darzustellen, ist den Produzenten überaus gut gelungen. John Nash wird zu einer Figur, die, obwohl sie so komplex und facettenreich ist, wenn auch nur im Ansatz, begreifbar wird.
Ein Streitpunkt ist auch die FSK: Im Kino saßen 13jährige, die den Film begriffen zu haben schienen (bzw. denen ich andichtete den Film so begriffen zu haben wie ich, was nicht unbedingt heißt das ICH den Film verstanden habe) und es gab 16jährige die Snake spielten oder laberten. Im Grunde ist die FSK aber zu recht auf 12 gesetzt, da der Hauptpunkt, die Brutalität, zu 0 tendiert. Zwar kommt eine Autofahrt vor, die für zwei (nur platonisch existierende) Agenten der Russen tödlich im Fluss endet, doch das war es, mit den brutal aussehenden Insulin-Schocks, eigentlich auch schon.
Fazit:
*****
A beautiful Mind, ein Film über den real existierenden John Forbes Nash, ist ein sehr gut gelungener Film über die Schizophrenie, die Kraft der Liebe und den Kampf gegen den eigenen Verstand.
So, bis denne
Constantin Meyer weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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liiiiindaaaaa, 29.03.2006, 14:57 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
über gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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Maxilenium, 05.04.2002, 14:59 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Das hast du schön beschrieben. Kompliment.
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Gefährliche Gratwanderung
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Was geht wohl in einem menschlichen Gehirn vor? Wie dünn ist tatsächlich diese dünne Grenze zwischen absoluter Überintelligenz und psychischer Instabilität? Gibt es überhaupt eine? Oder sind Genie und Wahnsinn schon definitionsgemäß notwendigerweise und untrennbar miteinander verflochten?
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"A Beautiful Mind" – zum Film
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John Forbes Nash, Junior (Russel Crowe) ist ein junger, brillianter Student. Als er sein Aufbaustudium an der Universität Princeton beginnt, ist er besessen von der Mathematik und getrieben vom seinem Ehrgeiz endlich Anerkennung zu gewinnen. Seine Kommilitonen haben alle schon sehr viel veröffentlich nur ihm selber fehlt noch die zündende Idee... Er analysiert alles – vom alltäglichen zum banalsten (statistische Verteilung hinsichtlich des Laufverhaltens von Tauben, Bewegungsmuster einer Frau deren Handtasche gestohlen wurde) und schreibt eine Fensterscheibe nach der anderen voll mit mathematischen Formeln.
Was die sozialen Aspekte des Studiums angeht, so vernachlässigt er diese eher. Außer seinem Mitbewohner Charles hat er eigentlich nicht sonderlich viele Freunde, so hat schon seine Grundschullehrerin im gesagt, dass er bei der Geburt 2 Portionen Gehirn und nur eine halbe Portion Herz abbekommen habe. Er sieht dies jedoch gelassen, "Menschen mögen mich nicht sonderlich".
Letztlich schafft er jedoch den Durchbruch, er veröffentlicht eine bahnbrechende Arbeit über Spieltheorie, welche die Wirtschaftspolitik der letzten 150 Jahre auf den Kopf stellt, wird zum Leiter eines wichtigen Instituts berufen, er wird wiederholt zum Pentagon gerufen um wichtige Codes zu knacken, hält Vorlesungen an der Uni und hat auch die Bekanntschaft der Liebe gemacht. Sein Leben mit Alicia scheint perfekt, wären da nicht die top-secret Arbeit die er für "Big Brother" (Ed Harris) macht, um bei der Entschlüsselung geheimer Nachrichten der Russen zu helfen. Die Verschwörung gerät aus den Fugen, Nash beginnt unter Verfolgungswahn zu leiden und die Grenzen von Wahnsinn und Genie verwischen immer mehr...
Mehr will ich hier gar nicht über sein Verschwinden im Wahnsinn und seine Wiederkehr erzählen, sonst macht der Kinobesuch ja nur noch halb so viel Spaß.
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Die wahre Story von John Nash
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Der Film basiert auf biographischem Material und einem Roman über John Forbes Nash, Jr. einem angesehenen amerikanischen Wissenschaftler, dessen Theorien großen Einfluss auf internationale Handelsstrategien, den Arbeitsmarkt und sogar die Evolutionsbiologie. Aufbauend auf die von Melvin Dresher und Merrill Flood entwickelte Spieltheorie, entdeckte der 21-jährige John Nash im Alter in Arbeiten über die Gleichgewichtsanalyse in der Theorie nicht-kooperativer Spiele das "Nash Equilibrium". Seine bahnbrechenden Leistungen wurden 1994 mit dem Nobelpreis für Ökonomie gewürdigt.
John Nash wurde geboren am June 13, 1928 in Bluefield, West Virginia. Noch in seiner High School Zeit las er "Men of Mathematics" von E. T. Bell und bewies Fermat's Satz. Seine universitäre Karriere begann mit einem Vollstipendium auf der Carnegie Tech (heute Carnegie Mellon University) im Fachbereich Chemieingenieurwesen. Erst nach einem Wechsel zu Chemie landete er letztendlich bei der Mathematik. Noch at Carnegie schrieb er seine erste Veröffentlichung "The Bargaining Problem" über Verhandlungsstrategien. Nach Abschluss des Colleges wurden ihm mehrere Stipendium angeboten. Nash entschied sich für Princeton um dort seinen graduate studies nachzugehen. Seine Doktorthese schrieb er dann über die Spieltheorie.
Nach Abschluss seines Studiums lehrte er mehrer Jahre am renommierten M.I.T. Während dieser Zeit vernachlässigte er seine Forschung nicht und löste mehrere mathematische Probleme. 1956 heiratete er Alicia. 1959, als seine Frau mit ihrem ersten gemeinsamen Kind (er selber hatte schon 1953 einen Sohn unehelichen Sohn mit Eleanor Stier, die er aber nicht heiraten wollte) schwanger war, begannen die ersten Symptome seiner Krankheit nach außen zu treten. Nach 50 Tagen Krankenhaus und Insulinschocktherapie wurde er geheilt entlassen, was freilich nicht lange anhielt. Die nächsten Jahre waren ein ständiger Kampf gegen seine Wahnvorstellungen und Halluzinationen bis er Ende der 60er Jahre endlich die Überhand gewann. Langsam fing er an sich aus seiner Isolation zu befreien und sich wieder intensiv mit der Mathematik zu beschäftigen.
Nash selbst betrachtet die "25-jährige Interimsperiode teilweiser Verwirrung" als "eine Art Urlaub". Er lebt heute noch mit seiner Frau in New Jersey und unterrichtet seit einigen Jahren wieder in Princeton.
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Fazit
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Wie ich schon oben erwähnte haben mich die Vorschauen und das was ich bisher über den Film gelesen habe, ungemein neugierig gemacht, so dass ich mich wirklich freute, diesen gestern zu sehen. Und ich kann ganz ehrlich sagen – meine Erwartungen waren nicht zu hoch gesteckt.
"A Beautiful Mind" ist ein sehr ruhiger Film, gespickt mit langsamen Bildern, die zum Teil jedoch sehr beklemmend wirken. Auch die musikalische Untermalung passt perfekt zur jeweiligen Stimmung des Films.
Das Drehbuch basiert auf einem Roman von Sylvia Nasar (siehe unten) sowie biographischem Material über den Nobel-Preis-Gewinner. Einige Details wurden ausgelassen, zum Teil die Handlung etwas verändert, im Großen und Ganzen ist der Film jedoch eine ehrliche Biographie John Nash's. Trotz der unbestreitbaren Intelligenz des Wissenschaftlers ist der Film nicht abgehoben. Er lässt erkennen, dass Nash ein genialer Mathematiker ist, der Zuschauer lernt ihn dann jedoch als einen normalen Menschen kennen und fühlt mit ihm und seiner Frau in der schweren Zeit, die sie durchleben müssen. Dennoch wird Nash durch Film nie entwürdigend, dieser ist vielmehr ihm Ganzen eine Hommage an diesen bemerkenswerten Menschen, der "die Welt auf eine Art sah, die niemand sich vorstellen konnte".
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Links
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Über John Nash:
~ http://www-groups.dcs.st-and.ac.uk/~history/Mathematicians/Nash.html
~ http://www.nobel.se/economics/laureates/1994/nash-autobio.html
Über den Film:
~ http://movies.uip.de/abeautifulmind/main.html
~ http://www.abeautifulmind.de
Die literarische Grundlage für den Film:
~ Sylvia Nasar, »Auf den fremden Meeren des Denkens. Das Leben des genialen Mathematikers John Nash«. Aus dem Amerikanischen von Cäcilie Plieninger und Anja Hansen-Schmidt, München, Zürich, Piper 1999, ISBN 3-492-03800-X, 575 S., 26 Abb. gebunden, DM 68,-/öS 496,-/sFr 62,-.
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Harte Fakten zum Schluss:
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Kinostart: 28.02.2002
Schauspieler: Russel Crowe (Gladiator)
Ed Harris (Pollock, Apollo 13)
Jennifer Connelly (Requiem for a Dream)
Paul Bettany (A Knight's Tale)
Regie: Ron Howard
Produktion: Brian Grazer
Drehbuch: Akiva Goldman
Co-Produktion von Universal Pictures und Dreamworks Pictures
Oskar Nominierungen:
~ Bester männlicher Hauptdarsteller
~ Beste weibliche Nebendarstellerin
~ Beste Regie
~ Bestes Drehbuch
~ Bester Schnitt
~ Beste Filmmusik
~ Beste Produktion
~ Bestes Make-up
Im Januar wurde der Film bereits mit vier «Golden Globes» ausgezeichnet.
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So, ich hoffe, ich konnte Euch diesen wunderschönen Film jetzt ein wenig schmackhaft machen. Also: besser nichts wie ran ans Telefon und gleich Karten reservieren.
Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Spaß und gute Unterhaltung.
Liebe Grüße,
K. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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liiiiindaaaaa, 29.03.2006, 14:59 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
über gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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gga71, 23.03.2002, 11:10 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
ich habe mir den film gestern im kino aungeachaut und war "begeistert". nun kann ich nur hoffen, dass man den film bei der oscarnacht mit seinen verdienten 4-5 oscars auszeichnet (der für russel vrowe steht für micht fest!) cu gga71
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Gluehsternchen, 22.03.2002, 12:30 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Hab den Film noch nicht gesehn, will ihn mir aber unbedingt noch ansehen!!!! Gruß Gluehsternchen
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Maeuschen21, 22.03.2002, 12:25 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Toller Bericht ich fand den Film auch super gut ;o)
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A beautiful Film
18.03.2002, 20:44 Uhr von
sili74
Ich bin lebensfroh, versuche immer positiv eingestellt zu bleiben und lache gerne.Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Nachdem mein Bruder sich den Film bereits vor einer angesehen und sehr davon geschwärmt hat, ging ich am Wochenende mit großen Erwartung ins Kino. Und ich sollte nicht enttäuscht werden.
Die Fakten:
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Genre: Drama, Romanze / USA 2001
Regie: Ron Howard
Darsteller: Russell Crowe, Jennifer Connelly, Ed Harris
Laufzeit: 134 min
Die Geschichte:
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Der Film erzählt die wahre Lebensgeschichte des Mathematikgenies und Mathematik-Nobelpreisträgers John Forbes Nasch jr. Bereits in jungen Jahren zeichnet sich die Krankheit von John ab. Jedoch ahnt noch niemand etwas davon – auch nicht er selbst. John Nash ist ein exzentrischer Einzelgänger und ein Genie. Am College versucht er bereits etwas außergewöhnliches zu leisten. Und dies gelingt ihm auch. Mit seiner Arbeit gelingt ihm eine gewaltige wissenschaftliche Entdeckung, die ihm noch viel Ruhm und Ehre einbringen sollte. John Nash kann sich auch über privates Glück freuen. Er heiratet Alicia, die auch bald ein Kind von ihm erwartet. Während des Dienstes in Verteidigungsministerium, den er aufgrund seiner Collegearbeit erhielt, wird dann jedoch sein psychischer Zustand schlimmer. Er kommt in eine psychiatrische Klinik. Dort diagnostizieren die Ärzte paranoide Schizophrenie und es stellt sich heraus, dass das halbe Leben von John Nash sich nur in seiner Phantasie abgespielt hat (ein sehr erschütternder Teil des Filmes folgt). Nach Behandlung und Rückfall, kommt es fast zu einer Trennung von Alicia, die aufgrund der Ereignisse kurz vor einem Nervenzusammenbruch steht. Doch gerade noch rechtzeitig erkennt John sein Problem und beginnt – am Anfang weniger erfolgreich – dagegen anzukämpfen. Und er gewinnt seinen Kampf schließlich!
Im Dezember 1994 wird ihm der Nobelpreis verliehen.
John Nash heute (wörtlich aus dem Abspann übernommen):
Heute ist John Nash eine Legende. Zusammen mit seiner Frau Alicia Nash lebt er in Princton, New Jersey, wo er seit vielen Jahren wieder regelmäßig an der Fakultät für Mathematik unterrichtet. Immer noch geht er jeden Tag zu Fuß zum Campus.
Wie mich der Film berührte:
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Der Film hinterließ einen großen Eindruck bei mir und bewegte mich sehr – nicht zuletzt deshalb, weil mir bewusst war, dass dies nicht nur eine erfunden Geschichte ist, sondern dass er das wirkliche Leben wirklicher Personen zeigt. Die wunderbare Schauspielerische Leistung von Russell Crowe und Jennifer Connelly hat sicher auch erheblich dazu beigetragen.
Ich ziehe auch einige Lehren aus diesem Film:
John Nash schaffte es mit seiner Krankheit – einer schweren Krankheit – fertig zu werden, nachdem er sich eingestand, dass er krank war und lernte damit zu leben. Dies ist wohl der Schlüssel dazu, eine psychische Krankheit – vielleicht auch Depressionen – in den Griff zu bekommen.
Bewundernswert war für mich auch die Treue ,mit der seine Frau Alicia zu ihm hielt, obwohl sie teilweise die Hölle durchmachte. Ich möchte sogar behaupten, dass die Situation für sie teilweise vielleicht sogar noch schwerer zu ertragen war, als für John selbst. Sie hielt zu ihm, obwohl sie nicht wissen konnte, dass alles gut ausgehen würde. Würden doch heute auch noch mehr Ehen mit einer solchen Hingabe und bedingungslosen Liebe geführt!
FAZIT:
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Der Film ist in meinen Augen ein Meisterwerk.
Seit Forest Gump hat mich kein Film mehr so tief in der Seele bewegt. Ich kann diesen Film nur weiterempfehlen. Jedoch sollte die Unterhaltung bei diesem Film vielleicht nicht im Vordergrund stehen .
Für mich hat der Film eine eindeutige Botschaft: MIT WILLENSKRAFT UND DER LIEBE EINES MENSCHEN KANNST DU ALLES BEWÄLTIGEN!!!
PS: Ich würde mir wünschen, dass der Film alle 8 Oscars für die er nominiert ist auch erhält - besonders Russel Crowe und Jennifer Connelly würden ihn meiner Meinung nach absolut verdienen! weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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liiiiindaaaaa, 29.03.2006, 14:59 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
über gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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A Beautiful Mind - And the Oskar goes to...
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
...so und nicht anders wird es in diesem Monat zu früher Morgenstunde in unserer Zeit im Fernsehen verkündet werden. Zuvor hat Russel Crowe berieits den Oscar für die beste männlich Hauptrolle bekommen und vielleicht gab es auch noch ein paar andere, denn der beste Film in diesem zur Bewertung anstehenden Jahr ist nun mal "A Beautiful Mind".
Ein Vorzeichen war schon die Verleihung der Golden Globes.
Ich kann mir schon die langen Gesichter und den gezwungenen Beifall der Crew vom Herrn der Ringe vorstellen, die bekommen vielleicht den Spezial Effekt Oscar und einen für die Filmmusik, den Schnitt, die Kostüme oder was auch immer.
Dieser Film über den Mathematiker und Nobelpreisträger John Nash bietet so vieles was heute im Kino eher selten ist. Er verzichtet aber auf irgendwelche spektakulären Showszenen und selbst die Autoverfolgungsjagd ist eher bieder geraten.
Der Film bietet aber dafür enorm viel Emotionalität und Atmosphäre. Ich weiß nicht, ob es halbwegs realistisch ist wie hier diese Krankheit dargestellt wird.
Im ARD Morgenmagazin wurde der Film ziemlich schlecht bewertet, aber gemeinhin ist das ein eher gutes Zeichen. Alle erfolgreichen und allgemein faszinierenden Filme werden dort schlecht bewertet, gut sind nur erfolglose Filme von polnischen oder koreanischen Regisseuren die in Originalsprache mit schwedischen Untertiteln laufen und Normalkinogängern eher Schauer des Unverständnis den Rücken runter laufen lassen.
Inhalt:
Kurz nach dem zweiten Weltkrieg kommt der junge John Nash nach Princeton, eine der US-amerikanischen Eliteuniversitäten, auf Grund eines Stipendiums. Er ist ein junger Mathematiker, der aber noch nichts veröffentlicht hat, im Gegensatz zu vielen seiner Studienkollegen. Er hatte wie er sagt auch früher schon keine Freunde und er ist ein typischer Einzelgänger, der mit dem 'normalen' Leben und zwischenmenschlichen Beziehungen auf Kriegsfuß steht.
Allem Anschein nach ist er hoch - besser höchst intelligent. Wer sich schon einmal mit solchen Menschen beschäftigt hat, der wird wissen, welche Probleme sie im Umgang mit Durchschnittsmenschen haben. Leider stellt sich bei John Nash bald die Frage, was ist Genie, was ist Wahnsinn. Dabei werden seine für anderen unsichtbaren Freunde erst im Laufe des Films für andere als solche enttarnt. Auch der unbedarfte Kinozuschauer erliegt erst einmal dieser Täuschung, denn die Personen erscheinen durchaus real in einem plausiblen oder zumindest vorstellbaren Zusammenhang.
Besonders im Umgang mit dem anderen, auch in den 50ern, schöneren Geschlecht stolpert er von einem in den nächsten Fettnapf. Das ändert sich erst, als eine junge dunkelhaarige Schönheit weiblichen Geschlechts sich für ihn interessiert. Im Laufe des Films wird sie auch noch seine Ehefrau und Mutter seines Sohns, aber am Anfang zeigt sie ein vollkommen untypisches Rollenverhalten, indem sie ihn zum Essen einlädt und auch sonst eher der aktivere Part in der Beziehung ist. Das passiert aber erst nachdem er schon Professor geworden ist. Auf dem Weg dahin sammelt er noch so manche Ohrfeige für ungebührliches Benehmen ein. Nicht jede Frau mag es, wenn ein Mann aus rational, logischen Gründen ohne lange Vorrede das Thema Geschlechtsverkehr als nächste Option nach "Hallo, wie gehts!" anbietet. Immerhin, das sind die 50er, damals war man viel prüder und allein dieses Wort war eigentlich in Gesprächen mit Fremden schon tabu. Wer mal in einen Band mit Bildern aus alten 'Playboy' Magazinen schaut, der wird sehen was ich meine.
Der Film beginnt aber kurz nach der Hochzeit schon zu verwirren, denn die Personen die John Nash sieht sind zumindest in Form des angeblichen Geheimagenten recht obskur. Der Auftrag bei dem er angeblich für die Regierung nach geheimen Codes der Russen in Zeitungen und Magazinen suchen soll ist allein schon recht seltsam. Nashs Methode welche zu finden ist es nicht minder. Als er sich eines Abends in einen Raum seiner Wohnung verbarrikadiert und vor dem Fenster lauter gegnerische Agenten vermutet, ruft seine Frau am Telefon um Hilfe, wie sich kurz darauf herausstellt kommt Nash in eine psychiatrische Anstalt zur Beobachtung. Die Ergebnisse sind niederschmetternd. Er leidet an Wahnvorstellungen und gilt als schizophren. Mit Hilfe brutaler Insulinschocks bemüht man sich, ihn davon abzubringen, aber das gelingt nur bedingt. Er wird zwar wieder entlassen, aber er kann nicht mehr arbeiten. Mittlerweile ist auch sein Sohn geboren worden. Das Baby im recht vergammelten Wohnhaus der Familie ist dann auch ein Grund, warum es zu weiteren Problemen kommt, nachdem er wegen Potenzstörungen die Medikamente zum ruhigstellen heimlich abgesetzt hat. Seine Fantasiegestalten tauchen wieder auf und damit auch eine Gefahr für Frau und Kind. Zuerst vergisst er das Kind in der sich langsam mit Wasser füllenden Badewanne, so daß es fast ertrinkt und danach schubst er seine Frau mit dem Kind gegen eine wand, weil er sie davor schützen will, von dem nicht existierenden Geheimagent erschossen zu werden.
Die Frau muß abermals den Psychiater anrufen aber hier kommt es zu einer weiteren Schlüsselszene, er will nicht wieder zu diesen grausamen Behandlungsmethoden zurückkehren und er erkennt selbst seine eingebildeten Bekannten als solche, sie altern nicht und das ist halt unlogisch.
Mathematiker können sicher vieles ertragen, aber garantiert keine Unlogik. An jetzt beginnt er aus eigener Kraft gegen dir Trugbilder anzukämpfen. Er sagt ihnen sie sollen nicht wiederkommen und er würde nicht mehr auf sie eingehen. Sie versuchen ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Es beginnt ein zäher Kampf eines kranken, alternden Mannes gegen die Feinde in seinem eigenen Hirn. Er darf wieder als Gast an die Universität und verbringt dort viel Zeit in der Bibliothek. Wie zu Beginn benutzt er die Fenster als Tafelersatz, nach einiger Zeit kommt zum ersten mal ein junger Student auf ihn zu und bittet ihn sich seine Arbeit anzusehen. Das scheint das Eis zu brechen, es kommen weitere hinzu und er diskutiert mit ihnen an einem Tisch in der Bibliothek. Er bittet seine alten (realen) Freund, wieder unterrichten zu dürfen. Der verspricht ihm darüber nachzudenken. Schließlich wird ihm die Bitte gewährt.
Eines Tages taucht vor seinem Hörsaal ein älterer Herr auf und Nash bittet eine Studentin, ihm zu sagen, ob sie ihn auch sieht. Als sie das bejaht ist er bereit mit ihm zu reden. Er kommt im Auftrag des Nobelpreis-Komitees weil Nash den Nobelpreis für Mathematik bekommen soll. Er bittet ihn in den Aufenthaltsraum der Professoren, Nash will da nur ungern reingehen, er meidet solche Orte lieber. Aber er wird schließlich überzeugt mitzugehen. Es ist Brauch einem erfolgreichen Professor als Kollege seinen Füllfederhalter auf den Tisch zu legen um damit Anerkennung für dessen Leistungen auszudrücken. Man hat das am Anfang des Films schon einmal gesehen und als jetzt der erste Montblanc Füller auf dem Tisch liegt, weiß man was geschehen wird. Diese kleine Geste überwältigt mehr als viele Worte es tun könnten, denn es werden immer mehr Füller.
Danach sieht man die Verleihung des Preises und Nash hält eine sehr gefühlvolle Rede, wer nicht schon bei den Füller geweint hat, der wird es spätestens hier tun. Das ist absolut ernst gemeint und ich stehe dazu.
A Beautiful Mind ist einfach ein wunderschöner Film. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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webcrush2011, 03.06.2012, 17:51 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Hallo, sehr schöner Bericht =) Ich würde mich freuen, wenn du bei mir gegenlesen könntest =) Lg webcrush
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liiiiindaaaaa, 29.03.2006, 14:58 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
über gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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anonym, 10.03.2002, 19:35 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
sehr ausführlicher bericht! man liest sich, gruß mibod
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geniale Biographie
07.03.2002, 09:18 Uhr von
filmfacts
Ja, ich schreibe unter gleichem Namen bei Ciao.com und ja, www.filmfacts.de ist meine Seite. Und ...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
John Nash (Russel Crowe) kommt mittels Stipendium an die Princeton Universität. Dort soll der hochbegabte Mathematiker zusammen mit etlichen anderen Kommilitonen zur angehenden Elite amerikanischen Wirtschaft ausgebildet werden. Doch Nash ist nicht nur privat eher sonderlich. So hält er z.B. die Vorlesungen der Professoren für Zeitverschwendung und verbringt lieber Tage in der Bibliothek um abstruse Theorien über die Bewegung der Tauben auf dem Pausenhof aufzustellen.
Während seine Kameraden längst eigene Texte veröffentlicht haben und um zu vergebende Stellen buhlen, sitzt Nash ohne vorzeigbare Ergebnisse auf dem Trockenen. Während eines Kneipenbummels kommt ihm jedoch ein Gedanke für eine Theorie, welche ihn schlußendlich an die Spitze seines Jahrganges katapultiert und ihm die Tore zu höheren Weihen öffnet ...
Hmm ...
Mit Oscarnominierungen überschüttet wurde Ron Howards Drama - und das war auch schon das einzige, was ich vor dem Besuch der Sneak von diesem Film wußte. Naja, und Russel Crowe war mir unter anderem aus "Gladiator" ein Begriff. Dementsprechend waren meine Erwartungen ...
... welche sich glücklicherweise so nicht erfüllten. "A Beautiful Mind" schildert autobiographisch den Lebensweg des Mathematikers John Nash, welcher in jungen Jahren eine These über Spielstrategien aufstellte, welche später die Wirtschaft nachhaltig beeinflussen sollte und für die er im hohen Alter mit dem Nobelpreis geehrt wurde. Zwischen diesen beiden Ereignissen liegt ein Leben voller Höhen und Tiefen. John Nash ist bereits in Princeton ein teilweise überheblicher Sonderling mit extremen Kontaktschwierigkeiten. Später stellt sich dies als Symptom seiner psychischen Erkrankung heraus, die Nash zusehends übermannt und ihn sowohl geistig und sozial als auch körperlich in den Ruin treibt.
Nash ist an Schizophrenie erkrankt und Russel Crowe spielt das absolut lebensecht. Sein zerrissenes Ego, der Umgang mit seinen Mitmenschen, die Gestik und Mimik ist grandios und jederzeit glaubhaft. Wenn jemand für "Gladiator" einen Oscar bekommt, wüßte ich nicht, wie man für diese Leistung leer ausgehen sollte. Auf ebensolchem Niveau agieren seine Co-Stars Ed Harris und Paul Bettany - mit deutlich weniger Präsenz, aber nicht weniger Spielfreude. Ein wenig blaß bleibt meines Erachtens Nashs Ehefrau Alicia, die von Jennifer Connelly als kleines Frauchen interpretiert wird und deren Beweggründe für mich nicht wirklich klar wurden. Ist Liebe *so* stark und als einziger Grund glaubhaft?
In ruhigen und teilweise unglaublich inszenierten Bildern erzählt Ron Howard die Geschichte und läßt den Zuschauer teilhaben an der Zerrissenheit Nashs. Wenn dieser glaubt Zusammenhänge zu erkennen und Codes zu knacken vergisst man das Atmen. Umso ärgerlicher, daß es gegen Ende ein wenig kitschig wird und ordentlich auf die Tränendrüse gedrückt wird - auch wenn das bei mir mal wieder gut geklappt hat. Die Augenwinkel wurden doch feucht, wenn Nashs Intellekt über seinen Geist siegt und ihn aus der Asche seines Lebens wieder auferstehen läßt.
Mich würde es auf jeden Fall nicht wundern - und stören schon lange nicht - wenn "A Beautiful Mind" den Oscar für den besten Film, beste Regie und besten Hauptdarsteller erhält. Verdient wäre es! weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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liiiiindaaaaa, 29.03.2006, 15:00 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
über gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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