Pro:
Erzeugt korrekte PDFs, viele Einstellungsmöglichkeiten, speicherbare Optionslisten
Kontra:
Lahme Abarbeitung des Distillers beim allerersten Start
Empfehlung:
Ja
!!! INFO !!!
Obwohl es hier um das schweine-alte Acrobat 4.0 gehen soll, beschreibe ich die neuere, aber auch schon wieder ältere 5.0-Version und hierbei wiederum nur den Distiller.
Die Beschreibung soll die Funktionsweise des Distillers erklären und nicht jeden einzelnen Programmpunkt bis zur völligen Erschöpfung darlegen!
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Da ich beruflich und täglich mit Acrobat zu tun habe, muss ich geradezu zwangsweise etwas darüber schreiben. Kurz zu Acrobat:
Das Programmpaket "Acrobat 5.0" dient dazu, aus beliebigen PC-Dokumenten eine sogenannte "PDF" zu erstellen und dann am Bildschirm anzusehen. Acrobat ist eigentlich DAS Programm zur PDF-Erstellung und -Bearbeitung und kostet zur Zeit etwa 259,00 Euro. (Es gibt inzwischen schon Acrobat 6.0, die Funktionsweise dürfte sich aber von der neuen Version nicht übermäßig unterscheiden.)
Eine PDF wiederum ist ein "portable document format", was soviel heißt wie: Jeder, der den Acrobat Reader installiert hat (oder ein anderes Programm zum PDF lesen), kann das Dokument so sehen, wie es am Ursprungs-PC einmal erstellt worden ist - also mit allen Schriften, Grafiken, Fotos usw. Das klappt sogar am Mac :-))
Der "Acrobat Reader" ist eine freie Version, die sich jeder installieren oder kopieren darf ohne dafür zu blechen. Dafür kann man "halt nur" PDFs lesen, nicht aber bearbeiten. Das Acrobat-6.0-Paket dagegen muss man käuflich erwerben und hat dann die Möglichkeit, PDFs selber zu erstellen und in Grenzen nachzuarbeiten.
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Jetzt aber zum Distiller, Mensch!
Dieses Programm wandelt Postscript-Dateien (*.ps oder *.prn) in PDF-Dateien um.
Das heißt, ich drucke zuerst mein Dokument nicht auf einen Drucker, sondern in eine Datei. Die bekommt automatisch die Endung "ps" oder "prn". Dann starte ich den Distiller und öffne mit ihm die eben erstellte Postscript-Datei. Und der Bursche arbeitet alle Informationen der Datei ab und wirft mir hinterher eine schöne PDF-Datei hin.
So, alles klar? Ok, nun mal ausführlicher:
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Der "Distiller" ist ein Progrämmchen, das mit Acrobat installiert wird und dann irgendwo auf dem Windows-Desktop auftaucht. Er ist also ein weitgehend eigenständiges Programm. Ein Doppelklick auf das Icon und schon kann's (fast) losgehen. "Fast" deshalb, da der Distiller immer beim ersten Start des Tages die Schriftentabelle lädt und prüft und erstellt. Wer, wie ich, etwa 300 Schriften im ständigen Zugriff hat, kann sich nun gemütlich einen Kaffee kochen. Irgendwann zeigt das Fenster dann ein fröhliches "Bereit". Nun kann ich eine bestehende Postscript-Datei öffnen oder über den Explorer in das Fenster ziehen. Im Falle "Datei öffnen" muss ich angeben, wo denn das Ergebnis gespeichert werden soll. Vorteil: Der Distiller merkt sich hierbei immer die zuletzt gewählten Verzeichnisse, auch wenn Ein- und Ausgabe-Verzeichnisse unterschiedlich sind. Im Falle "Aus dem Explorer ziehen" wird automatisch im gleichen Verzeichnis wie die PS-Datei gesichert.
Nachdem man also angegeben hat, wo was hin soll, beginnt der Distiller zu rödeln, erkennbar an einem Fortschrittsbalken und einem Textfenster. Dort steht, welche Seite gerade durchgenudelt wird. So, zu früh gefreut, denn am Ende des Vorgangs, wenn das Programm gefälligst speichern soll, wird wieder eine undefinierbare Pause eingelegt. (Anzeige "Verschieben der Datei"). Natürlich nur bei der ersten Datei, die man umwandeln möchte. Alle Nachfolgenden werden rappzapp gespeichert.
Dieses "Verschieben" der Datei resultiert daraus, dass der Distiller die zu schreibende PDF erst mal im Windows-Temp-Verzeichnis zwischenspeichert. Von dort verschiebt er nach Fertigstellung das PDF-Ergebnis in das richtige Verzeichnis. Warum das allerdings beim ersten Mal so lange dauert, ist vollkommen rätselhaft! (Leider findet man weder im Internet noch sonstwo, geschweige denn bei Acrobat, einen Hinweis, wie man diese ersten Kunstpausen abschaltet oder warum der Distiller 6.0 das so macht. Die Versionen 5.0 und 4.0 hatten diese Problematik nicht, aber man muss ja auch mal auf's Klo oder sich was zu essen kochen und da passt das wieder ganz gut....)
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Nun denn. Entscheidend bei PDFs ist natürlich auch deren Dateigröße, also wie viel MBs das Teil auf meinem PC verbrät. Niemand wird in die Hände klatschen, wenn er eine 10 MB große PDF erhalten soll ("Kann ich dir das eben rübermailen? Was? Du hast nur ISDN?"). Hierfür gibt's beim Distiller verschiedene vordefinierte Optionen wie z.B. "Druckvorstufe" oder "Bildschirmqualität". Auch eigene Komprimierungseinstellungen lassen sich einstellen und abspeichern.
Huch! Was war das? "Komprimierungs"?
Ok, eine PDF-Datei ist von der Dateigröße her immer kleiner als die Ursprungsdatei, also die Postscriptdatei. Ein Beispiel: Ich erstelle eine hübsche Grafik in CorelDraw mit Fotos und allem möglichem tollem Zeugs. Diese Datei hat nach dem Speichern vielleicht 550 KB. Die drucke ich in eine Postscriptdatei und die hat dann 10 MB. Ups, soviel? Na ja, in einer Druckdatei stehen halt alle möglichen Informationen zu meiner Corel-Grafik, damit jeder Drucker das verstehen kann. Mal einfach ausgedrückt. Mein Distiller soll daraus nun eine handliche kleine PDF basteln.
Hierzu komprimiert das Programm die enthaltenen Daten, es "presst" sie zusammen und entfernt überflüssige Artefakte. Beispielsweise kann ich ihm sagen, dass die Fotoqualität ein wenig heruntergesetzt werden soll, um Speicherplatz zu sparen. Das Gleiche funktioniert auch mit Text. Je nach Stärke der Komprimierung wird die PDF hinterher viel, viel kleiner - in meinem Beispiel plötzlich nur noch 70 KB!
Aber aufpassen: Zu starke Kompression schlägt sich sichtbar in der Bildqualität nieder! Da sollte man als Neuling ein wenig herumspielen, bis man optimale Qualität im Verhältnis zur Dateigröße hat.
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Und um die Kompressionswerte nun dauerhaft und für viele Möglichkeiten zu speichern, gibt's eben die Einstellungsoptionen. Erreichbar sind diese über das Menü "Voreinstellungen". Hier kann man über 5 Registerkarten seine eigenen, persönlichen Optionen angeben und mit "Speichern unter..." absichern, damit man das nicht immer wieder neu machen muss. Diese Optionen behandeln schöne Sachen wie die Optimierung für eine eventuelle spätere Web-Anzeige (eine PDF, die man online im Internet lesen will, wird so schneller geöffnet und dargestellt), die Schrifteinbettung (damit man später vielleicht mit Zusatztools den Text etwas ändern kann, auch wenn man die Schriftart nicht selbst auf dem eigenen PC hat), die Farbbehandlung (Umwandlung von einem Farbmodell in das andere) usw. Natürlich auch spezielle Sachen, die man wissen muss, wenn man die PDF später zu einer Druckerei geben will, damit die das in optimaler Qualität zu Papier bringt (ist z.B. vordefiniert unter "Druckvorstufe").
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Zusätzlich kann man die PDF vor bösen Leuten schützen, die da unberechtigt Änderungen vornehmen wollen. Hierzu kann man unter "Sicherheit" ein Passwort angeben. Dann vergibt man "Berechtigungen", die festlegen, ob der geschätzte Leser etwas ändern darf (z.B. Text), ob er einzelne Seiten herauskopieren oder löschen kann oder ob das Teil gedruckt werden darf. Im Acrobat Reader sind die entsprechenden Symbole in der Menüleiste dann für den Leser gesperrt und er ärgert sich zu Tode, wenn er das Passwort nicht kennt!!
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Fazit:
Der Distiller ist das ultimative Werkzeug, um aus Postscript- bzw. sogenannten "Druckerdateien" PDFs zu generieren. Der Distiller arbeitet schnell und zuverlässig - wenn man mal davon absieht, dass er immer für die allererste Datei nach dem Start seine Kunstpausen braucht. Es ist daher empfehlenswert, den Distiller ständig geöffnet zu lassen, wenn man im Laufe des Tages mehrere PDFs erzeugen wird.
Ich empfehle auch, IMMER zuerst Postscript-Dateien zu schreiben und diese dann über den Distiller zu konvertieren. Das Programm integriert sich nämlich auch z.B. in die Menüleiste von Word. Über das dortige Symbol kann man eine Datei dann direkt in eine PDF umwandeln lassen. Leider gibt es in diesem Fall aber weniger Optionen, die man auswählen kann und das PDF-Ergebnis kann etwas schlechter ausfallen.
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Und zum Schluss hier noch eine Distiller-Einstellung, die eigentlich immer eine optimale Qualität bei relativ angepasster Dateigröße bringt (Optionen unter "Voreinstellungen"):
Registerkarte "Allgemein":
Kompatibilität: Acrobat 4.0 (3.0 erzeugt etwas größere Dateien), für schnelle Web-Anzeige optimieren, Seitenbereich "Alles", Auflösung 600 dpi, Seitenformat ist eigentlich unwichtig.
Registerkarte "Komprimierung":
"Farbbilder" keine Neuberechnung, sondern nur Komprimierung "JPEG", Qualität "Mittel", "Graustufenbilder" keine Neuberechnung, sondern nur Komprimierung "JPEG", Qualität "Mittel", "Schwarzweißbilder" keine Neuberechnung, sondern nur Komprimierung "CCITT Group 4", Text und Vektorgrafiken komprimieren (das sollte immer eingeschalten sein!).
Registerkarte "Schriften":
Alles aktivieren und bei "Untergruppen" 100% angeben.
Registerkarte "Farbe":
"Einstellungsdatei": "Keine", "Farbmanagement": "Farbe nicht ändern", Methode "Standard", Geräteabhängige Dateien: alles auswählen außer "Rastereinstellungen beibehalten". "Beibehalten" der Transferfunktionen auswählen.
Registerkarte "Erweitert":
Alles aktivieren außer der folgenden Punkte:
"Prolog/Epilog...", "Portable-Job Ticket....", "ASCII-Format", "DSC-Warnungen..." und "Für EPS-Dateien Seitengröße...."
Das Ganze dann vielleicht speichern unter "Mittlere PDF-Qualität", damit man die gemachten Einstellungen später wieder hat.
Gibt's noch Fragen?
Dann bitte los damit!! weiterlesen schließen
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