Pro:
softe stimme
Kontra:
die sehr schnell langweilt
Empfehlung:
Ja
Hallo und Willkommen,
I. DIE KÜNSTLERIN
Jaja... ich weis die Kids flippen alle aus wenn Sie Ashanti hören, zum ersten mal mit Ja Rule im Duett bei "Always on time", danach bei Fat Joe`s "Whats luv?" und letztendlich in ihrer Megaseller-Debütsingle "Foolish", durfte Sie ihr zartes Stimmchen erklingen lassen.
Was beim als letzteres genannten Song sogar soweit führte das dieser 11 ( !! ) Wochen an der Spitze der amerikanischen Charts stand...
Übernacht wurde sie zum Star - denken viele, doch dem ist nicht ganz so...
Ashanti jedoch hatte schon vorher ihre Auftritte, zunächst in Disney Musicals - die Sie während und nach ihrem Studium im Cultural - Arts - Center hatte.
Ja, Sie hatte auch schon Filmauftritte und zwar in Spike Lee`s "Malcolm X" und später auch in "Who`s da man".
Danach war Sie als Hintergrundtänzerin auf Musikvideos zu sehen, bevor Sie die Aufmerksamkeit von Irv Gotti ( u.a. Jennifer Lopez ) auf sich zog -
dieser verschaffte ihr die Möglichkeit auf "How we roll" von Big Pun mitzusingen.
Danach folgten die berühmten zwei Kollaborationen mit Ja Rule, welcher Sie prompt für seine "Murder Inc." - Posse verpflichtete und das Duett mit Fat Joe.
Nun war Ashanti schon ein bekannter Name und man konnte ihre erste Debütsingle hinterherschieben...
was prompt klappte, was aus "Foolish" wurde konntet ihr ja bereits weiter oben lesen.
Doch kann ihr Debutalbum auch mit dieser Single mithalten...( zumindest in den USA konnte es, denn dort verkaufte es sich innerhalb der ersten Woche über 500.000 mal ) oder ist es doch besser, wenn Sie sich weiterhin als Hintergrundsängerin versucht ?
II. DAS ALBUM
Mit interessant, aufreizendem Blick lässt man Ashanti mit ihrer wilden Mähne in die Kamera blinzeln...
das Booklet lässt dann auch blinzeln, alles poppig bunt und die Danksagungen verkommen zur Schleimerei.
"Intro"
lässt zunächst Ja Rule "Always on time" erklingen und gleich danach "What`s luv" und noch weiter Duette von Ashanti folgen, jeweils mit ihrem Einsatz... und schliesslich wissen wir alle mit wem wir es zu tun haben! Oder ?
"Foolish"
den gespannten Hörer lässt man nicht lange warten - und um es vorwegzunehmen, es soll der einzige freudige Höhepunkt bleiben.
Das Pianosample ist sehr eindringlich und die Beats tröpfeln dazu leise im Hintergrund... rechtzeitig zu Ashanti`s Gesangseinsatz zieht sich das Klavier etwas in den Hintergrund zurück, bleibt jedoch omnipräsent.
Ashanti´s Gesang gefällt mit ihrer säuselnden, klagenden Stimme die sich soft auf höchstem Weichspülerniveau durch die Ohren pudert.
Der Höhepunkt dieser Verweichlichung ist dann beim Refrain erreicht, so süsslich säuseln sich die Stimmen in Richtung Eingängigkeit - das muss einfach gefallen! Was bei diesem Song auch besonders, neben Ashanti`s Beziehungsproblemen, ist ihr Stil zu Atmen - sie senkt für einen kurzen Moment ihre Stimme zu einem lang anhaltenden Ton, atmet ein und lässt dann wieder soft den soeben eingeatmeten Lebenshauch erwärmt herausströmen.
"Happy"
ihre zweite Single ist auch schon wieder auf dem Weg ganz nach oben in den amerikanischen Charts...
und bis jetzt ist auch noch alles in Ordnung auf dem Album!
Nachdem uns Ja Rule in gutgelaunter Form seine neueste "Errungenschaft" als "Princess of HipHop" vorgestellt hat, darf auch Ashanti schon loslegen!
Doch halt, nicht so schnell - denn im Hintergrund flöten sich die Töne in eingängigsten Melodien durch die Klangwelt, während ein softer, klopfender Beat für lässige, relaxte Tempomache sorgt.
Doch nun zu Ashanti, die hier mit etwas weniger Stimme, leicht nasal klingend, ihre Fröhlichkeit zum Ausdruck bringen will, da Sie endlich Ihren Traumprinzen gefunden hat... och nö !
Der Refrain wird dann von Hintergrundstimmen noch etwas mehr aufgelockert und mit langanhaltenden Stimmen fliesst der Zuckerguss durch die Ohren...
"I`m so happy that i fell in love... god has sent you from above... "
"Leaving ( Always on time Pt II )"
aha, kommt uns bekannt vor, jawohl - hier ist auch Ja Rule wieder vertreten.
Doch zuerst darf sich Ashanti stimmlich auslassen, mit leicht indisponierten Gesang stammelt Sie sich durch die sanften Gitarrenmelodien und die Streichereinsätze die sich vom dumpfen, geklatschten Beat antreiben lassen.
Hier wird auch klar, daß ihr ihr Atemstil dann zum Verhängnis wird, wenn Sie versucht Ihre Stimme etwas tiefer erklingen zu lassen - da bricht diese nämlich einfach ab und verkommt in Raunen.
Befindet Sie sich aber wieder in Ihrer gewohnt hohen Stimmlage so ist alles in Ordnung - ach ja, letztendlich darf ja auch Ja Rule wieder seinen Senf a la "Sex you crazy" ablassen - nur irgendwie mag sein tiefes Stimmorgan, diesmal nicht so recht mit Ashanti´s harmonieren... tja...
"Narrative Call"
..."we had a real strange relationship"... mit diesen Worten verarbeitet Ashanti eine Beziehung auf Interlude-kürze !
"Call"
einer dieser schwülstigen R&B Titel, die mit zwei Gitarrensaiten und einem dumpf, bouncenden Beat versuchen sowas wie Eingängigkeit zu erschaffen.
Dazu gibt`s dann zunächst mal einen Dauerrefrain von Ashanti - der bereits nach dem zweiten Mal auf die Nerven geht.
Die danach einsetzende Stimme sollte wohl lasziv klingen, tut sie aber nicht - eher einschläfernd.
Mit fast hypnotisch wirkendem langsamen Tempo lässt Ashanti die Worte über ihre Lippen gleiten und die Betonung bleibt stets auf der letzten Silbe liegen... was diese einschläfernde Wirkung noch bestärkt.
Schlimm...
"Scared"
hat Sie zusammen mit ihrem Producer Irv Gotti eingesungen. Gefallen können die harmonischen Gitarren, die sich sphärisch in hohe Klangebnen emporspielen. Der langsam bouncende Bass verkommt dabei zur Nebensache, Ashanti`s Stimme hingegen ist präsent - doch werde ich bei dem Titel das Gefühl nicht los, als könnte Ashanti wirklich nur auf einer Tonspur singen. Auf R&B Niveau ringt Sie wieder mit dem Tempo in Ihrer Stimme und mit ihren Gefühlen, "I`d be afraid to let my love go... i`m afraid of you"!
Im Hintergrund hören wir immer wieder mal Gotti ein zwei Worte einwerfen, die gehächelt durch die Lautsprecher klingen.
"Rescue"
düster beginnt dieser Titel mit wirren Synthesizereffekten und Sprachsampling...
dieser Synthesizereffekt, der wie ein zurückgespulter hochfrequenter sphärischer Klangteppich klingt zieht sich auch dann noch durch den Titel, wenn bereits die sanft klingenden Beats eingesetzt haben.
Ashanti säuselt sich wieder mal durch den Titel, reichlich unmotiviert klingend - und ab und an versucht Sie auch wieder lasziv zu klingen, was dann meist von ein zwei Gitarrentönen verstärkt werden soll... ach ja!
Selbst der Refrain verkommt hier zum Narkotikum...
"Baby"
ein langes Pianospiel leitet diesen Titel ein, der dann schnell auf übertaktende Ticks, einem langsam ausbreitenden, dumpfen Beat und Sitarresonanz setzt.
Dieser Sitarklang ist auch das, was diesen Titel so interessant klingen lässt, diese kurzen, nachklingenden Töne setzen sich im Gehör fest!
Ashanti hingegen räkelt sich in erotischen Gedanken... "When you touch me, my whole body shivers.." und verliert sich dann in einem Refrain, der an Einfältigkeit kaum zu überbieten ist! Da wird einfach ein paar mal "Baby,Baby,Baby" wiederholt und das wars...wow !
Der Rest tackert sich plätschernd durch die Gegend...
"Voodoo"
beginnt mit pumpenden Beats und funky Gitarren - die dann noch von Klarinettenspiel unterstützt werden und letztendlich noch ein Cello zur freien Verfügung haben.
Ashanti bewegt sich bei diesem Song leider auf sehr, sehr soften Niveau - kaum hörbar säuselt, hächelt und bummelt Sie sich durch diesen Titel - da passiert es schon mal, daß die Hintergrundstimmen ihre Hauptstimme übertönen.
Das soll wohl diese psychotische Atmo bestärken, in welcher sich Ashanti textlich befindet... tut es aber nicht !
"Movies"
ein ganz, ganz wüst schwülstiger Titel, der die Ohren schon ganz zu Beginn mit enorm hohen Geklimper und Gefierpe belastet. Der händeklatschende, kaum vorhandene Beat sorgt dann für Tempo, welches eigentlich aber wieder nicht vorhanden ist.
Diese Schneckendisco baut dann auf Ashanti´s Stimme auf, die auf ähnlich hohem Niveau befindet wie die vorher erwähnten Töne... das kann auch nerven !
Perfekt befindet Sie sich stimmlich immer auf demselben Ton und sorgt so zumindest für einschläfernde Stimmung, da nervt dann das Gefierpe nicht mehr so!
Ganz, ganz schlimmer R&B!
"Fight"
ist ein von Wind gepeitschter Interlude, auf welchem sich Ashanti mit ihrem Freund über Zukunfspläne in Ihrer Beziehung unterhält... nebensächlich !
Aber zumindest fällt hier mal das Wort "Shit..." - YEAH !
"Over"
auch hier wieder gitarrenunterstützter R&B, mit langsam pulsierendem Beat und im Hintergrund hört man Regen prasseln.
Ashanti beendet eine Beziehung mit weinerlich klingender Stimme, textlich aber typisch... "When i met you, you was all for me..." über die ersten auftauchenden Probleme, bis hin zur Trennung wird einfach alles angesprochen, "Can`t believe that it`s over baby" ! Das ganze wird durch einen Refrain gerieben, der mit hohen Stimmen mit dem Süssigkeitsfaktor eines Gummibären spielt!
"Unfoolish"
beginnt mit dem Refrain von "Foolish" und im Hintergrund hört man eine bekannte Stimme - ja, da hat sich jemand an altem Tonmaterial von "The Notorious BIG" vergriffen !
Das ganze ist dann eigentlich musikalisch nur ein Remix von "Foolish", denn das präsente Piano ist geblieben, genauso wie der Refrain - nur dieser wird jetzt mit "Big´S" Stimme im Hintergrund verstärkt.
Textlich hat sich auch was verändert, denn Ashanti bleibt diesmal die Sture und schwört sich das Sie sich das von ihrem "Alten" nicht mehr gefallen lässt.
Ja und dann wird auch noch Legendenbildung betrieben, ähnlich wie Ja Rule, der auf seinem aktuellen Album ein Duett mit Tupac einsingt, darf hier BIG noch ein paar Zeilen rappen... obwohl das "darf" schlecht gewählt ist, was soll er schon noch dagegen einwenden!
Das macht er in einer seiner erotisch angehauchten Phasen..."Let me lick you from your neck to your back..." und da endet seine Phantasie noch nicht...
da "wiggled" auch mal der "ass"!
"ShiShi"
ist ein kurzes Interlude mit Ach danke - Charakter!
"Dreams"
ein weiterer gitarrenverliebter R&B Titel mit enorm einschläferndem Spiel! Der Beat dödelt im Hintergrund herum und weis nicht so recht was er hier soll und genauso geht es anscheinend auch Ashanti, die mit wenig Freude hier ihren Auftritt hat - die lustlos angestammten Worte verkommen zur Stammelei und Hächlerei - da kommt keine Freude auf !
"Thank you"
ja... ich danke auch - nur für was ! !
III. MEIN FAZIT
Was für ein Album, wäre es um ca. 40 Minuten kürzer wär es gar nicht mal so schlecht, nur dann wären auch nur zwei Titel drauf!
Das Hauptproblem auf diesem Album ist Ashanti`s Stimme, versteht mich nicht falsch, ihre Stimme ist sehr soft und eingänglich - nur das ist eben auch ihr Problem! Sie ist keine dieser Oktaventraumtänzerinnen wie etwa Mariah Carey, nein, sie bummelt immer auf einem Ton herum und ihr angesprochener Atemstil macht es noch schwerer ihrer Stimme soetwas wie Charakter zu geben.
Die ersten beiden Titel auf dem Album wirken dann noch auf diese Stimme hinproduziert, die restlichen verkommen dann zum totalen verwurschtelten R&B Kram, der ab und an sogar den Eindruck macht als würde er neben Ashanti`s Stimme die Tonspur rauf und runterfahren.
Während "Foolish" mit seinem Pianosample und Ashanti`s Einsatz genauso wie die zweite Single "Happy" mit ihrem fröhlichstimmenden Refrain noch gefallen kann, ist es bei den Titeln wie "Leaving" und "Call" schon vorbei mit der Freude, da diese schon in schwülstigen R&B herumeiern.
Beim verspielten "Scared" kommt nochmal kurzzeitig Hoffnung auf, während "Rescue" nur noch aufgrund der Synthesizerklänge interessant bleibt.
Auch bei "Baby" ist nur ein Instrument interessant, während sich Ashanti zu verabschieden scheint, bei "Voodoo" ist Sie dann schon fast nicht mehr zu hören - bei "Movies" dann erst recht nicht mehr, da man sich schon zu Beginn eine Trommelfellentzündung bei den hohen Klingeltönen holt.
Das weinerliche "Over" kann auch nicht mehr glücklich stimmen und bei "Unfoolish" lebt man leider in der Gewissheit das es nur ein Remix von "Foolish" ist und somit auch nur durch "BIG"´s Kurzeinsatz etwas Abwechslung bringt, welches bei "Dreams" wieder vollkommen fehlt.
Kühl kalkulierter, abzockerischer R&B-Müll, der auf einem kurzzeitigen Hype um die Stimme einer Frau aufbaut, die sich in einem momentan angesagten HipHop-Umfeld bewegt.
Zwei Sterne, die sehr knapp an einem vorbeischlittern... aber "Foolish" gefällt auch mir !
Und ach ja, zu den Gerüchten die besagen, daß sich Jennifer Lopez mal die Stimme von Ashanti "geliehen" hat möchte ich nur folgendes sagen:
Herzliches Beileid, Jennifer ! weiterlesen schließen
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