Pro:
spektakuläre und abwechslungsreiche Stunts, kinoreife Raplays
Kontra:
sehr lange Stuntszenarien, kleine Fehler sind meist schon fatal, viele Frustmomente, technische Macken
Empfehlung:
Ja
Die Entwickler Reflections, bekannt für die Driver-Serie, brachten vor einigen Jahren den Hit Stuntman heraus. Wie in Driver gibt es auch bei Stuntman eine hervorragende Fahrphysik mit vielen Frustmomenten und einigen technischen Macken.
SPIEL:
In „Stuntman“ schlüpt ihr, wie der Titel bereits vermuten lässt, in die Rolle eines Stuntman. Im Karrieremodus müsst ihr euch als Stuntfahrer beweisen und müsst nach und nach für insgesamt sechs Filmprojekte 24 Stuntszenarien meistern. Dabei setzt ihr euch bei jedem Stunt hinter das Steuer eines anderen Fahrzeugs, z.B. verschiedene Sportwagen, Schneemobil, Tuk Tuk, Motorrad mit Seitenwagen. In den teils sehr langen und immer schwieriger werdenden Stuntszenarien müsst ihr zahlreiche Stunts durchführen: ihr müsst z.B. nahe an Explosionen ranfahren, euch spektakulär durch den Verkehr schlängeln, auf einen Zug springen, in Objekte steuern oder eben ganz knapp daran vorbei. Die Stunts sind sehr vielfältig und abwechslungsreich. Allerdings ist der Schwierigkeitsgrad enorm hoch. Die Stuntszenarien werden stets an einem Stück gefahren und dauern meist zwei Minuten oder auch ein wenig länger und die Stuntszenarien werden zunehmend schwieriger. Ihr müsst auch immer eine Mindestprozentzahl der Stuntquote erreichen. Anfangs ist es ausreichend, wenn 75 % der Stunts eines Stuntszenarios erfolgreich durchgeführt wurden. Diese Erfüllungsquote steigert sich bei jedem Filmprojekt. Bei den Stunts des letzten Filmprojektes müssen schließlich 90 % der Stunts geschafft werden. Geschwindigkeit, Präzision und Timing sind bei diesem Spiel enorm wichtig, aber genau das macht „Stuntman“ auch so schwierig. Die Fahrphysik ist glücklicherweise hervorragend und auch die Steuerung sehr gut, was wichtig ist, um die Fahrzeuge so zielgenau steuern zu können. Allerdings gibt es eine Kritikpunkte, die das Spiel unnötig schwer machen: Es gibt keine Einführung in die Stunts. In sehr kurzen Videosequenzen, wird nur kurz erläutert, worum es in dem jeweiligen Stunt geht. Das heisst also, das man anfangs gar nicht weiß, was zu tun ist. Zwar wird stets durch Symbole angezeigt was man machen soll und auch der Regisseur gibt immer entsprechende Anweisungen, aber dennoch benötigt man immer erst einige Anläufe, um überhaupt zu wissen, welche Stunts in dem Szenario durchzuführen sind, schließlich muss man sich ja auch noch auf seine Fahrkünste konzentrieren. Hat man das Szenario schließlich mehrmals durchfahren und weiß genau was zu tun ist, kann man sich voll und ganz auf die Stunts konzentrieren. Tja, hört sich ja jetzt einfach an, ist es aber keinesfalls. Denn wie bereits erwähnt dauern die einzelnen Stuntszenarien teils über zwei Minuten während auch stets noch eine Uhr herunterläuft. Ihr müsst die Stunts innerhalb eines Zeitlimits absolvieren, aber diese Zeitlimits sind meist nicht sehr problematisch zu erreichen. Viel entscheidender ist das Timing und die Geschwindigkeit. Schrammt man ein Auto, bleibt an einem Objekt hängen oder verliert ihr sonst etwas an Geschwindigkeit bei einem wichtigen Stunt, ist dieser ruiniert. Dazu zwei Beispiele: ihr sollt (nach bereits vielen Stunts zuvor in dem Szenario) unter zwei umfallenden Türme durchfahren. Seid ihr einen Tick zu langsam, kracht einer der Türme gnadenlos auf euer Fahrzeug. Beispiel 2: Ihr sollt knapp vor einem heranfahrenden Zug über die Gleise preschen. Tja, kommt man aus den Stunts zuvor mit etwas zu geringer Geschwinigkeit, haut euch der Zug weg. Das Leben eines Stuntman ist voller Risiken. Bei den späteren Stunts zählen meist nur eine perfekte Fahrweise. Kleine Fehler bedeuten meist schon das Aus. Erschwerend kommt noch hinzu, das ihr bei jedem Stuntszenario ein neues Fahrzeug steuern müsst. Das sorgt zwar für Abwechslung, allerdings muss man sich auch stets ersteinmal an das Fahrverhalten des jeweiligen Gefährts einstellen.
Erfolgreich absolvierte Suntszenarien lassen sich danach einzeln anwählen und nochmals meistern. Die Stunts kann man sich auch immer in kinoreif präsentierten Replays anschauen, was natürlich besonders schön und motivierend ist, wenn man nach unzähligen Versuchen ein Szenario endlich erfolgreich gemeistert hat. Besonders sehenswerte Replays speichert ihr auf Wunsch auf Memory Card. Nach jedem abgeschlossenem Filmprojekt wird man zudem mit einem Filmtrailer belohnt, der auch nochmals einige eurer Stunts beinhaltet. Die Filmprojekte sind übrigens an reale Filmvorbilder angelehnt, wie z.B. Iniana Jones und James Bond. Zwischen den einzelnen Filmprojekten müsst ihr euer Können in einer Stuntshow beweisen (z.B. durch brennende Ringe springen und schließlich in einem Stapel Autos krachen).
Neben dem Karrieremodus gibt es noch ein paar weitere Spielmodi. In drei „Fahrertalent-Spiele“ könnt ihr an eurer Präzision, Geschwindigkeit und Stunts feilen. Ihr müsst euch präzise durch Hütchen schlängeln oder innerhalb eines engen Zeitlimits eine Strecke fahren. Allerdings finde ich diese Modi nicht sehr motivierend, da auch enorm schwierig und im Vergleich zum Karrieremodus sehr langweilig. Viel motivierender und vor allem um mal etwas beim Karrieremodus durchschnaufen zu können ist die Stunt-Show. Auf einem Stuntgelände könnt ihr euren eigenen Stunts kreieren. Die entsprechenden Fahrzeuge und Arenarequisiten werden im Karrieremodus nach erfolgreich absolvierten Stuntszenarien freigeschaltet. So könnt ihr verschiedene Rampen, brennende Ringe, Autostapel und vieles mehr in eure Stunts einbauen.
STEUERUNG:
Die Fahrphysik der einzelnen Fahrzeuge ist, wie von den Reflections-Jungs auch nicht anders zu erwarten, hervorragend gelungen. Die Fahrzeuge lassen sich zudem präzise steuern, was bei diesem Spiel auch zwingend notwendig ist. Allerdings muss man sich bei jedem Stuntszenario auf ein neues Gefährt mit anderer Fahrphysik und Steuerung einstellen. Dadurch benötigt man stets einige Anläufe um das jeweilige Fahrzeug zu beherrschen.
TECHNIK:
Die Grafik ist eigentlich sehr gut. Explosionen, viele zerstörbare Objekte, ein sehr gutes Schadensmodell und die kinoreifen, äußerst sehenswerten Replays tragen ihren Teil dazu bei. Allerdings ist die Texturauflösung sehr gering. Besonders störend und eigentlich unverzeihlich ist allerdings, das die Framerate gelegentlich stark ins Stottern gerät und das trotz der geringen Auflösung und der überwiegend gescripteten Stuntgeschehen. Gerade in dem hektischen Stuntgeschehen wäre eine konstante Bildwiederholungsrate doch sehr wünschenswert gewesen. Aber diese Einbrüche wirken sich glücklicherweise meistens nicht negativ auf die Stunts aus, stören aber dennoch sehr.
Beim Sound gibt es nicht viel zu meckern. Die Motorensounds sind sehr gut und auch die sonstigen Soundeffekte während der Stunts sind gelungen.
FAZIT:
„Stuntman“ ist wirklich ein sehr gutes Spiel, allerdings sehr schwer und mit vielen Frustmomenten versehen. Dieses Spiel ist nur für sehr geduldige Spieler mit starken Nerven, sonst besteht ernsthafte Gefahr für die Controller. Den könnte man nämlich des Öfteren gegen die Wand schmeißen. Die Stunts sind sehr abwechlungsreich und die Replays der erfolgreich gemeisterten Stunts motivieren schließlich zum Weiterspielen. Allerdings werden nur Fortgeschrittene und Profis auch die letzten Stunts erfolgreich meistern. Gelegenheitsspieler lassen die Finger von dem Spiel, denn für eine schnelle Runde für zwischendurch ist „Stuntman“ sicherlich nicht geeignet. weiterlesen schließen
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