Pro:
Sir Anthony Hopkins, das Zusammenwirken von Hopkins-Rock, temporeich, spektakuläre Szenen, humorvoll, beeindruckende musikalische Einlagen für jeden Geschmack, Bild- und Tonqualität der DVD, Bonusmaterial mit Interviews
Kontra:
Eine Freigabe des Films ab 12 Jahren wäre korrekter gewesen, als die geltende ab 16!
Empfehlung:
Ja
Bad Company heißt ja aus dem englischen übersetzt „schlechte Gesellschaft“. Aber wer würde sich wagen zu behaupten, man sei mit Sir Anthony Hopkins in schlechter Gesellschaft? Eigentlich keiner, höchstens Anthony hat ihn Wirklichkeit die Angewohnheiten seiner bekanntesten Rolle als „Hannibal Lecter“ übernommen! Spaß beiseite – Anthony Hopkins, einer meiner Lieblingsschauspieler, war der Grund, weshalb ich mir letztens „Bad Company“ auf DVD ausgeliehen habe. Ein Film, der ein Kinoflop war – einer der wirklich wenigen mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle. Was die exakten Gründe des Misserfolgs waren, kann ich leider nicht nachvollziehen, denn persönlich, habe ich in 111 Minuten einen wirklich spektakulären Actionfilm mit gelungenen Comedy-Einlagen genossen!
Handlung
Bei einer Verfolgungsjagd in Prag, wird CIA Agent Hayes erschossen. Sein Partner Oakes (gespielt von Anthony Hopkins) kann entkommen. Dabei ging es vorher um einen Deal, bei dem die CIA mit seinen Geheimagenten eine Plutoniumbombe kaufen wollte. Schnellstens muss für den getöteten Agenten ein Ersatz her. Oakes und seine Crew entdecken einen Mann namens Jake (gespielt von Chris Rock). Er ist der Zwillingsbruder vom ermordeten, vom dem jedoch Jake keine Ahnung hat. Jake ist arbeitslos. Seine Einnahmen bestehen nur darin, von Studenten beim Schach das Geld einzusammeln. Die CIA schnappt sich ihn und macht ihm ein Angebot, die Rolle seines Bruders zu übernehmen. Er willigt natürlich ein, nachdem er 50.000 Dollar angeboten bekommt. Doch Agent der CIA zu sein, verlangt einige Opfer und schon am nächsten Morgen um 5 Uhr muss er damit klarkommen, ein hartes Training durchzumachen. Innerhalb von 8 Tagen muss er tschechisch gelernt und alle Angewohnheiten seines Bruders übernommen haben. Eine schwierige Aufgabe, die jedoch so richtig kompliziert wird, als er dann nach Prag reist, um die russische Mafia höchstpersönlich zu treffen.
Filmkritik
„Bad Company“ ist für das Genre „Actionkomödie“, in das ich den Film einordne, sehr gelungen. Der Film hat viele Ähnlichkeiten zu anderen Actionfilmen, verbindet aber die Action mit der Komödie. Ein Lethal Weapon oder ein Beverly Hill Cop hat einige Parallelen mit Bad Company vorzuweisen. Ein sehr temporeicher Film, der einige spektakuläre Actionszenen aufzuweisen hat, mit beeindruckenden Stunts. Eine dieser, ist mit einem Mercedes Benz quer durch die tschechischen Weizenfelder zu sehen und bei der fast Anthony Hopkins seinen Kopf verliert. Die Story des Films ist gar nicht mal so realitätsfern, denn eine Bombe mit nuklearem Sprengstoff, ist durchaus etwas, was auch in den kommenden Jahren in Koffern getragen werden kann. Wir haben schon einige Filme gesehen, in dem zwei ganz unterschiedliche Charaktere zusammenspielen gesehen hat. Hopkins ist der seriöse Schauspieler, der für ruhige und nachdenkliche Rollen (Hearts in Atlantis als Beispiel) wie geschaffen ist, während Chris Rock eher der spontane und humorvolle Leinwandstar ist. Genau diese unterschiedlichen Charaktere und die Paarung der beiden, sind jedoch im Film ausschlaggebend, dass er so gut ankommt. Zumindest bei mir!
Ob er sich mit einem Riesenbär anlegt, dem Tod ins Auge schaut oder sich eben, wie in Bad Company, mit der russischen Mafia anlegt - Hopkins ist immer in Bestform. Ein hervorragender Schauspieler, der ganz allein schon einmal dafür sorgt, dass ein Film nicht langweilig werden kann. Sein darstellerisches Charisma ist einzigartig. Ich hoffe er hat seine Entscheidung nicht bereut in einer Actionkomödie mitzuspielen (da der Film nun mal floppte), aber für uns Fans war es was neuartiges und durchaus erstaunliches. Im größten Teil des Films ist Hopkins sehr ernst und Chris Rock macht die Witze, aber auch vom Sir kommen einige gute Attacken, wie z.B. als er fragt was Musik Jake gerade hört und darauf die Antwort bekommt, dass es sich um Hipp-Hopp handelt, was ihm gar nicht gefällt. Der gute alte Hannibal Lecter steht nun mal auf Klassik! Chris Rock, ein junger Schauspieler, könnte der neue Eddy Murphy sein. Er hat das Gesicht und die Fähigkeiten in die Fußstapfen von Eddy zu treten, obwohl natürlich alles für ihn mit diesem unerklärlichen Kinoflop begonnen hat. Dass der Junge auch eine freche Klappe hat, merkt man bei den Interviews auf dem DVD Bonusmaterial, als er sich leicht über Sir Anthonys Akzent lustig macht. Der Film ist auch im musikalischen Bereich sehr empfehlenswert. Für jeden Geschmack ist was dabei: für mich Balladenfan mit „All out of love“, für die Freunde der neueren Musik „911“ von Gorillaz, für den Oldiefan „Pretty Woman“, geschrieben von Roy Orbison, gesungen jedoch von Karell Gott und für den Freund der klassischen Musik kommen zwei Stücke von Johann Sebastian Bach vor.
Die DVD und ihr Bonusmaterial
Studio: Buena Vista Home Entertainment
Freigegeben: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 111 Minuten
Bildformat: 2,35:1
Sprachen: Deutsch, englisch und spanisch auf Dolby Digital 5,1
Untertitel: Deutsch, englisch, hebräisch, französisch, italienisch, portugiesisch.
Dass der Film erst ab 16 Jahren freigegeben wurde, ist für mich unverständlich. Es handelt sich um den klassischen Actionfilm, der ab 12 Jahren eigentlich freigegeben wird. Sexszenen kommen keine darin vor und härtere Action als bei anderen Filmen dieser Art sind auch nicht der Fall. Komische Kriterien bei der Auswahl der Altersbeschränkung! Mit guten Kontrasten und kräftigen Farben sorgt die DVD für ein ausgezeichnetes Bild. Auch der Ton ist hervorragend. Rauschfrei und mit beeindruckender Klangwiedergabe, vor allem bei den vielen Actionszenen.
Das Bonusmaterial der DVD besteht lediglich aus einer Sequenz, die uns jedoch Interviews und Bilder hinter den Kulissen des Films zeigt. Fast alle Darsteller kommen zu Wort, so wie auch Regisseur Joel Schumacher. Die meistens sprechen vom einzigartigen Anthony Hopkins. Er sei ein ganz gewöhnlicher Mensch und man merkt ihm bei den Dreharbeiten nicht an, was für ein Star er ist, laut der meisten Darsteller. Hopkins spricht von seiner Seite über seine Rolle und wie er überredet wurde am Film teilzunehmen, da er doch eher für ein ganz anderes Genre bekannt ist (Thriller, Horror oder Drama – aber keine Actionkomödie!). Er habe laut seiner eigenen Meinung viel Humor, aber er kann diesen nicht so toll vor der Kamera ausdrücken, wie andere Schauspieler. Dabei erwähnt er unter anderem Robin Williams, meinen Lieblingsschauspieler überhaupt. Ebenfalls spricht er den Drehort Prag an, der ihm gefallen hat, aber nach einigen Wochen Dreharbeiten wollte er wieder zurück nach Malibu! Auch wenn nur diese eine Sequenz angeboten wird, so ist sie mehr als zufriedenstellend, denn sie stellt eine Art Making of, bereichert durch Interviews, dar. Allein schon, dass Sir Anthony sich darin einige Mal zu Wort meldet, ist für mich als Bonusmaterial mehr als befriedigend!
Fazit
Mit „Bad Company“ ist man als Zuschauer mit Sicherheit in bester Gesellschaft. Sir Anthony Hopkins garantiert zusammen mit dem jungen Chris Rock und natürlich einer actionreichen Handlung für einen unterhaltsamen Fernsehabend. Dass der Film erst ab 16 Jahren freigegeben ist, kann ich als einzigen Nachteil überhaupt erwähnen. Ansonsten ist die DVD durch ein exzellentes Bild und einem beeindruckenden Ton vorzüglich. Das Bonusmaterial mag zwar auf den ersten Blick geringfügig aussehen, doch hat man es sich angeschaut, wird man auch damit sehr zufrieden sein. Von mir bekommt deshalb „Bad Company“ auf DVD die volle Sternchenzahl! weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben