Pro:
günstig
Kontra:
schlechtes Ergebnis, sehr grob
Empfehlung:
Nein
Mein letzter Versuch, mit dem Wilkinson Diamond auf eine kostengünstigere Alternative zu meinem alten Mach3 auszuweichen war ja mehr oder weniger fehlgeschlagen. So stand ich also im dm-Drogeriemarkt, um neue Klingen für den Mach3 zu kaufen. Die Ersatzklingen hielt ich bereits in der Hand und sinierte über den ja doch recht teuren Preis, als ich ein neues Produkt von Balea entdeckte.
Wahnsinn, ein Rasierer mit drei Klingen-System von Balea und das zu einem sagenhaften Preis. Lediglich 2,49€ für den Rasierer, wobei auch bereits zwei Klingen enthalten sind. Aber auch die Ersatzklingen waren wesentlich günstiger, als die vergleichbaren von Gilette. Da ich bisher mit den Produkten von Balea nur gute Erfahrungen gemacht hatte und vor allem der Preis sehr verlockend war kaufte ich mir der Rasierer.
Ausgepackt war der Rasierer dann auch sehr schnell, aber vor der ersten Benutzung musste noch die Klinge am Rasierer montiert werden. Bei meinen anderen Rasierern war ich es gewohnt, dass bereits eine Klinge befestigt ist, aber auch der Tausch mit einem einfachen Klick und weg sehr schnell geht.
Leider nicht so beim Balea, denn die Montage der Klinge war das erste Problem. Am Kopf des Rasierers befindet sich eine Art Zange, die mit Hilfe von zwei kleinen Tasten zusammen gedrückt werden muss, um die Klinge aufzunehmen. Der Widerstand ist jedoch relativ stark und die Tasten extrem klein, wodurch das Drücken recht schmerzhaft ist. Ein weiteres Hindernis ist dann die richtige Position der Zange an der Klinge zu finden, ich habe beim ersten Mal so etwa zehn Minuten benötigt, bis die Klinge dann endlich befestigt war.
Auch noch erwähnenswert sind die beiden Gummioberflächen an den Seiten des Griffs. Diese dienen dazu, den Rasierer gut halten zu können. Den Zweck erfüllen sie auch bestens, aber etwas auffällig ist die schlechte Verarbeitung, denn an den Rändern sind noch deutliche Reste zu sehen, die beim pressen oder gießen solcher Gummis entstehen. Das ist jetzt nicht weiter schlimm, weil es der Funktion keinen Abbruch tut, aber es ist halt doch ein Zeichen, mangelnder Verarbeitungsqualität.
Nachdem dann der Rasierer dann endlich einsatzbereit war fiel mir zunächst die verblüffende Ähnlichkeit mit einem Einwegrasierer auf, denn der Winkel von Klinge zu Griff ist recht steil und man muss den Rasierer in einer zumindest für mich etwas ungewohnten Haltung über das Gesicht bewegen. Zudem ist der Kopf auch lange nicht so flexibel, wie etwa bei Rasierern von Wilkinson oder Gilette, sondern extrem starr.
Kommen wir aber nun zum wichtigsten, zum rasieren selbst. Ja, das war schon eine ziemliche Tortur, der Rasierer geht alles andere als zimperlich zum Werk. Ich denke man kann dies schon als äußerst grob bezeichnen, ich hatte während des Rasierens mehr das Gefühl, mir würden die Haare heraus gerissen, statt abgeschnitten. So ganz sicher, ob da jetzt auch ein paar Hautfetzen mit dranhängen war ich mir bei der Sache nie.
Benutzt habe ich den Rasierer inzwischen vier Mal, aber bereits dies war zu viel, es verlief nicht ein einziges Mal ohne nennenswerte Blessuren. Eine kleine Unachtsamkeit bestraft der Rasierer sofort mit üblen Schnittwunden. Auch die Gesichtshaut fühlte sich nach dem Rasieren extrem gereizt an. Der Tausch der Klinge durch die zweite enthaltene brachte auch keine Besserung, es war also nicht der Produktionsfehler einer einzelnen Klinge, der für meinen Misserfolg zuständig war. Das Ergebnis lies übrigens auch zu wünschen übrig, kurz nach dem Rasieren fragte mich meine Freundin, ob ich mich denn nicht rasiert hätte.
Sehr Auffälig sind auch die beiden bläulichen Gummistreifen, über und unter den Klingen, wie ich sie auch vom Mach3 her kenne. Bei dem Balea scheinen diese aber ebenfalls minderwertiger Qualität zu sein, denn bereits nach den wenigen Rasuren zeigen sie Verschleißerscheinungen dadurch, dass sie Stellenweise bereits ausfransen. Kobpatibel zum Mach3 sind die Klingen übrigens nicht, wegen des unterschiedlichen Aufnahmesystems.
Empfehlen kann ich diesen Rasierer trotz des günstigen Preises höchstens noch für den kleinen Hobbymasochisten. Wer noch mehr Erfahrungen damit haben möchte dem kann ich ihn gegen Übernahme der Porto- und Verpackungskosten sehr gerne kostenlos zuschicken. Ich werde ihn jedenfalls nicht mehr benutzen. weiterlesen schließen
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