Pro:
Wirkung, Anwendung
Kontra:
Preis, fehlende Infos, Gestank
Empfehlung:
Ja
Ich kann mir gut vorstellen, dass einige jetzt hämisch grinsen werden... ;-) Ja, der Teufel (meine Dobermann-Hündin namens Luna) hat immernoch Flöhe. Vielleicht ist das neue Flohhalsband doch nicht so effektiv, wie das was ich sonst immer gekauft habe. Auf jeden Fall habe ich vor ein paar Tagen festgestellt, dass unter ihrem Fell ein reges Treiben herrscht. Am Bauch, wo das Fell sehr dünn ist, kann man die possierlichen Tierchen wunderbar beobachten. Da Luna ein absoluter Schoßhund ist und am besten unter Frauchens Decke schläft, betrifft mich das nun irgendwie auch.
Bekanntlich interessieren sich Hunde- oder Katzenflöhe ja nicht wirklich für Menschen, aber es lässt sich ja kaum verhindern, dass sich der eine oder andere mal verirrt. Dann stechen sie auch erstmal und verschwinden wieder, nachdem sie festgestellt haben, dass es sich um Menschenblut handelt, was ihnen wohl überhaupt nicht schmeckt.
Aber es gibt noch einen wirklich beunruhigenden Aspekt. Was ich bis heute morgen nicht wußte, ist dass Flöhe auch Bandwürmer übertragen und die wiederum vom Hund auf den Menschen übertragen werden können.
Jedenfalls wollte ich nicht riskieren, dass ich die Flöhe auch noch in meinem Bett sitzen habe. Also musste eine schnellere und effektivere Lösung her. Und nach Möglichkeit kein Puder, das kenn ich noch von der Katze und da habe ich es schon gehasst. Nicht nur weil das Auftragen ein totaler Kampf ist, sondern hinterher ist das Fell so stumpf und fühlt sich total ekelhaft an.
Glücklicherweise gab es im Marktkauf-Baumarkt tatsächlich verschiedene Varianten. Nach kurzem Überlegen entschied ich mich für das Bolfo-Spray. Anscheinend haben die das Design zwischenzeitlich geändert, denn die Dose ist genauso gestaltet, wie das Umgebungsspray, (also blau) und nicht gelb wie auf dem Ciao-Foto. Bezahlt habe ich - Achtung, Hinsetzen! - 8,98 Euro. Ganz schön happig, aber die günstigste Variante wäre ein Puder gewesen, was aber auch nur 2 Euro billiger war.
Immerhin ist es eine große Spraydose, die den Eindruck erweckt, dass sie auch ne Weile hält.
Leider gibt es auf der Rückseite keine Informationen, wie lange man das Spray anwenden muss, oder wie oft überhaupt. Einmal sprühen und alles ist tot, oder zwei Wochen lang dreimal täglich???
Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass es in Deutschland möglich ist, so ein Produkt mit derartigen Anwendungshinweisen zu verkaufen.
Also - in der Dose befinden sich 250 ml und als Wirkstoff sind 0,25 % Propoxur enthalten. Das Spray wirkt gegen Zecken und Flöhe und ist für Hunde und Katzen geeignet. Soviel wissen wir also. Und jetzt wirds lustig, ich zitiere:
"Dosierungsanleitung mit Art und Dauer der Anwendung:
Zur Anwendung auf dem Fell. Das Fell des Tieres gegen den Haarstrich einsprühen, bis das gesamte Fell leicht angefeuchtet ist. Nicht in Augen oder Nase sprühen."
Kann mir jemand sagen, was dieser Satz über die Dauer der Anwendung aussagt?
"Überdosierung: Bei Tests mit Hunden und Katzen zeigten sich nach Verabreichung der doppelten Dosis des Wirkstoffs keine Anzeichen für Unverträglichkeiten. Bei mehrfacher Überdosierung und eventuellem Verschlucken kann es jedoch bei Mensch und Tier zu Anzeichen einer Carbamatvergiftung kommen [...]"
Die einfache Dosis kennen wir nicht, dafür wissen wir aber, dass 3 mal X sehr gefährlich ist. Toll!
So, jetzt ist es aber wirklich genug. Ich habe also beschlossen, den Teufel einmal gründlich einzusprühen und zu schauen, was passiert. Vielleicht hat es sich ja dann schon ausgekrabbelt...
Ich holte also zuhause die Spraydose aus meiner Tasche und war erstaunt, wie schnell der Teufel aufsprang und versuchte, sich irgendwo zu verstecken. Der Anblick der Dose hat also schonmal eine durchschlagende Wirkung. ;-)
Da man sich in einer 2-Zimmer-Wohnung schlecht verstecken kann, hatte ich sie auch gleich wieder zu fassen gekriegt und bevor sie wieder entwischen konnte, war sie auch schon komplett eingenebelt. Mund und Augenbereich soll man natürlich aussparen. Also am besten gar nicht so sehr in Richtung Kopf sprühen. Da das Spray mit einem wesentlich stärkeren Druck rauskommt, als Haarspray oder Deo, war sofort der ganze Raum eingenebelt. Nicht besonders angenehm, denn das Zeug riecht wie eine Mischung aus Autan, Insektenspray und Grundierung oder so. Man sollte vielleicht wirklich vorher schon alle Fenster aufreissen...
Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Hund sich freiwillig einsprühen lässt, alleine schon, wegen dem Geräusch. Aber das Schöne ist eben, dass es extrem schnell geht. Man muss ja auch nur ein paar Mal sprühen, da gleich eine recht große Fläche abgedeckt wird. Am Hund riecht man das Spray danach kaum noch. Im Gegensatz zu einigen Produkten auf natürlicher Basis, die nach Citrus "duften", scheint dieser Geruch für Hunde nicht wirklich unangenehm zu sein. Bei diesem Citruszeug hat Luna sich stundenlang auf dem Boden gewälzt und verzweifelt versucht, den "Gestank" loszuwerden. Bei diesem Spray war sie kurz nach dem Auftragen wieder die Ruhe selbst. Obwohl Luna am Bauch sehr schnell Ausschlag bekommt, hat das Spray keine Hautirritationen verursacht.
Bis jetzt habe ich den Teufel drei Mal mit dem Flohschutzspray eingenebelt. Die Zahl der Blutsauger hat auf jeden Fall rapide abgenommen. Ich glaube noch nicht, dass wirklich schon alle weg sind, aber wenn ich noch welche finde, werde ich heute abend oder morgen noch einmal sprühen.
Leider ist das Spray nicht gerade ergiebig. Es würde jetzt noch für 2 -höchstens 3 Anwendungen reichen, dann wars das. Puder wäre sicher wesentlich ergiebiger, aber wenn ich an das stressige Auftragen denke... Dann lieber Spray. Und wenn ich danach wieder für den Rest des Jahres Ruhe vor den Krabbelviechern hab, dann würde ich sagen, kann man die 9 Euro schon verschmerzen.
Insgesamt kann ich das Bolfo Flohschutzspray also als Alternative zu Puder absolut empfehlen. Wegen der albernen Anwendungshinweise und dem Preis gibt es aber trotzdem Punktabzug. weiterlesen schließen
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