Pro:
Riesling erfrischt und ist ein guter Wein zum Kochen
Kontra:
zuviel davon -kein Auto mehr fahren
Empfehlung:
Ja
„Riesling ist der wahre „Göttertrank“.
Zumindestens stellen sich das Liebhaber des Weissen Weines gerne vor. Es kann nichts anderes sein, was Tannhäuser in Wagner´s Oper von „Venus“ Lippen schlürft.“
Ich persönlich, würde hier wie in meinen anderen Berichten über Bordeaux und Burgunder, eher einige Tropfen Rotwein dieser Spezies für angebracht halten, zumal sie so schön kräftig rot sind.
Ich bin weder Oper-Fan noch maße ich mir an Wagner zu verstehen –zudem ich eher in geschichtlicher Hinsicht, bezüglich seines Antisemitsmus, ein sehr gespaltetes Verhältnis zu seiner Person habe.
Dieser Spruch am Anfang stammt von einem Freund von mir und ist mit seiner Genehmigung hier verwendet.
Ich spinne hier mal die Gedanken meines Freundes und mir („Philosophieren im Suff“- gesonderter Artikel wird irgendwann folgen) weiter: Tannhäuser ist weder der erste noch der einzige, der den Rausch offener Sinnlichkeit der kühlen Vollkommenheit und Reinheit vorzieht.
Obwohl sein Schwanken zwischen zwei Extremen etwas grundlegend Germanisches zu sein scheint, sind die Weine, die beides verkörpern, die Rieslinge, ausgerechnet im deutschsprachigen Raum auf krasse Weise unterbewertet, während sich Fachleute, Weinkenner und Sommeliers, sowie Geniesser auf der ganzen Welt darin einig sind, dass den Weinen aus dieser edlen Rebsorte, der Status des „Göttertranks“ gebührt.
Ich als Freund des roten Bordeaux und Burgunders muss hier gestehen, das selbst ich manchmal „fremdgehe“ und einen Riesling geniesse. Aber wie auch bei anderen menschlichen Be- und Gegebenheiten spielt immer der Anlass oder Umstand die Dirigenten-Rolle.
Und ich lasse mich gerne von einem Riesling überzeugen.
Besonders der „Bernkastler Doktor“ aus Bernkastel, Wein-Region: Mosel-Saar-Ruwer, ist hier zu erwähnen. Es ist ein wirklicher Allround-Riesling über das einfache trinken bis hin zum Kochen von Spezialitäten zu gebrauchen.
Es gibt eine sogenannte „Riesling-Renaissance“ unter den sogenannten „Wein-Insidern“ , die ich gerne als „Wein-Probier-Schmarotzer“ bezeichne.
Der Grund hierfür ist recht einfach: Es treffen sich immer irgendwo, irgendwelche Personen um Wein zu probieren und zu trinken. Zu diesen Treffen war ich mehrfach eingeladen, da ich aber beim ersten Treffen erkannte, das es sich lediglich um „Besaufen“ auf Kosten des Winzers handelte, nahm ich Abstand von dieser Art des „Weinkennertums“.
Nichtsdestotrotz, werde ich heute noch über die Inhalte dieser Treffen informiert.
Wenn es gilt, einen Wein zum Essen auszuwählen, werden alle mögliche Gründe angeführt, warum gerade Riesling die falsche Wahl sei.
Abgesehen von den Schwierigkeiten, die mit der nationalen Idendität des Weines zusammenhängen –für viele Weintrinker ist er einfach „zu deutsch“-, er erscheint als „zu süss“, „zu säurebetont“, „zu fruchtig“ oder „zu aromatisch“.
Die Personen, die bereits grossartige Kombinationen von Riesling und Speisen erlebt haben, könnten leicht entgegnen, dass die besten Rieslinge schlichtweg „zu gut“ seien, um auf den Esstischen der „Engstirnigen“ zu gelangen.
Viele haben aber jedoch einfach noch nicht das Glück gehabt, einen natürlich restsüssen Riesling, wie den „Bernkasteler Doktor“ von Mosel-Saar-Ruwer (das ist die Gegend um Trier/Rhld-Pf. –Grüss Dich Holsi;-)) mit Räucherlachs zu trinken und zu geniessen.
Das Ausserordentliche an der Rieslingtraube besteht in ihrer Fähigkeit, hervorragende Weine in so vielen verschiedenen Stilrichtungen –von knochentrocken bis saftig-süss, von federleicht bis kraftstrotzend, hervorzubringen.
Der „Durchschnitts-Weintrinker“ von heute, würde diese Eigenschaften sicher nicht mit Riesling in Verbindung bringen.
Ihm schwebt ein schlanker Wein mit eher verhaltenen Aromen vor.
Die Angst vor ausgeprägten Aromen ist genauso ein neumodischer Tick, wie die Auffasung, süsse Weine würden nur zu süssen Speisen passen.
Es ist geradezu pervers, dass uns heutzutage die künstlichen Aromen so vieeler Nahrungsmittel mehr zusagen, als die wunderbaren natürlichen Aromen der Königin der Reben. Ich denke hier besonders an die Vielfalt der Joghurtsorten und mit welchem Enthusiasmus die „Joghurt-Junkies“ hier ihre Berichte schreiben. Aber nichts gegen sie –sie kennen offensichtlich nicht den Unterschied zwischen künstlichen und natürlichen Aromen.
Die künstlichen Aromen, von denen Fertiggerichte nur so strotzen, sind Karikaturen der Wirklichkeit, der Natur, so vordergründig offensichtlich, dass wir sie wie eine Karikatur in der Tageszeitung, sofort erkennen.
Man macht einen Becher Joghurt auf und meint, das Wort „Passionsfrucht“ leuchte einem neonfarben entgegen. Doch der Duft einer echten Passionsfrucht oder das Passionsfrucht-Aroma eines Rieslings und besonders des „Bernkasteler Doktors“ kommt heute vielen Personen die ab und zu Wein trinken seltsam vor.
Ich ende mit dem wohl allseits bekannten Spruch: „In vino veritas“
Ich bedanke mich fürs lesen, bewerten und kommentieren, apropos ich trinke immer noch lieber „schwere Bordeaux´s“, aber als Weinliebhaber bin ich ja tolerant und liebe auch die „Weissen“, schönen Abend mit einem genussvollen Schlückchen *respect all colours“Wein, grüsst Günter
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