Pro:
Der Großteil der Effekte, Olaf Ittenbach in allen Belangen
Kontra:
Schauspieler unter aller Sau, bayrischer Dialekt, Amateurfilm, geschnittene Fassung usw ...
Empfehlung:
Ja
Mein heutiger Bericht führt eigentlich wieder direkt zu den Wurzeln, um das mal umständlich in Worte zu fassen. Nämlich zu den guten, alten Horror bzw. Splatterfilmen, die ich in letzter Zeit zugegebenermaßen etwas links liegen gelassen habe. Doch dafür wird jetzt wieder voll durchgestartet, mit einem Film, wie er härter nicht sein könnte: Black Past von dem Amateurfilmregisseur Olaf Ittenbach, auf den ich im weiteren Verlauf des Berichts noch genauer eingehen werde.
Story
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23.10.1978:
Wie am Datum unschwer zu erkennen, beginnt dieser Film zeitlich in der Vergangenheit und wirft den Zuschauer ohne Erklärung direkt ins Geschehen. Wir sehen ein junges, gut gelauntes Mädchen, das aus einem Haus in einen Garten geht, um ihren Hund zu füttern. Plötzlich ein Kameraschwenk auf einen Mann, anscheinend wahnsinnig, der nach einem Beil greift und sich seiner Tochter von hinten nähert. Noch während sie ihren Vater so sieht und schreit, rammt er dem Mädchen das Beil in den Kopf.
Gegenwart:
Jahre später nach dieser schrecklichen Bluttat zieht eine neue Familie in das Haus - natürlich nichtsahnend, welches Grauen sich hier abgespielt hat. Die Familie besteht aus dem Sohn Tommy, seinen beiden Schwestern und seinem Vater. Tommy versteht sich mit den 3 nicht besonders gut, ist aber die meiste Zeit eh in seinem Zimmer und hat seine Ruhe.
Eines Tages lädt Tommy einen Freund aus der Schule ein, bei ihm zu übernachten. Da er auf dem Dachboden ein ausklappbares Bett vermutet, geht er nach oben, stößt aber auf etwas vollkommen anderes: Eine alte Kiste, in dem sich ein Buch und ein Spiegel befindet. Neugierig wie Tommy ist, liest er gleich in dem Buch: Es ist das Tagebuch eines Mannes, der wegen des in der Kiste liegenden Spiegels dem Wahnsinn verfiel und seine Familie abschlachtete. Natürlich stempelt Tommy das als Schwachsinn ab und hängt den Spiegel in seinem Zimmer auf. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf..
Als ein paar Tage später Tommy´s Freund bei ihm nächtigt, gesteht Tommy ihm, dass er sich in ein Mädchen aus der Schule verliebt habe und bittet um Rat. Tommy´s Kumpel rät ihm, das Mädchen direkt anzusprechen und das funktioniert: Kurz darauf sind Tommy und Petra ein Paar. Doch das Glück der beiden soll nicht lange halten.. Tommy bringt seine Freundin mit nach Hause, die schaut in den Spiegel, läuft wie in Trance auf die Straße - und wird überfahren! Für Tommy ist das natürlich ein großer Schock, an dem er seelisch zu zerbrechen droht.
Von da an beginnt der Schrecken aber erst richtig: Petra sucht Tommy in seinen Träumen heim und will ihm da an den Kragen, worauf er sie wieder und wieder tötet. Doch nicht nur von unheimlichen Träumen wird Tommy geplagt: Ebenfalls äußerst blutige Halluzinationen mitten am Tag sind keine Seltenheit mehr. Tommy hält das nicht mehr aus und möchte den Spiegel zerstören, dem er die Schuld für all das gibt. Doch das harmlos scheinende Schmuckstück hat etwas dagegen und verwandelt Tommy in einen blutrünstigen Untoten, der sich darauf über seine Familie hermacht..
Schauspieler
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An dieser Stelle sollte jetzt mal darauf eingegangen werden, dass es sich bei `Black Past´ um eine Deutsche Amateurproduktion handelt, die den Regisseur Olaf Ittenbach und seine Crew knapp 10.000 Mark gekostet hat. Um möglichst viel Geld zu sparen, verzichtete man dabei komplett auf professionale Schauspieler - alle Akteure die im Film auftauchen sind Freunde und Bekannte von Olaf Ittenbach, der die Rolle des Tommy spielt.
Und hier sollte echt mal ein Lob ausgesprochen werden: Obwohl Olaf Ittenbach kein Weltklasse-Schauspieler ist, ist es erstaunlich, wieviel Hingabe er in den Film gesteckt hat. In jeder einzelnen Szene mit Olaf ist zu sehen, dass er sein bestes gibt um glaubhaft rüberzukommen. Wenn man diesen Begriff hier überhaupt verwenden darf, würde ich behaupten, dass Olaf Ittenbach als Tommy der beste `Darsteller´ im Film ist.
Wie gesagt: Alle anderen, im Film auftauchenden Personen sind Freunde und Bekannte von dem Regisseur Olaf Ittenbach und spielen dementsprechend miserabal. Wie Mumien stacksen sie leblos durch´s Bild und bringen mit Müh ihren Diaog, der sogar noch in bayrisch ist! Ab und zu nervt der Bayrische Dialekt zwar etwas, aber im großen und ganzen geht das in Ordnung. Selbiges kann man von der Unfähigkeit der Schauspieler behaupten, denn wer schaut sich schon eine Amateurproduktion an und erwartet dabei Oscaranwärter? Also ich nicht und dementsprechend gab es auch viel zu Lachen, obwohl ich vermute dass das so nicht gedacht war.
Darsteller:
Olaf Ittenbach, Michael Müller, Andre Stryi, Andrea Arbter, Anette Arbter
Splatter
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Unter normalen Umständen versuche ich eigentlich, in meinen Filmberichten so wenig wie möglich auf diesen Punkt einzugehen oder ihn erst garnicht zu erwähnen. Wieso? Weil es nicht in meiner Absicht liegt, hier jemanden zu provozieren oder sogar zu ekeln. Aber bei einer Splattergranate wie `Black Past´ geht das einfach nicht anders, denn würde man die Gewalt aus dem Film entfernen, wäre das Resultat nicht mehr als ein langweiliges Homevideo. Außerdem wäre es ja im Grunde eine Beleidigung Olaf Ittenbach´s denn gerade die zahlreichen Effekte lagen ihm sehr am Herzen und sehen auch dementsprechend aus. Ich persönlich halte es für ebenso faszinierend wie beeindruckend, was man mit genügend Willen und Tatkraft alles aus Kunstblut zaubern kann.
Was Olaf Ittenbach in `Black Past´ liefert ist viel brutaler, als jeder Ottonormalverbraucher es jemals ertragen könnte. Das geht noch von vergleichsweise harmlosen Dingen wie den Arm mit Rasierklingen aufschneiden, bis hin zu kompletten Torso-Verstümmelungen mit Kettensägen. Ittenbach lässt dabei kein einziges Detail aus, hebt die Kamera immer voll auf das Geschehen. 2 Szenen, die sogar mich etwas an einer empfindlichen Stelle getroffen haben waren:
Ein Mann bekommt eine mit Blut gefüllte Spritze bis zum Anschlag in sein Auge gedrückt, worauf das Blut hineingespritzt wird.
In einer anderen Szene hält Ittenbach seine Auge extrem weit auf und schneidet sich mit einem Rasiermesser durch die dünne Haut unterhalb des Augapfels.
Viel erwartet habe ich auch von der Szene, in der ein Mann sein Penis an ein Holzbrett genagelt bekommt, da so gut wie überall von dieser Szene zu lesen ist. Erstaunlicherweise empfand ich diese Stelle als nichtmal so schlimm :P.
Was man desweiteren noch sieht sind Haufenweise Kopfschüsse, Verstümmelungen, Entweidungen und noch viele weitere blutige Perveristäten! Kurz: JEDER Splatterfreak wird hier zufrieden gestellt. Die einzige Szene, die mir aufgrund ihrer billigen Machart Negativ aufgestoßen ist, ist das brennende Baby, da man dort eindeutig sieht, dass es sich um eine Puppe handelt.
Daten zum Film
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Originaltitel: Black Past
Alternativtitel: -
Land: Deutschland (1989)
Regie: Olaf Ittenbach
Länge: ca 83:06 Min.
Freigabe: ungeprüft
Indiziert: Nein
@ Realjackass
Die beste Version
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Obwohl auf das Label Laser Paradise bekanntlich Verlass ist, was ungeschnittene DVDs angeht, muss man bei der Deutschen DVD von `Black Past´ mal Abstriche machen: Der Film kommt lediglich in einer stark gekürzten Fassung daher, von demher: Finger Weg!
Das Österreich-Pendat zu eben beschriebener DVD, ebenfalls von Laser Paradise, kommt hingegen in einer komplett ungeschnitten Fassung. Erkennen könnt ihr diese DVD durch den Aufdruck: ``Ungeschnittene Ausgabe´´.
Desweiteren möchte ich euch noch die `Olaf Ittenbach Collection´ ans Herz legen, ebenfalls aus Österreich und mit folgenden Filmen bestückt: Black Past, The Burning Moon und Premutos. Naürlich alle uncut.
Wie Bild & Ton bei allen eben besprochenen Fassungen ist, dürfte garnicht zur Diskussion stehen: Ziemlich schlecht, aber das liegt natürlich nicht an dem Medium DVD, sondern an der Tatsache, dass es sich hierbei um einen Amateurfilm handelt.
Kritik
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Von Olaf Ittenbach dürfte eigentlich schon jeder gehört haben, der sich auch nur einigermaßen für das Splattergenre interessiert. ZU Brutal sind seine Werke, als dass man einfach über sie hinwegsehen könnte. Da stört es auch nicht weiter, dass die meisten Olaf Ittenbach Filme Amataeurproduktionen sind - man sollte zumindest mal einen gesehen haben, um sich ein eigenes Bild machen zu können.
Und um nochmal einige in diesem Bericht erwähnte Fakten zusammenzufassen: Olaf Ittenbach war gerade mal 20, als er diesen 10.000 Mark teuren Film mit Freunden zusammen drehte. Eigentlich hatte er nie geplant, den Streifen zu veröffentlichen, bis dann aber von Freunden eine Kopie an das `Splatting Image´ geschickt wurde, die Olaf´s Talent als Regisseur sofort erkannten. Es folgten äußerst brutale und blutige Machwerke wie `The Burning Moon´ und `Premutos´. Seit einiger Zeit hat Olaf Ittenbach allerdings die Amateurgefilde verlassen, um jetzt hochwertigerere, teure Filme in den USA zu drehen - natürlich immernoch Horror und Splatter versteht sich.
Doch kommen wir jetzt nochmal auf `Black Past´ zu sprechen, der Film, mit dem alles angefangen hat. Freundlich ausgedrückt würde ich JEDEM, der Matrixverwöhnt oä. ist raten, einen weiten, weiten Bogen um diesen Film zu machen, denn neben all dem Blut ist der Film vor allem eins: Durch den bayrischen Dialekt ziemlich lustig und außerdem verdammt schlecht dargestellt. Die Schauspieler spielen so schlecht, dass sie eigentlich garnicht so genannt werden dürften - man hat wirklich das Gefühl, ein bayrisches Homevideo zu sehen.
Dass Olaf Ittenbach es drauf hat, ordentliche Geschichten zu erzählen, wissen wir alle seit `Beyond the Limits´. Doch auch hier ist die Story schon einigermaßen interessant. Junger Mann findet einen Spiegel des Bösen, wird verrückt und schlachtet alle ab. Hört sich nicht besonders toll an, doch ist im Vergleich zu anderen Amateurfilmen wie `Violent Shit´ sehr gut erzählt! Vor allem die Art, wie Ittenbach die Geschichte vorantreibt, lässt einen ab und zu schon fast vergessen, dass man sich einen Amateurstreifen anschaut - aber leider eben nur fast. Dadurch, dass der Film nämlich so billig ist, will so etwas wie Atmosphäre nichtmal im Ansatz entstehen.
Richtig langweilig wird der Film eigentlich nie, da man als Zuschauer immer wissen will wie es weitergeht und natürlich auf den nächsten Splattereffekt hofft, die eigentlich recht gut über den Film verteilt wurden und bis auf die `Baby-Szene´ alle sehr gut und einigermaßen realistisch rüberkommen.
Fazit
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Olaf Ittenbach hat mit `Black Past´ einen Film geschaffen, den man einfach sehen MUSS, wenn man auf Splatter steht und nichts gegen Amateurfilme hat. Selbst Kultstreifen wie `Braindead´ können nicht mit so viel kaltblütiger und blutrünstiger Gewalt aufwarten wie dieser Film hier. Doch Blut alleine reicht natürlich nicht für die Höchstwertung, das ist ja wohl einleuchtend. Da mir die Darsteller dann doch noch ein kleines bisschen zu schlecht spielten (von Olaf abgesehen) und da im Film sowas wie Atmosphäre überhaupt nicht existiert, vergebe ich hier guten Gewissens 4 Punkte.
Mfg
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