Pro:
Gut zu verbinden mit einem Bodenseeurlaub.
Kontra:
Aus meiner Sicht nichts.
Empfehlung:
Ja
Nachdem ich von unserem Oma und Opa-Ausflug an den Bodensee schon von den Delphinen im Connyland und den Affen in Salem berichtet habe, möchte ich auch ein wenig von Lindau, Bregenz und dem Pfänder berichten. Anläßlich der Fußball-EM hatten wir ja vom ZDF-Studio auf der Seebühne in Bregenz einen ersten Eindruck von diesem schönen Fleckchen Erde bekommen und wollten es nun in Natura erleben.
Am Besten, man schifft sich ein
Es gibt ja nun zahlreiche Möglichkeiten von allen Seiten des Bodensees an das gewünschte Ziel zu gelangen. Per Auto, Bahn und am Bodensee natürlich auch zu Schiff. Von unserem Ausgangspunkt Meersburg, da auch sehr sehenswert ist, kann man in gut 2,5 Stunden nach Lindau gelangen und nach einem Aufenthalt oder direkt in noch einmal 20 Minuten nach Bregenz gelangen. Die Fahrt von Meersburg nach Lindau kostet für Erwachsene 22,80 € und für Kinder 11,40 €. Mit Bahn und Bus braucht man ca. 1 Stunde und zahlt als Erwachsener 5,00 €. Mit dem Auto braucht man weniger als 1 Stunde, sofern man nicht im Stau steht und einen das Navi nicht rechtzeitig umgeleitet hat. Die reinen Benzinkosten dürften für eine Fahrt bei ca. 13,00 € liegen. Wir entschieden uns für die Kombi aus PKW und Schiff und fuhren zunächst bis Lindau. Die Strecke zur Insel Lindau war sehr gut ausgeschildert und unser Navi bestätigte dies. Am besten fährt man bis vor die Brücke zur Insel. Dort wird man rechtzeitig auf einen reichlich bemessenen Parkplatz hingewiesen, auf dem sich das Auto für 5,00 € den Rest des Tages erholen kann.
Auf der Insel
Je nachdem, wie man anreist, erblickt man per Schiff zuerst die Hafeneinfahrt mit dem 1856 erbauten neuen Leuchtturm und dem Bayerischen Löwen oder per Bahn den 1913 bis 1921 im Jugendstil erbautenLindauer Bahnhof. Der Bahnhof am Hafen der Insel zeichnet sich aus durch eine insbesondere schöne Decken- und Bodengestaltung, aber auch eine noch gut erhaltene Fassade mit Jugendstil-Elementen. Vom eingangs erwähnten Parkplatz gelangt man über die Brücke durch einen wunderschönen Stadtpark in die Altstadt. Vorbei am Münster unserer Lieben Frau gelangt man zum Rathaus, das ursprünglich 1422 gotisch erbaut und 1576 mit einem schönen Treppengiebel in Renaissance-Stil umgebaut wurde. Die Rückfront wurde im 19. Jahrhundert üppig historisierend mit Malerei geschmückt, welche die Lindauer Geschichte darstellt. Durch wunderschöne Gassen, flankiert von alten Bürgerhäusern, gelangten wir dann zum Hafen.
Zu Schiff nach Österreich
Nachdem wir uns am Hafen und der herrlichen Sicht auf den Bodensee bei strahlendem Sonnenschein erfreut hatten und in der Ferne sogar Schnee auf den Bergen erkennen konnten, schauten wir uns nach einem schwimmenden Untersatz um. Die Bodensee- Schiffsbetriebe boten uns diesen ab 09:35, 10:35, 12:00, 13:00, 13:30 und 15:00 Uhr mit dem Versprechen, uns in 22 Minuten nach Bregenz zu bringen, an. Das Versprechen erfolgte allerdings etwas vollmundig, den bei diesem Wetter waren natürlich viele Leute unterwegs und bis die alle ... Unser Schiff lief erst mit 15 Minuten Verspätung in den Hafen ein. Inzwischen hatten wir unsere Fahrkarten gelöst.
Erwachsene = 8,60 €, Kinder die Hälfte,
Pfänderbahn rauf und runter = 10,00 €, Kinder die Hälfte und
Pfänder Kombi = 16,00 € 8Schiffahrt hin und zurück sowie Pfänderbahn).
Mit der Familienkarte für ca. 20,00 € kommt man da recht gut zurecht. Wer allerdings etwas länger am Bodensee weilt, sollte sich die Bodensee-Erlebniskarte kaufen, mit der man kostenlos Schiff fährt. Es gibt sie in verschiedenen Preis- und Leistungsgruppen.
Die Fahrt war für sich ein Erlebnis. Die Sicht nach vorn und hinten war blendend und die Möven sahen zu, daß sie von der Marschverpflegung etwas abbekamen. Wer dann immer noch hungrig oder durstig war, konnte sich im Bordrestaurant stärken.
Bregenz am See
Gleich nach der Ankunft im Hafen wanderten wir über eine wunderschöne Seepromenade zur Seebühne, die in ihrer Anlage wirklich beeindruckend ist. Die Oper auf dem See lockt jedes Jahr Musikliebhaber aus der ganzen Welt nach Bregenz. Die Seebühne ist mit einer Zuschauerkapazität von ca. 7.000 die weltweit größte. Das Festspielhaus wurde 2005 bis 2006 völlig erneuert.
2007 und 2008 wird neben anderen Produktionen jeweils Tosca von Giacomo Puccini als Spiel auf dem See aufgeführt.
Der Stadtbummel fiel etwas kurz aus, denn der Pfänder lockte.
Dort droben auf dem Berg
Nun endlich näherten wir uns unserem eigentlichen Tagesziel. Der Andrang an der Pfänderbahn war wirklich enorm. Gleich noch ein Hinweis für diejenigen, die mit Auto und Vignette bis Bregenz gelangt sind. Es gibt dort unmittelbar an der Pfänderbahn ein Parkhaus, dessen Gebühr in der Fahrkarte enthalten ist. Nach längerem Anstehen hatten wir dann endlich unseren "Bezugsschein" in eine österreichische Pfänderbahnkarte umgetauscht und durften uns am Drehkreuz anstellen. Mit dem dritten Schwung waren wir im Warteraum vor der Bahn. Und dann dauerte es nicht mehr lang, bis es wirklich losging. Erwartungsvoll sicherte ich mir einen Platz an der Frontscheibe, die Videokamera im Anschlag. Ein kurzer Ruck, ein leichtes Durchschwingen und los gings. Bis zum Umsetzmast ging es ziemlich ruhig, dann aber kam Bewegung in das Ganze. Ein kräftiges Durchschwingen brachte Stimmung in die Kabine. Allerdings nur positive. Zumal wir von diesem Punkt an eine wunderbare Aussicht auf den Pfänder selbst und die an der Rückscheibe auf den Bodensee hatten. In 1064 m Höhe bot sich uns ein einzigartiger Ausblick auf den Bodensee, Österreich, Deutschland, die Schweiz und laut Prospekt 240 Alpengipfel. Ich habe nicht nachgezählt. Das Wetter erlaubte uns die Sicht auf den gesamten 63 km langen, 14 km breiten und 252 m tiefen Bodensee.
Der Alpenwildpark
ist eine besondere Attraktion auf dem Pfänder. In ca. 30 Minuten erlebt man auf einem Rundwanderweg am Naturlehrpfad Hirsche, Alpensteinböcke, Mufflons, Wildschweine und Murmeltiere in ihrer natürlichen Umgebung. Unsere Enkelin fand natürlich die Kleintiergehege mit Zwergziegen, Hasen und Hängebauchschweinen viel interessanter.
Die Adlerwarte
befindet sich auf dem Rundwanderweg gleich 10 Minuten von der Bergstation der Pfänderbahn entfernt. In einer 35-minütigen Vorführung erlebten wir frei am Himmel fliegende Greifvögel im Aufwind des Pfänderhanges. Der Falkner erklärte uns das Verhalten und die Lebensgewohnheiten dieser teilweise bedrohten Tierarten ausführlich. Deshalb wurden auch die gezeigten Vögel nicht der freien Wildbahn entnommen, sondern stammen aus Nachzuchten. Wir sahen Weißkopfseeadler, Uhu. Steppenadler, Wanderfalke, Fleckenuhu, Steinadler,Roter Milan und Sakerfalken. Es war schon beeindruckend, diese Tiere im Anflug auf den Falkner zu erleben.
Das Berghaus Pfänder
Das rustikale SB-Restaurant mit Aussichtsterrasse liegt gleich neben der Bergstation. Zu unserem Glück. Denn die Wanderung bei hochsommerlichen Temperaturen hatte uns gewaltig durstig und auch ein wenig hungrig gemacht. Die Speisen und Getränke sowie die Preise waren ok und wir genossen nicht nur sie, sondern vor allem den herrlichen Panoramablick von der Aussichtsterrasse auf den Bodensee. Hier hätten wir noch eine ganze Weile bleiben können, hätte unsere liebe Lara nicht den Kinderspielplatz gleich nebenan entdeckt und zu ihrem nächsten Reiseziel deklariert. Vor allem das Bungee-Trampolin übte einen unwahrscheinlichen Reiz aus. Da spielten Wartezeiten auf einmal keine Rolle mehr. Und dann - Rolle vorwärts, Rolle rückwärts, Salto. Mir wurde schon beim Zuschauen wuderlich. Aber dem Kind gefiel's..Und das ist schließlich die Hauptsache.
Wandern am Pfänder
Ich hoffe, es nimmt mir niemand übel, wenn ich der Vollständigkeit kurz von dem berichte, was wir noch hätten können, aber nicht mehr wollten. Den Wegweiser haben wir jedenfalls selbst gesehen. Man kann vom Pfänder aus wunderschön lange Wanderwege in Angriff nehmen. Z.B. den Käselehrpfad mit Schautafeln zur Käseerzeugung und Besichtigung einer Sennerei auf Anmeldung. Man braucht dazu nur festes Schuhwerk und 5 Stunden Ausdauer. In der gleichen Zeit kann man auch 3 Eintausender (Pfänder, Hochberg und Hirschberg) erwandern oder etwas ruhiger in 3,5 Stunden den Höhenwander weg nach Scheideigg in Angriff nehmen. Über den Rückweg stand allerdings nichts auf dem Wegweiser. Vielleicht gibt es in Scheidegg auch einen Bahnhof. Die weniger Rüstigen können auch in ca. 1,5 Stunden zur Talstation über Hintermoos oder über die Fluh zur Talstation wandern. Wir hatten zum Glück schon unsere Rückfahrkarten und wanderten flugs zur Bergstation. Die Belohnung für diese Entscheidung folgte auf dem Fuß. Noch einmal ein herrliches Panorama bergab. Auch die Seebühne konnten wir noch einmal von oben schauen.
Zurück zur Natur
Unten angekommen wanderten wir noch ein wenig durch Bregenz, so einige Eistüten lang, und schifften uns wieder ein. Die Rückfahrt nach Lindau war geprägt von einem Hund, der unserer Enkelin und sie ihm gut gefiel. Sie unterhielten sich beide fabelhaft und konnten sich kaum trennen. Das Trostpflaster hieß wiederum Eistüte und mußte bis zum Parkplatz noch einmal erneuert werden. Das Auto stand zum Glück auch noch da und hatte für den womöglich kühlen Abend etwas Sonne gespeichert, aber was solls, wir waren glücklich.
Das Navi und die Klimaanlage taten treu ihre Pflicht und wir landeten gesund und munter wieder in Meersburg. Rundum zufrieden und bereit zu neuen Taten. Es gab ja noch so viel zu sehen. Aber für heute erst mal genug. Irgendwann müssen wir ja auch mal schlafen.
Tschüüüsss. weiterlesen schließen
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