Bretagne Testberichte
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Pro & Kontra
Vorteile
- eine der schönsten Landschaften Europas
- +Landschaft +Geschichte +Erholungsfaktor +Architektur
- schöne Landschaft, nicht so viele Touristen
Nachteile / Kritik
- man braucht dort 2-3 Wochen Zeit und passendes Wetter
- Sprachbarriere Preise
- öfters schlechtes Wetter
Tests und Erfahrungsberichte
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Im Schlaraffenland der Meeresfrüchte
11.07.2005, 00:26 Uhr von
LosGatos
Seit Ende 2000 schreibe ich Beiträge in Meinungsforen, derzeit hauptsächlich bei Ciao und Yopi (ü...5Pro:
eine der schönsten Landschaften Europas
Kontra:
man braucht dort 2-3 Wochen Zeit und passendes Wetter
Empfehlung:
Ja
Frankreich ist groß und bietet viele Möglichkeiten. Doch wer einen Urlaub in Frankreich in Erwägung zieht, denkt hierzulande in erster Linie an Südfrankreich mit der Côte d'Azur. Denn dort kann man sich meist auf der Sonnenseite wähnen, die nicht nur das Wetter sozusagen garantiert, sondern die auch von Orten wie Cannes, Nizza oder Monaco repräsentiert wird, wo die Reichen und Schönen bevorzugt anzutreffen sind. Natürlich fahren auch viele Franzosen dorthin in Urlaub, eben aus besagten Gründen. Dennoch steht die Bretagne als beliebtestes Ferienziel unserer westlichen Nachbarn dem sonnigen Süden des Landes in nichts nach. Denn auch hier gilt: Manche mögen's heiß, aber längst nicht alle.
So bestand auch bei mirseit geraumer Zeit der Wunsch, mal den äußersten Nordwesten Frankreichs zu erkunden. Des Fliegens müde, suchte ich Reiseziele, die auch mit dem Auto in angemessener Zeit erreichbar sind. Zwar hatte ich angedacht, mich dabei gegebenenfalls dieses Mal auch nur auf Deutschland zu beschränken. Doch wie bereits an anderer Stelle erwähnt, trieb es mich aufgrund aufkommender großer Hitze dann doch noch weiter westwärts und ans Meer. weiterlesen schließen
Unser Auftakt am Mont Saint-Michel am Rande der Normandie war verheißungsvoll (siehe Beitrag "Die Pyramide im Meer"). Nun ziehen wir weiter gen Westen die Küste entlang. Wir passieren das reizende Seebad Cancale, bekannt als Zentrum der Austernzucht, und gelangen bald zur Pointe du Grouin, einem Kap, das Aussicht auf die Bucht von Mont Saint-Michel bietet. Vielleicht kann man bei klarer Sicht von hier aus sogar den Berg des heiligen Michaels sehen. Doch die hohen Temperaturen, die selbst hier in der Bretagne fast die ganze Zeit unseres Aufenthalts herrschen (bis zu 30°C), bescheren viel Dunst und damit mäßige Fernsicht. Wir unternehmen hier nur einen kleinen Rundgang am Kap, es ist am Vormittag noch nicht einmal übermäßig heiß, doch wir merken schon, dass die extreme Schwüle uns beiden heute sehr zu schaffen machen würde.
Bald erreichen wir Saint-Malo, eine Perle der Bretagne. Ich will mir hier nicht jede Stadt anschauen, aber Saint-Malo muss man gesehen haben! Saint-Malo ist eine alte Seeräuberstadt, Piraterie war einst ihre größte Einnahmequelle. Wie Saint-Michel war die Stadt einst eine Insel, zwei Dämme verbinden sie heute mit dem Festland. Die Korsaren sicherten ihre Festung mit einer hohen Mauer, die noch heute existiert und die Altstadt umschließt. Den besten Eindruck von Saint-Malo erhält man, indem man auf den Stadtmauern einmal ganz herum geht. So verbringen wir hier 1-2 Stunden und erhalten auf diese Weise herrliche Einblicke in das Altstadtzentrum ("Intra Muros") und Ausblicke auf Küste und Meer. Man trifft hier nicht nur auf lateinische Bezeichnungen, sondern vor allem auch auf keltische. Ortsnamen sind in der ganzen Bretagne immer auf französisch und auf bretonisch angeschrieben. Dabei wird sich derjenige, der mit der französischen Sprache nicht oder nur wenig vertraut ist, mit dem Bretonischen wesentlich leichter tun, denn es wird gesprochen wie geschrieben (z.B. "Kemper" statt "Quimper") und oft stellt die bretonische Schreibweise quasi eine Lautschrift der französischen Aussprache dar. Überhaupt ist man hier noch viel traditionsbewusster und heimatverbundener als es der Franzose ohnehin schon ist. Gerade den Einwohnern Saint-Malos sagt man nach, dass sie zuallererst "Malouins", dann Bretonen und schließlich Franzosen sind. Und danach kommt bei der "Grande Nation" ja ohnehin bei sehr vielen nichts mehr.
Über einen der Dämme, der ein Gezeitenkraftwerk enthält, verlassen wir Saint-Malo in Richtung Westen und schon sind wir in Dinard, das zu den elegantesten Seebädern der Bretagne zählt. Besonders Engländer sollen sich hier seit eh und je sehr wohl gefühlt haben, egal, ob es sich um Angehörige des Adelsstands oder der schreibenden Zunft handelt. So zog es u.a. Thomas Edward Lawrence ("Lawrence von Arabien") und Agatha Christie immer wieder hier her. Zwischen den vom Meer während der Ebbe zurückgelassenen Felsen sehen wir am Hafen unzählige Überreste von Hummern und anderen Schalentieren, als hätten die Restaurants die Überreste von den Tellern ihrer Gäste wieder ins Meer geworfen. Wir sehen wunderschöne breite Strände, die aufgrund der bestehenden Ebbe weit ins Meer gehen, wenn auch längst nicht mehr so weit, wie wir es am Mont Saint-Michel erlebt haben. Meereswasserschwimmbecken in Strandnähe sollen dem Badebegeisterten den Einstieg näher bringen.
Als nächstes fahren wir weiter nach Süden. Der Weg nach Dinan führt etwas ins Landesinnere. Dinan ist eine alte Stadt mit Häusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Doch die wenigen Kilometer Entfernung zum Meer haben die Hitze regelrecht zum Stehen gebracht. Beim Anblick eines uralten Holzhauses in der Rue L'Apport wird mir fast etwas mulmig, da ich mir vorstelle, dass solche Häuser bei der außergewöhnlichen Hitze leicht einem Brand zum Opfer fallen können. Aber offenbar haben sie Jahrhunderte unbeschadet überstanden. Die Stadt ist sicher einen längeren Rundgang wert, aber die Temperaturen sind auch am Nachmittag gegen 16 Uhr kaum zu ertragen, so dass wir die Überlegung, den Tag hier ausklingen zu lassen, schnell verwerfen. Es zieht uns doch wieder ans Meer, und somit steuern wir als nächstes das Cap Fréhel an, das wir nach 1-2 Stunden erreichen. Dort suchen wir uns ein Quartier in einem kleinen Ort in der Nähe des Kaps.
Während unserer kleinen Frankreich-Reise haben wir meist in Zwei-Sterne-Hotels gewohnt. Gerade diese Kategorie findet man in den kleinen Städtchen der Bretagne am häufigsten vor, und wir waren ausnahmslos damit zufrieden. Für ein Doppelzimmer inkl. Bad und WC (in Frankreich meist getrennt) zahlt man um die 50€ (Stand: Juni 2005). Dabei kann man meist zwischen Doppelbett ("Un grand lit") und getrennten Betten ("Deux lits") wählen. Oft gibt es einen kleinen Fernseher, der aber meist nur französische Sender empfängt. Das Frühstück ist jedoch in Frankreich im Zimmerpreis i.d.R. nicht mit inbegriffen, sondern es werden pro Person typischerweise 6€ berechnet. Dafür erhält man fast immer Kaffee oder Tee, Baguette, Croissants, leicht gesalzene Butter und Marmelade. Buffets mit umfangreicher Auswahl und englisch-amerikanisches Frühstück sind eher selten bzw. nur in Hotels mit mehr als zwei Sternen anzutreffen.
Während man in Frankreich also relativ gut und preisgünstig übernachten kann, kommt einen ein Restaurantbesuch um einiges teurer. Aber ich bezahle lieber etwas mehr für ein gutes Essen, als dass ich mein Geld in ein teures Hotelzimmer investiere. Die Speisekarte in den meisten Restaurants hier in der Bretagne besteht aus je 4-6 Fleisch- und Fischgerichten. Dazu gibt es eine Auswahl von Vor- und Nachspeisen. Jedes Restaurant in Frankreich bietet jedoch auch 2-4 verschiedene Menüs in verschiedenen Preisklassen an. Die Zahl der Gänge liegt dabei zwischen 3 und 5, die Preise zwischen 15 und 40€ pro Person. Im Gegensatz zu anderen Ländern kann man hier in den meisten Hotelrestaurants sehr gut essen. Wir haben in der Tat fast immer auch dort zu Abend gegessen, wo wir gewohnt haben, und somit beziehen sich die hinsichtlich des Essens hier gemachten Angaben vor allem auf die angegliederten Restaurants von Zwei-Sterne-Hotels. Innerhalb eines Menü-Ganges kann man meist zwischen 3 Gerichten wählen. "Fisch oder Fleisch?" ist hier stets die Frage, Vegetarier werden sich etwas schwer tun und werden wohl meist mit Salat vorlieb nehmen müssen. Wenn ich Fisch sage, meine ich damit natürlich auch Meeresfrüchte. Schließlich lebt man diesbezüglich hier im Paradies. Somit habe ich die Gelegenheit genutzt und hier so manchen Meeresfrüchteteller verdrückt, wobei es mir besonders Austern angetan haben, weil ich da den Geschmack des Meeres regelrecht in mich hineinsaugen kann. Dazu sei ein Hinweis zum "Werkzeug" erlaubt. Man erhält hier bei Bestellung von "Fruits de mer" stets 4 Spezialwerkzeuge: eine dreizackige Austerngabel, mit der man quasi die Nabelschnur zwischen Auster und Muschelschale durchtrennen kann, ferner eine schmale, langstielige Schneckengabel für die normalen Meeresschnecken, dann eine Nadel, mit der man die ganz winzigen Schnecken ("Bulots") mit etwas Übung und Geschick aus dem Gehäuse pulen kann, und schließlich eine Art Nussknacker, mit dem man sich an die Hartschalentiere wie Hummer, Langusten und Taschenkrebse macht. Garnelen ("Langoustines") schält man am besten mit der Hand. Hier am Cap Fréhel, habe ich, da noch unwissend, die Gelegenheit verpasst, "Andouille" zu essen, eine bretonische Spezialität, die eine Wurst aus Schweineinnereien darstellt. Wenn ich jetzt an dieser Stelle eine bestimmte Dame grüße, weiß sie bestimmt, dass sie gemeint ist. Sie möge mir meine Vorliebe für derartige "Sauereien" bitte nachsehen. Auch wenn das Essen in französischen Restaurants nicht ganz billig ist und Getränke in Frankreich seit je her als teuer galten, konnte ich jetzt feststellen, dass man eine gute Flasche Wein im Restaurant durchaus für 10-12€ erhalten kann, während man dafür in Deutschland doch eher mehr bezahlt. Da ich ja hier meist Fisch bzw. Meeresfrüchte gegessen habe, habe ich auch meist Weißwein bestellt. Dabei konnte ich feststellen, dass sich mein Geschmack - obwohl sonst begeisterter Rotweintrinker - mehr und mehr zu trockenen, fruchtigen Weißweinen hin entwickelt. War dort bislang der Chardonnay mein eindeutiger Favorit, so konnte ich jetzt hier eine für mich neue Rebsorte entdecken. In der Bretagne trinkt man u.a. bevorzugt Wein von der Loire, zumal diese ja dort in den Atlantik mündet. Und da hat es mir jetzt der Muscadet besonders angetan, der vor allem zu Meeresfrüchten ganz hervorragend schmeckt. Als ich einmal zum Essen ein kleines Fläschchen Rotwein getrunken habe, wurde dafür eine Rotweinsteuer erhoben, die in bar zu entrichten war (dürfte bei ca. 20% des Flaschenpreises gelegen haben).
Ja, die Erinnerungen an Tisch und Bett müssen natürlich auch festgehalten werden. Aber jetzt geht es weiter. Wir fahren am nächsten Morgen wie geplant zum Cap Fréhel. Um in das unter Naturschutz stehende Gelände einfahren zu dürfen, müssen wir einen kleinen Obulus entrichten. Am Kap steht ein alter Leuchtturm 72m über dem Meer. Von hier hat man ringsherum einen herrlichen Ausblick. Auch wenn wir uns hier noch an der Smaragdküste (Côte d'Emeraude) befinden, schimmert die felsige Oberfläche hier oben rosarot. Ein vorgelagerter Felsen erweist sich als Zuhause und Brutstätte unzähliger Seevögel (vornehmlich Möwen). Die Menge aller Vornamen würde wahrscheinlich nicht ausreichen, ihnen allen einen anderen Namen zu geben. Ob sie deshalb alle Jonathan heißen?
Wir fahren die Küste weiter in Richtung Westen und gelangen dadurch auch etwas weiter nach Norden an die Côte d'Armor. Von der Pointe l'Arcouest kann man zur Ile Bréhat übersetzen. Das Auto muss man auf dem Festland lassen. Denn Bréhat ist autofrei. Die Insel gilt wegen ihres milden Klimas, der fehlenden Abgase und der dadurch prächtig gedeihenden Pflanzenwelt als ein Highlight der Bretagne. Wer hier in der Gegend ist, wird auf Postern und Postkarten immer wieder Aufnahmen der Ile Bréhat und der umliegenden Inselwelt sehen. Diese Bilder vermitteln einem das Gefühl, die Malediven seien hier. Allerdings mit mehr Felsen und Steinen anstelle von Sand. Demzufolge ist hier sicher auch ein mehrstündiger Schiffsausflug vorbei an Küste und Inselwelt besonders bei klarer Sicht sehr lohnenswert. Wir inspizieren die Küste, werden hier aber bezüglich Sandstränden nicht fündig. Somit beschließen wir weiter zu fahren und nach einem gemütlichen Ort Ausschau zu halten, wo wir länger als eine Nacht bleiben wollen. Unsere Wahl fällt auf das Seebad Perros-Guirec, das noch ca. 30km weiter westlich liegt. Da wir Freitag haben und das Wochenende vor uns liegt, wollen wir beizeiten ein Quartier suchen. LosGatos' Freundin zeigt sich spendabel, deshalb darf es heute ein Stern mehr sein, der sich sowohl im Preis (mehr als das Doppelte) als auch vom Gebotenen her (Meerblick, Balkon, Terrasse, Satelliten-TV) gegenüber nur 2 Sternen deutlich abhebt. Am Nachmittag nehmen wir einen kleinen Imbiss in einem Strandlokal. Wir probieren eine weitere bretonische Spezialität: Galettes. Dieses sind Pfannkuchen aus Buchweizenmehl und haben daher einen dunklen Teig. Im Gegensatz zu Crèpes werden sie nicht mit einer süßlichen, sondern einer mehr herzhaften Füllung versehen, im einfachsten Fall nur mit Butter, ansonsten mit Schinken, Käse, Pilzen. Da ich immer besonders gerne authentische Speisen zu mir nehme, entscheide ich mich für eine Galette Bretonische Art, d.h. auf diese Weise bekomme ich endlich Gelegenheit, die Andouille zu probieren. Dazu trinke ich eine Tasse Cidre, den sprudelnden Apfelwein aus der Bretagne. Eine wirklich schmackhafte Kombination, an die ich mich gewöhnen könnte. Später auf unserer Rückreise habe ich übrigens an einer Autobahnraststätte noch mal eine ganze Andouille gegessen. Zumindest in dieser Fast-Food-Variante schmeckte diese Wurst aus Schweineinnereien eher gewöhnungsbedürftig, um nicht zu sagen widerlich. Aber die damit gefüllten Galettes sind, wie gesagt, hervorragend. Hier schmeckte die Andouille eher wie etwas herzhafteres Corned Beef. Mir läuft beim Schreiben dieser Zeilen und beim Abspulen meiner Erinnerungen immer noch das Wasser im Munde zusammen. Und so ein Tässchen Cidre (man trinkt ihn stilecht aus einer Bolée) wäre jetzt auch was Schönes (dabei wollte ich da zuerst gar nicht ran). Aber ohne Seeluft würde mir das jetzt sicher nicht so richtig schmecken. Am nächsten Tag probiere ich hier auch noch Galettes mit Lauch und Jacobsmuscheln, einer herausragenden Spezialität dieser Region. Allerdings gibt es frische Jacobsmuscheln nur in der kalten Jahreszeit ab Herbst.
Am zweiten Tag in Perros-Guirec erkunden wir die nähere Umgebung. Hier ist in erster Linie ein Spaziergang auf dem 6km langen direkt am Meer entlangführenden Zöllnerpfad, der die Orte Perros-Guirec und Ploumanac'h verbindet, unbedingt zu empfehlen. Wir befinden uns hier an der Côte du Granit Rose. In der Tat bietet diese Küste eine Ansammlung riesiger rötlich gefärbter Granitfelsen. Nicht nur, dass sie für eine stimmungsvolle Farbgebung sorgen, ihre oftmals sonderbare Anhäufung lässt Formen entstehen, die der Phantasie freien Lauf lassen. Ich habe z.B. einen Löwen, eine Schildkröte, eine Flasche und nicht zuletzt einen riesigen Pilz ausgemacht, der freilich keiner Fistel schmeicheln kann. Denn hier beißt man gegebenenfalls nur auf Granit. Es ist klar, dass der Finger hier permanent den Auslöser der Kamera bedient. Vor Ploumanac'h liegt ein Schloss auf einer Insel im Meer, die man bei Ebbe fast trockenen Fußes schwimmend erreichen kann. Hier soll der Roman "Quo vadis?" geschrieben worden sein.
Unser Weg führt uns nun noch weiter nach Westen, so dass wir uns langsam aber sicher im äußersten Nordwesten Frankreichs befinden. Wir fahren hier die Côte des Abers ab, empfinden diese aber weniger spektakulär als erhofft. Wir erwägen, den Tag in Brest abzuschließen. Frankreichs westlichste Großstadt ist mir vor allem als Geburtsstadt des Häuptlings der Apachen, der mit bürgerlichem Namen Pierre Brice heißt, bekannt. Als wir durch die Stadt fahren, empfinden wir wenig prickelnde Atmosphäre. Auch der Reiseführer kann uns einen weiteren Besuch dieser Stadt nicht schmackhaft machen. Weitaus verheißungsvoller erscheint uns eine eingehende Visite der südlich von Brest gelegenen Halbinsel Presqu'Ile de Crozon. Man erreicht sie von Brest aus entweder per Fähre oder über den Weg über die Hängebrücke Pont de Térénez bei le Faou bzw. von Süden kommend über den Landweg. Wir fahren über Pont de Térénez und steuern das Seebad Camaret-sur-Mer an.
Dort wollen wir gleich nach einer Unterkunft Ausschau halten. Denn es ist Sonntag und da gibt es sicher auch Tagesausflügler. Am Hafen fallen mir gleich 3 Hotels, die direkt nebeneinander liegen, ins Auge. Spontan sage ich, dass ich ins Hotel "Le Styvel" möchte, da es mich einfach optisch anspricht. LosGatos' Freundin meint zwar, das läge zu dicht an der Straße. Aber es ist schließlich das Ende der Straße und keine Durchgangsstraße. Wir bekommen dort ein Zimmer. Es ist sehr klein, aber es hat Meerblick. Dann machen wir einen Spaziergang am Hafen. Welches ist dein Boot, will sie wissen. Such dir das schönste aus, sage ich. Wir besuchen einen Hafenkapelle. Hier hängen Schiffsmodelle an der Decke. Aus Lautsprechern ertönt leise sehr besinnliche Musik. In diese Kirche würde sogar ich öfters reingehen. Vor dem Abendessen möchte ich noch einen Pastis zu mir nehmen. Einen mit Meerblick. Dann gehen wir in unser Hotelrestaurant. Obwohl es kurz nach Öffnung noch fast leer ist und wir Hotelgäste sind, haben wir Glück, noch einen der letzten nicht reservierten Tische zu ergattern. In der Tat füllt sich das Lokal innerhalb kürzester Zeit bis auf den letzten Platz. So etwas spricht für ein Lokal, obwohl es hier genug andere Möglichkeiten gibt. LosGatos' Freundin wählt im Rahmen ihres Menüs als Vorspeise zwei Scheren eines Taschenkrebses ("Tourteau"). Obwohl sie keine passionierte Anhängerin von Meeresfrüchten ist. Mit Hilfe des Werkzeuges knackt sie die Scheren und ist von dem Inhalt begeistert. Es ist soviel enthalten, dass auch ich in den Probiergenuss komme. Einfach phantastisch. Auch dieser Geschmack liegt mir noch heute auf der Zunge. Das beste Meeresgetier, was ich je gegessen habe! Franzosen an Nachbartischen vertilgen riesige Portionen von Miesmuscheln mit einer ordentliches Portion Pommes dazu. Das wäre auch etwas gewesen. Aber morgen haben wir sicher wieder Hunger.
Am nächsten Tag nehmen wir uns die Halbinsel etwas genauer vor. Wie ein Dreizack ragt sie ins Meer. Dementsprechend gibt es allein hier viele Kaps anzusteuern. Pointe des Espanols an der Nordseite ist weniger spektakulär. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf Brest, gute Sicht vorausgesetzt. Das Kap selbst hat aber nicht viel zu bieten. Ganz anders dagegen Pointe de Pen-Hir in der Nähe von Camaret-sur-Mer sowie Poinr de la Chèvre und Pointe de Dinan. Die drei sollte man auf keinen Fall auslassen. Tolle Steilwände, Erika-bewachsene Küstenstreifen sowie ein natürlicher Brückenbogen, der das "Schloss Dinan" mit dem Festland verbindet. Für diese Halbinsel kann man durchaus einen Tag einplanen. Am Nachmittag sind wir damit durch. Was als Nächstes? Die Pointe du Raz etwas weiter südlich? Kaps haben wir für heute eigentlich genug. Station in Quimper machen? Die Hitze wird immer brütender. Besichtigungen, die nicht direkt am Meer liegen, machen einfach keinen Spaß. Kurzentschlossen entscheiden wir uns für den Weg nach Hause. Im Nachhinein reut es mich etwas, dass wir nicht auf Presqu'Ile de Crozon geblieben sind und dort einfach Strandurlaub gemacht haben. Somit zerplatzt mein Traum von Tourteaux und Miesmuscheln wie eine Seifenblase.
Die Bretagne, das ist weit mehr als bizarre Küsten, Meeresfrüchte und Cidre. Wir haben nur einen Ausschnitt gesehen und uns Appetit auf mehr geholt. Sicher hat die Bretagne auch ihren Reiz, wenn das Wetter etwas rauer ist und das Meer am Toben ist. Überall sieht man Bilder mit prächtigen Aufnahmen. Auch kulturell wird viel geboten. Jede Menge Burgen, Schlösser, Museen und Kirchen sowie Pfarrhöfe und Kalvarienberge. Sehenswürdigkeiten sind für mich bereits viele bretonische Wohnhäuser. Ich bin von dieser Bauweise fasziniert. Außenputz ist hier fremd. Die Häuser sind aus großen, oft unregelmäßigen grauen Steinen erbaut. Von der Form sind sie meist höher, als dass sie breit sind. Hier ist jedes Home wirklich ein Castle. Nicht zu vergessen ist die Steinkultur. Megalithen, Menhire und Dolmen sind riesige Steine, die vor Tausenden von Jahren quasi als Denkmäler aufgestellt wurden. Und wer Wanderungen liebt, kommt hier natürlich auch auf seine Kosten. Liebhaber schottischer Küstenlandschaften werden sich hier auch wohlfüllen. Und gegenüber Schottland hat die Bretagne einen unschätzbaren Vorteil: hier gibt es was anständiges zu essen. Wir kommen wieder.
Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 10.7.2005
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anonym, 31.07.2005, 11:02 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Landschaft ist toll (glaub ich nach deinem Bericht) aber Fisch??? Gruß Börsenfeger
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theConsultant, 11.07.2005, 13:26 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Vielleicht mache ich dieses Jahr auch in Frankreich Urlaub - du hast es mir ja im wahrsten Sinne des Wortes "schmackhaft" gemacht. Allerdings will ich es in Verbindung mit einem Sprachkurs versuchen - ich habe gerade ein neues Projekt im Tschad g
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April, 11.07.2005, 00:41 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Wie immer ein genialer Bericht!!! Als ich vor langer, langer Zeit in der Bretagne war, faszinierte mich ein Besuch in Saint-Malo ganz besonders! Ich sollte wohl mal wieder die alten Dias rauskramen ;-)!!! LG April
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Klein Britannien ........
03.07.2005, 02:28 Uhr von
P_Horch
Hossa yopi's !!Bin Patrick, frische 29 Lenze und wohne bei Kassel (Centre of Europe *g*)Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Ich fahre jetzt seit zehn Jahren regelmäßig nach Frankreich in den Urlaub, aber in den letzten 5 Jahren kristallisierte sich ein Fleckchen, das einen besonderen Eindruck auf mich hinterlassen hat (und immer noch hinterläßt, wenn ich dort bin) : Die Bretagne.
Der Name stmmt übrigens wirklich wie bereits im Titel angedeutet, von "Klein-Britannien" ab.
Was das Wetter angeht, kann ich das auch sehr gut nachvollziehen : Auf die zwei Wochen Urlaub kommen im Schnitt 5-6 Tage, an denen das Wetter nicht strandtauglich ist.
Apropos Strand, in der gesamten Bretagne findet man idyllische kleine Badebuchten, in denen man fast alleine ist. Am besten findet man diese Buchten an der Nordküste der Bretagne, an der sogenannten "Côte de granit rosé" oder in den westlichen Buchten (südlich von Brest).
Aber auch wenn das Wetter zum Baden mal nicht geeignet ist, hat man in der Bretagne immer genug zu tun : Schon allein aufgrund der eigenständigen, unabhängigen Geschichte der Bretagne gibt es unzählige historiche Orte, deren Besuch und Besichtigung sich wirklich lohnt.
Sehenswürdigkeiten
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Der Mont-St.-Michel ander Nord-Ost-Küste der Bretagne ist eine eigenständige Klosterinsel mitten im Meer. Die Besichtigung lohnt sich immer, allerdings ist sie nur in den Sommermonaten (1.4.-31.10.) geöffnet. Ich kann allerdings die Empfehlung geben, für die Besichtigung mindestens zwei Tage einzuplanen, ein Tag ist definitiv zu wenig, wenn man sich alles in Ruhe anschauen will.
Desweiteren sei an dieser Stelle einmal auf die zahlreichen Menhir-Plätze hingewiesen, im Volksmund (und vor allem bei allen Asterix-Lesern) auch Hinkelsteine genannte *g* Über die ganze Bretagne verteilt finden sich Ansammlungen dieser Steine, die eindrucksvollste Ecke jedoch sind die berühmten Steinreihen von Carnac, die sich über eine Länge von fast sieben Kilometern erstrecken. Der eigentliche Sinn dieser Reihen ist nicht mehr bzw. noch nicht bekannt, es wird jedoch vermutet, das diese für rituelle Handlungen benötigt wurden. Interessanterweise finden sich diese Steinreihen nicht nur in Europa, sondern sid auch in ganz Asien zu finden, und, was ich noch viel spannender finde, alle sind auf den gleichen Punkt ausgerichtet .... Sehr empfehlenswert ist übrigens die Vorführung im sog. Cinedrom, dort wird in einem ca. dreiviertelstündigen Film der Ursprung und die Geschichte zu den Steinreihen erklärt. Leider gibt es nur eine deutsche Vorführung am Tag, wir hatten aber damals das Glück, das dort außer uns keine Kundschaft in Sicht war, so das extra für uns eine deutsche Vorführung gestartet wurde ... exklusiv sozusagen ;o)
Ein weiteres "Muss" sind die vielen kleinen "umfriedeten Pfarrbezirke", das sind Dorf-/ bzw. Stadtkirchen mit einem umfriedeten (eingegrenzten) Bereich darum. Auf diesen Bereichen befindet sich, neben den Friedhöfen (auch über den lohnt sich der Gang, die Grabsteine sind teilweise wirklich phantastisch) der sogenannte "Calvaire", der Kalvarienberg. Dieser besteht in fast allen Fällen aus Stein (ich habe aber auch von welchen aus Holz gelesen, aber noch keinen gesehen) und hat den Lebensweg Jesus eingemeißelt. Da diese Kalvarienberge meist von reichen Familien aus Dank "gesponsort" worden, sind die Verzierungen und Meißelarbeiten bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und wirklich ein "Hingucker".
Landschaft und Natur
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Neben den historischen Gegebenheiten sollte man allerdings die Landschaft auf keinen Fall unerwähnt lassen. Es gibt in der ganzen Bretagne keinen Platz, der so schön ist wie der "Point du Raz" bei Windstärke 12. Der Point du Raz ist der westlichste Landzipfel Frankreichs auf der südlichen Bretagnehalbinsel. Es ist einfach toll sich dort ca 25-30 m über Meeresoberfläche die Gischt ins Gesicht wehen zu lassen und etwas weiter entfernt im Nebel die vorgelagerte Insel Ile de Sein liegen zu sehen. Bei gutem Wetter ist der Point du Raz allerdings auch sehr schön, wenn auch längst nicht so beeindruckend.
Ein Traumhafter Blick bietet sich (allerdings nur bei gutem Wetter) vom sogenannten Menez Hom, der höchsten Erhebung der Bretagne direkt an der Küste. Er befindet sich etwas westlich der mittleren Halbinsel von Crozon. Mit ein bisschen Glück sieht man von dort aus sogar das fast 200 km entfernte Rennes, die Hauptstadt der Bretagne.
Als drittes sei hier noch die "Presqu'ile de Quiberon" (=Halbinsel von Quiberon) genannt, die durch Ihre extreme Zweiteilung auffällt. Die dem Atlantik zugewandte Westküste ("Cote sauvage" = Wilde Küste) ist mit steilen Klippen und kleinen Buchten für Wanderungen sehr schön, allerdings ist es dort immer sehr windig und man hat immer einen heftigen Wellengang. Auf der anderen Seite der Halbinsel (ca. 2km) bietet sich ein völlig anderes Bild : Es ist fast kein Wind, es gibt lange weiße Sandstrände mit fast keinen Wellen, hier ist das Baden mit kleinen Kindern besonders zu empfehlen. Leider sind diese Strände im Sommer immer komplett überlaufen, daß man beim Umdrehen schon auf den Nachbarn aufpassen muß.
Land, Leute und das Essen
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Was mich aber immer wieder begeistert ist die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Bretonen. Als wir vor zwei Jahren auf der Fahrt nach Quimper eine Autopanne hatten, wollte der Bauer, bei dem wir in unserer Not geklingelt hatten, keine Ruhe geben, bis er uns in seinem Gästezimmer untergebracht hatte. Am nächsten Morgen sind wir mit einem Frühstück empfangen worden, wie es mir bisher unbekannt war (und ich frühstücke gern und viel ...), der Automechaniker war informiert und als wir fertig mit Frühstücken waren stand das Auto fahrbereit im Hof. So was habe ich in Deutschland bisher noch nicht erlebt oder von anderen gehört. Da muß man sich Sorgen machen, dass man den Rottweiler nicht auf den Hals gehetzt bekommt.
Was das Essen angeht kann ich an dieser Stelle nur empfehlen, möglichst kleine, überfüllte Restaurants zu besuchen, aus denen man nur frnzösisch hört. Erstens ist dort das Essen mit Sicherheit besser als in den überlaufenen Touri-Restaurants, zweitens kann man sich dort meistens den richtigen bretonischen Spezialitäten widmen (Fisch, Muscheln, Krabben, Scampis ,.... oh je ich bekomme schon beim Schreiben Hunger).
Normalerweise kann man in allen Restaurants entweder á la carte essen oder sich ein mehrgängiges Menü auswählen. Mit dem Menü (ab ca. 70 FF) steht man sich aber immer besser, da man mehrere Sachen probieren kann, auch wenn die Portionen dann etwas kleiner sind. Eine hausgemachte "soupe de poisson à la maison" ist immer zu empfehlen.
Übrigens : Wer Wörterbücher im französischen Restaurant benutzt, ist feige ! Einfach probieren oder nachfragen ist viel witziger und sorgt bei allen für eine Bombenstimmung !! ;)
Wer sich einen Reiseführer kaufen will, dem kann ich den "Bretagne"-Michelin-Führer empfehlen. Der ist richtig ausführlich, mit tollen Routenempfehlungen (u.a. eine wunderschöne zu den erwähnten umfriedeten Pfarrbezirken) und einer sehr guten Beschreibung der regionalen Gegebenheiten (Geschichte, Spezialitäten, etc. pp.)
Auf der Heimreise sollte man an einer Landstraße auf jeden Fall nach einer Cidrerie Ausschau halten. Dann kann man sich noch mit Leckerchen eindecken. Dort gibt es Cidre (obergäriger Apfelwein), mit viel Glück gibts auch "Lambig", einen aus Cidre gebrannten Schnaps, der, wenn er hausgebrannt ist, auf Eis oder pur ein Hochgenuß ist. Leider bekommt man Lambig sehr selten, da nur noch Einwohnern über 60 (?) Jahren gestattet ist, für den Eigenbedarf zu brennen.
So, schönen Urlaub
wünscht Patrick
Für gute Tips aus der Bretagne bin ich übrigens immer dankbar.
Letzte Aktualisierung : Oktober 2005 weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Schönheit pur
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Einleitung
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Jahr für Jahr zieht es tausende von Urlaubern in den äußersten Westen Frankreichs. Sie suchen hier nicht die überfüllten Badestrände, wie man sie im Süden des Landes gerade am Mittelmeehr antrifft. Sie werden immer wieder von der Faszination für eine Landschaft angezogen, die jedes Jahr aufs Neue durch ihre Vielfalt die Menschen begeistert, wo das Meer durch Ebbe und Flut, also durch seine Veränderungen den Tagesablaufso bestimmt wie wohl kaum irgendwo sonst. Für manche zeigt sich die ganze Schönheit der Küste bei Flut, manche aber finden die Zeit des Niedrigwassers genauso attraktiv, dann nämlich, wenn das Wasser Sandflächen freigibt und sich überall die Menschen auf den Weg „ins Meer“ machen, um nach Krabben, Muscheln oder sonst irgendwie Essbarem zu suchen. Auch ich bin seit Jahren Fan dieser einmaligen Landschaft, der Bretagne nämlich.....
Das Land und das Meer
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Insgesamt 2500 km Küste prägen das Land, wobei aber auch das Landesinnere seine besonderen Reize hat. Reist man entlang der Küste, so wird man immer wieder die unterschiedlichsten Landschaften antreffen. Während es an der Westseite der Halbinsel dunkle, zerklüftete Klippen, vorgelagerte Inseln, Felsen und Riffe sind, die eine Landschaft mit einmaliger Wildheit zaubern, so ist es im Norden in der Nähe von Ploumanac’h, Trégastel und Cap Fréhel der rötliche Sandstein, der der Küste ein unvergessliches und einmaliges Gesicht verleiht. Wieder ganz anders der Golf von Morbihan mit seinen Inseln oder aber die Buchten zwischen Rance und Loire, die gerade bei Flut ein herrliches Bild abgeben. Wie man sieht, ist es eine Küste voller Kontraste. Aber gerade das macht wohl den Reiz dieser Landschaft aus. Die Menschen an der Küste leben schon immer (wie könnte es auch anders sein) vom Meer. Auf der einen Seite gibt es immer noch den Fischfang, der sich aber längst nicht mehr auf die Küstenregion der Bretagne beschränkt. Schon lange werden die Köstlichkeiten wie Krebse, Seespinnen oder Langusten auf allen Weltmeeren gefischt, da der Bestand an der bretonischen Küste nach und nach schwindet, dieses Meeresgetier aber nach wie vor auf allen Speisekarten der Bretagne steht. Auf der anderen Seite hat sich der Tourismus einen festen Platz als Einnahmequelle erobert. Gott sei Dank wurden in der Bretagne aber nicht die Fehler gemacht und die im Süden häufig anzutreffenden Bettenburgen errichtet. Hier ist alles beschaulicher und es dominieren auch in den stark frequentierten Urlaubsorten die Familienbetriebe.
Abseits der Badestrände, häufig nur wenige Kilometer im Landesinneren findet der interessierte Besucher das andere Gesicht der Bretagne. Hier liegen die beschaulichen Dörfer mit ihren kleinen Kirchen und Marktplätzen. Gerade die überall noch erhaltenen alten Steinhäuser laden zum Bummeln in den alten Städtchen ein. Ein besonderes Highlight ist sicherlich Locronan ganz im Westen gelegen. Das Dorf, das schon oft als Filmkulisse „herhalten“ musste (unter anderem für Polanskis Tess), versetzt den Besucher wirklich zurück ins Mittelalter. Kein Autoverkehr stört das Bild, während vor der Kirche gedrechselt wird und man in den historischen Gebäuden Töpferwaren oder Tuche, die nach alter Tradition hergestellt wurden, erstehen kann. Leider ist die Stadt mitlerweile ein so großer Anziehungspunkt für Touristen geworden, dass gerade während der Hochsaison tausende von Besuchern die Stadt nicht zur Ruhe kommen lassen. Diese altertümlichen Orte wie das erwähnte Locronan, Dinan oder Quimper, ganz zu schweigen von dem wieder sehr schön aufgebauten St-Malo, sind natülich nicht zu übertreffen, trotzdem kann man immer wieder auch abseits der Hauptverkehrswege kleine noch fast unberührte Ortschaften entdecken, die einen Stopp lohnen.
Kommt man zum ersten Mal in die Bretagne, wird man vielleicht erstaunt sein über die Vielzahl der noch gut erhaltenen Burgen, Schlösser und Befestigungsanlagen. Hier sollte man sich, wenn es einem möglich ist, das Schloss von Combourg und die Burg von Dinan ansehen. Sie sind sehr gut erhalten.
Meine letzte Reise
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Die letzte Reise, die ich durch die Bretagne unternommen habe, führte an den Küsten des Nordens vorbei bis in die Gegend von Brest und dann weiter an die Südküste bis vor die Tore von La Baule. Ausgangspunkt der Rundreise war wie schon ein paar Male vorher der Mont - Saint – Michel. Streng genommen gehört dieser berühmte Klosterberg noch zur Normandie, aber ich denke er ist ein Muss bei jedem Bretagne – Besuch. Unvergesslich das Bild, wenn die rot untergehende Sonne die Insel als Silhouette erscheinen läßt. Für die Besichtigung des Mont sollte man sich Zeit nehmen und auf jeden Fall bis ganz nach oben zum Kloster steigen.
Vom Mont Saint Michel aus ging es an der Küste entlang in Richtung Cote de Granit Rose. Hier ist es die einmalig schöne Küste mit den rosa schimmernden Granitfelsen und den feinen Sandstränden, die den Reiz dieser Region ausmachen. Hier ist besonders der Abschnitt zwischen Perros-Guirec und Trébeurden empfehlenswert. Auf jeden Fall sollte man hier eine Wanderung entlang der Granitblöcke, die so phantasievolle Namen wie „Napoleons Hut“, „Wachsoldat“, „Schildkröte“ oder „Korkenzieher“ tragen, unternehmen. Gerade zur Abendzeit ein besonderes Erlebnis.
Gerade am Nordrand der Bretagne bieten sich noch etliche Küstenabschnitte an, die besonders sehenswert sind und für Liebhaber von Leuchttürmen ein wahres Eldorado. Wir aber sind durchs Landesinnere in den Südwesten gefahren, um hier unter anderem Locronan zu besuchen. Auf dem Weg liegt eine der berühmtesten Kirchen der Bretagne mit der schönsten Calvarie, die mit sehr ausdruckstarken Skulpturen die Leidensgeschichte Christi erzählt.
Wie oben schon kurz angedeutet ist Locronan ein Städtchen, in dem die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Angenehm, dass wirklich alle Autos außerhalb der Stadt parken, so dass in der Innenstadt kein Lärm und keine Abgase störend wirken können.
Eines der nächsten Highlights war die im Südwesten gelegene Stadt Quimper. Während wir sonst häufig auf Stellplätzen, die es in der Bretagne in großer Zahl und an den schönsten Orten gibt, übernachten, haben wir uns hier für einen Schlosscampingplatz entschieden. Von diesen Plätzen gibt es in Frankreich eine ganze Menge, und die kann man nur empfehlen. Von Quimper aus geht es weiter an die Südküste, wo wir wieder ein paar Strandtage einlegen, da das Wetter mitspielt. Penmarc’h, Beg Meil und Concarneau sind weitere Stationen unserer Reise, wobei uns besonders Concarneau beeindruckt. Die kleine Altstadt, die Ville close, wird von einer fast komplett begehbaren Stadtmauer umgeben und bieten den besten Eindruck von der über 1000 Jahre alten Anlage. Die Fußgängergassen innerhalb der Stadtmauern werden von Souveniergeschäften, Restaurants und Crêperien gesäumt und die Urlauber strömen zu Hunderten durch die Stadt. Deshalb sollte man sich die Tageszeit genau überlegen, zu der man die Stadt besucht. Ich habe immer wieder festgestellt, dass man an solchen Orten in den Morgenstunden in der Regel nicht so viele Touristen antrifft. Westlich von Concarneau gibt es herrliche Badestrände mit feinem weißen Sand, leichten Dünen und kleinen felsigen Partien. Kleine Straßen führen fast direkt bis ans Meer, so dass man auch zum Surfen verschiedene Plätze findet, die man mit dem Auto ansteuern kann.
Von Beg Meil aus ging’s weiter Richtung La Baule. In La Turballe suchten wir uns einen schönen Stellplatz direkt am Meer, von dem wir das Sumpfgebiet Grande Bière erkundeten. Eine Kahnfahrt und natürlich ein Besuch eines typischen Dorfes mit strohgedeckten Häusern stehen ebenso auf dem Programm wie ein Ausflug zu Fuß, bei dem man hervorragend die Vogelwelt beobachten kann. Für uns ist es nicht die erste Bretagnereise, die hier langsam zu Ende geht. Es wird auch bestimmt nicht die letzte sein.
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BRETAGNE-Urlaub der besonderen Art!!!
Pro:
schöne Landschaft, nicht so viele Touristen
Kontra:
öfters schlechtes Wetter
Empfehlung:
Ja
Mein Erfahrungsbericht über die Bretagne :
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Meine letzte Sommerreise ging wie fast jedes Jahr in die Bretagne. Dort zieht es mich immer wieder hin, da ich jedes Mal von dieser unglaublich schönen Region begeistert bin.
Im folgenden können sie einige Erfahrungen und Details über die Bretagne lesen
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Steckbrief der Bretagne :
Bretagne: keltischer Name: Armorika, bretonischer Name : Breiz(h)
Fläche: 27 208 Quadratkilometer, 250 km lang und 100 bis 150 km breit
Küstenlänge: 1200 km, mit allen Buchten 2500 km
Bevölkerung: 2792800 Einwohner
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Die Bretagne zählt nicht zu den beliebtesten und bekanntesten Urlaubsziele der Deutschen und gerade deshalb gefällt mir die Bretagne so sehr. In der Bretagne trifft man nur selten auf größere Massen an den Stränden oder überfüllte Restaurants und dies trotz der wunderschönen Landschaft.
Die Bretagne gehört mit zahlreichen Naturschönheiten kulturell zu den rätselhaftesten Flecken Europas. Ihre Eigenart macht sie für die Menschen mit einem sinn für das Einmalige und einem Auge für das Besondere zu einem starken Erlebnis.
Das besondere dieses Landes ist vom Meer bestimmt, denn in der Bretagne trifft man auf zerklüftete Felsenküsten mit zahlreichen gefährlichen Klippen und Inseln.
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Klima:
Hauptmerkmale des Klimas der Bretagne sind milde Winter. Mäßige warme Sommer und reichliche Niederschläge. Besonders die reichlichen Niederschläge bekommt man auch öfters im Sommer zahlreich zu spüren. Wer sich in der Bretagne auf einen sonnigen Sommerurlaub einstellt, in dem man sich am Strand bräunen kann, wird häufig enttäuscht. Denn ich habe auch schon mehrer Sommer miterlebt in denen das Wetter eher herbstlich mit milden Temperaturen ist.
Das ozeanische Klima beherrscht den größten Teil der Halbinsel, wo kein ort mehr als 125 km vom Meer entfernt liegt.
Außerdem konnte ich feststellen dass man in der Bretagne mit einem ständig wehenden Westwind rechnen muss, der auch öfters sehr kalt sein kann.
Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen im Küstenraum zwischen 11°C und 12°C und im landesinneren um die 10°C.
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Fazit:
Auf jeden Fall empfehlenswert für Leute auf der Suche nach einem besonderen Urlaub!!!! weiterlesen schließen -
UNE BAINS DANS LA LANGUE FRANCAISE
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
[Ein Bad in der französischen Sprache - Lieblingsausdrck meines Französischlehrers]
Hallo Community!!
Nach längerer Abstinenz mal wieder ein Bericht von mir... Wie die meisten ja vielleicht mitbekommen haben habe ich vor Weihnachten 7 Wochen in einem Internat in Rennes verbracht, und deshalb möchte ich euch meine Erlebnisse und die Stadt etwas näherbringen...
+++Geographisches & Geschichtliches+++
Rennes liegt im Nordwesten von Frankreich und ist die Hauptstadt der Bretagne mit Sitz des bretonischen Parlamentes. Zudem liegt Rennes im Departement Nr.35, Ille-et-Villaine. Die Agglomeration von Rennes, "Rennes Metropole", besteht aus der Stadt Rennes und 35 kleineren Kommunen (darunter Cesson-Sévigné, Europameister der blumenreichsten Städte 1999), ist ca. 560 km² groß und hat 360000 Einwohner, davon ca. 200000 in Rennes (damit 10. größte Stadt Frankreichs und größte Stadt der Bretagne). Die Stadt liegt 70 km (Richtung St. Malo), bzw. 100 km (Richtung Vannes und Golf du Morbihan) vom Atlantischen Ozean entfernt. Die Entfernung zu Paris beträgt knapp 350 km, für die der TGV vom Bahnhof Rennes bis zum Pariser Bahnhof Montparnasse 130 Minuten benötigt.
Schon zur Bronzezeit gab es am Zusammenfluß der Flüsse Ille und Villaine eine Siedlung, Condate (vielleicht bekannt aus Asterix), im 3.Jhd. n.Chr.
wurde die Siedlung zerstört, wiederaufgebaut und in Rennes umbenannt. Im frühen Mittelalter war es Erzbistum und später eine gallische Festung, bis im 10.Jhd. die keltischen Bretonen die Stadt einnahmen. Die Bretagne war von 860 bis 1532 unabhängig, wurde dann mit einem Vertrag mit besonderen Rechten an Frankreich angegliedert und Rennes 1561 zu ihrer Hauptstadt gemacht.
Die Altstadt wurde 1720 durch einen großen Brand fast vollkommen zerstört, der Wiederaufbau wurde vom Pariser Architekten Jacques Gabriel erfolgreich geleitet. Im 19. Jhd. wurde Rennes zur Verwaltungs- und Justizstadt, und, viel wichtiger für das heutige Leben, 1735 auch zur Universitätsstadt.
Im 2.Weltkrieg wurde die Stadt 1940 schwer bombadiert (fast 10000 Tote), nachher aber wieder modern neuaufgebaut, wobei die Innenstadt ihren "alten Stil" nicht verloren hat. Einige Häuser in der Altstadt haben den Brand von 1720 ebenso wie den 2.Weltkrieg fast schadlos überstanden und zeigen den Touristen immernoch die alten und schönen Seiten der Stadt.
+++Innen- & Altstadt+++
In der Innenstadt von Rennes gibt es drei wichtige Plätze: Als erstes nenne ich den Place du Parlement de Bretagne mit dem Parlament der Bretagne, was
vor 10 Jahren von demonstrierenden Bauern teilweise abgebrannt wurde und jetzt aus zwei Sorten Stein besteht, die obere Hälfte des Gebäudes ist hell, die untere fast schwarz. Dann gibt es den Place de la Mairie mit dem Rathaus (18. Jhd.) auf der einen und dem Theater auf der anderen Seite. Diese beiden Gebäude sind so konstruiert, dass es so aussieht, als ob das Theater aus dem Rathaus "herausgezogen" wurde (bitte fragt nicht warum ;-)) Der 3.wichtige Platz ist der Place de la République am Ufer der Vilaine (die Vilaine ist in der Innenstadt sonst von einem Parkplatz überdeckt), an dem fast alle Busse der Stadt halten, dazu weiter unten.
In den Straßen der Innenstadt, die alle vo den genannten drei Plätzen ausgehen, gibt es alle möglichen Geschäfte, da ich aber mich aber eigentlich nicht für Shopping interessiere kann ich leider nichts zu Qualität oder Preisen sagen. Neben "normalen" Klamottenläden", Buchhandlungen usw. gibt es auch zwei bis drei Geschäfte, in denen man bretonische Dinge kaufen kann, wie z.B. Keramik aus der Bretagne o.ä. Natürlich gibt es in Rennes auch die Geschäfte, die in keiner französischen Großstadt fehlen dürfen: Zum einen ein "Virgin Superstore" und ein "fnac", beide mit Multimediaartikeln jeder Art, zum andern "Galeries Lafayette", ein Kaufhaus wie Karstadt bei uns, in dem man fast alles kaufen kann.
Wenn man sich ein wenig von den Geschäften der Innenstadt entfernt und einfach mal in eine der zahlreichen Seitenstraßen abbiegt kommt man recht schnell in die Altstadt. Hier geht man durch sehr schmale und "typisch französische" Gassen mit sehr alten und gut erhaltenen Fachwerkhäusern. Das "Highlight" der Altstadt ist sicherlich der Place Sainte Anne, ein Platz der von Restaurants in schönen Fachwerkhäusern umgeben ist und wirklich schön ist wenn man mal ein paar Minuten Ruhe genießen will. Des weiteren lohnt ein Abstecher zum Place des Lices. Auf diesem Platz stehen die alten und immernoch aktiven Markthallen, sowie das älteste Haus der Stadt (Baujahr 1534). Das Office de Tourisme liegt ein wenig ausserhalb in der Rue St.Yves.
Rennes hat natürlich auch eine Kathedrale (sie liegt zwei Straßen vom Place des Lices entfernt), aber mir hat sie nicht unbedingt gefallen...
Eine weitere Besonderheit der Innenstadt ist der Park "Le Thabor", der in unmittelbarer Nähe zum Place du Parlement de Bretagne liegt und auf einem riesigen Areal ideal für einige Minuten der Erholung nach einem
Innenstadtbummel ist. Der Park ist sehr blumenreich und vorallem an den Wochenenden sehr gut besucht, aber trotzdem nie überfüllt. Ich war einige Male in diesem Park und ich habe jedesmal eine neue hübsche Stelle entdeckt, an der man Zeitung lesen, Musik hören oder einfach nur die Leute beobachten kann.
An Kulturangeboten hat die Stadt auch einiges zu bieten: Zahlreiche Museen warten darauf, besichtigt zu werden, allen voran das "Musée des Beaux Arts" am Ufer der Vilaine und das "Musée de Bretagne". Ich kannte beide schon vom Schüleraustausch her und habe mich deshalb diesmal nicht kulturell weitergebildet ;-))
Die komplette Stadt (nicht nur der von den Touristen besuchte Innenstadtbereich) ist sehr sauber und, verglichen mit anderen französischen und deutschen Städten, recht reich. Vorteil der Innenstadt ist ansonsten noch, dass die Wege recht kurz sind: Vom belebten Quartier Colombier in der Nähe des Bahnhofs im Süden der Innenstadt bis zum Place Sainte Anne im Norden der Altstadt sind es nur wenige Minuten zu Fuß, oder, und damit zu meinem nächsten Punkt, zwei Stationen METRO.
+++Öffentliche Verkehrsmittel+++
Rennes hat seit zwei Jahren als kleinste Stadt der Welt (!!) eine eigene Metro. Die führerlose und supermoderne Bahn fährt zwar nur auf einer Linie über 15 Stationen vom Nordwesten in den Südosten der Stadt, aber weitere Linien sind in Planung.
Die Verkehrsgesellschaft von Rennes, STAR, hat in den letzten Jahren einiges für den öffentlichen Nahverkehr getan, so dass man fast jede Stelle der Stadt ziemlich problemlos per Bus erreichen kann. Es gibt insgesamt fast 20 Buslinien, 5 davon fahren bis 0:30 alle 10 Minuten quer durch die Stadt. Ein Ticket kostet 1 Euro und gilt für eine Stunde, egal ob man nun eine Station Bus, oder fünf Stationen Metro und 28 Stationen Bus fahren will; ich finde diesen Preis eigentlich ganz angemessen, wenn ich dies mit der Preistreiberei in meinem geliebten Heimatort vergleiche, wo eine Fahrt schon 1,60 Euro kostet.
Die wichtigste Station ist am Place de la République. Hier halten fast alle Buslinien, sowie die Metrolinie, zudem ist er Endhalte von 8 Buslinien. Da es praktisch unmöglich ist, das Ankommen und Abfahren von fast 20 Busse an einer einzigen Station zu koordinieren sind fast 10 Busstationen über den kompletten Platz verteilt.
Der Bahnhof liegt 5 Minuten zu Fuß von der Innenstadt entfernt. Er wurde erst vor wenigen Jahren renoviert und ist deshalb auf mehreren Etagen sehr modern und hell. Rennes ist auch ein TGV-Bahnhof, so dass man in 2 1/4 Stunden nach Paris fahren kann, ansonsten gibt es aber auch viele "normale" Züge in jede Richtung, vorallem allerdings in Richtung Westen (Quimper,
Brest).
+++Universitätsstadt Rennes+++
Rennes ist eine typische Universitätsstadt. Es gibt zwei Universitäten in der Stadt, zum einen Rennes I. im Nordosten, Campus Beaulieu, und zum anderen Rennes II., Campus Villejean. Rennes I. ist für Naturwissenschaften zuständig (vorallem Mathematik ist hier sehr gut, wurde mir gesagt), in Rennes II. studiert man vorallem Medizin (Universitätsklinik Pontchaillou).
Den Einfluss der Unis bemerkt man nicht nur an den zahlreichen Studenten in der Innenstadt, sondern auch an der Atmosphäre einer typischen Universitätsstadt, es gibt z.B. viele hübsche und gutbesuchte Cafés usw.
+++Das Wetter+++
Da die Bretagne eine Halbinsel ist und auf drei Seiten von Wasse umgeben ist merkt man auch in Rennes, was ja immerhin fast 60 km von der Küste entfernt ist, noch das milde Klima des Meeres. Dies hat zur Folge, dass es in der Bretagne auch im Sommer nur selten über 25° warm wird, aber auch die Winter normalerweise nicht so kalt werden wie bei uns und es fast nie schneit.
Mir ist zudem noch aufgefallen, dass das Wetter nie sehr stabil ist: Es hat zwar täglich die Sonne geschienen, aber auch alle 4-5 Stunden ein wenig geregnet, so dass man eigentlich nie von einem "verregneten", aber auch nie von einem "sehr schönen" Tag sprechen kann. Mir gefiel das Wetter als ich dort war nicht sehr, und habe mich aus diesem Grund auf Deutschland gefreut, wo das Wetter eigentlich nicht sooo häufig wechselt, aber jetzt bin ich hier und es regnet ohne Unterbrechung :-((
+++Ich & Rennes+++
Eigentlich hätte ich diesen Aufenthalt bei meinem französischen Korrespondenten Wilhelm J. (Name aus Persönlichkeitsgründen geändert :-)) verbringen sollen, aber dieser war von Mai bis Juli bei mir in Deutschland, und da dieser Aufenthalt nicht ganz so erfolgreich verlaufen ist habe ich mit meinen Eltern beschlossen, nur 7 (statt 9) Wochen in ein Internat eines Lycées in Rennes zu gehen.
Da dieses Lycée eines der wenigen der Bretagne war, das Unterricht zur Vorbereitung auf die "Großen Schulen" (Besonderheit des frz. Schulsystems, soweit ich mitbekommen habe sind die "Grandes Ecoles" schwerer und besser als normale Universitäten, in etwa
vergleichbar mit Oxford oder Cambridge in England) anbot war das Niveau etwas höher als bei einem "normales" Lycée, da es neben 600 Schülern (15-17 Jahre) 1000 Prepas-Schüler (18-22 Jahre) gab, und so eher die Stimmung einer Universität als eines französischen Lycées aufkam. Durch diese Prépas-Klassen wurde die Schule auch in einigen Dingen finanziell vom Staat unterstützt, so dass fast alles hochmodern und recht neu war, unvergleichbar mit den 20 Jahre alten Fernsehern an meiner Schule...
Auch das Internat wurde letztes Jahr renoviert (der Jungentrakt), so dass es auch dort sehr neu, hell und modern war. Ich hatte, wie alle im renovierten Teil, ein recht kleines Einzelzimmer (ca.4,5m*1,7m), aber da man fürs Leben in 7 Wochen ja eigentlich nicht mehr braucht als einen Schrank, ein Bett und einen Schreibtisch hat es eigentlich gereicht - dauerhaft würde ich mich dort aber eingeengt fühlen... Noch etwas, um zu zeigen, dass es an diesem Lycée deutlich mehr Geld gibt als hier: Die Tür meines Zimmers öffnete sich nicht mit einem Schlüssel, sondern mit einer Chipkarte!! Fand ich zwar ganz lustig, aber wofür brauch man das?? Den Mädchentrakt kenne ich nicht so gut, aber soweit ich es mitbekommen habe wird er erst nächstes Jahr renoviert und besteht deshalb meistenteils noch aus Viererzimmern - deutsche Korrespondentinnen würden aber im bereits renovierten Teil mit Einzelzimmern unterkommen.
Der Unterricht in französischen Schulen ist (wie ich vorher schon wußte) deutlich anders als bei uns: Während bei uns in eigentlich jeder Stunde ein Dialog zwischen Schülern und dem Lehrer besteht und es eigentlich auch in der Oberstufe noch meistens recht locker und lustig zugeht ist in Frankreich der Lehrer eine Respektperson oberster Güte, der jede Stunde (55 statt 45 Minuten lang) einen Dauermonolog hält, die Schüler schreiben hochdiszipliniert fast alles mit, was er sagt. Dies liegt auch daran, dass es keine mündliche Note gibt, bzw. sie nicht soviel zählt wie bei uns (50%). Ansonsten fand ich es etwas sonderbar, jeden Tag vormittags von 8 bis 12 Uhr Unterricht zu haben, dann 2 Stunden Mittagspause (täglich 2 Stunden nix tun - reinste Zeitverschwendung!!), und dann wieder nachmittags von 14 bis 17 Uhr Schule zu haben. Die Mittagspause hat mich ein wenig aufgeregt, es ist richtig, dass Schüler was essen müssen, wenn sie bis 5 Uhr in der Schule hocken müssen, aber jeden Tag 2 Stunden Mittagspause halte ich für Zeitverschwendung, wobei ich mein Zimmer hatte und mich dorthin zurückziehen konnte, die meisten Anderen aber eben nicht diese Möglichkeit hatten.
Meine Klasse, die 1ère ES1 [spricht Première e es] entspricht unserer Klasse 11, wobei ES für den Schwerpunkt Economie/Social (sonst gäbe es noch S für Sciences und L für Literatur) steht. Sie waren eigentlich alle ganz nett, wobei ich vorallem in den ersten Wochen eigentlich nur Kontakt mit den Leuten aus dem Internat hatte. Erst in den letzten 2-3 Wochen habe ich mich auch deutlich häufiger mit meinen Klassenkameraden unterhalten, wodurch die teilweise langweiligen Schulstunden natürlich besser als in den ersten Wochen wurden...
Da ich (leider) nur 7 Wochen blieb bekam ich von der französischen Schule kein Zeugnis (da ich hier in Deutschland in dieser Zeit aber 11 Klausuren verpasst habe bekomme ich hier (wie einige vielleicht wissen :-)) auch keins ;-)), und durfte mir aussuchen, welche Klausuren ich mitschreiben wollte und welche nicht, ich fand dies sehr gut :-)) Auch in den Unterrichtsstunden durfte ich selber entscheiden, ob ich dem Lehrer zuhöre oder mich selber mit irgendwas anderem beschäftige... Da die Franzosen in Mathe und Biologie deutlich weiter waren als wir hatte es keinen Sinn, dort zuzuhören, gleiches gilt für Französisch, wo ich trotz sehr gutem Verständnis sonst ziemlich wenig verstanden habe. In den andern Fächern (Economie, Englisch, Sport, Erdkunde, Geschichte und vorallem DEUTSCH) habe ich aber teilgenommen und meistens auch die Klausuren mitgeschrieben, wobei leider nur zwei Lehrer meine Klausuren auch benotet haben (Englisch 13/20 (bei uns ca. 2-), wobei es um eine Übersetzung Französisch-Englisch ging, bei der ich die frz. Wörter teilweise nicht kannte, und Erdkunde 14,5/20 (bei uns ca.2+) - Klassenbester!!).
Die Lehrer waren ausnahmslos sehr nett (zumindestens zu mir als Deutscher), besonders erwähnen möchte ich meinen Erdkundelehrer (ein Deutscher, der mir das Zimmer im Internat und alles weitere organisiert hat, und bei dem der Unterricht sehr viel Spaß gemacht hat) und mein Sportlehrer, der mir angeboten hat, zu ihm zu kommen, wenn ich mal in Rennes sein sollte ohne Schlafplatz :-)
Da ich seit 6 Jahren Französisch in der Schule habe (als 1.Fremdsprache) und seit 10 Jahren fast jeden Urlaub in Frankreich verbringe kam ich sprachlich auf Anhieb sehr gut mit...
Interessant war es, französische Schulen im realen Leben mal 7 Wochen zu erleben... Offiziell steht zwar auf dem Stundenplan jeden Tag Schule von 8 bis 17 Uhr, aber wenn man an die 2 stündige Mittagspause und an die vielen Ferien (alle 8 Wochen mindestens 2 Wochen Ferien, plus 12 Wochen im Sommer) denkt arbeiten die Franzosen auch nicht viel mehr - zudem kommt es ab und an vor, dass entweder die Lehrer streiken oder alle Schüler gegen oder für irgendwas demonstrieren und der Unterricht deshalb ausfällt...
Die Innenstadt war 15 Minuten mit dem Bus von meiner Schule entfernt, da ich meist um 5 aushatte lohnte es sich im Normalfall nicht mehr, in die Stadt zu fahren, aber zumindestens einmal die Woche (meist mittwochs (Schulschluss schon um 12)) nutzte ich die Gelegenheit, um mir die Innenstadt, den Park "Le Thabor" oder das Training von Stade Rennais anzugucken...
Sieben Wochen im Ausland waren eine sehr interessante Erfahrung, die ich nicht missen möchte, und obwohl ich Frankreich schon aus zahlreichen Familienurlauben kannte und mich dort eigentlich fast wie zu Hause fühle, ist es doch ein Unterschied, ob man mit den Eltern und Geschwistern oder der Klasse unterwegs ist oder ob man "auf sich allein" gestellt ist. Im Endeffekt waren sieben Wochen zwei Wochen zu kurz, aber da es 1. mit meinem französischen Korrespondenten nicht geklappt hat und ich somit ins Internat ausweichen musste ging es nicht länger als sieben Wochen, und da ich 2. vor Weihnachten wieder zurück sein wollte, blieb nur diese Möglichkeit, und sieben Wochen sind immerhin besser als gar nix.
Ich hoffe, ich habe in diesem doch recht langen Bericht nix vergessen, sonst bitte ins GB oder als Kommentar anmerken... Auch wenn irgendwer sich für Rennes, mein Lycée oder die Bretagne interessiert oder Fragen hat - schreibt es ins GB oder als Kommentar, ich antworte mit Sicherheit!!
Guten Rutsch ins Jahr 2003 und schöne allerletzte Weihnachtsfesttage wünscht ein immer noch recht französischer
(c) ashrafkhan 12/2002 weiterlesen schließen -
Ein wunderschönes Stück Erde
Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Seit 3 Jahren habe ich die Möglichkeit, in die Bretagne zu fahren. Von einem kleinen begrenzten Gebiet der nördlichen Bretagne möchte ich hier einmal berichten.
Dieses Jahr waren wir in der Nähe der kleinen alten, aber sehr schönen Stadt Saint Pol untergebracht. Wenn man mit dem TGV von Paris kommt, steigt man in Morlaix aus und fährt dann noch ca. 20 Minuten mit dem Bus.
Auffällig ist in Saint Pol das Material aus dem die Häuser errichtet sind. Es ist meist grauer Granit.
Mehrere Sehenswürdigkeiten hat die Stadt zu bieten. Da ist zuerst die Kathedrale, in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts fertiggestellt wurde und als einzige vollständig erhaltene Kathedrale der Spitzbogenepoche ein historisches Denkmal ist. Die herrlichen Glasfenster haben mir besonders gefallen.
Wenn man aus dem Hauptportal tritt, sieht man einen weiteren Kirchturm, der zur Kapelle Notre Dame du Kreisker gehört. Der 78 m hohe steinerne Turm der bis in die Spitze blumenornamentartige Öffnungen hat, kann auch bis in eine Höhe von 40 m bestiegen werden. Im Inneren der Kapelle, die in ihren Ursprüngen auf das 11. Jahrhundert zurückgeht, gibt es ein hölzernes Tonnengewölbe.
Der Kapelle gegenüber befindet sich das Kollegium, ein ehemaliges Seminar aus dem 18. Jahrhundert. Viele der alten Häuser haben Erker, schöne Türen und kleine Türmchen. In einer der Nebenstraßen gibt es den Brunnen Lenn ar Gloar mit einer gotischen Jungfrauenstatue. An dem historischen Wasserbecken wurde früher die Wäsche gewaschen und die Neuigkeiten dabei ausgetauscht.
Auf verschiedenen Wegen gelang man in kurzer Zeit ans Meer. Leider war bei mir gerade Ebbe, als ich am Hafen war.
Ein weiteres lohnendes Ziel ist die unweit von Saint Pol gelegene Stadt Roscoff mit ihrem Hafen. Auch hier gibt es die Granithäuser. Eine besondere Attraktion ist das Aquarium für Kinder. Denn dort kann man in einem Streichelbecken Seegurken, Seesterne, Krabben, Jakobsmuscheln und andere Meeresbewohner sogar anfassen. In den einzelnen Becken lernt man die ganze Vielfalt der Meeresbewohner kennen.
Für uns ist Roscoff der Ausgangspunkt für den Besuch der Ile de Batz, einer wunderschönen Insel. Man erreicht sie nach 20 Minuten Schiffsfahrt. Für Liebhaber von exotischen Pflanzen ist der Botanische Garten auf der Insel zu empfehlen. Leider hatte ich noch keine Gelegenheit mir diesen selbst anzusehen. Allerdings findet der Wanderer auch in den Vorgärten und auf der Insel selbst viele schöne Pflanzen. So wachsen dort Palmen, Feigenbäume und jede Menge Blumen in allen Farben. Auf der Insel gibt es einen Leuchtturm, den man wenn er geöffnet ist auch besteigen kann. Von ihm hat man einen wunderbaren Blick auf die Insel, nach Roscoff und nach Santec mit der Ile de Sieck.
Nun noch zur Ile de Sieck. Diese Insel kann man nur bei Ebbe von Santec, einem kleinen Ort direkt am Meer, betreten. Sie ist nicht sehr groß, aber sehr romatisch. Wenige Häuser und einige Ruinen, die aus dem 2. Weltkrieg übriggeblieben sind, findet man dort. Sonst ist dort Natur pur. Nichts als herrliche Blicke aufs Meer und einen Pflanzenvielfalt findet man dort. Besonders schön ist es, wenn man kurz bevor die Flut noch auf die Insel geht. Dann kann man miterleben wie von 2 Seiten das Wasser die Insel umschließt und man für 6 Stunden dann in der Einsamkeit "gefangen" ist. Schönes Wetter vorausgesetzt, sehr zu empfehlen.
Über Fahrpreise, Unterkünfte und andere Dinge kann ich nichts schreiben, weil ich immer mit einer Gruppe dort gewesen bin.
Für mich steht aber fest, dass ich dort gern mal privat Urlaub machen möchte. Wunderbare Strände und Dünen, sowie die kleinen romantischen Orte sind wirklich sehr empfehlenswert. weiterlesen schließen
Informationen
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