Pro:
Günstiger und praktischer als Kastenwasser (vor allem Großfamilien sparen damit doppelt und dreifach), leichte Handhabung mit dem Sprudelbutton
Kontra:
Kohlensäure nach 2 h in geschlossener Flasche bereits größtenteils verloren, Anfangsprobleme beim Andrehen der Kohlensäureflasche, Zwang der 1 Liter Flasche, teure Plastikflaschen und begrenzt haltbar, nervende Zisch - Prozedur
Empfehlung:
Nein
Eigentlich bin ich kein fauler Mensch. Trotzdem hatte ich mit den Jahren das Hochschleppen der Wasserkästen in die Wohnung satt. Nach meinem Umzug, der mich in eine Wohnung im 3. Stockwerk ohne Fahrstuhl brachte, war der Faden geplatzt: ich wollte einfach meine Trinkwasserversorgung mit Sprudel auf eine andere Weise regeln. Schon seit Jahren hörte ich im Bekanntenkreis, aber las auch in Verbraucherberichten, dass man sich so eine Sprudelmaschine zulegen kann, die einem sehr praktisch frischen Sprudel sichern würde. Da das Wasser hier in Bad Kreuznach (Kurstadt an der Nahe) recht gut sein soll, was es für mich klar, dass ich mich für solch ein Gerät endlich entscheiden sollte. Bis zu einer Summe von 50 Euro war ich bereit für solch ein Sprudelgerät zu investieren. Gesagt, getan...
Kauf des Produktes - Lieferumfang
Bevor ich mich zum Kauf eines Sprudelgeräts entschloss, erkundigte ich mich bei Karstadt und Media Markt, über die Preise und Leistungen der Geräte. Dabei stellte ich fest, dass preislich die meisten Geräte um die 40-50 Euro lagen. Da alle Sprudelmaschinen mit Kohlensäureflaschen (Zylinder) funktionieren, lagen die 10 Euro Unterschied der meisten, an der Größe des Zylinders, die eben das Wasser mit Kohlensäure versetzt. Manche bieten Kohlensäure für 40 Liter Wasser, andere für 60 Liter (aber auch das ist relativ, denn es kommt auf die Kohlensäure an, die man für sein Wasser benötigt - dazu später mehr). Nachdem ich mich über diese Zylinder informiert hatte und preislich letztendlich keine Unterschiede bemerken konnte, entschied ich mich ganz klar für das Sprudelgerät, mit dem für mich schönsten Design. Das war in dem Fall das Club Soda Jet in der limitierten Edition. Der rot-graue Farbton des Geräts hat mich am meisten von allen anderen Geräten faszinieren können. In der großen Verpackung befindet sich das Sprudelgerät, welches sehr leicht ist. Fast doppelt so schwer dagegen ist der Zylinder, der eben die Kohlensäure beinhaltet (Alco2Jet-Co2 Zylinder, für ca. 60 Liter). Ebenfalls sind in im Lieferumfang 2 x 1 Liter-PET-Plastikflaschen enthalten, mit denen man ausschließlich die Sprudelmaschine gebrauchen sollte. Bezahlt habe ich für das Club Soda Jet 49.95 Euro, beim Karstadt in Karlsruhe. Dass in der Verpackung noch ein 50 Euro Reisegutschein ist, sollte vielleicht auch noch erwähnt werden. Er ist bei fast allen Reisebüros einlösbar, jedoch nur mit einer Reise, die mindestens 500 Euro wert ist, kombinierbar...
Meine Erfahrungen mit dem Club Soda Jet
Ich hatte in all den Jahren den Eindruck gehabt, dass eine Sprudelmaschine auch Strom braucht, um zu funktionieren, aber ich lag damit falsch. Das Ganze funktioniert ohne Strom. Mit großer Spannung arbeitete ich mich durch die Gebrauchsanweisungen des Geräts durch. Ich war einfach richtig aufgeregt, wie die Sprudelmaschine funktionieren wurde... vom Durst ganz zu schweigen, den ich die ganze Zeit schon verspürte. Nachdem ich den Sicherheitsverschluss und den gelben Aufkleber vom oberen Teil des Zylinders mit der Kohlensäure entfernt hatte, war ich bereit diesen ans hintere Ende des Geräts anzuschrauben. Dies klappte recht mühsam, da ich doch recht fest drehe musste. Da mir mein Gefühl sagte, dass diese Flasche unter großem Druck stehen würde (nicht vergessen, dass sie für 60 Liter Mineralwasser Kohlensäure in sich aufbewahrt!), war ich vorsichtig beim Schrauben. Kurz danach waren auch die Folgen davon zu sehen. Die Maschine funktionierte nicht. Das oftmalige Betätigen des oberen Buttons brachte nichts, obwohl ich mich an alle Anweisungen gehalten hatte. Diese Anweisungen sprachen vom Füllen der normalen Plastikflasche mit 1 Liter Wasser aus der Leitung, das Anschrauben der Flasche ans vordere Teil und eben auch das Anschrauben der Kohlensäureflasche am hinteren Ende des Geräts. Mit Kohlensäure wurde das Wasser trotzdem nicht versetzt, es kam nichts aus dem Ventil heraus. Das brachte mich dazu, den Zylinder fester zu drehen, mit der Hoffnung, dass dies sich dem Gerät besser anpassen würde. Dies geschah dann auch, aber ganz wohl fühlte ich mich nicht dabei, so stark an einem, so unter Druck stehenden, Zylinder zu drehen.
Mit dem Betätigen des Buttons hört man ein lautes Sprudeln aus dem Ventil kommen, es entstehen Wasserblasen im Wasser, Bewegung ist zu sehen: Kohlensäure gelangt ins Wasser - endlich. Ich dachte schon, ich hatte mir ein defektes Gerät zugelegt. Persönlich trinke ich meinen Sprudel schon seit Kind mit viel Kohlensäure. Mit Medium Mineralwasser kann man mich jagen - dann bevorzuge ich lieber das normale stille Wasser! Laut des Herstellers von Club Soda Jet sollte man bei recht spritzigem Mineralwasser, so ca. 3 Mal den Button betätigen. Es ist eine Erfahrungssache, wie oft man letztendlich auf den Knopf drückt, um das ideale Mineralwasser hinzubekommen. Doch auch hier gibt es ein Problem: nachdem man den Button zwei Mal so richtig durchgedrückt hat, steht die Plastikflasche mit dem Wasser derart unter Druck, dass man sie kurz mit dem drehbaren oberen Ventil hochdrehen muss. Somit hört man ein lautes Zischen, welches durch die angesammelte Kohlensäure entsteht. Schraubt man die Flasche nach 2x Betätigen des Buttons ab, hat man meistens danach nur Medium Mineralwasser im Glas. Deshalb ist es eben ratsam nach dem Anheben der Flache und dem Zischen, die Prozedur mit einem weiteren Betätigen des Buttons fortzusetzen. Richtig, spritziges Mineralwasser entsteht für meine Begriffe erst mit dem dritten Mal... Diese ganze Prozedur 2 oder 3 Mal zu machen (Anheben der Flasche, damit der Druck der Kohlensäure verloren geht) ist mit der Zeit jedoch schon etwas nervend.
Zwei weitere, große Nachteile kommen mit der Nutzung des Club Soda Jet hinzu. Das wäre von der einen der Zwang der Nutzung der 1 Liter Flasche und von der anderen der unglaublich schnelle Verlust der Kohlensäure im Wasser. Möchte man sich auf die Schnelle ein Glas Wasser aus der Leitung mit Kohlensäure versetzen lassen, ist dies nicht möglich. Man ist gebunden - nur die Plastikflaschen können an die Maschine angebracht werden. Der Versuch ein einfaches Glas mit Wasser zu nehmen und dieses unter das Ventil zu halten, in dem ich auf den Button drücke, mit der Hoffnung kohlensäurehaltiges Wasser zu trinken, ist fehlgeschlagen. Das Wasser bleibt still! Die Plastikflaschen sind übrigens begrenzt haltbar (meine z.B. bis Oktober 2008), nicht billig (mit fast 7 Euro das Stück) und leider auch nicht spülmaschinengeeignet. Bei mir kommt in die Flasche nur Wasser rein (andere benutzen ja auch diese Sirups mit den verschiedensten Geschmacksrichtungen), so dass die Reinigung der Flaschen relativ leicht ist.
Der andere Nachteil liegt eben darin, dass die Kohlensäure in der 1 Liter Flasche nur kurze Zeit verfügbar ist. Mein mit viel Kohlesäure versetzter Sprudel ist innerhalb von 2 h meistens so runtergekommen (ohne Kohlensäure), dass ich meistens die halbe Flasche ausschütten muss(te). 1 Liter Mineralwasser ist eben nicht wenig, vor allem wenn man alleine lebt. Ich kann Maximum 2 Gläser Wasser in diesen 2 h trinken, vor allem jetzt im Winter hat der Körper nicht unbedingt so hohe Anforderungen an Wasser. Da man also seltener durstig ist, trinkt man eben auch weniger, vor allem Sprudel, der sowieso schnell den Durst löscht. Dieser extreme Nachteil, der für mich auch schwer erklärlich ist (Flaschendeckel ist immer stark zugedreht, trotzdem geht viel Kohlensäure anscheinend verloren - warum ist das nicht mit dem üblichen Kastenwasser so aus dem Supermarkt?), hat mich dazu gebracht, dass ich nur am Wochenende und an Feiertagen das Gerät benutze (da bin auch zu Hause, trinke mehr und gieße höchstens ein Drittel der Flasche weg). Da ich gezwungen bin 1 Liter immer mit Kohlensäure zu versetzen, finde ich es eben schade, die Hälfte der Flasche jeden Abend wegzuschmeißen. So habe ich eben für mich diese Wochenendregelung gefunden. Tagsüber trinke ich meinen Flachensprudel am Arbeitsplatz und abends meist Tee oder Saft zu Hause. Das Schleppen von Wasserkästen habe ich abgeschafft.
Wasserkasten schleppen oder Club Soda Jet?
Wer sparen will, legt die Fakten zusammen und vergleicht. Ein Kasten billiges Mineralwasser kostet ca. 2.50 Euro. Insgesamt erhält man dafür 8, 4 Liter kohlensäurehaltiges Wasser (0,7 l x 12 Flaschen). Wenn man bedenkt, dass man ca. 50 Liter Sprudel mit selbem, hohen Kohlensäuregehalt mit einem Alco2Jet Zylinder, der im Umtausch 7,77 Euro kostet (also man gibt leeren an der Kasse z.B. bei Karstadt ab, zahlt diese Summe und erhält einen neuen, vollen dafür) bekommt, dann kann man schnell ausrechnen, was sich mehr lohnt. Mit dem Club Soda Jet spart man allemal viel Geld und vor allem Mühe, denn das Schleppen der Kästen, ist für die meisten eine Belastung (von Glassplittern und anderen Risiken mal ganz abzusehen). Auch wenn man bedenkt, dass man vielleicht 1/3 des Wassers jeder Flasche am Ende weggießt, da zu wenig Kohlensäure, lohnt es sich trotzdem, auf solch eine Investition, die einem das Leben leichter macht, einzugehen.
Fazit
Für mich ist Club Soda Jet leider nur bedingt geeignet. Die Nachteile übertrumpfen in meinen Augen die Vorteile, so dass ich dazu neige auch das Produkt nur mit 2 Sternen zu bewerten. Ich habe zwar sprudelndes Mineralwasser wann ich möchte, aber dafür ist eine "Zisch"-Prozedur notwenig. Ich habe zwar spritziges Wasser, aber nach 2 h ist es schon nicht mehr trinkbar, so dass ich meistens davon 1/3 wegschütte. Die Flasche ist 1 für Liter - ich bin gezwungen mit dieser zu arbeiten. Die Flaschen sind nur bedingt haltbar und der Neukauf mit recht hohen Kosten verbunden. Wer Medium Mineralwasser mag, wird es wohl lieben lernen, ich dagegen, als der Hardcore-Sprudeltrinker, der viel Kohlensäure braucht, bleibe unzufrieden (aufgrund des schnellen Verlusts der Kohlensäure). Vor allem für Familien sehe ich das Club Soda Jet als gut geeignet. Für einen Singlehaushalt wie meinen, macht es nur im Sommer Sinn, wo man eben durstiger ist und auch mal in 2 h eine ganze Flasche austrinken kann oder eben an Wochenenden, wo man zu Hause ist und vielleicht etwas mehr trinkt (aufgrund meiner Naschereien als Beispiel). Für eine Großfamilie kann ich sicher eine Weiterempfehlung aussprechen - da lohnt es sich doppelt und dreifach sich solch ein Gerät anzuschaffen. Für mich jedoch als Alleinlebenden eben nicht befriedigend genug und deshalb tatsächlich heute nur zwei Sterne! weiterlesen schließen
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