Pro:
intensive Geschmack, appetitanregend
Kontra:
zu intensiver Bittergeschmack (je nach Lust und Laune)
Empfehlung:
Ja
„Einer geht noch, einer geht noch rein“ – in diesem Fall geht tatsächlich noch ein Aperitif-Bericht rein. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich ja schon über den etwas unbekannteren kleinen Bruder von Campari berichtet, der sich Aperol nennt. Heute nun soll der große Bruder – für viele das Original – an der Reihe sein.
Campari:
Campari ist einer der absoluten Klassiker unter den Aperitifgetränken bzw. unter den Drinks, die man eigentlich fast immer genießen kann. Zu den Klassikern gehört schon allein deswegen, weil er schon1860 von Gaspare Campari erfunden wurde. Er fehlt in keiner Bar und wird von alt und jung gerne getrunken. Campari ist ein sogenannter Bitterlikör, den man zwar auch pur trinken kann (wem es schmeckt!!I), der aber meist Hauptbestandteil von Longdrinks und Mixgetränken ist. Als Aperitif, d.h. Appetitanreger, ist er so geeignet, weil der bittere Geschmack die Magensäfte anregt.
Hersteller:
Schon 1860 wurde in Mailand die Campari Group gegründet. Sie ist einer der Marktführer im Spirituosengeschäft. Neben dem Klassiker Campari stellt die Campari Group so bekannte Marken wie Cynar, Ouzo 12, Cinzano, Skyy Vodka,... her.
Flasche/Preis:
Ein Drink wie Campari braucht keine aufwendige Verpackung, die Qualität von Campari besticht von selbst. Daher ist die Flasche eine schlichte, gerade, weißklare Glasflasche mit einem goldenen Aluschraubdeckel. Für den Wiedererkennungswert reicht allein schon der klassische Schriftzug mit weißer Schrift auf dunkelblauem Grund mit einer dünnen Goldlinie umgeben. Die Campariflasche gibt es in unterschiedlichen Größen, wie z.B. 1,0 bzw. 0,7 l und der typischen Minibarflasche. Für 0,7 l muss man je nach Angebot zwischen 7 und 10 Euro bezahlen.
Alkohol?
In meinem Bericht über Aperol habe ich Euch berichtet, dass Aperol – der kleine Bruder von Campari – nur 11 % Vol. hat. Da hat der Campari mit 25 % Vol. doch deutlich mehr Alkoholgehalt.
Zutaten?
Die gesamte Zutatenliste ist ein streng gehütetes Firmengeheimnis. Es ist nur soviel davon bekannt: Im Campari sind unter anderem 86 verschiedene Kräuter, Gewürze, Wurzeln, Früchte und der rote Farbstoff Karmesinrot enthalten. Campari enthält nur natürliche Zutaten, keine chemischen Zusätze.
Aussehen und Geruch?
Campari sieht nicht nur einfach rot aus, er verpasst auch jedem Mixgetränk seine intensive Rotfärbung. Das leuchtende Rot von Campari ist einzigartig, sehr intensiv und leuchtend und übt auf mich schon beim Ansehen eine gewisse Faszination aus. Auch der Geruch ist einzigartig, eben typisch Campari. Im Vergleich zum Aperol riecht er intensiver und vor allem bitterer, aber auch würziger.
Geschmack?
Den Geschmack des Camparis einfach nur mit bitter zu beschreiben, wäre sehr unvollständig. Der Geschmack ist intensiv bitter, würzig, einfach „camparig“. Ob pur oder gemixt, Campari ist in allen Belangen intensiver als der mildere Aperol. Manchen ist der Campari deswegen auch zu bitter. Bei mir kommt es sehr auf die Laune an. An lauen Sommerabenden bevorzuge ich den leichten Aperol, jetzt um diese Jahreszeit trinke ich gerne mal (leider viel zu selten) einen Campari.
Wie trinkt man eigentlich Campari?
Hartgesottene trinken Campari pur – das wäre nichts für mich. Ein klassisches Campari-Mixgetränk ist Campari Soda. Campari Soda wurde 1932 von Davide Campari auf den Markt gebracht und war das erste fertig gemixte Getränk der Welt. Genauso bekannt ist inzwischen der Campari-Orange, den sicher jeder schon mal getrunken hat. Besonders lecker schmeckt er mit frisch gepresstem Orangensaft. Und natürlich auch dem echtem, italienischem Prosecco ist Campari ein passender Begleiter – blutroter Prosecco. Aus vielen Cocktails ist Campari nicht wegzudenken.
Mein Fazit:
Der Campari ist ein sehr intensiver, sehr bitterer Aperitif, der sicher nicht jedermanns Geschmack ist. Natürlich kommt es auch auf das Mischungsverhältnis an. Zu viel Campari ist nicht so mein Fall, aber in der richtigen Mischung, die je nach Lust und Laune variiert, ist er klasse. Da ich mich bei den tausenden von Cocktails nicht so genau auskenne, bleibt der Klassiker Campari Orange häufig meine erste Wahl – vor allem in Bars oder Kneipen, die keine spezielle Cocktail-Karte haben. Für Campari gibt es von mir fünf Sterne und eine dicke Kaufempfehlung.
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