Pro:
riecht gut, sauberer Effekt, Preis
Kontra:
Duft hält nicht lange an
Empfehlung:
Ja
Seid gegrüßt liebe Warmduscher,
der Sommer ist nun endlich da und bringt neben den wärmenden Strahlen und den lauen Grillabenden natürlich auch ein paar locker-flockige Nachteile mit sich: Unkraut.
=== „...ich bin´s noch, der gute alte Knopfi …“ ===
Ja, das gute alte Unkraut ist eines der nicht so tollen Mitbringsel der Natur, wenn es warm wird. Man stelle sich eine Welt ohne diese unnützen, schweißtreibenden, nervtötenden Pflänzchen vor –Kein Bücken mehr, keine Berge von grünen Individuen, nur blühendes Leben um sich, immer die reinsten Blickfänge an und auf den Beeten und nebenbei gäbe es eventuell noch eine etwas bessere Ausbeute an Ernten (wenn ich etwas angebaut hätte). Selbst das eigene Ego würde sich besser fühlen, wenn man nur noch die „guten Grünlinge“ mit dem güldenen Nass versorgt, statt wie bisher halbe Wälder von Gräsern, Disteln und anderen Arten an diesem Hab und Gut teilhaben lässt, nur um diese Nervlinge später dann herauszureißen - ach wie herrlich wäre das. Aber nein, dieser Traum wird offensichtlicher Weise wohl kaum noch in diesem Leben realisiert, daher muss ich mich weiterhin diesen Strapazen widmen. Leider!
Da mich das Düngen gegen diesen Wildwuchs noch nie so wirklich angetan hat, verzichte ich auch weiterhin auf diese schnelle Entsorgung und stelle mich aggressiv der Überwucherung in den Weg, in dem ich per Hand und krummem Rücken die kleinen und großen Fieslinge aus den Beeten heraus fische. Und so geht auch heute mal wieder ein fangfrischer Unkrautzupftag dem Ende entgegen. Geschafft, nun ihr lieben Blümelein, widmet euch dem blühenden Streben und macht euren Herrn glücklich!
So, Zeit genug, um mich für den anstehenden Besuch bei einem Kumpel fertig zu machen. Oje, wie ich nur aussehe. Krass. Würde mich hier und jetzt jemand sehen können, man würde meinen, ich sei eine unweite Abstammung der schwarzheutigen Schmutzindianern entsprungen. Liebe Nachbarn, auch wenn ihr dies mit euren Ferngläsern und anderen Spionageartikeln beobachtet habt, nein, ich bin´s noch, der gute alte Knopfi.
Nun gut, ich bin also derzeit ein Zwischending zwischen einem Erdmännchen und einem Schmutzfink, eine nette Umschreibung, ist aber so. Zeit für eine Säuberungsaktion. Ob es meine Dusche überhaupt schafft, oder sollte ich mich lieber in eine Waschanlage begeben? Klamotten runter, ab unter die Dusche, Wasser marsch! Das perfekte Timing, meine neuste Errungenschaft in Sachen Reinigungssachen zu testen. Ein Duschgel namens „Cerrus Blue Steel“. Wird sich das Rossmann-Produkt gegen diese Dreckschicht durchkämpfen können? Fällt der beworbene „jugendliche Duft“ auch wirklich ins Gewicht? Was sagt meine Haut dazu?
=== „Lauryldimonium-Hydroxyprophyl- Hydrolyzed-Wheat-Protein“ ===
„Cerrus Blue Steel“ steht auf der bläulich eingefärbten Plastikflasche, die mit einem grau-blauen Klappverschluss gesegnet wurde. Abstrakte Kunst findet man auch bei der Rossmann-Marke nicht verkehrt und kreiert das Frontetikett mit horizontalen und vertikalen Strichen und Trapezen in den verschiedensten Kombinationen, die Blau hergeben kann. Nichts besonders wertvolles, aber immerhin etwas. Neben dem „Qualitätslogo“ von Rossmann, welches ja auf jeglichen Eigenmarken des Händlers steckt hat man sich für ein weiteres Wort der Güte entschieden: „Weizenprotein“. Offensichtlich, eine derzeitige Trendzutat in Kosmetikprodukten. Immer und immer wieder wird dieses Weizenprotein hoch angepriesen. Nur warum? Wird die Haut dadurch noch besser und weicher? Ist der Reinigungseffekt größer? Dufte ich damit besser? Hmm… als ich mich damals mal mit diesem Metier beschäftig habe, konnte ich recht wenig Gutes diesbezüglich herausfinden. Während die Industrie sich über das Weizenprotein äußerst begeistert zeigte, waren die User von verschieden Internetforen nicht so ekstatisch. So behauptet man dort, dass dieser Zusatz von eher geringerer Wertigkeit sei und man kaum Erfolge damit „feiern“ kann. Wieso also das hoch Angepriesene?
Die Zutatenliste liest sich mal wieder mörderisch interessant und neben unzähligen Phenyls, Extrakten, Glucosiden, Sulfaten, Benzonaten und Proteinen finden sich natürlich noch Wasser und Parfüms darin. Für alle Panthenol-Geplagten: Nicht nehmen! Ist enthalten! Und so zieht sich die Liste der Zutaten endlos in die Länge. Mit satten einunddreißig Bestandteilen ist hiermit wohl der Rekord gebrochen. Zudem wollen die Rossmann- Panscher offensichtlich mit dem längsten, unaussprechlichen Wort ins Guinnessbuch eingetragen werden: Lauryldimonium-Hydroxyprophyl- Hydrolyzed-Wheat-Protein – Es ist so wunderschön, wenn man es geschafft hat, wogleich eigentlich das Wort „Weizenprotein“ völlig genügt hätte. Die spinnen die Rossmänner! Egal! All dies hat mich im Laden kaum zum Nichtkauf bewegt. Für € 0,89 kann man wohl kaum etwas falsch machen – Hoffte ich!
Die Werbung auf dem 300-Milliliter – Fläschchen verspricht in Kurzform einen jugendlichen Duft, eine besonders schonende Hautpflege und (dank der Kräuterextrakte) einen Erfrischung für den ganzen Tag. Hautverträglich ist das Zeug außerdem noch und vernünftige zwölf Monate haltbar.
Kommen wir zum Abschlusstest
Und so stehe ich also hier, dass feuchte Nass plätschert auf mich und meinen übelst dreckigen und auch muffigen Körper herab, bereit, sich mit dem stahlblauen Duschgel aus dem Hause Rossmann zu vereinigen. Beim Duft tingelt mir nicht gerade der verbrannte, stahlharte Duft entgegen, eher eine seifige, rustikale, herzhafte Variante – Es riecht nicht verkehrt: Männlich herb, allerdings auch nichts weltbewegendes Neues. Ob es sich hierbei um eine wirklich jugendliche Note handelt, mag ich nicht zu behaupten.
Was von Außen blau aussieht, kann von Innen blassgrüngestreift sein. Meine Erwartungen, dass sich die Farbe des Gels der des äußeren Designs anpasst erfüllen sich nicht. Farblos ergötzt sich die zähflüssige Masse auf meine Handfläche. Positiv: Sie verbleibt an Ort und Stelle, ohne großartig das Weite zu suchen. Mir bleibt genug Zeit, die Plastikflasche beiseite zu räumen. Das Mise en place (*Fachjargon für Vorbereitung am Platze) steht und das Duschgel findet seinen bestimmten Weg gen Knopfis Körper. Überall wird es verrieben, aufgeschäumt und verteilt. Haut und Haare, nichts wird verschont. Alles wird mit dem stahlblauen, farblosen Kolloid bestrichen. Wer soviel Dreck am Stecken hat wie ich derzeit (bitte bildlich sehen) muss sich regelrecht einschäumen. So, das Gel ist aufgetragen. Nun hoffe ich, dass sich das Manöver „Schmutz abspülen“ auch wirklich positiv auswirkt.
Das tut es in der Tat. „Cerrus Blue Steel“ schäumt gut auf, lässt dem Schmutz kaum eine Chance. Fast alles wird weggespült. Gut so. Auch auf meinem Schopfe geht das Gel an die Arbeit. Klassisch einmassiert (ob das Sinn macht oder nicht, aber es fühlt sich guuut an) steht mein gülden Haar in weißem Schaum, per klarem Wasser abgespült, fertig. Auch mein behaartes Haupt fühlt sich sauber an. Auch der gute alte Rest meines Körpers wird mit klarem, wohlig beheiztem Duschwasser von dem schäumendem Duschgel befreit, lediglich meine Füße, auf denen sich der Gartenschmutz hartnäckig hält, sind reklamationsfähig. Hier hilft nur eine nochmalige Waschaktion. Auftragen, ausschäumen (einwirken lassen), abspülen, fertig. Gut, ich könnte jetzt nicht sagen, dass der Dreck meine Füße zu einhundert Prozent verlassen hat, doch für einen dritten Durchlauf habe ich keinen reellen Bock mehr. Was ist ein Mann schon ohne schmutzige Füße – Ein Waschlappen! Wobei ich sagen muss, dass das Gros des Gartenschmutzes die Kanaleingang gefunden hat. Den Rest des Fuß-Belages, ist dann Hand- und Büstenarbeit, wobei mir das „Blue Steel“ nicht groß weiterhelfen kann.
So, Wasser aus, Handtuch geschnappt und ein Trocknungsmanöver eingeleitet. Wie schön doch ein weiches, großes Badetuch sein kann. Der Föhn kommt in Fahrt und meine Haare bekommen ihren Urzustand wieder: Trocken.
Kommen wir zum Abschlusstest.
Diesen wird niemand anderes als meine bessere Hälfte vollziehen. Noch weiß die Gute nicht, was ihr nun blüht, aber wer verheiratet ist, muss jederzeit mit Überraschungen des Lebens rechnen…schmunzel… Wird das Duschgel den Männlichkeitstest bestehen? Ist meine Haut wirklich so weich und geschmeidig, wie man es bewirbt? Kann auch eine Haarwäsche damit vollzogen werden? Fragen über Fragen gilt es zu beantworten.
Resultat Nummer eins, welches meine Frau angeht, wird mit einem sanften, beiläufigen „Okay“ belohnt. Meine Haut rieche nun zwar wesentlich besser wie vor der Dusche, aber ob sie nun männlicher wirkt? Herb und gut. Die Geschmeidigkeit verdankt meine Haut wohl mehr meiner morgendlichen Rasur als dem Gel, weicher ist sie durch das Duschen wohl kaum geworden. Wozu auch, ein bisschen Männlichkeit muss ich mir ja wohl auch bewahren. Ein Durchwühlen meiner Haare bringt das Ergebnis, dass sie sich tatsächlich sauber und angenehm weich anfühlen. Da sind wir uns beide einig. Mit einem „Wie kann man nur so eitel sein?“, verlässt meine bessere Hälfte kopfschüttelnd das Testgelände. Brav mein Weib, brav!
Ein gutes und zuverlässiges Produkt zum günstigen Preis
Mal wieder ist ein Test vollzogen, begutachtet und einer vollends sinnvollen Bewertung unterzogen worden. „Cerrus Blue Steel“ heißt also das Testobjekt aus dem Hause Rossmann, in dem sich diesmal ein Duschgel befindet. Für freundliche € 0,89 steckt recht viel des Gels in der Flasche, nämlich 300 Milliliter, wobei fünfzig bis einhundert Milliliter bei den Marken traditionell sind. Das Preisverhältnis stimmt also. Man bekommt viel für sein Geld. Ob sich dies auch in der Leistung widerspiegelt?
Während sich die äußerliche Aufmachung auf ein stahlblaues Design stützt, hat man die Farbstoffe aus dem Gel gefischt, dieses ist nämlich farblos. Gut so, darf es auch. Der Duft des Gels ist herb, schnuppert allerdings mehr seifig als jugendlich frisch. Was nicht heißen soll, dass dies schlecht ist. Nein, der Duft ist gut und gefällt mir eigentlich. Das Gel schäumt recht gut auf und die Reinigungsleistung ist absolut okay und akzeptabel. Von Kopf bis Fuß fühlt man(n) sich soweit gesäubert und ausgehfähig. So soll es sein. Selbst die Haare bekommen einen weicheren Stil, somit kann man das Zeug auch ab und zu als Shampoo benutzen.
Was die große Aufmachung von wegen des herrlichen Weizenproteins anbelangt bin ich ein wenig ratlos, kann hier allerdings keine nachteiligen Wirkungen erkennen. Auch wenn es kein supertolles und beeindruckendes Beimittel ist, ist auch hiermit zumindest das Ziel erreicht worden. Ein Punktabzug diesbezüglich ist also eher unsinnig.
Das „Cerrus Blue Steel“ ist ein gutes und zuverlässiges Produkt zum günstigen Preis.
©knopfi.de´09 weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben