Pro:
jeder ist verdächtig, sehr spannend, kurzweilig bis zum Schluß, viele Hinweise, anspruchsvoll
Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Das nächste Buch von Agatha Christie ist ein Hercule Poirot-Krimi und heißt Tod in den Wolken.
Aussehen des Buches
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Bei meiner Ausgabe handelt es sich um Eine Weltbild Verlag Edition, die vor etlichen Jahren einmal erschienen ist. Die Bücher sind alle fest gebunden, haben einen harten, schwarzen Deckel und rote und weiße Schrift. Es gibt keinen extra Einband. Dieses Exemplar zeigt auf der Vorderseite ein Flugzeug das bald abheben wird.
Text von der Vorderseite:
Agatha Christie
Tod in den Wolken
Ein Hercule-Poirot-Krimi
Allgemeine Buchdaten
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Das englische Original erschien 1935 unter dem Titel Death in the Air. Die deutsche Originalausgabe liegt beim Scherz Verlag vor. Die Ausgabe des Weltbild Verlages ist eine Lizenzausgabe.
Leserschaft: Jedermann
Seitenanzahl: 196
Übersetzung: Dr. Otto Albrecht von Bebber
Weltbild Artikelnummer: 29684841
Preis: Das Buch kostete in der Weltbild Edition vor einigen Jahre 11,00 Euro. Das war der monatliche Preis für zwei Buchausgaben. Bei Amazon.de kostet ein broschiertes Buch von 2007 7,95 Euro.
Über die Autorin
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Agatha Christie wird nicht umsonst die Queen of Crime genannt. Sie wurde 1890 in England geboren und pflegte während des 1. Weltkrieges Verwundete und arbeitete in einer Klinikapotheke. Dort erlange sie ihr Wissen über Gifte. Nachdem sie ihren zweiten Ehemann, einen Professor für Westasiatische Archäologie geheiratet hatte, bereisten die beiden den vorderen Orient. Daher spielen dort auch einige ihrer Krimis. Insgesamt schrieb sie 66 Kriminalromane, 144 Stories und 15 Theaterstücke. 1976 starb sie mit nur 85 in Oxford an einem Schlaganfall.
Beschreibung auf der Rückseite
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Es heißt, Fliegen sei die sicherste Art des Reisens – aber nicht, wenn ein Mörder an Bord ist. Für die betagte Madame Giselle jedenfalls endet der Flug nach London tödlich. War eine gewöhnliche Wespe der Übeltäter? Oder war es doch der gelb-schwarz-gestreifte Giftpfeil, den man nebst Blasrohr hinter einem Sitz versteckt findet? Der von Flugübelkeit geplagte Poirot ist untröstlich, dass seine ansonsten unfehlbare detektivische Wachsamkeit ihn nicht rechtzeitig warnte. Doch nun setzt er alles daran, die tückische Tat zu klären. An Verdächtigen mangelt es nicht: Da sind die labile Gräfin Horbury, der weltfremde Archäologe Dupont, der mit Giften wohlvertraute Doktor Bryant, der Krimiautor Clancy. Und alle haben ein Motiv, denn sie wurden von Giselle erpresst...
Meine eigene Buchbeschreibung
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Auf dem Flug zwischen Frankreich und England wird eine Französin namens Madame Giselle ermordet. Die Tatwaffe ist ein Dorn südamerikanischer Einwohner der mit Schlangengift getränkt war und anscheinend mit einem Blasrohr auf Madame Giselle abgeschossen wurde. Das Blasrohr wird ausgerechnet im Sitz von Hercule Poirot gefunden, der von dem ganzen Mord wegen seiner Flugübelkeit nichts mitbekommen hatte. Um seinen guten Ruf wiederherzustellen, widmet er sich mit Inspektor Japp und einem französischen Kollegen der Aufklärung dieses mysteriösen Mordes. Denn anscheinend kannte niemand der restlichen 9 Insassen Madame Giselle und hatte auch kein Motiv. Doch Poirot und die französische und englische Polizei können schnell herausfinden, dass Madame Giselle Geld an hochgestellte Persönlichkeiten verliehen und diese dann zur Rückzahlung regelrecht erpresst hatte. Ob Lady Horbury sie ermordete? Oder doch eher der Arzt Dr. Bryant, der bestimmt besser an Schlangengift herankommen könnte? Schließlich taucht auch noch die einzige Tochter von Madame Giselle auf und es stellt sich heraus, dass sie als Zofe von Lady Horbury ebenfalls in der zweiten Klasse am Bord des Flugzeugs war. Für Poirot ist klar, dass der Mord etwas mit der herumfliegenden Wespe zu tun hatte. Wird er den Mörder rechtzeitig überführen können, bevor weitere Morde geschehen?
Meine Meinung und Fazit
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Tod in den Wolken ist eines der mysteriösesten Bücher von Agatha Christie. Nach dem Mord an Madame Giselle scheint zunächst klar, dass einer der übrigen Insassen den Mord mit dem Giftpfeil begangen haben muss. Doch erstens kennt niemand die Frau und zweitens scheint niemand eine Gelegenheit gehabt zu haben um den Giftpfeil durch das Blasrohr in ihre Richtung zu schießen. Die Ermittlungen sollen Klarheit bringen. Hercule Poirot möchte den Fall lösen, da der Mörder das angebliche Mordwerkzeug auch noch ausgerechnet in seinem Sitz deponiert hat. Dadurch ist für die Presse klar, dass der kleine komische Ausländer mit dem merkwürdigen Bärtchen der Mörder sein muss. Immer noch besser als wenn ein Brite der Mörder wäre. Zusätzlich nervt es Hercule regelrecht, dass er während der Mord begangen wurde flugkrank war, und so nichts davon mitbekommen hatte. Ein Mord unter seinen Augen und er kann nicht sofort sagen wer der Mörder ist, ist für Hercule eine Demütigung. So kniet er sich extra motiviert in die Ermittlungen und erträgt auch den Spott von Inspektor Japp und dessen französischen Kollegen ohne mit der Wimper zu zucken. Dafür ist er am Ende aber auch der Einzige der wirklich klar sieht und den Fall klären kann.
Agatha Christie hat die Verdächtigen sehr bunt zusammen gewürfelt, so dass man als Leser zunächst gar nicht weiß, wenn man verdächtigen soll. Da gibt es zwei adlige Damen, die durch den Geldverbrauch an sich schon einmal verdächtig sind. Ein Arzt ist anwesend, der sich rasend bemüht den Mordfall als normalen Herzinfarkt festzustellen. Ein Zahnarzt und zwei Archäologen sind anwesend. Außerdem ein Schriftsteller, der ganz begeistert von dem Mordfall ist, da er vor etlicher Zeit einen Kriminalroman geschrieben hatte, der genau diese Mordvariante beinhaltete. Und dann gibt es noch eine Friseuse, die als einzige Person von Hercule Poirot als unverdächtig eingestuft wird. Sie darf schließlich auch Hercule Poirot bei dessen Ermittlungen nach Paris begleiten und wird sogar von ihm mit dem jungen Archäologen verkuppelt damit sie nicht auch noch dem Mörder in die Hände fällt. Am Ende klärt Hercule Poirot den Mordfall wieder genauso genießerisch wie sonst auf. Allerdings gibt es einen kleinen Unterschied. Er lädt tatsächlich nur die beiden Hauptverdächtigen und Inspektor Japp samt seinem französischen Kollegen zu sich ein. Sonst kommen ja immer alle irgendwie beteiligten Personen zusammen.
Durch die vielen Verdächtigen, die auch ziemlich lange alle verdächtig bleiben, und die immer wieder neu eintretenden Ereignisse, wie zum Beispiel das Auftauchen der Tochter von Madame Giselle, bleibt die Spannung immer auf einem unglaublich hohen Stand. Besonderen Einblick gibt Agatha Christie dieses Mal in die methodische Arbeit von Hercule Poirot. Er geht einen Verdächtigen nach dem Anderen durch, interviewt die Personen und untersucht sogar die Gegenstände, die jede Person in ihrem Gepäck hatte. Dadurch erhält man unzählige Fakten mit denen man im Nachhinein betrachtet sogar den Mord hätte lösen können. Der Mörder bringt insgesamt zwei Personen im Buch um. Dabei wird der Mord an sich aber nicht beschrieben, sondern eher die jeweilige Leiche aufgefunden. Im Vergleich zu anderen Büchern von Agatha Christie wird hier der Augenmerk nicht so sehr auf die Ermordung an sich gelegt, wodurch das Buch wirklich nicht brutal ist und auch für jugendliche Leser geeignet ist. Andererseits beweist sie gerade in diesem Buch durch die Ermordung an Madame Giselle sehr viel Fantasie. Sie greift zur Tatwaffe Gift, macht aber durch die Anwendung des Giftes den Mord an sich zu etwas besonderem, da der Mörder nicht einfach Gift in eine Speise oder ein Getränk getan hat, sondern einen Giftpfeil gewählt hatte. Das ist schon etwas Besonderes.
Der Schreibstil von Agatha Christie ist hier sehr klar und nicht verschnörkelt oder übertrieben. Obwohl sie recht intensiv die Personen beschreibt, was dem Leser helfen soll, sich über jeden Verdächtigen ein genaues Bild machen zu können. Auch die Verteilung der Plätze und das Flugzeug an sich werden genau beschrieben. Daneben gibt es aber keine genaueren Beschreibungen der Orte an denen die Ermittlungen stattfinden. Nur Madame Giselles Haus wird noch ein wenig beschrieben. Ansonsten spielt der Fall allgemein in Paris und London. Daher würde ich insgesamt sagen, dass die Beschreibungen nicht überladen wirken, man sich aber trotzdem ein sehr gutes Bild von allem machen kann. Die Spannung wird bereits in den ersten beiden Kapiteln so aufgebaut, dass einen die Handlung fesselt und man unbedingt erfahren will, wer der Mörder ist. Diese Spannung hielt sich für mich beim Lesen bis zum Schluss. Interessant fand ich, dass Hercule Poirot dieses Mal tatsächlich nicht mehr weiß als der Leser. Nur eine kleine Information wird erst zum Schluss gegeben. Aber alle gefundenen Beweise werden dem Leser immer beim Ausfindigmachen schon genannt. Dadurch könnte man tatsächlich auf die richtige Spur kommen. Sonst weiß Hercule Poirot ja immer irgendetwas, was man selbst beim Lesen leicht übersieht. Dieses Mal weißt er speziell Inspektor Japp etliche Male darauf hin, dass man auf die Gegenstände in den Koffern der Fluggäste achten sollte. Und hier befinden sich dann auch die Beweise zur Überführung des Mörders.
Die Sprache ist einfach gewählt und erleichtert genau wie die nicht zu langen Kapitel das Lesen. Man liest die Geschehnisse wie sie aktuell passieren. Nur ab und zu gibt es einen kleinen Einwurf, wenn jemand etwas denkt bzw. Hercule Poirot im Geiste beschreibt oder sich über diesen kleinen belgischen Kauz lustig macht. In jedem Kapitel wird meistens eine Person unter die Lupe genommen. Dadurch kann man sich immer genau auf diesen Verdächtigen konzentrieren. Das Buch an sich finde ich schön gestaltet. Nur die Schrift war wieder etwas klein. Dafür sind die Seiten aber nicht sehr eng bedruckt. Das Titelbild ist wieder sehr passend gewählt. Dieser Kriminalroman wurde auch schon von der BBC mit David Suchet als Hercule Poirot verfilmt. Der Film trifft sehr genau die Handlungen des Buches.
Ich kann Tod in den Wolken wirklich sehr zum Lesen empfehlen. Das Buch ist von den ersten Seiten her sehr spannend geschrieben. Die Spannung flacht nie ab und hält sich tatsächlich bis zum Ende. Der Mordfall ist etwas Besonderes und die Verdächtigen sind nicht leicht zu durchschauen. Durch die gegebenen Fakten könnte man den Fall sogar selbst lösen. Doch tatsächlich kann dann erst Hercule Poirot am Ende die Fäden richtig zusammen führen. Von mir erhält Tod in den Wolken die volle Wertung von 5 Sternen. weiterlesen schließen
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