Pro:
gute Story sehr ausführlich gut entwickelte Charaktere
Kontra:
weniger Drachen als der Titel vermuten lässt
Empfehlung:
Ja
STORY:
Einst lebten die Drachen und Menschen friedlich beisammen, bis der Sonnengott Phuram beschloss die drei Mutterjungfrauen zu stürzen und sich selbst zur alleinigen Gottheit aufzuschwingen. Sein Aufstieg zum einzigen Gott verwandelte die Welt in eine Wüste. Jahrtausende vergehen, bis dreizehn Auserwählte auftauchen, die das alte Gleichgewicht der Mächte wiederherstellen sollen. Neun von ihnen machen sich auf den beschwerlichen Weg, vorbei an den untoten Schrecken des unsterblichen Kadaverfürsten, der um jeden Preis verhindern will, dass Phuram gestürzt wird, nutzt seine Herrschaft doch seinen eigenen Zielen, der alleinige Herrscher einer Welt voller Untoter zu werden. Und so machen sich die Auserwählen auf den Weg durch die Wüste, verfolgt von den Anhängern des Sonnengottes und später durch die unterirdischen Gruftruinen eines uralten ausgestorbenen Volkes. Doch was die Auserwählten nicht wissen, einer der sich auf die Reise macht wird sie nicht überleben, denn er wird sich Opfern müssen um das Ritual zur Befreiung der Mutterjungfrauen zu vollenden.
ALLGEMEINES:
Weniger gut an dem Buch sind die Handlungssprünge, diese sorgen für etwas Verwirrung beim lesen, was den Leser zwingt entweder sehr aufmerksam zu lesen oder später noch mal zurückzublättern und nachzulesen. Ebenfalls zu bemängeln ist die Tatsache, dass sich die Autorin nur auf eine Hand voll der wichtigen Charaktere besonders konzentriert und die restlichen eher nebensächlich behandelt werden, so werden nebensächliche Ereignisse stellenweise stärker ausgeführt als die Reise einiger Helden. Was mir ebenfalls weniger gefiel war, dass die Geschichte ein ziemlich plötzliches Ende nimmt, auf den letzten Seiten sind die Ereignisse ziemlich stark gedrängt, was im Vergleich zu dem ausführlichen Rest der Geschichte natürlich enttäuschend wirkt.
Positiv ist, dass die Helden der Geschichte größtenteils einfache Leute sind, die nichts von ihrem Schicksal als Auserwählte wissen, bis es soweit ist, dass sie auf ihre Reise gehen müssen. Die Charaktere sind ziemlich individuell, mit gut dargestellter eigener Persönlichkeit und individuellen Stärken und Schwächen. Weiterhin positiv ist die größtenteils doch sehr ausführliche Geschichte, die dem Leser ein recht gutes Wissen über die Welt in der die Geschichte spielt vermittelt ohne langatmig oder zu Detailversessen zu wirken.
Der Schreibstil ist gut, weder zu komplex noch zu einfach, sodass das Lesen durchaus Spaß macht.
Das Cover zeigt einen Drachen der vor einer sich über einem Wasserfall erhebenden Burg fliegt. Im Vordergrund ist die dem Leser von "Die Zwerge", "Die Elben" oder "Die Orks" bekannte obligatorische Waffe in diesem Falle dieselbe Axt die schon das Cover von "Die Zwerge" und "Die Orks" zierte zu sehen.
Der Grund aus dem ich mir das Buch gekauft habe ist das ich eine Story erwartet hab, die Drachen als Kern hat und diese mal aus einer etwas tiefer gehenden Perspektive beschreibt wie es schon in "Die Zwerge" oder "Die Orks" mit dem Titelvolk gemacht wurde. In dieser Hinsicht wurde ich von dem Buch leider enttäuscht, da das Buch ansonsten aber sehr gut ist, lässt sich dies verschmerzen.
DIE AUTORIN:
(Auszug aus dem Klappentext) Julia Conrad, geboren 1950 in Wien, war Ghostwriterin, bevor sie unter eigenem Namen preisgekrönte Jugendbücher, Krimis und Fantasy-Romane schrieb. Sie tritt gern bis zur Anonymität hinter ihrem Werk zurück und hält ihre Bücher für wichtiger als ihre Person. Sie liebt starke Hunde, schöne Katzen und zahme Ratten. Die menschenscheue Einzelgängerin lebt im Herzen von Wien.
FAZIT:
Alles in allem ist die Geschichte ziemlich gut. Sowohl was die Charaktere anbelangt als auch die Story. Die Drachen spielen trotz des Titels eher eine untergeordnete Rolle, in der Vorgeschichte haben sie noch klar die Hauptrolle spielen jedoch im späteren Verlauf kaum noch mit, sieht man mal davon ab, dass sie die Helden über ihre Bestimmung informieren und ihnen ein- oder zweimal etwas helfen. Wer Bücher wie "Die Elben", "Die Zwerge", "Der Krieg der Zwerge" oder "Die Orks" gelesen hat und nun eine ähnliche Konzentration auf das Titelvolk bei "Die Drachen" erwartet wird enttäuscht werden, da die Drachen ungefähr nur in ¼ der Geschichte wirklich vorkommen.
Das Buch kostet 15 Euro, was angesichts der Seitenstärke von über 500 Seiten ein durchaus normaler Preis ist.
LESEPROBE:
In ihrem prunkvollen Schlafgemach begab sich Kaiserin Iwara zu Bett, dessen Strohsack - wie die Mondscheiner behauptet hatten - tatsächlich mit Kaisermünzen gefüllt war. Sie löschte alle Lichter bis auf eine einzige, bläulich schimmernde Ampel, deren Schein die Bettvorhänge, das geschnitzte Ebenholzbett und den wie aus Alabaster gemeißelten Körper der Frau n ein krankes Licht tauchte. Die Mondscheiner waren im Irrtum: Nicht alle Nephren hatten scharlachrote und gelbe Flecken auf dem Hinterteil; das der Kaiserin Iwara war weiß wie ungefärbte Seide.
Die Zofen hatten ihr Haar gebürstet, dass offen und ungebunden bis zu den Kniekehlen hing, ihren schönen Leib gewaschen und gesalbt und die fließenden Nachtgewänder bereitgelegt, ehe sie sich mit vielen Verbeugungen verabschiedeten. Iwara war allein - und dennoch schien es ihr plötzlich, als ob sie nicht ganz alleine sei. Etwas bewegte sich in den Schatten.
Sie wollte eine Kerze anzünden, aber ein jäher Hauch pustete die Flammen wieder aus, und als sie - nun wirklich beunruhigt - nach der Pfeife griff, um ihren Vertrauten Bephza herbeizurufen, schlängelte sich etwas aus den Schatten herbei und riss sie ihr aus den Fingern.. Iwara stieß einen unterdrückten Schrei aus, als sie sah, was es war: eine lange Strähne Frauenhaar, von Grabesmoder und faulem Blut durchtränkt!
Sie sprang zurück und wollte nach den Hofdamen schreien, aber da fuhr eine zweite armlange Locke aus und schlang sich wie ein nebel in ihren geöffneten Mund. Immer mehr der unerträglich nach Verwesung stinkenden Schlingen umklammerten sie, wanden sich, von ghulischem Leben erfüllt, um ihre Arme und Beine, ihren Leib, ihren Hals - und dann sah sie in einem fahlen Leichenlicht den Kopf, aus dem das mörderische Schlangenhaar spross. Er schwebte, von keinem Leib getragen, vor ihr im Zwielicht, und aus dem Halsstumpf hing ein grausiges Geschlinge von Eingeweiden. Die kalten, blau gedunsenen Züge waren Iwara trotz der Entstellung nur zu vertraut. Alcina war es - ihre Rivalin Alcina, der sie eine tödliche Falle gestellt hatte, damit sie kein Kind zur Welt bringen konnte, das einst über Chatundra herrschen würde!
Iwara stieß einen Schrei aus, aber das Haarknäuel in ihrem Mund dämpfte ihn, sodass niemand ihn hörte. Die Haarschlinge um ihren Hals zog sie in die Höhe, bis ihre Füße keinen Halt mehr fanden. zog sie höher und höher bis unter die geschnitzte Decke des Schlafgemachs, und dort hing sie im Leeren, krampfhaft zappelnd und strampelnd, während Alcinas von Fäulnis verzerrten Züge sie angrinsten, bis der qualvolle Todeskampf beendet war und der schöne Leib erschlaffte.
Das rachedurstige Ungeheuer aber, das die Beschwörungen des Priesters Churon aus dem Grab gerufen hatten, löste sich in den Schatten auf. weiterlesen schließen
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