Pro:
Die ersten drei Songs, die Stimme von Eskil, positive Veränderung der Band im musikalischen Bereich
Kontra:
Kopierschutz auf der CD
Empfehlung:
Ja
Covenant ist eine schwedische Band, bestehend aus Eskil Simonsson, Joakim Montelius und Clas Nachmanson. Sie machen Electronic Body Music, kurz EBM. Dies ist elektronische Tanzmusik, Vorreiter dieser Musikrichtung waren unter anderem Kraftwerk, Mitte der 70‘er Jahre, dann entwickelten sich in den achtziger Jahren Bands wie Front 242 und Nitzer Ebb in eine etwas härtere Richtung. Inspiriert von diesen Bands wurde dann 1989 Covenant gegründet. 1992 kam ihr erster Song heraus und 1995 erscheint das erstes Album Dreams of a Cryotank. Northern Lights ist ihr aktuelles Album, welches im Herbst 2002 veröffentlicht wurde. Seit Northern Lights ist Covenant beim neuen Label Sony unter Vertrag. Daher ist es Covenant sicherlich ermöglicht wurden ein Musikvideo zu Bullet zu drehen, außerdem kommt daher mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Kopierschutz welcher auf Northern Lights zu finden ist.
Das Cover ist sehr gut gestaltet, ich habe das Album im Digipack gekauft, also in einer Papphülle. Vorne ist der Rücken eines tiefgefrorenen Mannes auf einem Stuhl zu sehen, er befindet sich in einer Eislandschaft. Im Booklet befinden sich teilweise verschwommene Bilder der 3 Bandmitglieder als auch sonstige Naturbilder. Die Texte der einzelnen Songs sind auch im Booklet zu finden.
Hier stelle ich nun die 11 Songs vor die auf diesem Album zu finden sind:
1. Monochrome
Der Song beginnt sehr düster, wie der eines Horrorfilms, auch sehr eintönig und nichtssagend. Man könnte auch denken der Anfang von Monochrome wurde auf einer Polarstation in der Antarktis aufgenommen. Dann setzen langsam die Melodie und die Bässe ein. Jetzt wird das Lied langsam besser, aber noch besser klingt es wenn dann Eskil mit dem Gesang anfängt. Er singt sehr der Melodie angepasst, aber wer die Stimme von Eskil kennt, der weiß das er eine atemberaubende Stimme hat. Aber das beste ist der Refrain, er setzt nach zirka 3 Minuten ein, eine unglaublich schöne Melodie, nicht so bassreich wie ältere Songs, dafür steht die Melodie und der Gesang im Vordergrund. Der Song beginnt ganz ruhig, und wird dann aber der Mitte bombastisch. Irgendwie animiert dieses Lied richtig zum tanzen, dies ist eines meiner Lieblingslieder von Covenant.
10/10
2. Call The Ships To Port
Dies war die erste Singleauskopplung aus diesem Album. Dieser Song ist eigentlich sehr bassreich für diese CD, aber auch dieser Song ist ein sehr tanzbares Stück, eben wegen den gleichbleibenden Bässen. Die Melodie ist sehr schön und dieser Song enthält auch sehr viele Gesangparts. Ein weiteres Highlight welches sich auf diesem Album befindet.
10/10
3. Bullet
Hier wird hauptsächlich Wert auf schräge und verzerrte Synthieklänge gelegt, und auch der Gesang ist wieder eine Klasse für sich, aber dies ist ein sehr ruhiger Song. Zu diesem Song gibt es auch ein Video, außerdem lief dieses Lied einige male im Radio. Aber Bullet ist großartig, es klingt aber etwas untypisch-typisch für Covenant. Denn zum einen ist Bullet sehr ruhig und träge, zum anderen erkennt man beim Gesang das Covenant-typische heraus. Und das macht diesen Song auch so genial.
10/10
4. Invisible & Silent
Invisible & Silent beginnt sehr verhalten, der Gesang setzt sehr früh ein. Aber dann beim Refrain ist zu erkennen das die Stimme von Eskil wahrscheinlich mit Stimmen eines Kinderchors unterstützt wurde. Beats enthält dieser Song kaum, Invisible & Silent ist eher etwas zum entspannen. Der Refrain gefällt mir nicht so gut, halt wegen den Kinderstimmen, aber ansonsten ist es ein richtiges Lied zum Relaxen, aber halt kein besonders gutes. Denn die Monotonie, die bei Covenant oft vorhanden ist und mir eigentlich gefällt, nervt mich hier ein wenig.
4/10
5. Prometheus
Ein sehr trauriger und einfacher Anfang, der sich über die ganze Länge dieses Songs streckt. Aber im Refrain befindet sich ein ziehendes Synthiegeräusch, welches Erinnerungen an Werke von Jean Michel Jarre erweckt, Eskil singt sehr langgezogen, was aber nicht schlecht klingt. Ein weiteres Lied welches typisch für dieses Album klingt und auch sehr gut reinpasst, aber mein Favorit ist es nicht.
6/10
6. We Stand Alone
Dieser Song beginnt wie eine Loveparade-Hymne, aber nur am Anfang. Auch hier gibt es wieder ein erstklassiges Zusammenspiel zwischen Gesang und Melodie. Denn nach einer kurzen Zeit treten wieder die verzerrten Synthieklänge ein, welche dieses Lied erst gut machen. Aber trotzdem finde ich diesen Song etwas kitschig, aber nicht gleich grottenschlecht. Er erinnert mich zu sehr an die 0-8-15-Dancemusik.
6/10
7. Rising Sun
Ein sehr monotoner Anfang, der sich auch sehr lange hinzieht, aber die Beats sind gut getroffen, fängt sehr tanzbar an. Hier ist aber schon schnell zu erkennen, dass es sich hier um einen traurigen Song mit vielen Bässen handeln wird. Aber hier sollte ich den Refrain erwähnen, denn bei Rising Sun kommt der rauhe Gesang erst richtig zur Geltung. Auch ein sehr gutes Stück wie ich finde, ein Lied zum entspannen und abtanzen zugleich, hier wurde wieder alles richtig gemacht.
9/10
8. Winter Comes
Dieser Song erinnert mich von der Melodie sehr an Unforgiven, dieser Song war nämlich auf dem Vorgängeralbum United States of Mind vorhanden. Der Song ist mir aber zu ruhig und irgendwie auch zu wenig, die Melodie, Beats und Gesang sind nur vereinzelt zu hören. Wie ich finde ist dies der schwächste Song auf dem Album, sicherlich auch da er zu sehr an Unforgiven erinnert.
3/10
9. We Want Revolution
Dieser Song beginnt mit einer Elektro-Stimme und setzt auch gleich mit sehr schnellen Beats ein. Aber der Gesang ist sehr angenehm, und auch die Melodie ist gut, ein wenig flott dieses Lied. Aber ein sehr tanzbarer Song, der zwar immer von einer störenden Elektro-Stimme unterbrochen wird, aber eigentlich trotzdem sehr gut ist. Besonders der Schluß ist schön, denn der Refrain ist sehr gut getroffen. Aber ich muß auch sagen dass auch dieser Song die ersten 3 Kracher nicht überbieten kann.
7/10
10. Scared
Begleitet von einer düsteren Hintergrundmelodie, bei der ich an leere U-Bahnschächte denke und Daft Punk-mäßigen Beats beginnt dieser Song. Aber dann ist auch hier wieder eine Melodie zu finden, die einen an irgendetwas erinnert, sie kommt bekannt vor, aber man weiß das man sie das erste mal hört, ein gleichbleibender Sound, den man aber Stunden lang anhören könnte. Die eintönigen Beats werden dann den ganzen Song über von der düsteren Melodie und dem sparsamen und seichten Gesang von Eskil Simonsson begleitet. Aber auch dieser Song klingt annehmbar.
6/10
11. Atlas
Zum Abschluß erhält der Hörer noch einen schönen ruhigen melodischen Titel. Begleitet von einer sehr technischen Melodie steht der Gesang im Vordergrund, den ganzen Song über. Bis dann ein Keyboardspiel auftritt, welches auch wieder sehr passend klingt. Halt ein ruhiger und gemütlicher Abschluß.
6/10
So klingt also schwedischer EBM, oder besser gesagt, so hat er sich weiterentwickelt. Instrumente gibt’s auch hier nicht, alles entsteht zum größten Teil am Computer, außer der Stimme, die wurde bei den Songs nur kaum angepasst. Die Melodie ist mehr in den Vordergrund gerückt und die Band ist etwas ruhiger geworden. Das einzige was gleich geblieben ist, ist die tiefe, nordische Stimme von Eskil Simonsson. Aber mich persönlich stört es nicht, dass die Band im allgemeinen etwas ruhiger geworden ist, sie selbst sagen sie haben sich weiterentwickelt, wenn das eine Band sagt, dann merkt man, dass ihre nächste CD die ruhigste der Bandgeschichte sein wird. Trotzdem, sind noch einige krachende Songs drauf, die einen auf die Tanzfläche zwingen. Aber im Gegensatz zu Bands wie VNV Nation oder Apoptygma Berzerk, zieht Covenant trotzdem noch nicht so viele Fans an, erklären kann ich es mir aber nicht.
Das Album steht in der Qualität den Vorgängern in nichts nach. Es sind einige Kracher darauf vorhanden, aber auch einige Songs die nicht so toll sind. Die ersten 3 Stücke auf Northern Lights sind eindeutig die besten. Der Rest ist Füllmaterial mit den ein oder anderen guten Song noch. Aber da es wirklich schwer ist, besonders bei Covenant, ein Album zu finden wo einem alles gefällt stört mich dies nicht so sehr. Was mich eher stört ist der Kopierschutz, denn somit ist die CD nicht auf dem Computer oder in manchen DVD- oder CD-Playern abspielbar. Außerdem hat die CD einen Kopierschutz, somit ist es nicht möglich diese CD zu vervielfältigen. Die Musik ist gut, der Kopierschutz ist Mist, wer einen einigermaßen anständigen CD-Player hat, welcher solche CD’s auch liest, dem kann ich dieses Album nur empfehlen, denn Covenant hat musikalisch, so komisch es auch klingt dazugelernt, obwohl sie ruhiger geworden sind. Dieses ist zwar nicht das beste Album, aber dafür das musikalisch reifste Album dieser Band. Northern Lights eröffnet neue Welten für Covenant, in musikalischer als auch in kommerzieller Hinsicht, daher kann man dieses Album für als einen Hit abstempeln und weiterempfehlen. weiterlesen schließen
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