Pro:
gut recherchiertes Mittelalter,leicht lesbar
Kontra:
verwirrende Quantentheorie, entweder shcleppend oder überladen
Empfehlung:
Ja
Zeitreisen werden und wurden in der Literatur und der Fantasie der Menschen schon in allen möglichen Varianten durchgekaut. Natürlich interessiert mich dieses Thema auch irgendwie, aber ehr die Frage wie war es in vergangenen Zeiten, als das wie komm ich dort hin.
Michael Crichton, bekannt geworden durch die Erfolgsstory „Jurassik Park“ hat sich also auch diesem Thema angenommen...
___STORY___
Ein Ehepaar findest mitten in der Wüsten einen merkwürdigen Typen in Mönchskutte. Da sie sich nicht sicher sind ob sie ihn nun angefahren haben oder nicht, nehmen sie ihn erst einmal mit in ein Krankenhaus, wo er dann unter mysteriösen Umständen stirbt....
Dieser mysteriöse Tote , so stellt sich heraus , arbeitete für eine Firma namens ITC, die mitten in Amerika, mitten in der Wüste ihren sitz hat. Sie verstecken sich hinter völlig harmlosen Forschungen und sponsern zum Beispiel auch eine Ausgrabung an der Dordogne in Frankreich. Ein extra Public- Relation Team wurde eingestellt um genau das Gegenteil zu tun, nämlich von den wirklichen Forschungen ablenken! DER ZEITREISE!
Natürlich möchte Professor Johnson , nachdem er erfährt das schon diverse andere Mitarbeiter Zeitreisen unernommen haben auch einmal verschickt werden. Genau an die Dordogne, wo im Jahre 1357 noch das Kloster stand , mit dessen Ausgrabungen in Frankreich gerade die Gruppe Historik-Studenten beschäftigt war. Durch irgendwelche Missgeschicke kommt Professor Johnson aber nicht zurück , und genau diese Historik- Studenten werden losgeschickt um ihn zurückzuholen.
Natürlich stellt sich dieses als schwieriger raus als geahnt, und sie müssen sich zunächst durch diverse Abendteuer kämpfen bis sie überhaupt zum ersten mal dem Professor begegnen.
___Zuviel möchte an dieser Stelle nicht verraten___
Wie schon anfangs erwähnt hat sich jeder wohl schon mehr oder minder mit dem Gedanken der Zeitreise beschäftigt. Michael Chrichton hat dieses Thema wirklich von vorn bis hinten durchleuchtet. Nicht nur seine Recherche zum Thema Mittelalter sind beeindruckend herausgearbeitet und hinten im Buch mit Quellennachweisen dargelegt, sondern auch die Frage des WIE. Fantasielosigkeit kann ich Herrn Crichton keinesfalls vorwerfen, denn seine wirklich skurile Idee in eine andere Zeit zu kommen verdient absolute Hochachtung.
Hierbei kommt aber auch leider eine haarsträubende quantenphysikalische Erklärung dessen , die sich bis ca. Seite 250 hinzieht nicht zu kurz. Was sich zu Beginn für mich ziemlich vielversprechend anhörte , schleppte sich über seitenlangen fachsimpelnden Erklärungen samt Skizzen, die wiederum sicher gut recherchiert aber auch unglaubwürdig sind. ( Ich verzichte, auf eine Wiederholung der Zeitreise-Theorie, ich hoffe ihr seht es mir nach)
Die ersten 250 Seiten....
ziehen sich mit einem geringen Spannungsbogen. Im Prinzip ist es die Einleitung der Story, hin zum Kennenlernen der Charaktere und natürlich der umfangreichen Erläuterung der Zeitreise. Hier hatte ich mehrfach das Gefühl das ich das Buch zur Seite legen wollte , denn immerhin hatte ich noch insgesamt 600 Seiten vor mir. Als ich endlich an der Stelle angelangt war , an der die Gruppe ins Mittelalter vordringt werde ich vom krassen Gegenteil überwältigt.
Danach...
...werde ich sofort überladen mit Action, á la Arnold Schwarzenegger. Ich muss mich schon in den ersten Minuten im Mittelalter mit abgeschlagen Köpfen, spritzenden Blut und surrenden Pfeilen auseinandersetzen. Wo vorher die Spannung eindeutig zu kurz kommt wird man hier geradezu überschüttet mit haarsträubenden Situationen. Die Gruppe entrinnt alle sieben Minuten nur knapp dem Tode, entkommt aus ausbruchsicheren Kerkern, überlebt einstürzende Gebäude, und und und.
Ich kann wirklich nicht sagen das dies nicht sehr unterhaltsam ist, aber die Qualität leidet meiner Meinung nach doch derbe. Wehrmutstropfen sind die Beschreibungen des Alltagslebens, die Intrigen, und das Leben auf der Burg.
Schade ist nur die Tatsache das sich Herr Crichton wirklich viel Mühe mit den Recherchen gegeben hat und aufgrund dieser Überladung an Abendteuer das ganze sich teilweise wie ein billig- Kitsch –Roman liest.
____DIE PERSONEN____
Sind allesamt sehr detailreich und anschaulich beschrieben. Im großen und ganzen mehr oder minder sympathisch , aber genauso nichts besonderes. Mir wird aber sicher keiner der Charaktere als komplettes Bild im Gedächtnis bleiben. Jeder ist nur ein Teil vom Ganzen.
Crichton hat es nicht geschafft das ich regelrecht mitzittere, was durchaus in vielen anderen Romanen der Fall ist. Vielleicht kann ich dies als Oberflächlichkeit bezeichnen, denn wenn er es geschafft hätte das der Leser sich in die Hauptpersonen reinfühlen könnte, die Geschichte selbst mit zu erleben wäre dieses Gefühl des „daneben stehens“ wohl nicht gegeben.
____FAKTEN___
Michael Crichton
TIMELINE
Goldmann Verlag
TB 634 Seiten
ISBN 3-442-45122-1
11 Euro
___FAZIT___
Wie schon gesagt, wo die Spannung an der einen Stelle fehlt , wird man an anderen mit Handlung förmlich überschüttet. Dies lässt mich mit ziemlich gemischten Gefühlen auf das Buch zurückblicken und ich würde es deswegen auch nur beschränkt weiterempfehlen. Zudem möchte doch ein Leser in eine Story gefangen werden, aber auch dies ist hier irgendwie nicht möglich. Der Leser betrachtet das Geschehen ein Stück von außen , es fehlt das Einfühlvermögen. Deswegen vergebe ich hier nur 3 Sternchen , weil die Story an sich zwar interessant und gut aufgebaut ist, dennoch an manchen Stellen einfach unausgereift ist .
Ich habe zwar schon schlechtere Bücher gelesen, hatte aber dennoch das Gefühl mich hier durch kämpfen zu müssen und es nicht zu verschlingen.
Viele Grüße Nikolina weiterlesen schließen
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