Pro:
gute Darsteller, schöner Tanzszenen, ordentliche DVD-Ausstattung
Kontra:
schwache Motivation der Geschichte
Empfehlung:
Ja
Ich habe in letzter Zeit schon mehrere Filme besprochen, die ich mir ausgeliehen hatte, weil sie mir bei einer Veranstaltung von der Spielfilmredakteurin eines deutschen Fernsehsenders als ihre Lieblingskomödien empfohlen worden waren. Auf der Liste stand auch „Darf ich bitten?“, einer der wenigen Filme der Liste, die ich noch gar nicht kannte, und daher umso dringender ansehen musste.
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Die Story:
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John Clark hat einen guten Job, eine Frau, die er immer noch liebt, und eine nette Teenager-Tochter. Trotzdem gibt es eine gewisse Leere in seinem Leben, er ist nicht wirklich glücklich.
Abends, auf dem Heimweg mit der S-Bahn, kommt er immer an einer Tanzschule vorbei und sieht dort mehrfach eine schöne, aber traurige Frau am Fenster stehen. Eines Tages steigt er einfach aus und trägt sich für einen Anfängerkurs in der Tanzschule ein, als sich herausstellt, dass die junge Frau, Paulina, tatsächlich Lehrerin an der Schule ist. Vor seiner Familie hält er sein neues Hobby geheim.
Zu Johns großer Enttäuschung wird der Anfängerkurs aber nicht von Paulina, sondern von der Besitzerin der Tanzschule, Miss Mitzi, geleitet. Und so dauert es eine Weile, bis John erstmals die Chance bekommt, mit Paulina zu tanzen. Doch was die Erfüllung von Johns Sehnsucht sein sollte, wird zu einer Enttäuschung: Paulina weist John charmant, aber eindeutig zurück. Zunächst möchte er daraufhin mit dem Tanzen aufhören, doch dann wird ihm klar, dass Tanzen inzwischen seine Leidenschaft geworden ist. Dass er weitermacht, nimmt auch Paulina für ihn ein.
Unterdessen hat Johns Ehefrau wegen seines merkwürdigen Verhaltens Verdacht geschöpft und einen Detektiv auf ihn angesetzt.
Schließlich nimmt John mit einer Tanzkollegin an einem Tanzwettbewerb teil … und seine Frau und seine Tochter schauen heimlich zu …
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Anmerkungen zum Film:
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Auch wenn der Film beim Anschauen sehr typisch amerikanisch erscheint, so basiert er doch auf einer japanischen (!) Vorlage – „Shall we dansu?“ von 1996, verfilmt von Regisseur und Drehbuchautor Masayuki Suo. Obwohl auch dieser Film in Deutschland gelaufen ist, konnte ich ihn leider nicht bekommen. Aber immerhin kann man in der einschlägigen Literatur etwas über den Film erfahren.
Ich finde den Film „Darf ich bitten?“ durchaus charmant. Er ist gut gespielt, hat viel Stimmung, und letztlich macht es Freude, ihn anzusehen, zumindest, wenn man überwiegend leise Filme mag. Daneben sind insbesondere die Nebenfiguren, Johns Tanzschülerkollegen, sehr schön gezeichnet. Sie alle haben eine eigene Charakterentwicklung und finden letztlich durch das Tanzen zu sich selbst und gewinnen ein ganz neues Selbstverstrauen.
Aber es gibt für mich auch ein ganz gravierendes Problem, und zwar in Bezug auf die Haupthandlung rund um Hauptfigur John Clark: Der einzige Spannungsbogen des Films basiert darauf, dass John vor seiner Familie seine neu erwachte Tanzleidenschaft geheimhält. Das ist aber für einen amerikanischen Familienvater lächerlich – warum sollte er geheim halten, dass er tanzen lernt? Er hat vielleicht anfangs einen Grund, seine Motivation für den Tanzkurs, Paulina, geheimzuhalten – aber dass er niemandem erzählt, dass er in die Tanzschule geht, ist einfach nur unglaubwürdig. – Im japanischen Originalfilm ist das ganz anders: Dort gilt Paartanzen bis heute als recht anrüchtig, Tanzen zu lernen hat dort also etwas Zwielichtiges, das es fast schon auf ein Niveau stellt mit „ins Bordell gehen“. Das ist ein guter Grund, diese Leidenschaft zu verheimlichen. John Clark im amerikanischen Remake fehlt diese Grundlage, und deshalb wirkt seine Motivation sehr behauptet.
Aber wie gesagt: Obwohl ich diese Basis des Films nicht ganz nachvollziehen kann, habe ich den Film doch gerne gesehen. Die Tanzszenen sind gut, es ist alles gut gespielt, er hat einfach Ausstrahlung.
In Deutschland ist der Film ohne Altersbeschränkung freigegeben, was ihn aber selbstverständlich nicht zu einem Kinderfilm macht. Ich würde ihn ab dem Teenageralter empfehlen, jedenfalls für Teenies, die Spaß am Tanzen haben, ansonsten eher für Erwachsene, vielleicht sogar für eine etwas ältere Zielgruppe.
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Die wichtigsten Darsteller:
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Richard Gere spielt John Clark. Ich finde, dass er gut spielt – und vor allem auch großartig tanzt, und zwar anfangs genauso schwerfällig, wie man das von einem Tanz-Anfänger erwartet (was im Zusammenhang des Films natürlich genau richtig ist), später dann geradezu perfekt.
Jennifer Lopez spielt Paulina. Ehrlich gesagt: Ich hasse es, wenn Gesangssternchen plötzlich auch noch Filmsternchen sein wollen – nur selten geht das gut. Das war für mich damals, als der Film in die Kinos kam, auch ein Grund dafür, nicht rein zu gehen. Als ich den Film jetzt dann doch gesehen habe, war ich von ihr angenehm überrascht: Sie schafft es hervorragend, die Tiefgründigkeit ihrer Figur rüberzubringen, und in Sachen Tanzen ist sie natürlich sowieso gut, auch beim Paartanzen.
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DVD-Ausstattung:
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Technische Daten:
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Spieldauer: 102 min.
FSK0
Film-Veröffentlichung: 2004
DVD-Erscheinungstermin: 17.03.2005
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Anmerkungen zur DVD:
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Die DVD beginnt mit Trailern zu „Plötzlich Prinzessin 2“, „Liebe auf Umwegen“, „Calender Girls“ und einem Sammeltrailer für Liebeskomödien auf Video und DVD, die sich aber problemlos abbrechen lassen.
Der Film liegt auf der DVD in englischsprachiger Originalfassung sowie deutscher und spanischer Synchronfassung vor. Untertitel gibt es für Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Deutsch, Spanisch, Hebräisch, Slowenisch, Arabisch, Kroatisch, Slowakisch, Serbisch, Lettisch, Litauisch und Estnisch.
„Extras“:
„Audiokommentar von Regisseur Peter Chelsom“:
Den Audiokommentar finde ich leider nicht sehr interessant, dramaturgisch bietet er wenig. Der Regisseur ergeht sich mehr in Begeisterung über die tänzerischen Fähigkeiten seiner Darsteller. Für Tanzfans oder Fans von Richard Gere oder Jennifer Lopez ist das vielleicht interessant, sonst eher nicht.
„Tanzsaal für Anfänger“:
Hier geht es um Paartanzen – Geschichte, Choreografie und letztlich auch das Training für den Film, insgesamt geht es aber weniger um den Film als ums Thema „Tanzen“.
„Hinter den Kulissen“:
Jetzt geht es konkret um den Film, nämlich um die Story, die Besetzung und die Figuren. Auch der Regisseur wird vorgestellt. Dieses Feature zeigt in meinen Augen sehr deutlich die dramaturgischen Probleme des Films – dass man sich mit Alltagsfiguren und ihren alltäglichen Problemen beschäftigt statt mit großen Tabus und Tragödien, ist immer wieder in Anliegen von Filmschaffenden, macht aber dummerweise keinen guten Film!
„Die Musik zum Film“:
Hier geht es um die Musik des Films, die sich aus Tanzmusik, Filmmusik und moderne („Pop“-)Musik zusammensetzt, die man für den Film adaptiert hat, darunter der Dean Martin-Song „Sway“, der für den Film von den Pussycat Dolls eingesungen wurde.
„Musikvideo ,Sway’ der Pussycat Dolls“:
Passend dazu folgt nun das Musikvideo, das mit vielen Bildern aus dem Film unterlegt ist. Auch wenn die Musik perfekt zum Film passt, trifft er nicht unbedingt meinen Musikgeschmack, jedenfalls würde ich das nicht für sich, außerhalb des Films anhören.
„Zusätzliche Szenen“:
Hier finden sich fünf Szenen, die abgedreht wurden, aber nicht im Film zu finden sind. Man kann sie einzeln oder komplett sowie mit oder ohne Kommentar des Regisseurs anhören. Obwohl die Szenen zum Teil hübsch anzusehen sind (insbesondere die ausführlicheren Tanzszenen), finde ich es doch gut, dass man sie rausgeschnitten hat. Sie hätten den Film unnötig verlängert und wären im Filmzusammenhang langweilig gewesen – wie auch im Kommentar allgemeinverständlich erklärt wird.
Die Ausstattung der DVD ist insgesamt relativ umfangreich, wenn auch qualitativ nicht ganz optimal ausgestattet. Beim Preis von derzeit ca. 8 Euro erscheint mir die Ausstattung aber angemessen.
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Fazit:
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Der Film offenbart zwar einige dramaturgische Schwächen und besitzt nur eine schwache Motivation für den Anstoß der Geschichte, hat aber trotzdem viel Charme und eine große Ausstrahlung. Daher ist er durchaus sehenswert.
Die Ausstattung der DVD ist für den niedrigen Preis durchaus ordentlich. weiterlesen schließen
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