Pro:
Spannend, Atmosphäre
Kontra:
Falsche Besetzung der Protagonistenrolle, Finale zu sehr im Dr. Jekyll und Mr. Hide Stil
Empfehlung:
Ja
Auch wenn ich nicht unbedingt ein Fan von Johnny Depp bin, so habe ich mir nach einem Tipp von Freunden seinen Film "das geheime Fenster" vor wenigen Tagen angeschaut. Es solle sich um einen sehr spannenden Thriller handeln, wie meine Freunde mir versprachen und da sie meinen Geschmack kennen, was die Atmosphäre eines Films angeht (Drehort-Landschaft), waren sie direkt bei mir mit ihrer Empfehlung gelandet. Diesmal handelt sich nicht um eine DVD, sondern um die Verleihausgabe auf VHS.
Handlung
Nachdem Schriftsteller Mort Rainey (gespielt von Johnny Depp) seine Frau mit einem anderen Mann in einem Motel erwischt hat, zieht er sich mit seinem Hund in eine abgelegene Waldhütte zurück, um an seinem neuen Roman zu schreiben. Doch urplötzlich taucht ein Mann namens Shooter (gespielt von John Turturro) vor seiner Tür auf, der den jungen Schriftsteller beschuldigt, ihm für einen bereits veröffentlichten Roman die Idee gestohlen zu haben. Mort behauptet die Idee zum Buch sei seine eigene. Doch Shooter lässt sich nicht abwimmeln. Als kurz danach Morts Hund getötet vor seiner Tür liegt und später auch das Haus seiner Noch-Ehefrau abgebrannt ist, wird klar, dass Shooter es ernst meint. Er gibt Mort drei Tage Zeit um zu beweisen, dass die Idee zum Buch seine eigene ist. Währenddessen heuert Mort, mittlerweile in Todesangst, einen Detektiv an, um ihn vor dem gefährlichen Mann aus Mississippi zu beschützen.
Filmkritik
Das geheime Fenster ist an für sich als Thriller gelungen. Er wirkt sehr spannend und die Kulisse in dieser Waldhütte, wo Mort sein neues Werk erschaffen will sorgt für eine hervorragende Atmosphäre (herrliche Wald- und Seelandschaft). Dass der Film spannend sein würde, stand für mich schon nach der Anfangszene fest, aber im Vorfeld war ich bereits darüber informiert worden, dass von Stephen King, der so viele spannende Meisterwerke kreiert hat, die Buchvorlage stammt. Die brillante Kulisse der Waldhütte hat mir am meisten gefallen (weil ich wohl selbst den Traum habe, irgendwann in solch einer Hütte nahe des Waldes und eines Sees zu leben). Doch in solch einer abgelegenen Gegend, ist man gegen einen Störenfried wie Shooter nicht geschützt. Als dieser sich als besonders gewalttätig noch dazu erweist, wird der Film so richtig spannend. Ich war jedoch im Finalepart des Films dann doch etwas enttäuscht, da auf einmal das geheime Fenster zu sehr einem Dr. Jekyll and Mr. Hide erinnert, was die Rolle des Johnny Depp angeht. Es passieren zu viele konfuse Dinge, so dass eben die Geschichte, zu realitätsfern wirkt. Der Thriller entwickelt sich zum Horrorfilm, mit bereits zu oft gesehenen Entwicklungen in ähnlichen Filmen. 18 Minuten vor dem Ende des Films beginnt der Zuschauer den Faden zu verlieren, um dann am Ende eine Aufklärung der Geschehnisse zu bekommen.
Trotz der doch ziemlich spannenden Handlung (auch wenn das Finale etwas an den Haaren herbeigezogen ist), habe ich mich niemals im Film mit Johnny Depp in der Rolle des Schriftstellers (Romanautors) zurechtgefunden. Ich finde, dass Johnny Depp eindeutig die falsche Person war, die man in die Rolle des Mort Rainey gesteckt hat. Er wirkt absolut nicht überzeugend und das hat sicherlich auch damit zu tun, dass wir ihn als Schauspieler in der Vergangenheit in zu vielen Actionfilmen gesehen haben. Ihn meinen Augen hätte die Rolle des Schriftstellers einem Robin Williams oder einem Kevin Spacey von mir aus besser gepasst, als eben Johnny Depp. John Turturro dagegen ist in der Rolle des mysteriösen Fremden, der Mort bedroht, gut besetzt worden. Er hat diesen eiskalten Ausdruck, der ihn als unberechenbar offenbart. Da Shooter nicht besonders friedlich im Film bleiben wird, ist „das geheime Fenster“ auch erst ab 16 Jahren freigegeben. Der Film ist übrigens voll gepumpt mit "versteckter" Werbung: Pall Mall und L&M sind vordergründig als Zigarettenwerbung zu sehen und auch Jack Daniels macht seinen Auftritt. Nicht die Vorzeigeprodukte für die Jugend, aber wenn es den Produzenten geholfen hat die Ausgaben des Films teilweise zu decken, kann man dagegen nicht viel sagen.
Fazit
Von der einen sichert sich aus meiner Sicht das geheime Fenster eine Weiterempfehlung, da in großen Teilen spannend und in guter Thriller-Atmosphäre, doch von der anderen muss ich die Gesamtnote runtersetzen, da eben Protagonistenrolle falsch besetzt worden ist und das Finale des Films enttäuschend wirkt, da eindeutig zu konfus und zerzaust. Regisseur David Koepp hätte einen etwas älteren und vor allem etwas multikulturelleren Darsteller für die Rolle des Schriftstellers nehmen sollen, während das Finale zwar überraschend, aber eben zu sehr im "Dr. Jekyll und Mr. Hide"-Stil ist! weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben