Pro:
schön anzusehen, relativ pflegeleicht
Kontra:
viel Platz beanspruchend
Empfehlung:
Ja
Mittlerweile habe ich ja die Erfahrung gemacht, dass Pflanzen von den Kanaren sich sehr gut als Zimmerkultur in heimischen Breiten eignen. Das weiß ich jetzt, vor 20 Jahren jedoch noch nicht.
So ca. 1980 muss es gewesen sein, als ich wieder mal versuchte, aus exotischen Samen Pflanzen zu ziehen. Schuld daran war meine Tante, der ich irgendwann erzählte, dass meine Palmen-Jungpflanzen, welche ich aus den Kernen von handelsüblichen Trockendatteln zog und wahrscheinlich aus dem arabischen Raum kamen, eher langsam und unansehnlich dünn in die Höhe schießen. Sie brachte mir aus dem Urlaub auf Teneriffa einige Dattelsamen mit. Das war damals für uns Ostler noch eine unerreichbar ferne Insel im Atlantik.
Umso mehr freute ich mich, dass sich nach dem Keimen der Kerne die Pflanzen zwar auch sehr langsam aber wesentlich kräftiger und ansehnlicher entwickelten. Eine jener Pflanzen steht immer noch bei mir auf einem Hocker vor dem Fenster, mittlerweile über 20 Jahre alt und ca. 1,50 Meter hoch. Ein kleiner Stammansatz ist auch „schon“ da.
zur Pflanze:
Die Dattelpalme zählt zu den Fiederpalme. Eigentlich auf den Kanaren beheimatet wird sie heute weltweit zu Schmuckzwecken kultiviert. Die Palme entwickelt zwar nach der Blüte gelbe Früchte, diese Datteln haben aber nur eine dünne Haut um den Kern und sind nicht nutzbar.
Die Fiederblätter werden im Freien unter günstigen Umständen 3 Meter lang. Bis zu 200 Blätter formen eine dichte undurchdringliche Krone, die sich langsam nach oben bis in eine Höhe von 20 Metern schiebt und nach unten den fast gleichbleibend geschuppten dicken Stamm zurücklässt. Da die herunterhängenden alten Blätter nicht nur unschön aussehen sondern auch eine Gefahr für Fußgänger und Fahrzeuge bilden, wenn sie herunterfallen, werden sie in Winter regelmäßig abgeschnitten, was man vor allem an den Palmen im Parks, am Strand sowie an der Straße sieht.
In unseren Breiten kultiviert wird sie natürlich nicht so hoch. Als Kübelpflanze ohnehin nicht.
zur Pflege:
Will man die Pflanze richtig pflegen, sollte man an die kanarischen Bedingungen denken. Wie zu erwarten war ist für die kanarische Dattelpalme ein sonniger Standort erforderlich. Mit dem Gießen sollte man vor allem im Sommer nicht sparsam sein. Zwar verträgt die Palme auch kurzzeitige Trockenheit, „dankt“ es aber bei Übertreibung mit gelben Blättern.
Im Winter sollte man wenig gießen. Generell gilt, je kühler es ist, desto wenige Wasser darf man geben.
Die Pflanze sollte man im Sommer einmal in der Woche mit handelüblichem Volldünger in fester oder flüssiger Form düngen. Auch Langzeitdünger im Frühjahr in die obere Bodenschicht eingearbeitet, eignet sich dazu.
Leider ist es nicht möglich, die Pflanze zurückzuschneiden.
Überwinterung:
Kübelpflanzen überwintert man am besten im kalten Wintergarten, d.h. bei Temperaturen von 2-10 Grad. Hat man keinen Wintergarten, sollte man sich einen anderen kühlen aber hellen Standort suchen. Kurzzeitiger leichter Frost macht nichts.
Ist die Pflanze zu groß für Wohnung und Wintergarten geworden, kann man versuchen, die Palme ins Freie zu pflanzen. Idealerweise an den Bodensee mit seinem milden Klima. Na gut, das dürfte etwas schwierig für die meisten werden. Die stärkere Pflanze verträgt nach Literaturangaben Temperaturen von bis zu minus 10 Grad. An geschützter Stelle mit milden Temperaturen im Winter kann man den Versuch wagen, ich denke da an Weinbauregionen, in denen es eigentlich klappen müsste. So richtig winterhart in unseren Breiten ist aber eigentlich nur die Hanfpalme, die –18°C verträgt. Für die Dattelpalme lege ich meine Hand lie-ber nicht ins Feuer.
Umtopfen:
Umtopfen sollte man so alle zwei Jahre in ein jeweils größeren Pflanzkübel. Die Erde sollte leicht sandig-lehmig sein und nicht zuviel Humus enthalten.
Schädlinge:
Werden die Blätter trotz guter Wasserversorgung gelb, kann das ein Hinweis auf Befall mit „Roter Spinne“ sein. Diesem Universalschädling ist nicht so einfach beizukommen. In der Literatur wird empfohlen, Raubmilben gegen die Schädlinge einzusetzen, aber das wäre mit Kanonen auf Spatzen geschossen, wie ich finde. Leider sind die Tierchen ziemlich hartnäckig, so dass nur die harte chemische Keule funktioniert. Wer sich individuell beraten lassen will, sollte einfach das zuständige Pflanzenschutzamt anrufen.
Vermehrung:
Eigentlich kann man die Dattelpalme nur durch Samen vermehren. Diese entwickeln sich in unseren Breiten aber sehr selten. Am besten man kauft die Samen ein, z.B. im Internet bei www.samenladen.de. Aber eigentlich sind Jungpflanzen ziemlich preiswert, vor allem beim fahrenden Holländer, so dass ich auf die mühselige Aufzucht verzichten würde.
Fazit:
Die Dattelpalme ist eine dankbare Grünpflanze, welche relativ leicht zu halten ist. Sie bean-sprucht jedoch ziemlich viel Platz und wird irgendwann sehr groß. Falsches Gießen, zu wenig Sonne oder Befall mit „Roter Spinne“ werden mit gelben Blättern quittiert. Wer jedoch die Grundregeln beachtet, wird lange Zeit Freude an der hübschen Pflanze haben. weiterlesen schließen
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