Pro:
nette Story und Kulissen
Kontra:
Logik fehlt fast komplett!
Empfehlung:
Nein
**** Vorwort ****
Hach je! Manchmal liebe ich die Sneak, dann hasse ich sie wieder! Man weiss nie, was man bekommt und auch wenn die Filme meistens gut bis okay sind, so wird es uns gelegentlich wieder reingedrückt ohne Ende. Es gibt keine Regel für die Sneak-Preview, es steckt keine Logik dahinter. Und dies lässt sich ohne Probleme auf den Film „Herrschaft des Feuers“ übertragen!
**** Die Story ****
Die ganze Misere nimmt im London der Neuzeit ihren Lauf. Fragt bitte nicht, warum der Film „2084 – Herrschaft des Feuers“ heisst. Die Bezeichnung mit einer Jahreszahl habe ich nur auf Ciao gefunden. Ein kleiner Junge, Quinn, der bei Bohrarbeiten in ein altes Gewölbe eindringt, weckt versehentlich einen Drachen auf, der dort seit Jahrhunderten schlummert. Wenigstens einer, der aufgrund dieses eklatanten Verstoßes der Sicherheitsbestimmungen mal wach wird!
Naja, anscheinend kann die Menschheit diesen einzelnen Drachen weder aufhalten noch vernichten, so dass er sich vermehrt (mit wem auch immer er sich paart) und eine Drachenarmee die Erde zerstört. 20 Jahre später ist Quinn (Christian Bale) nun einer der letzten Überlebenden, die ihr trauriges Dasein im Untergrund fristen, und Anführer der Menschen. Alles sieht schlecht aus, und auch die armselige Ernte von ein paar Quadratmetern Tomatenstauden wurde von den Asche-fressenden Drachen vernichtet, doch dann kommt die Rettung: Amerikaner (!)
Ein paar Amerikaner unter der Leitung von Van Zan (Matthew McConaughey) haben es mitsamt einem Panzer und einem Hubschrauber zu der kleinen Siedlung geschafft. Wohlgemerkt, wir befinden uns in immer noch in Britannien. Van scheint so etwas wie ein Drachenjäger zu sein, und kennt die Viecher ganz gut. Er hat schon mehrere von ihnen erledigt und hat den ultimativen Plan: Eine Gruppe aus Quinns und Vans Leuten soll zum König vordringen und diese vernichten, denn er ist der Einzige, der Nachwuchs zeugen kann. Lustigerweise verbirgt sich dieser immer noch in London. Kann man da eine leichte Kritik zur englischen Monarchie ausmachen?
An sich gar nicht sooo schlecht die Story, aber nehmen wir den Film mal genauer unter die Lupe.
**** Die Kritik – Das Positive ****
Gut, fangen wir mit den positiven Dingen an! Da ich den Film verreißen will, ist dies taktisch schlauer, denn die guten Punkte prägen sich so schlechter ein :o)
Die Spezialeffekte waren einsame klasse! Hier gibt es nichts auszusetzen! Jede Schuppe der Drachen war super gezeichnet, die Bewegungen sahen realistisch aus. Die Kolosse flogen recht schwerfällig durch die Luft, was durchaus nachvollziehbar ist. Wären sie geflattert, wie ein Papierflieger, hätten sie nicht sonderlich gut gewirkt.
Auch die Landschaften, Kulissen sowie Kostüme sind ausgezeichnet gewählt. Zwar sieht das Land alles andere als zerstört aus, aber das ist egal. Die Burg, in der sich die Flüchtlinge verschanzen sieht wirklich klasse aus, und insgesamt kommt eine sehr bedrückende Endzeit-Atmosphäre auf.
Auch bei der schauspielerischen Qualität kann ich nicht meckern. Matthew McConaughey mimt den harten Draufgänger, der furchtlos und unerschütterlich ist. Als oberster Drachenjäger macht er eine ganz gute Figur. Schade finde ich aber, dass die Amerikaner viel kühner und härter wirken, als die Engländer. Letztere sind eher deren Hündchen oder so was. Ansonsten kommen kaum noch weitere Schauspieler in Pose, nur noch unwichtige Nebenrollen. Nennenswert ist höchstens noch Bond-Girl Izabella Scourpo als Hubschrauber-Pilotin.
Aber es gab eine Szene, die ich wirklich klasse fand! Den Kindern in der Siedlung wurde mit provisorischen Mitteln „Star Wars“ als Theater vorgespielt. Dies fand ich wirklich sehr amüsant.
**** Die Kritik – Das Negative ****
Ja, die Story ist gut, die Schauspieler sind okay, Spezialeffekte sowie Kulissen sind super, was ist denn nun so schlimm an dem Film?
Naja, das könnte vielleicht an der ganzen Unlogik liegen! Der Film ist wirklich extrem unlogisch, Herrgott noch einmal!
Aber es gibt auch logische Aspekte! Die Menschen dort brauchen Nahrung und Sauerstoff, und wenn sie einen Bein vor das Andere setzen, bewegen sie sich voran :o) Nein, im ernst! Es kommt die Frage auf, ob Drachen – falls es sie denn gäbe – überhaupt in der Lage wären, Feuer zu spucken! Und wenn ja, dann ohne sich selber dabei abzufackeln! Tatsächlich gibt es einen afrikanischen Käfer, der zwei Drüsen in seinem Maul hat. Durch diese spritzt er zwei Chemikalien, die durch die Verbindung Feuer fangen, reines Napalm! Rein theoretisch wäre dies auch in der größeren Version möglich! Ob es denn unbedingt so sein musste, weiss ich nicht! Dann sind es halt Klischee-Drachen.
Aber nun die Logik-Hämmer! Viele davon sind ja nicht unbedingt zwangsweise 100% unlogisch, sondern nur wirklich sehr unwahrscheinlich! Aber ein Fehler ist einfach nur dumm:
Die Drachenjäger mussten drei Sensoren in der Gegend verteilen, um ein Bild von der Umgebung auf den Bildschirm projizieren zu können. Mit dem war ein Amerikaner beschäftigt, der von einem der Punkte bis zum anderen gefahren ist, mit dem Motorrad, wenn ich mich nicht täusche. Doch kurz bevor er die dritte Stelle erreichte, hat ihn ein Drachen erwischt. Quinn bemerkt dies und reitet zu der Stelle. Dort nimmt er mit dem Funkgerät des toten Amerikaner Kontakt mit den anderen auf. Diese haben keinen Blickkontakt mit Quinn und wissen nicht, dass ihr eigener Mann umgekommen ist. Er redet mit ihnen, macht ihnen klar, dass er Quinn ist. Die Amerikaner weisen ihn darauf hin, dass er den dritten Sensor anbringen soll. Dazu soll er auf den naheliegenden Hügel REITEN, bitten sie ihn! Wohlgemerkt, sie haben keinen Blickkontakt oder so was! Woher bitte schön wissen die Leute, dass Quinn mit seinem Pferd dort ist? Böser Fehler! Jetzt könnte man sagen, dass sie vielleicht im Vorfeld wussten, dass Quinn ein Pferd hat! Dem war aber nicht so! Wie man sieht, ein unentschuldbarer Fehler!
Weiter geht es mit dem ersten Drachen! Wie gesagt war es ein Männchen und es war alleine. Zunächst halte ich es für unwahrscheinlich, dass er Jahrhunderte lang geschlafen hat und dann durch einen kleinen Jungen aufwacht, aber egal. Aber wie bitte schön soll sich das Männchen ganz alleine fortpflanzen? Befruchtet er Eier? Vielleicht! Aber woher kommen diese Eier? Seine erste Aktion war es, sich aus der Höhle in London in Sicherheit zu bringen, sonst hätten sie ihn ja sofort fangen können und die Geschichte wäre vorbei. Naja, wahrscheinlich hatte er noch ein paar gebunkert und sie bei seiner Flucht einfach mitgenommen! Na ja!
Und wenn sich dir Drachen schon vermehren, warum bekommen es die Menschen nicht hin, sie zu bekämpfen? Die haben doch so super präzise Raketen! Anfangs sollten die Drachen ja noch so wenige sein, dass es kein Problem wäre, oder haben sie sich schlagartig vermehrt? Glaube ich kaum.
Und noch mal zu den Drachen: Warum ernähren sie sich denn von Asche? Auf was für eine biologische Grundlage stützt sich das? Welche Nährstoffen befinden sich in Asche? Ich weiss ja nicht!
Okay, egal! Weiter geht es mit den Amerikanern, die eines Tages vor der Festung stehen. Im Gepäck haben sie einen fetten Panzer sowie einen Hubschrauber. Sie sagten, sie wären über den Teich geflogen. Mal ne Frage: Wie bekommen sie den Panzer nach England? Und noch eine Frage: Woher haben sie bitteschön das ganze Kerosin, dass Panzer und Hubschrauber so verbrennen! Also bitte, die ganze Welt ist zerstört, aber für das Militär haben die Amis immer noch Kohle! Naja!
Außerdem ist nicht nur das Benzin knapp! Allen Anschein nach existiert nur noch ein kleines Feld mit Tomaten, von dem sich die Engländer ernähren. Dieses Feld ist ziemlich klein, wahrscheinlich kaum mehr als ein Hektar. Und dies soll mehrere hundert Leute ernähren? Dafür sehen sie aber sehr wohlgenährt aus! Schlecht realisiert!
Okay, weiter geht es! Die Gruppe dringt nach London vor, welches lustigerweise in Flammen steht. Kann es sein, dass diese Stadt tatsächlich 20 Jahre gebrannt hat? Also bitte! Naja, vielleicht haben die Drachen sie ja nur kurz vorher angefackelt, wer weiss! Lustig ist es aber auch, dass es noch ein paar Teile gab, die höchstens angesengt wurden, z.B. ein Eisenbahnwaggon. Also ich weiss ja nicht! Hauptsache ein paar Flammen beisteuern oder wie?
Aber der letzte Hammer (wenn auch nicht der Schlimmste) im Film ist der Kampf gegen den König. Die letzten drei Leute der Gruppe liefern sich einen längeren Kampf mit ihm. Eine Frage: Warum kommt keiner der Drachen seinem König zur Hilfe? Ich konnte mindestens 20 Drachen in seiner Nähe ausmachen, aber als die Leute in seine Nähe kommen, sieht man auf einmal keinen. Und das sind also Tiere, die angeblich intelligenter sind, als der Mensch? So ein Schwachsinn, wenn auch nötig für das Happy End.
Naja, wie man sieht entbehrt der Film jeglicher Logik. Ein oder zwei kleine Fehler wären verzeihbar gewesen, aber nicht so viele eklatante Fehltritte! Und das waren nur die, die mir aufgefallen sind. Ich denke, es werden noch weitaus mehr sein. Moviemistakes.com hat da noch einiges mehr zu bieten!
Naja, Kinostart war zumindest am 9. Januar 2003
**** The Fazit ****
Tja, aus dem Film hätte man mehr machen können. Eine nette Story hat er ja, die Atmosphäre und Kulissen sind gut, keine Frage! Aber so viele logische Fehler! Schrecklich! Der Film ist einfach nur schlecht! Und dann noch die Botschaft: Verzweifelte Leute, die am Ende sind, doch dann kommen die Amerikaner (!) und retten die Menschheit! Warum gerade die Amerikaner? Konnten es nicht mal Schotten sein? Und dann noch der deutsche Untertitel: "Feuer wird mit Feuer bekämpft!" Sieht man an deren Außenpolitik! Sind diese Parallelen Zufall? Fehlte im Grunde nur noch, dass in London ein intaktes Rekrutierungsbüro der US-Army eingeblendet wurde!
Aber auch das hätte dem Film wirklich nicht mehr viel Glaubwürdigkeit genommen! weiterlesen schließen
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