Pro:
Verspricht sehr spannend zu werden, gut beschrieben, . .
Kontra:
. . . für manche ein sehr gewöhnungsbedürftiger Stil, nicht so gut gelungenes Ende .
Empfehlung:
Ja
I. Allgemeines
Ake Edwardson war auch mal wieder einer meiner Zufallskäufe (ist eigentlich doch äußerst "selten" bei mir *lach*) Für meine wunderbar kreative Verwandtschaft war ich einmal wieder am Listen erstellen. Zu meinem 19. Geburtstag schließlich wünschte ich mir "In alle Ewigkeit" von dem schwedischen Autor. Seitdem habe ich eigentlich kein Buch versäumt, lediglich die Neuerscheinung "Segel aus Stein" konnte ich mir noch nicht leisten.
Es war somit keine Frage, als meine Tante mich fragte, was ich denn zum Abitur wollen würde, mir gleich die damalige Neuerscheinung des Schweden - "Der Himmel auf Erden" - zu wünschen.
Ihr bekommt erst mal wieder eine Kurzinhaltsangabe präsentiert. Ich hoffe, ich kann eure Neugier auf den Autor wecken. Jedenfalls wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen meines Berichtes und freue mich auf eure Bewertungen und hoffentlich auch Kommentare. :)
II. Kurzinhalt
Mysteriöse Kindesentführungen tragen sich in Göteborg zu. Gleichzeit hat Erik Winter noch einen weiteren Fall auf dem Tisch: Mehrere junge Männer wurden hinterrücks überfallen... was steckt hinter dem ganzen? Und wie stehen die beiden Ereignisse in Zusammenhang?
III. Inhalt
Ein neuer Fall für Kommissar Erik Winter. Zunächst eine Kurzvorstellung von ihm: Er ist zum Teil etwas verschroben, was seine Beziehung zu seinem im Ausland lebenden Eltern angeht, da diese aufgrund der Steuern aus Schweden ausgewandert sind. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Angela hat er eine kleine Tochter: Elsa. Ansonsten ist Winter ein Jazzliebhaber, wie er im Buche steht und für sein Leben gern teure Anzüge trägt und Zigarren raucht…
Der Roman spielt im Spätherbst in Göteborg. Nachdem Erik Winter endlich aus seinem Vaterschaftsurlaub zurückgekehrt ist, wird ihm gleich wieder ein neuer Fall übertragen. Es gingen mehrere Meldungen bei der schwedischen Polizei von jungen Männern ein, die auf menschenleeren Plätzen nachts niedergeschlagen wurden.
Während Erik Winter noch an diesem Rätsel sitzt, melden sich immer mehr besorgte Eltern bei der Polizei, die berichten, dass ihre Kinder von einem unbekannten Mann vorübergehend aus dem jeweiligen Kindergarten entführt wurden. Als schließlich auch der Kindergarten seiner kleinen Tochter Elsa betroffen ist, wird Erik Winter hellhörig.
Viel wissen die Kinder nicht zu berichten - oder man wird zumindest nicht schlau aus ihren Aussagen: In dem Auto des Unbekannten hätten die Kinder einen Stoffpapagei an dem Rückspiegel hängen gesehen und der Mann hätte ihnen eines ihrer Spielzeuge weggenommen. Mehr hat der Mann den Kindern nicht angetan... zum Glück.
Lange Zeit grübelt Erik Winter über diesen beiden Fällen, die zunächst scheinbar nichts miteinander zu tun haben... wenn er sich da bloß nicht täuscht! Schließlich gerät auch noch seine geliebte Elsa in Gefahr!
IV. Meine Meinung
Dies war mein fünftes Buch von Ake Edwardson um den Ermittler Erik Winter. Ich finde allerdings, dass keines an "In alle Ewigkeit" wirklich heranreicht.
Trotz allem präsentiert der Autor einen gut fundierten und recherchierten Krimi. Für Neulinge ist allerdings zu sagen, dass der Stil des Schweden etwas gewöhnungsbedürftig ist. Zum einen schreibt er in einem "harten" Stil (ich hoffe, ihr versteht was ich meine) und auch die Blickwinkelwechsel zwischen Polizei und Täterseite sind auch zu Beginn nicht immer leicht zuzuordnen. Normalerweise kann ich mit solch einem sehr neutralen Stil eigentlich nichts anfangen, aber Ake Edwardson stellt diesbezüglich eine Ausnahme dar. Ich kann zumindest keiner Neuerscheinung bisher wirklich widerstehen.
Die Geschichte faszinierte mich schon zu Beginn an. Es ist dem Autor absolut gelungen, zwei Handlungsstränge zu kombinieren, ohne dass eine der beiden Geschichte auf der Streckte bleibt. Seite und Seite las ich geschwind, um endlich dahinter zu kommen, was hinter den geheimnisvollen Ereignissen steckt. Verschiedene Blickrichtungen in den einzelnen Kapiteln treiben auch hier wieder die Geschichte an. Nachdem der Rest des Buches so gut gelungen war, erwartete ich eigentlich ein tolles Ende. Natürlich bin ich es gewohnt, dass Edwardsons Romane eher düster und deprimierend gestaltet sind, aber bis heute konnte ich mich letztendlich nicht mit diesem Buch identifizieren. Noch mehr als sonst wirkt die gesamte Szene äußerst deprimierend und bildet in keinem Falle den Abschluss den ich mir gewünscht hätte. Nun gut, man kann zwar kein Hollywood-Happyend erwarten, aber das es gleich so krass kommen würde, hätte ich mir nicht ausgemalt. Auf die Einzelheiten möchte ich trotz allem nicht eingehen, da bestimmt noch der eine oder andere unter euch ist, der dieses Buch noch lesen möchte. Dementsprechend müsst ihr euch leider mit meinen persönlichen Empfindungen begnügen.
Im Übrigen muss man die Bücher zwar nicht unbedingt in der Reihenfolge ihres Erscheinens lesen, doch im Nachhinein wäre es schon ratsam – gerade was die Entwicklung der Beziehung zwischen Erik und Angela angeht, da diese früher auch einmal in einen Fall verwickelt war.
Positiv anzumerken ist noch, dass der Claasen Verlag in Angelika Kutsch (siehe unten) eine beständige Übersetzerin gefunden. Denn nichts stört mehr, als wenn jeder Roman von einem anderen ins Deutsche übersetzt wird. Schließlich hat jeder beim Übersetzen seinen eigenen Stil und seine Eigenarten, so dass manch neue Übersetzung doch etwas ungewohnt herüberkommt.
Insgesamt erhält der Roman von mir drei Sterne und eine bedingte Empfehlung. Ake-Edwardson-Neulingen würde ich eher "In alle Ewigkeit" ans Herz legen. Ich denke allerdings, dass ich mir trotz dieser leichten Enttäuschung bei diesem Roman auch den nächsten noch zulegen werden und auf ein besseres Ende hoffe.
V. Das Buch
Wie gesagt bekam ich „Der Himmel auf Erden“ in der gebundenen Ausgabe für 22 Euro geschenkt (Erscheinungsjahr 2002), doch mittlerweile ist auch die Taschenbuchausgabe bei dem Claasen-Verlag erschienen die 464 Seiten umfasst und für 8,95 Euro im Handel erhältlich ist. Unter dem Originaltitel „Himlen är en plats pa jorden“ erschien der Roman bereits 2001 bei Norstedts Förlag in Stockholm. Übersetzt ins Deutsche wurde „Der Himmel auf Erden" von Angelika Kutsch.
VI. Der Autor
Ake Edwardson wurde 1951 geboren und lebt heute mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Göteborg, dem Schauplatz seiner Erik-Winter-Romanen. Bevor er hauptberuflich als Schriftsteller tätig war, arbeitete Edwardson als Journalist u.a. im Auftrag der UNO im Nahen Osten, des Weiteren schrieb er mehrere Sachbücher und lehrte an der Universität von Göteborg kreatives Schreiben.
VII. Mehr von Ake Edwardson
--- Erik-Winter-Romane ---
1. Tanz mit dem Engel
2. Die Schattenfrau
3. Das vertauschte Gesicht
4. In alle Ewigkeit
5. Der Himmel auf Erden
6. Segel aus Stein
--- Sonstiges ---
1. Geh aus, mein Herz (angekündigt für Oktober 2004)
2. Der letzte Abend der Saison
3. Allem, was gestorben war weiterlesen schließen
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