Pro:
Für manche wird es recht nützlich sein
Kontra:
Eine unerhörte Ausbeutung von Minderheiten
Empfehlung:
Ja
“bekommst du eigentlich Prämie von Fackelmann, so oft wie du in letzter Zeit über deren Produkte geschrieben hast“
Das ist ein Kommentar zu dem Bericht über die kurzen Stücke
Die Idee ist nicht schlecht, würde mich jedoch um das Vergnügen bringen, manche Erzeugnisse dieser Firma als das zu bezeichnen, was sie sind: Unnütz und für einen Teil der Menschheit nicht brauchbar!!
Wenn das mir ehelich angetraute Weib mal wieder in eine schöpferisch-kreative Phase ihres Berufes gerät – sie ist eine gelernte Küchenmeisterin - , etwas Neues ausprobiert und experimentiert, dann werde ich immer mit den niederen Arbeiten betraut. In der höflichen, freundlichen und verbindlichen Sprache des Kasernenhofs werde ich darum gebeten, Kartoffeln, Möhren, Spargel, Zwiebeln, Knoblauch und Ähnliches zu schälen. Dabei fehlt auch niemals der Gebrauch des berühmten Zauberwortes mit den zwei ‚T’, „aber flott!“
Also entwickele ich einen Zustand von nahezu Goethe’scher Gelassenheit, der an das Fräulein vom Stein schrieb:
‚Ich stehe gerne unter Ihrem Pantöffelchen!’
Die Verteilung der Aufgaben ist also recht klar und sehr rigide.
Auch gibt sie mir allerlei Gerätschaften an und in die Hand, welche die oben genannten Aufgaben erleichtern sollen. Darunter immer wieder einen Schäler, mit dem Kartoffeln, Möhren und Spargel angeblich einfacher und vor allem sparsamer geschält werden können.
Sie nimmt keinerlei Rücksicht auf die Tatsache, dass der Gebrauch dieses Schälers mich an Leib und Leben gefährdet und diese Arbeit oftmals mit Finger- oder Armbrüchen endet.
Nein, dieses Gerät sei von Fackelmann; Fackelmann sei DER Ausrüster für die Küche und Punkt, Aus, Nikolaus!!
Fackelmann ist wohl die am schnellsten wachsende Firma für Haushaltsgeräte in Deutschland. Sie hat in D-91211 Hersbruck das Postfach 280, die Telefonnummer (0049) 09151 – 811-0, die Faxnummer (0049) 09151 – 811-294 und die E-Mail [email protected], die zur Internet-Seite www.fackelmann.de gehört.
Vom Schälen des Spargels bin ich inzwischen befreit. Seit ich einmal die Frage ‚Was hast Du mit den Spargelköpfen gemacht?’ in aller Unschuld mit ‚Als Erstes abgeschnitten und natürlich weggeschmissen!’ beantwortet habe, ist diese Arbeit wieder fest in den Händen der heimischen Obrigkeit.
Aber Kartoffeln und Möhren darf ich immer noch. Zu meiner Schande ist mir bis jetzt die treffende Bemerkung dazu noch nicht eingefallen. Abgesehen davon helfe ich ihr gerne in der Küche.
Dieser Schäler ist ein Instrument von ca. 15 cm Länge, das an dem einen Ende - ca. 6 cm lang – ein zweiteiliges Pendelmesser hat. Die beiden Messer sind gegeneinander versetzt, so dass man die obere Abteilung auf die Kartoffel oder Möhre aufsetzen und mit dem unteren von der Schale befreien kann. Der restliche Stiel ist so geformt, dass eine Mulde für den Zeigefinger entsteht und der Schäler leicht zu führen ist. Das untere Messer steht leicht vor, so dass die entfernte Schale zwischen den beiden Messern hindurch gleitet. Auf dem oberen Teil des Schälers ist noch eine dreieckige Spitze, mit der ‚Augen’ aus Kartoffeln ausgestochen werden können.
Bei der Gelegenheit mal wieder die alte mathematische Frage: Was ist das wichtigste am Dreieck? Darüber jedoch mehr an anderer Stelle.
Das Pendelmesser hat eine Freiheit in der Bewegung von etwas über 60° und erfüllt seine Aufgabe recht ordentlich, außer ich versuche damit umzugehen. Die Pendelbewegung ist nämlich im ‚Gegen-Uhrzeiger-Sinn’ und macht den Schäler nur für einen Teil der versklavten, männlichen Küchenhelfer brauchbar: Für die Rechtshänder!!
Für mich armen, unterjochten Linkshänder ist dieser Schäler absolut unbrauchbar, denn er funktioniert nur in einer Richtung und erfüllt seine Aufgabe in gar keiner Weise, wenn ich versuche mit ihm umzugehen.
Das ist eine unerhörte Rücksichtslosigkeit dieses Marktführers und ein exemplarischer Beweis für die Unterdrückung und Benachteiligung von Minderheiten.
Schließlich sind wir auch nur Menschen!!
Ich hör’ das Argument schon: Dann schafft Euch doch die entsprechenden Geräte für Linkshänder an!!
Zum Einen ist das Schälen von Kartoffeln und Möhren auch mit einem Küchenmesser möglich, allerdings nicht so sparsam und sofern dieses Messer nicht ergonomisch für Rechtshänder geformt ist. Und zum Anderen haben wir hier wieder ein leuchtendes Beispiel für die schamlose Ausbeutung einer Minderheit durch einen Marktführer: Die entsprechenden Geräte für Linkshänder sind ca. 5 mal so teuer.
Jetzt dürfte eigentlich allen klar sein, dass und warum ich ein ausgesprochener Anhänger von Pellkartoffeln bin.
Für entsprechende Hinweise, wie ich dieser Fron des Schälens entkommen kann, bin ich sehr dankbar und werde die Tippgeber in meine Gebete einschließen. Auf dass sie da nie wieder rauskommen.
Also wiederum ein Gerät, dass seine exzellente Funktion nur bei einem Teil der Menschheit entwickelt und ungeachtet meiner persönlichen Not bewerte ich dieses Schälmesser mit der Höchstnote und verleihe alle zur Verfügung stehenden Sterne. Allerdings will diese verliehenen Sterne wieder haben, die brauch’ ich noch für andere Berichte.
topfmops, der auch auf anderen Plattformen zu Gange ist, bedankt sich für’s lesen und Bewerten und freut sich auf lesenswerte Kommentare. weiterlesen schließen
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