Pro:
Interessante Grundgedanken...
Kontra:
...die leider nur mittelmäßig umgesetzt werden.
Empfehlung:
Nein
Nachdem ich *Lauf, Jane, Lauf* von Joy Fielding gelesen hatte und von diesem Buch total begeistert war, machte ich mich auf die Suche nach einem weiteren Fielding-Roman. Natürlich hoffte ich, dass dieser genauso spannend und unterhaltsam sein würde, wie sein Vorgänger. Ich bekam im Internet zahlreiche Tipps und entschied mich schließlich für *Ich will Ihren Mann*.
Fakten
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Titel: Ich will Ihren Mann
Autorin: Joy Fielding
Verlag: Knaur
ISBN (HB): 3-426-01667-2
Preis: 7,90 EUR
Seiten: 390
Die Autorin
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Die Amerikanerin Joy Fielding lebt mit ihrer Familie teils in Toronto und teils in Florida. Schon früh entschied sie sich, Schriftstellerin zu werden. Doch eine Theater- und Fernsehkarriere hielt sie zunächst davon ab. Erst nachdem sie von ihren ergeizigen Plänen abließ und von Hollywood nach Toronto zurück kehrte, besann sie sich aufs Schreiben.
Inhalt
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Auf einer Gartenfeier wird Lilian Plumley - die Frau des gut aussehenden und erfolgreichen Anwalts David Plumley - von einem aufreizend schönen Mädchen angesprochen. Ihre Worte sind unmissverständlich: *Ich bin Nicole Clark, ich will Ihren Mann heiraten.*
Zuerst glaubt Lilian, es handle sich um einen Witz. Doch schon bald steigert sie sich in eine hysterische Eifersucht hinein. Ihrem Mann hat sie von diesem Gespräch erzählt. David versucht seine Frau zu beruhigen, indem er ihr versichert, dass er keinerlei Interesse an seiner jungen Kollegin - Nicole Clark - hat. Doch er fühlt sich von den Annährungsversuchen der jungen Frau geschmeichelt und es kommt, was kommen muss...
Parallel zu diesem tragischen Verhältnis, hat Lilian Plumpley noch andere Probleme zu bewältigen. Elaine, Davids exentrische Exfrau, zieht ihrem Mann das Geld aus der Tasche. Die Alimente für die Ex und die beiden Kinder reißen ein tiefes Loch in die Kasse des Anwaltspaares. Außerdem muss sich Lilian ständig um ihre Stiefkinder bemühen, die ihr die Schuld an der Scheidung ihrer Eltern geben. Außerdem ist sie mit der Gesamtsituation ihres eigenen Lebens unzufrieden. Sie wünscht sich Kinder - David meint, er hätte mit seinen zwei ersten Kindern schon genug Leben in die Welt gesetzt. Trotzdem will er nicht, dass Lilian wieder als Fernsehreporterin arbeiten geht, was ihr den nötigen Auftrieb geben würde. Der Leser erkennt schon bald, dass die vielen Probleme Lilian sehr zu schaffen machen und nur ein kleiner Auslöser nötig ist, um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Da wird Al - Davids Freund und Kollege - ermordet und die Lage spitzt sich zu...
Das ist im Groben die ganze Geschichte. Mehr will ich hier nicht verraten.
Meine Meinung
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Um es gleich vorne weg zu nehmen: *Ich will ihren Mann* ist - wie der Titel schon verrät - ein Frauenroman. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Mann für diese Story interessieren könnte. Es handelt sich hierbei zwar ein Stück weit um einen Krimi, aber im Vordergrund stehen trotzdem die Probleme der Frauen. Zum einen ist da Lilian, die in ihrem Berufsleben unzufrieden ist und keine Bestätigung erhält. Die zweite Alternative, nämlich Kinder zu bekommen, bleibt ihr auch verwehrt, weil ihr Mann dagegen ist. Hinzu kommen die Probleme mit der Exfrau und den Kindern ihres Mannes, die das Beisammensein der Eheleute sehr stören. Außerdem weiß Lilian, dass ihr David kein Mann von Traurigkeit ist. Er liebt seinen Job und die Frauen. Als die schöne, junge Nicole auftaucht, sind die Eifersuchtsszenen vorprogrammiert. Die Gesamtstory finde ich recht interessant, obwohl sie überschaubar ist. Mir war klar, dass die Situtation irgendwann eskalieren wird. Doch als es soweit war, war ich dann doch etwas enttäuscht. Ich hatte einen spektakuläreren Ausgang erwartet.
Dann ist da Elaine, die Exfrau von David, die anfangs als störendes Individuum dargestellt wird, in das sich der Leser aber bald hinein fühlen kann. Sie hat das gleiche Schicksal erlebt, dass Lilian bevor steht: sie wurde von David wegen einer anderen verlassen. Übrig blieben ihr nur die Kinder: der Sohn stottert, die Tochter leidet unter Essstörungen. Anfangs mochte ich Elaine nicht, weil sie sich mit der Situation nicht abfinden konnte. Ich fand, dass man irgendwann einmal abschließen muss und sie das offensichtlich nicht wollte. Später erkannte ich, dass sie es wohl nicht konnte und sie eigentlich fremde Hilfe hätte annehmem müssen. Die Nebenrolle Elaines passt sehr gut in die Geschichte, finde ich. Ohne ihre hysterischen Ausbrüche würde dem Roman etwas fehlen.
Dann gibt es noch Beth - die Frau von Al. Sie wird zur Mörderin. Ihre Hintergründe (die ich hier nicht näher erläutern will, um euch nicht die Spannung zu nehmen) machen einen Großteil der Spannung aus. Beth’s Story verläuft parallel zur eigendlichen Geschichte und der Leser glaubt, dass sie am Ende eine gewichtige Rolle spielen wird. Aber auch hier war ich enttäuscht. Sie verläuft sich ein wenig im Sande und man hätte mehr daraus machen können.
David - Lilians Mann und Frauenheld - ist die *Anti-Figur*. Anfangs noch als Traummann dargestellt, wird dem Leser/der Leserin nach und nach beigebracht, dass David nur ein Gigolo und ein egoistischer Macho ist. Er will ein Nest, in dem er sich geborgen fühlen kann, und eine Frau, die ihn bekocht und ihm ein gemütliches Zuhause gibt. Doch andererseits will er die absolute Bestätigung des weiblichen Geschlechts. Zwar gibt ihm Lilian genug Aufmerksamkeit und Achtung und vermittelt ihm ausreichend, dass sie stolz auf ihn ist. Aber David will mehr - immer mehr. Ganz klar, dass die Autorin hier *den typischen Mann* darstellt, der in einem Frauenroman natürlich nicht fehlen darf.
Alles in allem habe ich auf die einzelnen Personen genau so reagiert, wie es die Autorin beabsichtigt hat. Als Lilian sich am Ende des Buches schließlich aufrafft und zu neuem Selbstbewusstsein entschließt, war ich richtig stolz auf *unsere Heldin*. Das schreibe ich jetzt mit einem zwinkernden Auge und möchte damit der Frauenliteratur ein wenig an Ernsthaftigkeit nehmen. Trotzdem spricht das Buch ernsthafte Themen, wie Essstörungen bei Jugendlichen, Minderwertigkeitsgefühle bei Frauen und Kindern und Brutalität in der Ehe an. Zwar finde ich es gut, wenn solche Themen in Romanen behandelt werden, doch bezweifle ich ihre Ernsthaftigkeit, wenn sie in einem Frauenroman verkitscht werden. Außerdem glaube ich, dass solche Bücher nicht helfen. Stelle ich mir vor, ich wäre in der Situation, dass mein Mann mich schlagen würde.... Ich glaube nicht, dass mir das Buch Mut machen würde. Soll ich meinen Mann umbringen, bevor er mich umbringt und damit riskieren, dass ich lebenslang in Haft sitze? Klar, Joy Fielding will der Leserin vermitteln, sich gegen Gewalt in der Ehe zu wehren. Aber ist ein Mord das richtige Beispiel??? Nein, also wirklich nicht! Da dieses Buch sicherlich nicht von gewaltbereiten Männern gelesen wird, sehe ich in dieser *Lehre* eigentlich keinen Sinn.
Auch das Problem *Essstörung* wird nicht damit behoben, indem man das Kind (!!!) zum Psychiater schickt. Klar, Joy Fielding, will der Leserin damit sagen, dass man nicht wegschauen soll - dass man sich einmischen soll, wenn man sieht, dass ein Kind leidet. Aber löst man das Problem, indem man dem Kind sagt: *Mädchen, du bist krank, sag deiner Mutter, dass du zum Psychiater willst*???? Nein, das finde ich absurt!
Deshalb kann ich abschließend nur sagen, dass das Buch als unterhaltsame Frauenliteratur zwar ganz nett ist, aber garantiert keine tiefgreifende und emotionale Überlegungen bei mir hervor ruft.
FAZIT
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Nette Frauenliteratur mit viel Spannung, die leider nicht hält, was sie verspricht! Ich verschlang das Buch in einem Zug, weil ich glaubte, dass der Aha-Effekt mich am Ende begeistern würde. Anstelle dessen bekam ich mehrere Handlungsstränge, die sich im Nichts auflösten und keineswegs spannend endeten.
*Ich will Ihren Mann* ist mein zweiter Joy Fielding-Roman, den ich lese. Deshalb kann ich nur sagen, dass er mich etwas enttäuscht hat. *Lauf, Jane, lauf* ist um Längen besser!!
Ich vergebe trotzdem noch drei Sterne, weil mir der Grundgedanke sehr gut gefallen hat, aber leider nicht zufriedenstellend umgesetzt wurde. Dass Joy Fielding eine faszinierende Spannung erzeugt, sie dann aber ohne Höhepunkt einfach ausklingen lässt, nehme ich ihr übel....
In diesem Sinne... alles bleibt anders... eure Dotti weiterlesen schließen
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