Pro:
Billigflieger, übersichtlich
Kontra:
Auch hier jetzt Parkgebühren, aber kein entsprechender Service
Empfehlung:
Ja
Nachdem ich im Januar 2004 mittlerweile zum dritten mal ab Frankfurt-Hahn geflogen bin, möchte ich hier einige Erfahrungen zum Besten geben.
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Lage und Anreise:
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Der Flughafen liegt im Hunsrück, etwa 120 km von Frankfurt und etwa 140 km von Köln entfernt. Der Name Frankfurt-Hahn sollte also nicht zu ernst genommen werden, er dient m.E. in erster Linie zu Werbezwecken.
Ursprünglich war es ein Militärflughafen, seit einigen Jahren wird er dagegen nur noch als Fracht- und Personenflughafen genutzt. Besonders in Kombination mit dem Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt wird die Bedeutung als Frachtflughafen weiter steigen, falls dort wirklich ein Nachtflugverbot durchgesetzt wird.
Die Anreise zum Flughafen ist recht unproblematisch. Zwar ist keine Autobahn in direkter Nähe, aber über mittlerweile gut ausgebaute Bundesstraßen (zum Teil vierspurig) erreicht man den Flughafen sehr gut mit dem Auto. Einen Bahnanschluss gibt es nicht, jedoch fahren Busse z.B. ab Köln, Koblenz, Mainz und Frankfurt regelmäßig zum Flughafen. Weitere Informationen dazu auf der Flughafen-Homepage www.hahn-airport.de.
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Parken:
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Die meisten Fluggäste reisen mit dem PKW an, was aufgrund der vielen Parkplätze kein Problem ist. Leider ist es seit ungefähr nicht mehr möglich, kostenlos zu parken. Vorher wurde immer stark damit geworben, dass man kostenlos parken könne, die Flughafengesellschaft hat die Entscheidung, Parkgebühren zu fordern, damit begründet, dass der "Wildparkerei" Einhalt geboten werden müsse. Somit ist ein wesentlicher Vorteil des Flughafens verloren gegangen.
Die Parkgebühren betrugen auf den Langzeitparkplätzen im Januar 2004 3€ pro Tag bzw. 18€ pro Woche. Mittlerweile sind diese Preise nochmal angehoben worden auf 5€ pro Tag bzw. 25€ pro Woche. Zwar ist dies im Vergleich zu anderen Flughäfen kein besonders hoher Betrag, dennoch gibt es nach wie vor viele vergleichbare Regionalflughäfen (z.B. Paderborn) die auch kostenlose Parkplätze anbieten. Ärgerlich finde ich vor allem, dass trotz der erhobenen Parkgebühren der Service schlecht ist. So sind die Parkplätze z.T. sehr weit vom Terminal entfernt, es gibt zwar einen Shuttlebus, aber der hält auch nur an wenigen Punkten, so dass selbst zum Bus hin noch ein ziemlich weiter Weg zurückgelegt werden muss. Gepäckwagen sind nur vorhanden, falls ein vorher abgereister Fluggast einen stehengelassen hat. Die Plätze sind zum großen Teil nur geschottert und besonders im Winter z.T. sehr matschig.
Auf der Internetseite wird empfohlen, dass man mit dem Auto vor den Terminaleingang vorfährt, die Mitreisenden mitsamt Gepäck aussteigen und der Fahrer dann alleine zum Parkplatz fährt und ohne Gepäck zum Terminal läuft bzw. mit dem Shuttlebus fährt. Diese Variante ist durchaus zu empfehlen, funktioniert natürlich nur, wenn mindestens zwei Leute gemeinsam reisen.
Nach meinen Erfahrungen ist an den Flughäfen, wo Parkgebühren verlangt werden, der Service beim Parken doch deutlich besser. Z.B. in Köln, wo das Auto geschützt im Parkhaus steht, man trockenen Fußes über einen Aufzug nach unten kommt und dort direkt in einen Shuttlebus einsteigen kann.
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Terminals, Ausstattung, Abfertigung:
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Es gibt zwei Terminals, die durch einen überdachten Gang miteinander verbunden sind. Diese sind sehr einfach gehalten, man merkt, dass der Flughafen in kürzester Zeit und mit sehr geringem Kapitaleinsatz ausgebaut wurde. Dies sehe ich aber nicht als Manko an, wer von Hahn aus fliegt, macht dies meist wegen der Billigflüge von Ryanair&Co. Dann ist es auch nicht notwendig, dass der Flughafen besonders nobel ausgestattet ist.
Die ganze Anlage ist übersichtlich ausgestattet, verlaufen kann man sich wegen der geringen Größe eigentlich nicht.
Außer den Abfertigungsschaltern der Fluggesellschaften gibt es noch verschiedene gastronomische Angebote, die für einen vielleicht ein- bis zweistündigen Aufenthalt voll ausreichen. Allerdings sieht man hier doch z.T. sehr deftige Preise, die eher an Großflughäfen erinnern.
Weiterhin gibt es Autovermietungen, Buch- und Zeitschriftenläden, Geldautomat und einen Friseur.
Neben Ryanair mit derzeit insgesamt 21 Flugzielen gibt es noch die italienische Gesellschaft Volareweb, die nach Berlin und Venedig fliegt, außerdem noch einige Charterflüge z.B. von LTU und SunExpress.
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Einchecken, Abfertigung, Ankunft:
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Das Einchecken verläuft sehr schnell, man muss keine weiten Wege zurücklegen. Die Sicherheitskontrollen sind ebenfalls schnell und gründlich erledigt. Der Wartebereich vor den Abfluggates ist ausreichend groß, es gibt einen kleinen Tax-Free-Shop sowie die Möglichkeit, Snacks und Getränke zu erwerben.
Gemäß dem Konzept, alles möglich billig zu gestalten, läuft man vom Terminal aus über das Rollfeld zum Flugzeug. Auch das nimmt man als preisbewusster Ryanair-Kunde in Kauf, allerdings kann es bei Sturm und Schneefall schon recht ungemütlich werden. Bei meinem letzten Flug war dies der Fall, der Fußweg zum Flugzeug war schnell glatt, da der nicht geräumte Schnee festgetreten war, das vielleicht fünfminütige Warten auf der offenen Treppe vor dem Flugzeug schien sich in dem Schneesturm endlos hinzuziehen. Aber wie lautete doch die Werbebotschaft im Warteraum: "Auf dem Weg zum Flugzeug verbraucht Ihr Körper 27 kCal!" Sehr tröstlich, oder?
Bei der Ankunft habe ich verschiedene Erfahrungen gemacht: Bei dem letzten Flug ging alles sehr schnell, noch während ich zur Passkontrolle anstand, rollte mein Koffer über das Gepäckband. So konnte ich bereits 10 Minuten, nachdem ich aus dem Flugzeug gestiegen bin, samt Gepäck den Flughafen verlassen.
Bei einem vorherigen Flug dagegen zog sich die Ankunft sehr lange hin, die Gepäckbänder wurden noch gewechselt und es dauerte ca. eine halbe Stunde, bis der erste Koffer aus unserer Maschine ankam.
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Fazit:
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Die Konzeption als Billigflughafen ist in Ordnung, trotz des schnellen Wachstums ist alles übersichtlich geblieben. Allerdings sollte bei einer Verteuerung des Angebots (siehe Parken) auch der Service Schritt halten, sonst ist der Vorteil von Ryanair schnell aufgebraucht. Erwähnenswert ist noch, dass durch die ländliche Umgebung z.B. Hotels und Gaststätten im Umkreis sehr günstig sind gegenüber denen in der Nähe von Ballungsraumflughäfen.
Der Flughafen profitiert stark von der Anziehungskraft der Ryanair. Dennoch ist nach wie vor die Gewinnzone nicht erreicht, so dass der Steuerzahler letztlich Ryanairs Expansion mit finanziert. Es ist m.E. fraglich, ob das auf Dauer so weiterläuft. Ich persönlich halte da das Konzept der kleineren Regionalflughäfen, wie eben z.B. Paderborn, für zukunftssicherer. Dort wird eher mit etablierten Gesellschaften wie z.B. AirBerlin gearbeitet, die mittlerweile ja auch Günstig-Flüge anbieten, das Wachstum geht dort eher gemäßigt weiter und man ist nicht von einer einzelnen Gesellschaft total abhängig, die letztlich natürlich die Preise diktieren kann. weiterlesen schließen
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