Pro:
klein und übersichtlich
Kontra:
provisorische Einrichtung
Empfehlung:
Nein
Lübeck-Blankensee Airport (LBC) – das klingt so gar nicht nach großer, weiter Welt.
Dennoch hat Ryanair, rund 60km von Hamburg entfernt, hier einen ansehnlichen Stützpunkt eingerichtet. Die Billigflieger aus Irland fliegen aus Lübeck täglich nach London, Bergamo, Stockholm, Shannon und Dublin.
Dazu kommt die Wizzair mit Flügen nach Danzig.
Dennoch bleibt der Lübecker Airport ein Provinzflughafen.
Anfahrt
Mit Ausbau der A 20 ist die Anfahrt deutlich einfacher geworden. Musste man früher ein gutes Stück durch Lübecks Vororte und Industriegebiete irren, kann man heute die Abfahrt Groß-Sarau nehmen.
Wenn man von der Autobahn runter ist, beginnt die Ausschilderung.
Man benötigt dann noch etwa 10 Minuten Landstraßenfahrt, ehe man den Flughafen erreicht.
Auf der Autobahn selbst ist die Beschilderung leider noch verkehrt. Mit einem Navi ist das aber alles natürlich kein Problem.
In Planung ist eine echte Flughafenabfahrt.
Die Gesamtfahrzeit von Hamburg beträgt am frühen Morgen etwa 50 Minuten (unter weitgehender Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen).
Parken
Es gibt drei Parkzonen.
Zwei befinden sich in direkt vor dem Flughafengebäude (P1, P2) und sind inzwischen nicht mehr kostenlos. Pro Tag muß man 12 Euro rechnen. 1 Stunde kostet 1 Euro.
Der Langzeitparkplatz, P3, liegt etwa zehn Gehminuten entfernt und kostet für den ersten Tag 6 Euro und wird dann gestaffelt billiger. 13 Tage kosten nur noch 44 Euro.
Terminals
Vorweg.
Der Flughafen ist winzig. Eigentlich besteht er nur aus einem großen Flachbau mit angehängtem Partyzelt (ja wirklich!), dass die Abflughalle darstellt.
Im festen Gebäudeteil ist links der Abflugterminal mit drei Schaltern, von denen nie jemals mehr als zwei gleichzeitig besetzt waren.
VOR dem Einchecken wird das komplette Gepäck durchleuchtet. Offenbar gibt es im Frachtbereich keine Durchleuchtungsmöglichkeit mehr.
Nach dem Check-In verlässt man den Bereich durch eine provisorisch gezimmerte Tür und steht wieder im winzigen Flughafengebäude.
Neben einem RyanAir Infoschalter befinden sich dort Toiletten und ein kleines Restaurant, dass zu recht zivilen Preisen gutbürgerliches Essen anbietet.
Abflug
Wenn man in den Abflugbereich geht, wird das Handgepäck erneut durchleuchtet und die Fluggäste kontrolliert.
Danach kommt man in ein großes, befestigtes und beheiztes Partyzelt, dass inzwischen offenbar so gut etabliert ist, dass anscheinend keiner mehr über ein festes Gebäude mehr nachdenkt.
Hier gibt es einen Kiosk, den man nur vor der Passkontrolle betreten kann. Die Kontrolle wird von zwei Beamten in einem zusammen gezimmerten Häuschen durchgeführt.
Wer da durch ist, kann an keine Getränke oder Reiseproviant mehr kaufen.
Man sitzt dann auf Hartplastikstühlen und wartet darauf, den Flughafenvorplatz zu betreten.
Die Flugzeuge erreicht man nach einem halbminütigen Fußmarsch. Sie stehen direkt vor dem Zelt.
Ankunft
Das Ankunftsterminal ist ähnlich abenteuerlich.
Nach Landung wandert man einfach in den Flughafen und wird dort von zwei Zollbeamten überprüft, ehe man die Gepäckhalle betritt.
In der zugigen Halle gibt es ein uraltes Laufband, dass sich etwa zehn Minuten nach der Landung polternd in Bewegung setzt. Die Gesamtlänge des Laufbandes beträgt sagenhafte 20 Meter - eigentlich könnte man auch den Gepäckwagen in die Halle ziehen...
Neben dem Laufband findet sich dort noch eine Toilette.
Nach verlassen der Halle steht man im zweiten Gebäudeteil des Flughafens und fast schon auf dem Parkplatz.
Fazit
Wenn es einen Flughafen der kleinen Wege gibt, dann ist es Lübeck-Blankensee.
Hier ist kein Weg weiter als fünfzig Meter, selbst zu den Fliegern muß man nicht weiter gehen.
Allerdings dürfte der Flughafen für manchen Reisenden einen echten Schock bedeuten, wenn er Deutschland in einem verdächtig nach Drittwelt aussehenden Flughafen bereist.
Alles ist hier provisorisch. Die Gepäckabfertigung ebenso wie die Sicherheitsüberprüfung oder die Wartebereiche
Leider sind die Parkplatzgebühren inzwischen fast auf internationalem Niveau, was dem Charakter des Flughafens nicht ganz entspricht.
Der ist nämlich ein schlechter Provinzflughafen, der nicht mal besonders liebevoll daher kommt.
Um hier einen wirklich Flugplatz zu etablieren, wären erhebliche Anstrengungen im Infrastruktur und Gebäudebereich notwendig.
Immerhin ist die Anfahrt inzwischen einfacher geworden.
Die Bewertung für Nicht-Empfehlenswert bezieht sich auf Besucher, denen hier gar nichts geboten wird. Fluggäste von RyanAir haben da ja keine Wahl, wenn sie nach Norddeutschland wollen.
Dieser Bericht ist unter dem Namen "manwah" auch bei Ciao erschienen weiterlesen schließen
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