Pro:
überwiegen spannend und bewegend, starke Charaktere
Kontra:
kleinere Längen
Empfehlung:
Ja
"Die Brücken der Freiheit" ist ein historischer Roman von Ken Follett. Die englischsprachige Originalausgabe erschien 1995 unter dem Titel "A Place Called Freedom".
Inhalt
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Im 18. Jahrhundert arbeitet der schottische Bergarbeiter Malchi McAsh, der von allen nur Mack genannt wird, in den Kohlegruben des adligen Sir George Jamisson. Alle Arbeiter arbeiten dort in dem Glauben, sie seien unfrei und hätten keine andere Wahl. Doch eines Tages bekommt Mack Nachricht von einem Londoner Anwalt, dass es von Gesetzes wegen das Recht der Arbeiter sei, frei zu entscheiden, was und bei wem sie arbeiten wollen, wenn sie nach ihrer Volljährigkeit noch nicht länger als ein Jahr in den Gruben arbeiten.
Als Mack diese Nachricht verbreitet, zieht er sich den Unmut von Sir George und dessen ältestem Sohn Robert zu. Diese können keine Unruhen unter ihren Arbeitern gebrauchen. Sie haben schon genug private Probleme, denn Sir Georges ungeliebter zweiter Sohn Jay schnappt Robert die für ihn vorgesehene Braut vor der Nase weg.
So ist auch keiner böse drum, als Mack nach London flieht. Doch auch dort führt sein Streben nach Gerechtigkeit wieder zu Ärger. Er macht einen eigenen Trupp auf, der die Kohle aus den ankommenden Schiffen löscht und zieht sich damit den Unmut der Unternehmen zu, die ihre Arbeiter bisher zu einem Hungerlohn die Schiffsladungen löschen ließen.
Als die Schiffseigner unter der Federführung von Sir George Jamisson sich weigern, Mack und andere neu gegründete Löschtrupps zu beschäftigen, treten die Hafenarbeiter, angeführt von Mack McAsh, in einen Streik.
Um diesen Streik gewaltsam beenden zu können, stellen die Unternehmer und andere Mächtige Mack eine Falle, die diesen als Aufwiegler vor Gericht bringt. Auf Intervention von Jays Frau Lizzie Hallim wird Mack aber nicht zum Tode, sondern zur Deportation nach Amerika verurteilt.
Dort ist er gezwungen, auf einer Tabakplantage zu arbeiten, die inzwischen Jay Jamisson gehört. Doch dieser interessiert sich im Gegensatz zu seiner Frau kaum für die Plantage. Er will sich ein schönes Leben machen und in die Politik einsteigen. Dabei macht er sich unter den anderen Plantagenbesitzern allerdings keine Freunde. Auch seine scheinbar so große Liebe zu seiner Frau Lizzie ist nahezu erloschen. Als sie auch noch herausbekommt, dass Jay sie betrügt, wendet sich Lizzie McAsh zu, den sie schon seit ihrer Jugenzeit in Schottland kennt…
Aufbau des Buches und Kritik
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"Die Brücken der Freiheit" fing super an und hat mich echt begeistert. Leider ließ die Geschichte zum Ende hin dann aber stark nach.
Das Buch lässt sich klar erkennbar in drei Teile gliedern. Der erste spielt in Schottland und handelt insbesondere von Malachi McAshs Arbeit in dem Kohlebergwerk der Jamissons. In diesem Teil nehmen aber auch die Familienstreitigleiten der Jamissons großen Platz ein.
Je weiter das Buch voranschreitet, um so mehr dreht sich die Geschichte um den nach Freiheit strebenden Schotten McAsh, auch wenn die Jamissons immer wieder eine Rolle spielen.
Den zweiten Teil bildet McAshs Arbeit als Kohlelöscher in London, bis er auch hier auf Intervention der Jamissons wieder vertrieben wird.
Der abschließende dritte Teil handelt von dem Versuch McAshs, Lizzie und Jay Jamissons, sich in der neuen Welt eine neue Existenz zu aufzubauen.
Während die ersten beiden Teile durchgehend spannend und bewegend geschrieben sind, beginnt die Geschichte nach der Ankunft der Hauptcharaktere in Virginia langsam vor sich hinzuplätschern. Erst zum Ende hin wird es wieder etwas spannender.
Der bemerkenswerteste Charakter in "Die Brücken der Freiheit" ist sicherlich Malachi McAsh. Er ist von Anfang an felsenfest davon überzeugt, dass es sein Recht ist, in Freiheit zu leben. Und er lässt sich auch von nichts und niemandem von dieser Meinung abbringen, egal, in welche Schwierigkeiten er gerät.
Auf seinem Weg zum schließlich stattfindenden Happy End macht McAsh ganz verschiedene Arten der "Sklaverei" durch. Zuerst als (angeblich) unfreie Bergarbeiter in den schottischen Kohleminen von Sir George Jamisson, wo er dem Gutdünken seines Gutsherrn ausgeliefert ist.
Nach seiner Flucht gerät er in London in die "Fänge" der einflussreichen Löschunternehmer, die die Kohlelöscher zu einem Hungerlohn für sich arbeiten lassen. Da die meisten der Arbeiter neben sich auch noch ihre Familien ernähren müssen, sind sie völlig von den Unternehmern abhängig. Doch auch aus dieser Art der "Sklaverei" gelingt es McAsh zumindest vorübergehend auszubrechen. Aber schon bald muss er erkennen, dass die Einflussreichen und Mächtigen stets am längeren Hebel sitzen und sich nur wenig um Recht und Gesetz scheren.
In Virginia schließlich muss McAsh als Strafgefangener sieben Jahre ohne Lohn als Quasi-Sklave arbeiten, wobei es ihm aber immer noch besser geht, als den aus Afrika verschleppten Sklaven, die ebenfalls auf den Plantagen der Großgrundbesitzer arbeiten müssen.
Der widersprüchlichste Charakter des Buches ist Jay Jamisson. Im ersten Teil des Buches hält man als Leser trotz seiner aus heutiger Sicht sicherlich untragbaren Einstellungen zu manchen Dingen noch zu ihm, da er der "Unterdrückte" ist und so schwer unter seinem Vater und seinem älteren Bruder zu Leiden hat. Um so mehr freut man sich, al es Jay gelingt, seinem Bruder die hübsche Lizzie Hallim vor der Nase wegzuschnappen.
Aber schon während die Handlung sich nach London verlagert, wird schnell deutlich, dass Jay sich gar nicht so sehr von seinen Verwandten unterscheidet. Auch wenn er ihn nicht leiden kann, arbeitet er doch seinem Vater in die Hände.
In Virginia zeigt Jay dann endlich sein wahres Gesicht und wird zu einem richtigen Kotzbrocken. Er ist aber auch einfach zu schwach, um sich gegen den Einfluss einiger übler Subjekte zu wehren.
Autor
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Ken Follett wurde am 05.06.1949 in Cardiff (Wales) geboren. Da ihm seine Eltern weder erlaubten Fernsehen zu schauen, noch Radio zu hören oder ins Kino zu gehen, wurde er schon früh zu einem eifrigen Bücherleser.
Mit zehn Jahren zog er mit seiner Familie nach London und studierte dort später am University College Philosophie. Zu Beginn seines Studiums heiratete der inzwischen 18jährige Follett seine erste Frau Mary.
Nach seinem Studium arbeitet Ken Follett einige Jahre als Journalist, bevor er anfing, seine ersten Romane zu schreiben.
Seinen ersten großen Erfolg als Schriftsteller hatte er 1978 mit dem Roman Die Nadel (Eye of the Needle), der sich mehr als 10 Millionen Mal verkaufte.
In der Folge engagierte sich Follett auch in der Politik und heiratete nach seiner Scheidung 1985 seine zweite Frau Barbara, die inzwischen Mitglied des britischen Unterhauses ist.
Heute lebt Ken Follett mit seiner Familie in Hertfordshire
Mehr Informationen über Ken Follett und seine Werke findet ihr im Internet unter http://www.ken-follett.com/de, der offiziellen Homepage des Autors. Dieser Seite sind auch die Informationen für die obige kurze Biographie entnommen.
Fazit
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"Die Brücken der Freiheit" ist ein gutes Buch mit einer bewegenden Geschichte über den Kampf eines schottischen Bergarbeiters für seine Freiheit.
Ohne die kleineren Längen zu Beginn des dritten Teils des Buches, hätte dieser Roman sicherlich die volle Sternenzahl verdient, so ziehe ich bei der Bewertung einen Stern ab.
Dennoch macht es Spaß, dieses Buch zu lesen, so dass ich es guten Gewissens weiterempfehlen kann.
Daten
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Die Brücken der Freiheit / Follett, Ken
Bastei Lübbe, 1998
Taschenbuch, 544 Seiten
ISBN: 3-404-12815-X
Preis: 9,90 Euro weiterlesen schließen
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