Pro:
Ein Erlebnis der besonderen Art in Frankreich
Kontra:
Shit kalt da oben aber dennoch auszuhalten :O)
Empfehlung:
Ja
Im Sommer 2005 verbrachte ich zum ersten Mal in meinem Leben 14 wunderschöne Tage in Südfrankreich, genau gesagt in Pont Saint Esprit. Dazu könnt ihr meinen Einzelbericht lesen.
Schon auf der Fahrt zum Urlaubsziel konnten wir diesen Riesen Mont Ventoux, den "König der Provence sehen und da war klar, dass wir auch einen Tag nutzen würden, diesen Berg mal zu besteigen. Na gut bestiegen haben wir ihn dann doch nicht, eher befahren., den
.•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•..
.•:*¨ ¨*:•..•:*¨ ¨*:•. MONT VENTOUX. •:*¨ ¨*:•..•:*¨ ¨*:•.
.•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•.
----------------------------------------------------------------- ----
.•:*¨ ¨*:•. Etwas allgemeines über den Berg .•:*¨ ¨*:•.
----------------------------------------------------------------------
Von Bekannten erfuhren wir, dass dieser Berg auch der Heilige Berg der Provence genannt, zu den Alpen zugehörig, auch das Schicksal einiger Radrennfahrer besiegelte. Unter anderem verstarb Tom Simpson, ein englischer Radfahrer, am 13. Juli 1967 bei einer Tour auf dem Berg.
Der Mont Ventoux ragt mit seinen 1912 m weit über alle anderen Berge hinaus.
Die Erstbesteiger waren wir natürlich nicht, das war laut Aufzeichnung ein Dichter namens Francesco im Jahre 1936.
Der Berg wurde übrigens auch mehrmals auf den Streckenplan der Tour de France gesetzt, was ich nun, nachdem ich selbst dort war, für puren Wahnsinn halte, und nun erst mal begreife, was diese Radfahrer so geleistet haben. Ich glaube 2002 ging die Strecke auch noch mal dort hinauf. Vor allem hab ich feststellen müssen, dass die Steigung des Berges enorm ist, ich würde da keine 10 m weit kommen mit dem Rad. Die durchschnittliche Steigung beträgt 7,6 % und die maximale Steigung 13 %.
-------------------------------------------------------
.•: *¨ ¨*:•. Unsere Tour nach oben .•:*¨ ¨*:•.
-------------------------------------------------------
Nachdem ich mich nun etwas schlau gemacht hatte, was diesen Riesen betrifft, wollte ich ihn natürlich auch in Natura sehen und wie gesagt auch den Gipfel erklimmen.
Aus Malaucene kommend führt die Straße von dem kleinen Örtchen Sault rauf auf die Bergstraße, die sich bis auf die Spitze nach oben schlängelt. Ständig überholten wir schwer schniefende Radfahrer, die das gleiche Ziel im Auge hatten wie wir. Entspannter sahen schon die Fahrer aus, die fröhlich rollend nach unten sausten.
Einige Male pausierten wir auf der Strecke, um die Landschaft zu genießen und den wundervollen Ausblick. Da wir in Pont Saint Esprit bei 35 Grad losgefahren sind hatte ich natürlich ein leicht luftiges Kleidchen an, was sich bald als Fehlentscheidung herausstellte. Denn bei einer Pause auf halber Strecke schon merkte ich, dass die Temperatur mächtig gefallen war. Und wenn man nach oben blickte hatte man den Eindruck auf dem Gipfel läge Schnee, oje, dachte ich nur, da werden wir wohl nicht aussteigen können aus dem klimatisierten Auto. Aber egal, wir fuhren weiter.
Die Auffahrt verlief, abgesehen von recht viel Verkehr, rauf und runter, Radfahrer, die ständig an einem vorbeisausten und uns zwangen, recht langsam zu fahren, sehr angenehm. Ich kann nicht mehr genau sagen, wie lange wir brauchten um endlich oben auf dem Gipfel anzukommen, aber über eine Stunde waren wir unterwegs, da bin ich sicher. Aber bei einem so tollen Ausblick lässt man sich gern Zeit.
Die Vegetation, die wir noch unten am Fuße des Berges vorfanden, Weinberge, Lavendel, Obstplantagen und Oleander wurden, je näher wir dem Gipfel kamen immer dürftiger.
Irgendwie war das schon seltsam, Runde um Runde, die Antennen des Gipfels immer im Visier - die mich übrigens irgendwie an den einen Film über Käpten Nemo erinnerten, der seine Antennenkugeln ausfuhr um sich vor nähernden Menschen zu schützen (vielleicht kennt den Film ja noch jemand) - lies die Vegetation zu wünschen übrig. Alles wurde immer kahler, vereinzelt standen noch ein paar seltsame Büsche und Pflanzen herum, auf einem völlig trocken aussehendem Boden und Geröll.
Nun wusste ich auch, dass es kein Schnee war, was ich vom Fuße des Berges sah.
Die vereinzelten, seltsamen Pflanzen, die man noch sah, teilweise eben wie kleine Büsche aussehend, wachsen normalerweise nur in einem subpolaren Klima nun wusste ich schon ungefähr, was mich erwarten würde, wenn ich oben auf dem Gipfel aus dem Auto steige.
-------------------------------------------------
.•:*¨ ¨*:•. Oben angekommen.•:*¨ ¨*:•.
-------------------------------------------------
Nun waren wir oben, und das erste, was mir auffiel war, die Leute, bis auf die gut durchtrainierten Radfahrer, liefen in dicken Jacken herum und mit Mützen auf dem Kopf,
na prima , dachte ich, na dann zeig mal, was du drauf hast, wir werden ja sehen, wie abgehärtet du bist.
1912 m hoch, Wahnsinn, kaum, dass wir die Autotür öffneten spürte ich schon einen stürmischen beißenden Wind um meine Nase fegen. Ich glaub, hier oben lerne ich Fliegen, war mein nächster Gedanke. Aber was solls, raus aus dem Auto und zittern, nun wollte ich auch noch die letzten Meter des Gipfels besteigen. Die führten hoch zur Plattform, wo die großen Antennen stehen, die wir schon von unten sahen. Diese Sendestationen strecken sich gen Himmel, so als wäre ihnen der Berg nicht selbst schon hoch genug, auf dem sie stehen.
Wir hatten sicht ganz so tolles Wetter an dem Tag erwischt, um einen perfekten Ausblick rundherum genießen zu können. Man kann von dem Berg bis zum Mittelmeer sehen und zu den Pyrenäen. Auf der Plattform klammerten wir uns alle aneinander, um überhaupt stehen zu können, der Wind trieb uns voran, echt krass.
Ich blickte mich kurz um, wir drehten einen kleinen Film zur Erinnerung, ich sammelte schnell noch einen Stein auf (ist immer irgendwie ein richtig originales Erinnerungsstüclk) aus der Geröllwüste, wie man es bezeichnen könnte, und schwupp waren wir auch schon wieder runter von der Plattform. Spaß hatten wir auf alle Fälle eine Menge.
Außerdem brauchte ich mal wieder eine kleine Aufwärmung, denn ca. 10 Grad (wie gesagt am Fuße des Berges 35 Grad) war mir in meinem Sommerkleidchen dann doch schon auf die Dauer etwas zu kalt. Und die Luft blieb mir auch langsam weg, es war echt schwierig normal zu atmen.
Wie üblich, gibt es auch auf dem Berg einen Souvenirladen. Also nix wie rein. Da wars auch schön warm drin. Ich schaute mich um und fand dann auch noch ein kleines Andenken, ein Weinkörbchen. Ich hatte so meine Mühe beim bezahlen, leider sprach mal wieder keiner meine Sprache (und ich nicht ihre) und auch auf Englisch reagierten sie nicht. Ein Zettel half dann weiter. An Gastronomie kann ich mich seltsamerweise nicht erinnern, somit kann ich dazu nix sagen.
Gut durchgefroren stiegen wir wieder ins Auto und hielten auf der Fahrt nach unten noch einige Male an, um wiederholt diesen phantastischen Ausblick genießen zu können. Picknickplätze laden dazu ein.
-----------------------------
.•:*¨ ¨*:•. Fazit.•:*¨ ¨*:•.
-----------------------------
Es war ein Erlebnis der besonderen Art, mal ganz da oben, dem Himmel so nah, gewesen zu sein, wenn ich heute einen Bericht im TV über den Berg und die Umgebung sehe bin ich jedes Mal wieder total fasziniert, auch davon, dass ich selbst schon mal auf dem Gipfel des Mont Ventoux gewesen bin.
In Gedanken stelle ich mir immer vor, wie doch ein Blick auf einen Sonnenauf- oder Untergang von diesem Berg wäre, ich denke ein überdimensionales Erlebnis. Leider werde ich so schnell nicht wieder die Gelegenheit haben, diesen Berg live zu sehen und zu besteigen(fahren). Aber ich empfehle jedem, der auch nur in der Nähe ist, sich dieses Erlebnis nicht entgehen zu lassen. Den Web-Tip, den ich beistelle, solltet ihr Euch erst mal nicht entgehen lassen, ihr findet einen kurzen auch bildlichen Überblick über den Berg vor
Bedauerlicherweise kann ich Euch keine Fotos mit einstellen, da wir nur ein Video gedreht haben und ich hab kein Programm, um die Bilder da raus zuschneiden, aber ich gebe euch einen Link an, über den ihr Euch bestens informieren könnt in Wort und Bild über den König der Provence.
.•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•.
http://www.montivagus.de/fpven.html
.•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•. .•:*¨ ¨*:•.
Sollte sich jemand mehr für diese Gegend interessieren, ich werde bald mehr darüber berichten, habt Geduld.
Euer Mondlicht für Ciao, TRIVAGO Juli 2007 weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben