Pro:
Unglaubliche Landschaften und faszinierende Tierwelt
Kontra:
macht suechtig dort mehr Zeit zu verbringen
Empfehlung:
Ja
... und wieder ein Bericht zu meiner Australien Tour. Während meiner "Working Holidays" in Downunder habe ich ca. sieben Monate in Sydney gelebt (erst im reichen Stadtteil, dann im "Workers Suburb), habe fuer vier Wochen einen Abstecher nach Singapur gemacht und in den vier Monaten meiner Reise von Sydney bis Cairns unter anderem im Fruit-Packing gearbeitet.
Die Berichte zum Thema
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1. Au-Pair in Sydney
2. Kinder, Malls und Heiligkeiten - Au-Pair in Singapore
3. Regenwald, Seen, Duenen und Strand - k'Gari
4. Konkurrenzlos - die Great Ocean Road
Entschuldigt die kurze Einleitung, es geht schon los:
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Auf meinem Weg von Sydney nach Cairns im Jahre 2004 gab es einige "Attraktionen", die ich auf keinen Fall auslassen wollte, darunter auch die viel umschwaermte Sandinsel "Fraser Island"
Der urspruengliche Name "k' Gari", den die Aborigines der mit 120 km Laenge und einer Flaeche von 184.000 Hektar groessten Sandinsel der Welt gaben, steht fuer den Ausdruck "Paradies". Mit seiner unglaublich vielfaeltigen Landschaft wird Fraser Island diesem Namen durchaus (und mehr) als gerecht. Wo sonst waechst Regenwald auf 200m hohen Sanduenen.
Ueber 200 verschiedenen Vogelarten und 25 Arten Saeugetiere vergnuegen sich hier im Regenwald und den uber 40 Seen.
Das Paradies liegt dem Oertchen Hervey Bay gegenueber, 300 km noerdlich von Brisbane
...Weitere Informationen sind im Text enthalten...
FRASER ISLAND SAFARI
'''''''''' Tag 1..... Basin Lake und Lake McKenzie ''''''''''
Um halb sechs Uhr morgens hiess es aufstehen, fertig machen und an der Ausflugsbesprechung teilzunehmen. Chris, der Guide ging haarklein die Route und Gefahren mit uns durch, erzaehlte uns mehr als 3-fach, das wir auf jeden Fall die Zeiten von Ebbe und Flut beachten muessen, wir uns vor den gefaehrlichen, aber harmlos erscheinenden Dingos und den Wash-Out's in Acht nehmen sollten.
*Anmerkung* In den letzten 6 Jahren wurden 20 Leute von Dingos angegriffen und im Jahr 2001 ist ein sechsjaehriger Junge einem Angriff erlegen.
Irgendwas nach 8 Uhr morgens machten wir uns mit einem Konvoi von vier Landcruisern auf den Weg in Richtung Faehre nach Fraser Island. Die Fahrt mit derselben dauerte ca. 20-30 Minuten. Auf der Faehre konnte man noch letzte Snacks erstehen, waehrend sich langsam Aufregung breit machte: Wer faehrt das Auto!!?? Irgendwann hat sich unser Kanadier Chris breitschlagen lassen, was sich als hervorragend herausstellte, denn er hatte schon 4WD Erfahrung in Kanada auf Offroadstrecken und im Schnee machen koennen. Unsere Gruppe bestand uebrigens aus 11 Leuten: Sechs Iren (Paul, Feysel, Kathrine, Lee, Linda, Linda), einer Englaenderin (Rebecca), zwei Kanadiern (Chris und Megan) und Claudia und mir.
Als erstes fuhren wir zur Central Station, um von dort aus durch den eindrucksvollen und auesserst lebhaften Regenwald, am Wangoolba Creek vorbei 2,5 km zum Basin Lake zu wandern. Obwohl das Wasser des Sees ziemlich kalt war sprangen fast alle hinein. Das Wasser dieses See schimmert dunkelgruen und er ist von dichtem Regenwald umgeben. Die mehr oder weniger von Chris versprochenen Schildkroeten haben wir leider nicht gesehen.
Nachdem wir ca. zwei Stunden spaeter wieder am Wagen ankamen, fuhren wir zum Lake McKenzie um eine weitere Runde zu schwimmen, Fotos zu schiessen und um endlich etwas zu essen. Der See ist wunderschoen, nicht nur das der Strand wirklich strahlend weiss ist, auch das Wasser ist super klar. Das Wasser schimmerte ins unterschiedlichen Farben und es kann jedem Vergleich mit der Karibik standhalten. Dieser See war allerdings noch kaelter als der vorherige, so dass sich eine hartnaeckige Gaensehaut auf meinem Koerper breit machte. Unser kanadisches Paaerchen war wieder ganz schnuckelig und baute eine kleine Sandburg.
Nachdem wir unsere Sandwiches heruntergeschlungen hatten fuhren wir zum Eurong Resort um Feuerholz fuer das spaetere Lagerfeuer zu sammeln.
Auf dem Weg sahen wir unseren ersten Dingo, der zudem gerade ein Wallaby erlegt hatte. Davon musste ich natuerlich gleich einige Fotos schiessen. Spaeter habe ich noch ein Video von zwei Deutschen aus einem der anderen Autos gesehen, die das Glueck hatten, die "Dingo erlegt Wallaby" Szene zu filmen.
Nach diesem interessanten Erlebnis fuhren wir weiter in Richtung Norden nach Poyungan und bauten unsere Zelte am Strand auf. Das wir nur vier popelige Hering hatten, um dass Zelt zu fixieren machte mich sofort etwas nervoes, denn zum einen war es recht kuehl und zum anderen sehr windig. Abspannen konnten wir gar nichts und so lag das Aussenzelt direkt auf dem Moskitozelt. Die drei anderen Gruppen waren vor uns da und haben schon zwei Lagerfeuer entzuendet. Irgendwann hockten wir dann mit ca. 35 Leuten drumherum. Ach ja und nach einigen Diskussionen mit Chris und Megan haben wir sogar noch (um 22 Uhr!) Spaghetti Bolognese zubereitet und gegessen.
Um ca. 24 Uhr bin ich ins Zelt gekrochen und auch Claudi kam wenig spaeter nach. In dem Moment geschah das nicht ganz unerwartete: Es begann zu regen und nicht nur einige Tropfen... NEIN und musste gleich ganz fiese stundenlange Regenguesse sein. Wenn man sich nun daran erinnert, was ich ueber die Zelte geschrieben habe, duerfte jedem klar sein, was passiert ist: Der Regen ging glatt durch und an den Seiten bildete sich kleine Rinnsaele. Ich musste also die ganze Zeit daruf achten, dass mein Schlafsack nicht nass wird. Nach einige Stunden ist mir eingefallen, dass mein Handy neben mir am Zeltrand, sprich im Rinnsal liegt. Kurze Panikatacke, doch es war okay. Wieder ein Grund mehr auf mein Nokia 5210 stolz zu sein. Nun, ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, was noch deprimierender ist, wenn man neben sich eine Person hat, die so fest ratzt, das selbst eine Sturmflut sie nicht haette aufwecken koennen.
'''''''''' Tag 2 ..... Indian Head, Moheno Schiffswrack und die Champagne Pools ''''''''''
Am naechsten Morgen wurde festgestellt, dass alle mehr oder weniger Nass geworden sind.
Nach unserem Fruehstueck fuhren ueber den "75 Mile Beach" weiter zum "Indian Head". Da die Flut um 12:03 Uhr am hoechsten Stand, sollten wir eigentlich nicht spaeter als 9:30 Uhr am Indian Head ankommen . Das schafften wir nicht wirklich, so dass Chris zwischenzeitlich etwas panisch reagierte. Er kriegte sich dann aber wieder ein. Man darf halt mit den Autos (logischerweise) nicht ins Salzwasser fahren und es war nicht so einfach dem Wasser, das sehr schnell den Strand hochkroch, auszuweichen.
Zu guter Letzt kamen wir (um ca. 10 Uhr) beim Indian Head an, wo Chris sich mit dem Wagen erst durch knietiefen Pudersand kaempfen musste. Dies ist eindeutig eine der kritischten Stellen, durch die man faehrt. Der Wagen einer anderen Firma steckte schon fest, doch Chris erledigte das Ganze mit Bravour und fuhr spater sogar nicht den wirklich voellig festgesetzten Wagen der anderen Gruppe (Peter Pan, wenn ich mich recht erinnere) heraus.
Vom Indian Head aus sollten wir laut den Infos im Meeting nach Haien, Delfinen, Walen, Schildkroeten und Mantas Ausschau halten. Das es aber immer noch sehr windig und die See dadurch sehr rau war haben wir nichts dergleichen gesehen. Denn welcher Tigerhai riskiert es schon durch die Brandung am Strand zu stranden...
Nach einer halben Stunde fuhren wir weiter zu den "Champagne Pools", die von Felsen vulkanischen Ursprungs vom eigentlichen Meer abgeschirmt werden. Bei Hochwasser werden die Pools vom Meerwasser, welches ueber die Felsen prescht, gefuellt.
Obwohl es immer noch nicht wirklich warm war und es zwischendurch nieselte stuerzte ich mich sofort in die flachen "Pools", die durch grosse Felsen vom Meer abgeschirmt sind. Das ist der einzige Ort auf Fraser Island, wo man im Salzwasser baden kann, denn wer moechte schon naehere Bekanntschaft mit Hammer- und Tigerhaien machen.
Etwas spaeter fuehrte uns unser Weg zurueck zum Indian Head, wo wir unser Mittagessen (Wuerstchen mit Sandwiches) zu uns nahmen.
Nachdem die Ebbe wieder eingesetzt hatte, fuhren wir nach Dundabarra, um mal wieder Wasser und Feuerholz aufzufuellen. Anschliessend ging es weiter zum "S.S. Maheno Schiffswrack", welches 1935 hier auf Land gelaufen ist.
Auf dem Weg dorthin fuhr Paul. Irgendwann sahen wir zwei Wagen einer anderen Firma am Strand. Wir fuhren mit ca. 60 km/Std in deren Richtung, als wir gerade noch rechtzeitig bemerkten, dass sich ein hoher Washout direkt vor uns befand.
Die anderen Gruppen gaben uns nicht mal ein Warnzeichen und einige der Vollidoten standen noch lachend daneben. Dazu muss man wissen, dass der Washout an der Stelle, wo Paul gerade noch abbremsen konnte ca. 40 cm hoch war. Fatal, wenn man einen grossen Landcruiser hat, der das mit der Schnute ganz nach unten geht. Bei solchen Aktionen wurden schon einige Lebenslichtlein ausgeblasen.
Am Abend schlugen wir unser Camp wieder hinter einer Duene am Strand auf. Diesmal standen wir alle (ca. 30 silberne Igluzelte) etwas dichter beieinander, was sehr interessant aussah.
Schon nach einer Stunde lies sich mal kurz ein Dingo blicken, der aengstlich von allen beaeugt wurde. Ich persoenlich konnte die Angst nicht verstehen, denn immerhin sassen wir mit wenigstens 30 Leuten um die Lagerfeuer, wir waren also eine grosse "Herde", an der sich der Dingo nie herangewagt haette.
Nachdem die Lagerfeuer vor sich hin flackerten begannen Chris, Megan, Claudia und ich das Abendessen vorzubereiten. Es gab Steaks mit Bratkatoffeln (nie wieder werde ich meine Kartoffeln schaelen um Bratkatoffeln zu machen!!!). Je spaeter es wurde, desto heufiger lies sich der mit einem gruenen Chip im Ohr markierte Dingo blicken. Chris und ich standen wir die Bescheuerten da und haben Fotos geschossen.
An diesem Abend lernten wir dann auch einige der anderen Leute etwas besser kennen. Rayk und *verdammt jetzt habe ich den Namen vergessen*, zwei Deutsche, waren ganz nett. Etwa um Mitternacht legte sich der Dingo eineinhalb Meter von mir entfernt zu uns. Nachdem Claudia einige Fotos von dieser Sensation geschossen hat, kam einer der Ir(r)en von hinten, was den amen Dingo so erschreckte, dass er wieder auf Abstand ging.
Ich glaube ich habe mich so um 1:30 Uhr ins Bett aufgemacht.
'''''''''' Tag 3 ..... Lake Wabby, Eli Creek und Lake McKenzie ''''''''''
An dem Morgen ist einer der Jeeps im Sand im unseren Camp steckengeblieben, weil irgendjemand die 4WD Sicherung umgelegt hat... tja, versucht mal im normalen Gang aus soften Sand herauszukommen *grunz*. Unser Jeep war ebenfalls entsichert, doch wir hatten ja den Vorteil, dass wir den 4WD checken konnten, nachdem wir miterlebten, wie die anderen stecken blieben.
Zudem mussten wir nochmal zurueck zu unserem ersten Zeltplatz, weil Feysel sein Handy dort verloren hat. Gluecklicherweise fand Paul es relativ unbeschadet wieder.
Fuer uns ging es dann weiter zum "Lake Wabby", dem tiefsten See Fraser Islands. Dies ist der See auf Fraser Island, in dem man von grossen Sandduenen (die den See voraussichtlich irgendwann den See ueberdecken werden) aus ins Wasser laufen kann, was man eigentlich nicht tun sollte, da zu gefaehrlich. Natuerlich macht es trotzdem jeder (ich net, denn wir wissen ja, wer die Sch.... anzieht).
Die "Sandblow" dehnt sich uebrigens jaehrlich um etwa 3 Meter weiter ins Inselinnere aus.
Obwohl uns der Guide vorher davor warnte, NICHT ueber die Duenen bis zum Meer zu wandern haben Chris und Megan gleich zu Anfang die Duenen in Angriff genommen. Da ich mir vorgenommen hatte, in jedem Nass zu schwimmen, machte ich mich schnell nackig (na ja... fast) und schwamm eine Runde. Ich wurde (leider?) nicht von den winzigen Fischlein angeknabbert, die ueber so manchem Schwimmer in diesem See herfallen, um sie von Schweiss und Hautschueppchen zu befreien. Nach einigen Minuten habe ich das kuehle Nass wieder verlassen, um bin doch noch ueber die Duenen in Richtung Meer gewatschelt, da ich unbdingt ein Bild von den Duenen mit dem Meer im Hintergrund haben musste. Irgendwann sah ich Claudia WEIT hinter mir (und wenn ich weit sage, dann meine ich weit), die wie wild winkte. Ich schaute auf meine Uhr und waere vor Schreck fast umgekippt. Wir sollten uns schon fast wieder auf dem Rueckweg befinden. Als ich nach einigen Minuten bei Claudia ankam, erzaehlte mir diese etwas abgenervt, dass sich die gesamte Mannschaft die Kehle nach mir ausgeschrien hat. Unangenehm!
Zuletzt fuhren wir zum "Eli Creek", der mich nicht sonderlich begeistert hat, was aber auch am Wetter gelegen haben kann. zu guter Letzt fuhren wir noch einmal zum Lake McKenzie, um uns dann nur wenig spaeter wieder mit der Faehre auf den Rueckweg zu begeben.
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Fraser Island ist ein wahres Paradies, einer der schoensten Orte, die ich jemals besucht habe und wahrscheinlich jemals sehen werde. Ich kann jedem 100%ig empfehlen, Fraser Island zu besuchen und das nicht nur fuer drei Tage. Es gibt so viel zu sehen, zu erleben und auf Film festzuhalten. Ich werde Fraser auf jeden Fall noch einmal besuchen. Wann steht in den Sternen, aber ich muss dort noch einige Tage mehr verbringen.
Man muss nicht an einer Mehrtages-Safari teilnehmen, denn es gibt Hotels und Campingplaetze, die Tagestouren und Ausfluege anbieten.
Die Faehre kostet fuer "Walk on" Touristen (also Leute ohne Auto) derzeit $16,50.
*** Ich schreibe unter demselben Namen auch für Ciao *** weiterlesen schließen
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