Pro:
sehr schön für kleinere Kinder; man bezahlt keine Attraktionen wie riesige Achterbahnen, die man dann doch nicht nutzt; umfangreiche Grillmöglichkeiten
Kontra:
nicht gut geeignet für größere Kinder und Jugendliche
Empfehlung:
Ja
Für mich DER Familien-Freizeitpark!
Einmal im Jahr besuchen wir gewöhnlich einen Freizeitpark, wenn möglich im Urlaub. Im letzten Jahr waren wir im hohen Norden in Schleswig-Holstein zu Gast, und aus einem Ciao-Bericht wusste ich von dem Freizeitpark bei Schleswig mit dem Namen "Tolk-Schau" (nicht Tolkpark, wie Ciao das nennt; bei Yopi gab's dazu glaube ich noch nichts). In allen meinen Reiseführern zusammen genommen habe ich nur einen kleinen Absatz darüber gefunden, aber diese Missachtung hat der Park sicher nicht verdient. Ich möchte versuchen, einen ausführlichen Bericht darüber abzugeben, damit dieses Defizit zumindest ein klein wenig gemildert wird.
Wir haben ja nun noch relativ kleine Kinder, weswegen die "großen" Parks noch ausscheiden, für Europa-Park oder auch Holiday-Park wären sie nach meiner Meinung noch zu klein. Deswegen kommen uns Parks entgegen, die vor allem für kleinere Kinder gemacht sind, und die Tolk-Schau ist dafür ein Musterbeispiel. Die Kehrseite der Medaille ist dann natürlich, dass sich Jugendliche und Erwachsene eventuell langweilen könnten. Ich würde das Idealalter für diesen Park mal mit bis zu 13 oder 14 Jahren einstufen, darüber dürften geeignete Attraktionen fehlen. Für unsere Kinder von 2 und 5 gab es jedoch mehr zu erleben, als an einem Tag zu schaffen war. Insgesamt, das sei schon hier verraten, werde ich für diese Zielgruppe die volle Punktzahl vergeben. Doch nun will ich etwas mehr in die Einzelheiten gehen!
Anreise
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Wir kamen mit dem Auto aus Richtung Husum und hatten tatsächlich bei unserer Tourismusinformation eine Werbebroschüre der Tolk-Schau gefunden. Darin war der Weg sehr anschaulich beschrieben, aber das wäre eigentlich gar nicht nötig gewesen. Der Park ist nicht gerade schwer zu finden, denn wer sich Schleswig nähert, stößt über kurz oder lang auf jeden Fall auf entsprechende Hinweisschilder. Von Schleswig aus dürften noch ca. 10 Kilometer Richtung Kappeln zu fahren sein, dann ist der Park nahe des kleinen Ortes Tolk (daher der etwas sonderbare Name) zu finden. Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln scheint mir dagegen etwas schwierig zu sein. Einen Shuttlebus oder so etwas Ähnliches konnte ich nicht entdecken, was nicht heißen muss, dass es ihn nicht gibt. Wer etwas Näheres weiß, kann mich ja gerne informieren.
Ein positiver Aspekt sind die Parkplätze, die in großer Zahl vorhanden sind und teilweise im Schatten liegen. Dabei sollte man natürlich überlegen, wo die Sonne stehen wird, wenn man den Park verlässt. Als wir kurz vor 10 Uhr ankamen, waren viele zu diesem Zeitpunkt schattige Parkplätze belegt, gegen Abend jedoch waren diese Plätze dann in der prallen Sonne. Wir haben es umgekehrt gemacht und in der prallen Sonne geparkt, doch bei der Abfahrt am Abend hatten wir dafür gleich ein kühles Auto. Sehr gut im Vergleich zu anderen mir bekannten Freizeitparks fand ich, dass die Parkplätze kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Bei anderen Parks kann man hier schon mal 2 bis 3 Euro loswerden hier nicht. Wir waren dadurch schon mal sehr positiv eingestimmt.
Eintritt
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Der Eintritt beträgt für Erwachsene 13,00 Euro, für Kinder ab einer Körpergröße von 90 cm 12,00 Euro. In unserem Fall heißt das: Pech gehabt, denn unsere Tochter misst grade mal 92 cm, was aber an der Eingangskontrolle gnadenlos bewiesen wurde. Ich vermute mal, dass ohne diese Kontrolle sehr viele Eltern schwindeln würden, doch so kommt keiner durch. Ich kann das auch durchaus nachvollziehen, denn unsere Tochter hatte dermaßen viel Spaß und so viele Attraktionen genutzt, dass sie ruhig zahlen kann (d. h. ich für sie). So hatten wir insgesamt 50,00 Euro zu zahlen, doch beruhigte mich der Werbeslogan über den "Einmal zahlen - alles drin - Preis" schon etwas. Und tatsächlich: außer den gastronomischen Angeboten konnte ich im gesamten Park nichts finden, was extra gekostet hätte. Davon sollten sich andere Parks mal eine dicke Scheibe abschneiden!
Attraktionen
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Zahlenmäßig gibt es eine Menge an Attraktionen, unsere Kinder konnten sich gar nicht mehr einkriegen. Hinter jeder Ecke lauerte der nächste Anziehungspunkt, und einer war schöner als der andere. Ich muss allerdings einschränkend sagen: Das, was in anderen Parks als Attraktion angepriesen wird (riesige Achterbahnen und so was), fehlt hier völlig. Die Tolk-Schau lebt von einer Ansammlung kleiner, relativ harmloser Fahrgeschäfte, von ihren vielen Spielplätzen und den Sportgeräten wie Trampolins und Hüpfhügel. Für mich ist dieses Konzept schlüssig und in sich ausgewogen, dazu auch noch gut umgesetzt.
Es wäre jetzt müßig, alle Attraktionen aufzuzählen und zu beschreiben. Ich beschränke mich auf die Dinge, die für uns wichtig waren, und stelle an den Schluss einige weitere Erläuterungen.
Direkt hinter dem Eingang wartet bereits ein Spielplatz mit Rutschen, Wippen usw. Eine Ecke weiter steht ein kleines elektrisches Kinderkarussell, wo unsere Tochter schon mal mindestens fünf Touren fahren "musste". Wieder eine Ecke weiter kommt das erste Trampolin und ein großes Klettergerüst, von dem aus eine Rutschbahn in den Hauptteil des Parks führt. Man kann natürlich auch laufen... In unserem Fall verging bereits mehr als eine halbe Stunde, bis die genannten Elemente überwunden waren. Es half jeweils nur die Vertröstung auf noch bessere und noch schönere Dinge, um die Kinder loszueisen.
Im Hauptteil des Parks liegt eine Menge von Attraktionen dicht beieinander. Wir begannen mit dem großen Kinderkarussell (vergleichbar den Karussells auf Jahrmärkten) und arbeiteten uns über mehrere Rutschbahnen vor bis zur Haltestelle der Parkbahn. Dort entschlossen wir uns, die nächste Bahn zu nehmen, um erst mal einen Überblick über das ganze Parkgelände zu gewinnen. Dies erwies sich später als sehr sinnvoll. Die Bahn führt tatsächlich durch den ganzen Park, auch durch die weiter entfernt gelegenen Gebiete. Da gibt es zum Beispiel das Tal der Dinosaurier, wo nachgebildete Dinos in Lebensgröße zu bestaunen sind. Weil die unheimlichen Gestalten von der Bahn aus sehr gut zu sehen waren, haben wir uns später den weiten Fußweg dorthin sparen können. Eindrucksvoll sind die Dinosaurier auf jeden Fall.
Zurück am Ausgangspunkt der Fahrt ging es weiter: Raupenbahn (Berg- und Talbahn), Super-Bootsrutsche (eine Art Mischung aus Wildwasserbahn und Rutschbahn), Familien-Achterbahn (eher ein Achterbähnchen) und die Riesenrutsche mussten ausprobiert werden. Mein Sohn (5 Jahre alt) wollte unbedingt mit dem Achterbähnchen fahren, das wirklich harmlos war. Trotzdem: ich habe sein Herz noch nie so schnell schlagen hören wie bei und nach dieser Fahrt. Ich denke mal, dass er für die nächste Zeit von Achterbahnen nichts mehr wissen will. Nach dieser Strapaze ging es gemütlich auf eine kleine Bootsfahrt durch das Zwergenland; hierbei war unsere kleine Tochter besonders begeistert, sie wollte das Boot am Ende der Fahrt gar nicht mehr verlassen. Doch da - hinter der nächsten Ecke spitzelte eine (elektrische) Pferdebahn hervor - dies war das nächste Ziel. Sogar meine Frau musste mit auf so einen Gaul; ich konnte mich unter Hinweis auf mein Gewicht erfolgreich drücken. Da wäre ich mir schön blöd vorgekommen!
Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter in den neueren Teil der Tolk-Schau. Hier gibt es eine Traktorbahn, die bei den meisten Kindern auf eine Begeisterung stößt, die mir etwas unerklärlich ist. Wir mussten mehrmals in die (zum Glück recht kurze) Warteschlange, bis die Kinder zufrieden waren. Und dann kam einer der neueren Höhepunkte, nämlich die Sommer-Rodelbahn. Diese ist zwar nicht ganz so lang und steil wie ich sie aus Bayern und Österreich kenne, doch für unseren Sohn war sie gerade richtig. So brausten wir die Bahn hinunter, dass es eine Freude war. Leider war später am Tag der Andrang so groß, dass uns die Wartezeit für eine erneute Fahrt zu lang gedauert hätte.
Nochmal ein Stück weiter hinter der Sommer-Rodelbahn gibt es die Ministadt. Hier wird das Zentrum von Schleswig im kleinen Maßstab naturgetreu nachgebaut, so wie es im 16. Jahrhundert ausgesehen haben soll. Keine schlechte Idee, aber im derzeitigen Ausbauzustand und in Anbetracht der schlecht erreichbaren Lage im Park noch nicht so sehr zu empfehlen. Ich denke aber, dass dieses Gebiet in den nächsten Jahren mit weiteren Attraktionen noch besser erschlossen werden wird.
Unsere Erlebnisse sind nun weitgehend berichtet. Natürlich gibt es noch mehr Attraktionen, zum Beispiel kleine Autoscooter, eine Minigolfanlage, Pit-Pat (Mini-Minigolf), Tischtennis, Märchenwald, Nautic-Jet, Tolk-Tower (nicht gerade ein Free-Fall-Turm, sondern eher ein Türmchen) usw. Es gibt mehr zu erleben, als an einem Tag zu schaffen ist, aber man kommt im Großen und Ganzen durch, wenn man rechtzeitig genug angereist ist und lange genug bleibt.
Gastronomie
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Das gastronomische Angebot entspricht nicht ganz den Gegebenheiten in größeren Freizeitparks. Dies ist aber kein Wunder, denn die Besucherzahlen dürften auch deutlich geringer sein. Am Eingang des Parks gibt es ein relativ großes Restaurant, das wir nur von außen gesehen haben. Hier scheint man bedient zu werden, und die Preise auf der Speisekarte ähneln denjenigen "normaler" Restaurants in dieser Gegend, sind teilweise aber auch etwas günstiger. Wir haben die Snackbar im Zentrum des Parks unsicher gemacht und dort Würstchen mit Pommes und einige andere Kleinigkeiten verdrückt. Die Preise waren soweit in Ordnung, ich würde sie mal auf eine Stufe mit Mc Donald's stellen. Das Ambiente dieser Snackbar ist nicht sonderlich Appetit anregend, durch die Selbstbedienung ist immer ein drängelndes Kommen und Gehen, so dass man sich besser draußen irgendwo ein Plätzchen suchen sollte. Wir haben das wegen der vielen Wespen nicht gemacht und mussten halt mit der Unruhe in der Bar zurechtkommen. Das war kein großes Problem, da unsere Kinder tatkräftig für noch mehr Unruhe gesorgt haben (...).
Zusätzlich zu Restaurant und Bar gibt es noch diverse Imbisstände für Baguettes, Hot Dogs oder auch Eis und Getränke. Ich finde das Angebot insgesamt befriedigend, doch ist die Gastronomie in meinen Augen für die Qualität eines Freizeitparks nicht entscheidend. Die Haupternährungsquelle der meisten Besucher steckt im mitgebrachten Rucksack oder ist auf einen Bollerwagen verladen; so auch bei uns. Es wäre ja auch zu schade, die zur Verfügung stehenden 8 Öffnungsstunden des Parks in Restaurants zu verschwenden.
Besonderheiten
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Als Besonderheit gibt es in der Tolk-Schau 50 Grillhütten, die man für einen geringen Betrag mieten kann. Dort findet sich je ein Schwenkgrill, auf dem man nach Herzenslust grillen und brutzeln kann. Die Grillhütten sind fast alle sehr schön unter Bäumen angelegt worden, so dass man es sich im Schatten gemütlich machen kann. Leider wussten wir im Vorfeld davon nichts, sonst hätten wir sicherlich auch so eine Hütte gemietet. In der Mittagszeit konnten wir uns davon überzeugen, dass die meisten Hütten kräftig genutzt wurden. Der Duft der gegrillten Leckereien machte Appetit, aber leider gab es für uns ja nur (s.o.) Würstchen und Pommes.
Negative Erfahrungen?
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Der Park hat uns wirklich sehr gut gefallen, aber trotzdem gibt es einige negative Gesichtspunkte, die ich nicht verschweigen möchte.
Zunächst finde ich die gärtnerischen Anlagen nicht sonderlich gelungen bzw. teilweise überhaupt nicht vorhanden. Hier bieten andere Parks deutlich mehr. Dies ist zwar kein gravierender, aber ein zumindest für mich sehr auffälliger Punkt. Dann ist die Wegeführung nicht gerade optimal gelöst. Man merkt, dass der Park mehrfach erweitert wurde. Leider ist die Anbindung des neuen Teils nur an einer Stelle möglich, weil überall sonst Werkstätten den Weg versperren. Dadurch muss man viel weiter laufen als es notwendig wäre. Gerade weil viele Eltern mit Kleinkindern und Buggys kommen, wäre eine bessere Wegeführung angebracht.
Fazit
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Nimmt man alles zusammen, dann hatten wir zunächst mal einen wunderschönen Tag, und zwar Kinder und Eltern. Allzu teuer war das Ganze auch nicht, da neben dem Eintritt und kleinen Snacks tatsächlich keine Ausgaben anfielen. Insgesamt gesehen halte ich die kleinen Mängel nicht für gravierend, jedenfalls nicht für so schlimm, dass sie eine Abwertung rechtfertigen würden. Die allermeisten Angebote sind in Ordnung und eines Lobes wert.
Die Tolk-Schau erhält meine volle Empfehlung und die Bestnote, wobei ich nochmals betonen möchte, dass die Eignung des Parks eher für kleine Kinder als für Jugendliche gegeben ist. Sollten wir wieder einmal in diese Gegend kommen, werden wir die Tolk-Schau unter Garantie wieder besuchen.
© Andreas Wilhelm, 15.08.2002 / 20.04.2003
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