Pro:
Überaus gelungener, historischer Roman nach tatsächlichen Ereignissen
Kontra:
Viele Jahre werden zum Teil sehr schnell abgehandelt (jedoch nur bedingt negativ)
Empfehlung:
Ja
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+INHALT+
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Deutschland im 16. Jahrhundert: Der Hexenwahn greift gnadenlos um sich. Zur selben Zeit, als in Freiburg zum ersten Mal eine vermeintliche Hexe verurteilt wird und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird, kommt Catharina Stadellmenin zur Welt. Ein schlechtes Omen? Im Alter von zwei Jahren verliert das Mädchen ihre Mutter und wird fortan von ihrem Vater, einem bekannten Marienmaler großgezogen, der seine Tochter zwar von Herzen liebt, beruflich allerdings viel beschäftigt ist. Ein paar Jahre später lernt Catharina's Vater eine neue Frau kennen, die daraufhin gemeinsam mit ihren beiden Söhnen in das Haus der Stadellmenin's einzieht. Fortan soll sich für das auffallend aufgeweckte und selbstbewusste Mädchen einiges ändern, denn von ihrer neuen Stiefmutter und deren Sprössling Johann wird Catharina von Anfang an mit Missgunst behandelt. Trotz der Liebe zu ihrem Vater verlässt sie die Familie deshalb schon in jungen Jahren und begibt sich zu ihrer Tante Merthe nach Lehen, die dort ein Wirtshaus betreibt. Von der gutherzigen Frau und ihren Kindern wird Catharina mit offenen Armen empfangen, mehr noch: In ihrer Cousine Lene findet sie alsbald eine beste Freundin, während sich zu ihrem Cousin Christoph eine zarte, erste Liebe entwickelt. Durch ihre anpassungsfähige Art fühlt sich Catharina in ihrem neuen Zuhause bald schon wohl und greift den Wirtsleuten wo sie nur kann unter die Arme, doch das Schicksal hält schon bald neue Rückschläge für die junge Frau bereit.
Aus den vorsichtigen Anbandelungen zwischen Catharina und Christoph hat sich mittlerweile eine tiefe und innige Liebe entwickelt, weshalb Marthe, die diese Beziehung zwischen ihren beiden Kindern nicht billigen kann, ihren Sohn schweren Herzens ins weit entfernte Villingen schickt. Catharina hält fürs Erste nichts mehr bei ihrer Tante, weshalb sie in Freiburg eine Stelle bei einem anderen Wirt antritt, unwissend, dass sie kurz darauf den Mann treffen wird, an dessen Seite sie die nächsten Jahrzehnte verbringen wird. Tatsächlich scheint der Schlossermeister Michael Bantzer auf den ersten Blick die perfekte Partie zu sein: Er ist nicht nur gutaussehend und gebildet, sondern hat auch beruflich eine äußerst vielversprechende Zukunft vor sich. Obwohl die Gefühle für Christoph ungebrochen sind, lässt sich Catharina auf die Ehe mit Michael ein und wird in den folgenden Jahren immer mehr mehr zu einem Vogel im goldenen Käfig. Die Leidenschaft und die Liebe verschwinden schon sehr schnell aus der Ehe, Catharina wird von ihrem Mann immer häufiger betrogen und in ihren persönlichen Freiheiten eingeschränkt. Auch diverse Gewaltausbrüche ihres Mannes sind keine Seltenheit, doch Catharina erträgt all dies mit dem Mut der Verzweiflung. Nach Jahren der Einsamkeit scheint es schließlich, dass Catharina als Witwe endlich ihr Glück finden könnte, doch in einer Zeit, in der sich die Hexenhysterie mehr denn je verschlimmert, ist ihre eigenständige und offene Lebensweise den Bewohnern Freiburgs ein Dorn im Auge. Ein schreckliches Schicksal steht Catharina kurz bevor, doch angesichts einer endlich erfüllten Liebe verliert sogar der Tod seinen Schrecken...
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+DIE AUTORIN+
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Astrid Fritz hat mit "Die Hexe von Freiburg", für das sie mehrere Jahre recherchierte, ihr Romandebüt abgeliefert und sich inzwischen vollständig den historischen Geschichten verschrieben. Fritz kam 1959 zur Welt und wuchs in Pforzheim auf, woraufhin sie in München, Avignon und Freiburg Germanistik und Romanistik studierte. Nach ihrem Studium arbeitete sie zunächst als Fachzeitschriftenredakteurin, anschließend als Schulungsreferentin. Ihr erstes Romanmanusskript veröffentlichte sie in Santiago de Chile, wo sie drei Jahre lang mit ihrer Familie lebte und sich als freie Mitarbeiterin für eine deutsch-chilenische Wochenzeitung betätigte. Nach dem Erfolg ihres Romandebüts, der "Hexe von Freiburg", brachte Astrid Fritz zwei Jahre später die Fortsetzung "Die Tochter der Hexe" auf den Markt, mit "Die Gauklerin" schloss sie die Trilogie letztendlich ab. Fritz blieb den historischen Romanen auch weiterhin treu und schrieb mit "Das Mädchen und die Herzogin", "Der Ruf des Kondors", sowie "Die Vagabundin" weitere Romane dieses Genres.
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+DAS BUCH+
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"Die Hexe von Freiburg" erschien erstmals im November 2003 und ist mittlerweile in mehreren Auflagen als Taschenbuch vom Rohwolt Verlag zu haben. Der Preis beläuft sich dabei auf 8,95 ?, bei diversen Auktionshäusern kann man den Roman selbstverständlich auch schon günstiger erwerben. Das Buch hat 448 Seiten, die in 35 Kapitel aufgeteilt sind.
ISBN-10: 349923517X
ISBN-13: 978-3499235177
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+LESEPROBE+
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So also sah eine leibhaftige Hexe aus! Festgekettet kauerte Anna Schweizerin mit gebrochenen Beinen auf dem Henkerskarren, kahl geschoren, den flackernden Blick zum Himmel gerichtet, mit einem losen Kittel über dem nackten Leib. Deutlich konnte die Menge die Brandmale auf ihren Armen und Schultern erkennen, zu denen jetzt neue Wunden hinzukamen: Alle zwanzig Schritte stieß der Henkersknecht ihr eine glühende Zange ins Fleisch.
Für die Zuschauer dieses Spektakels war die öffentliche Bestrafung von Mördern, Dieben und Betrügern so selbstverständlich wie der Wechsel von guten und schlechten Ernten, von fetten und mageren Jahren. Ob Auspeitschen oder Brandmarken, Abschneiden der Zunge oder der Gliedmaßen, Aufhängen, Rädern, Ertränken oder der mildtätige Hieb mit dem Richtschwert - niemandem wäre in den Sinn gekommen, dass an der Wiederherstellung des Rechts mittels körperlicher Züchtigung irgend etwas unrecht sein mochte. Davon abgesehen, war jeder Schauprozess eine willkommene Unterbrechung des Alltagstrotts und der täglichen Mühsal.
Doch als am 20. März des Jahres 1546 das Hohe Gericht verkündet hatte, die Besenmacherin Anna Schweizerin sei wegen Hexerei bei lebendigem Leib zu verbrennen, ging ein ungläubiges Raunen durch die Bevölkerung von Freiburg. Dabei war es nicht die schreckliche Todesart, die die Gemüter erregte, sondern die Tatsache, dass mitten unter ihnen eine Hexe gelebt haben sollte, unbemerkt und unerkannt.
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+KRITIK+
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Hexenverbrennungen, Pestplagen und Hungersnöte - das sind alles Begriffe, die einen im Geiste sofort zurück ins tiefe Mittelalter versetzen, als die Menschen zu großen Teilen noch nicht aufgeklärt waren und eine ganz andere Beziehung zum Glauben und zur Magie hegten, als uns dies heute geläufig scheint. Im Laufe der Zeit gab es schon viele Autoren, die sich jener finsteren Zeit widmeten und ihrer Leserschaft auf ebenso unterhaltsame wie informative Art einen Einblick in eine längst vergangene Epoche boten. Auch die Stuttgarterin Astrid Fritz legte mit "Die Hexe von Freiburg" Ende 2003 ihren ersten Beitrag zur derzeitigen Flutwelle an historischen Romanen vor, der sich aber von vielen gattungsgleichen Büchern vor allem durch eines unterscheidet: Während viele mittelalterliche Romane das Leben zur damaligen Zeit direkt in den Mittelpunkt stellen, erzählt Fritz in ihrem Debüt vielmehr die Geschichte einer Frau, die sich gegen die vorherrschenden Werte und Normen zu wehren versuchte und deshalb, wie so viele andere Frauen, unschuldig auf dem Scheiterhaufen landete.
"Die Hexe von Freiburg" ist eine exemplarische Erzählung, die stellvertretend all jenen Frauen gewidmet ist, denen dieses grausame Schicksal zur damaligen Zeit wiederfuhr. Der Grat zwischen Fakt und Fiktion ist bei diesem Roman weiterhin außerordentlich schmal, da Catharina Stadellmenin damals tatsächlich in Freiburg lebte und ihr viele der Dinge wiederfuhren, die dieses Buch auf eindringliche Weise schildert. Natürlich nahm sich Astrid Fritz dabei auch einige Freiheiten und erfand einige für die Geschichte wichtige Charaktere oder Storywendungen, doch die wesentlichen Stationen aus Catharina's Leben sind ihr damals tatsächlich so wiederfahren, was "Die Hexe von Freiburg" noch einmal um einiges eindringlicher und authentischer wirken lässt.
Der Titel des Buches mag für manchen durchaus etwas irreführend sein - so hatte die Hauptprotagonistin ihr Leben lang nämlich nie etwas mit schwarzer Magie oder Hexerei zu schaffen, sondern führte nach Jahren der Einsamkeit und Gefangenschaft in einer unglücklichen Ehe vielmehr ein Leben, in dem sie endlich glücklich und frei sein konnte. Dies passte in den Augen ihrer Mitmenschen aber nicht ins fest vorgegebene Bild einer Frau, so dass Catharina schließlich und letztendlich zum Opfer des damaligen Irrglaubens und Hexenwahns wurde. Diese traurige Fügung nimmt in dem Buch jedoch erstaunlich wenig Platz ein, so dass sich all jene enttäuscht zeigen dürfen, die hier auf eine ausführliche Befassung mit den Taten der Inquisition hoffen. "Die Hexe von Freiburg" ist vielmehr die Lebensgeschichte einer Frau, die ihrer Zeit voraus war und die vom Leser vom ersten bis zum letzten Atemzug, von der Wiege bis zum Schaffot, begleitet wird. Der Klappentext des Buches spricht in Bezug von Catharina von einer selbstbewussten, jungen Frau, die ihr Leben lang gegen die Abhängigkeit von den Männern ankämpft, was aber nur zu kleinen Teilen als tatsächlicher Inhalt des Buches angesehen werden kann. Catharina war ihrer Zeit ohne Frage voraus, doch war sie nicht etwa eine Vorreiterin der Emanzipation, sondern vielmehr eine selbstbewusste Frau, die viele Lebensumstände in Frage stellte und ihren Lebensmut auch angesichts der größten Widrigkeiten nicht verlor.
Von solchen finden sich dann sogleich eine ganze Menge. Schon als kleines Mädchen muss Catharina den ersten Schicksalsschlag erleiden und verliert in jungen Jahren nicht nur ihre Mutter, sondern wird irgendwann von ihrem liebenden Vater zu dessen Schwester nach Lehen geschickt, die dort eine Schenke betreibt und Catharina fortan eine neue Familie bietet. Das Klischee der bösen Stiefmutter, deretwegen Catharina die Stadt Freiburg verlassen muss, mag zwar etwas abgegrifen sein, wirkt hier aber über alle Maßen glaubwürdig, ebenso wie die Figur des gefährlichen Stiefbruders. Johann hat gegenüber Catharina von Anfang an eindeutige Absichten, was letztendlich, ein paar Jahre später, in einer abstoßenden Szene kulminiert, in der Catharina zum ersten Mal von einem Mann vergewaltigt wird und fortan eine Angst vor körperlicher Nähe mit sich herumträgt. Auch die Figur des Michael Bantzer ist keinen Deut besser. Der anfangs noch galante, wortgewandte und charmante Gentleman verspricht Catharina eine glückliche Zukunft, sperrt sie dann aber regelrecht in sein luxoriöses Haus ein und verbietet ihr nach und nach jedwede Freiheiten. Nicht nur die Leidenschaft, sondern auch die Liebe verschwinden nach kürzester Zeit aus der Ehe, woraufhin Catharina viele Jahre lang an der Seite eines Mannes leben muss, der sie belügt, hintergeht und sie immer wieder schlägt.
Doch nicht nur böse Charaktere und Schreckgestalten fanden ihren Weg in die Geschichte. Catharina schließt im Laufe der Geschichte einige Freundschaften, die zum Teil für den Rest ihres Lebens anhalten. Besonders zu ihrer Cousine Lene knüpft Catharina ein enges Band, während sie mit deren Bruder Christoph ihre erste Liebe teilt, was aber noch weit darüber hinausgeht. Die Gefühle der beiden füreinander sind eine untrennbare Liebe fürs Leben, der jedoch ständig in den Steine gelegt werden. Es vergehen zum Teil Jahre, in denen sich Catharina und Christoph nicht sehen. Erst im hohen Alter finden sie schließlich endgültig zueinander, doch auch da ist ihnen das Schicksal nicht lange gütlich gestimmt. "Die Hexe von Freiburg" ist zu großen Teilen also die Geschichte einer ewigen und unerfüllten Liebe und kommt nicht ganz ohne Herschmerz aus. Trotz der vielen schrecklichen Dinge, die Catharina im Laufe ihres Lebens wiederfahren, verliert sich das Buch aber nie in düsteren Phasen der Verzweiflung, denn letztendlich findet Catharina ihren Lebensmut doch immer wieder, was der Geschichte stets einen Funken Hoffnung anhängt.
Astrid Fritz erzählt die Geschichte zum Teil aus der Perspektive von Cathis Cousine Lene, die als Erzählerin fungiert, ist großteils aber in der freien Erzählform nachgegangen. Auffallend an dem Buch ist die bisweilen sehr sprunghafte Handlung, in der mehrere Jahre aus Catharinas Leben durchaus auch auf einer Seite verfliegen können, während den wichtigsten Stationen natürlich mehr Konzentration gewidmet wird. Grob lässt sich die Geschichte in drei Kapitel aufteilen: Catharinas unbeschwerte und glückliche Kindheit in Lehen im Wirthaus und der wunderschönen Umgebung des Schwarzwaldes, später dann die unglückliche Ehe und schlußendlich Cathis letzten Jahre, die sie zufrieden in einem Haus mit mehreren Frauen und einem jungen Studenten und bisweilen auch an der Seite von Christoph verbringt. Es vergehen kaum zwei, drei Seiten, in denen nicht ein neues Ereignis auf der Bildfläche erscheint, in denen man nicht förmlich zum Weiterlesen bugsiert wird. Viele der Begebenheiten und Ereignisse des Buches bleiben durchaus auch nach der letzten Seite noch in der Erinnerung haften, so etwa Catharinas abenteurliche Flucht nach Villingen zu ihrer Liebe Christoph oder etwa die Geburt ihrer aus einer Affäre entstandenen Tochter, die sie daraufhin schweren Herzens ihrer Cousine übergeben muss. "Die Hexe von Freiburg" ist ohne jedweden Längen unglaublich abwechslungsreich und spannend geschrieben und lässt den Leser, sobald dieser sich erst einmal in der Handlung eingefunden hat, nicht mehr los. "Die Hexe von Freiburg" ist eine Geschichte von Freundschaft, Hoffnung, Rückschlägen, einer großen Liebe und natürlich von den Widrigkeiten des Mittelalters. Dabei wird auf die meisten Charaktere ausführlich eingegangen, der Leser lernt sie beinahe ebenso gut kennen wie die Hauptprotagonistin und verliert seine Sympathien somit nicht nur an eine, sondern gleich an mehrere Figuren, die er ein Leben lang, bis ins hohe Alter, begleitet.
Die Lebensumstände des Mittelalters finden durchaus ihren Platz in der Geschichte, werden aber nicht so breitgetreten, wie man dies aus anderen, historischen Romanen kennt. Das Buch vermittelt einen glaubwürdigen und nachvollziehbaren Eindruck des Lebens im Freiburg der damaligen Zeit. Tod und die Angst vor Überfällen und Mord sind an der Tagesordnung, Hungersnöte, Pestausbrüche und immer wieder aufkommende Zeiten der Hexenverfolgung halten allesamt ihren Einzug in die Geschichte, auch wenn sie stets am Rande erwähnt werden. Der Fokus der Geschichte liegt eindeutig auf Catharina und ihrem Werdegang, so dass es sicherlich ausführlicherere Bücher für all jene gibt, die ein genaues Bild vom Leben im 16. Jahrhundert erhalten möchten. Astrid Fritz hat für dieses Buch sorgfältig recherchiert und so enstand eine Erzählung, die das Leben des Mittelalters zwar immer glaubwürdig vor dem inneren Auge des Lesers entstehen lässt, es aber nie in den Mittelpunkt drängt. Dies gibt sie mit einem sprachlichen Stil wieder, der ebenso abwechslungsreich wie verständlich erscheint; lediglich bei einigen Begriffen des damaligen Alltages wird man eventuell nachschlagen müssen.
"Die Hexe von Freiburg" ist flüssige Unterhaltung und ein bewegendes Frauenschicksal in einem, allerdings muss sich die potenzielle Leserschaft auf ein bitteres Ende einstellen. Die grausame Prozedur der Hexenjäger wird auf den letzten Seiten detailliert beschrieben, die unmenschliche Folter wird an der unschuldigen Catharina mit aller Härte vollzogen, die lediglich in dieser Situation landete, weil sie ihr Leben in den letzten Jahren noch so gestalten wollte, wie sie es wollte. Leser mit schwachen Nerven werden deshalb auf jeden Fall Probleme damit haben, eine Figur, die sie auf den vorherigen 400 Seiten genau kennenlernten, so leiden zu sehen. Sex und Gewalt sind permanente Themen innerhalb des Buches, auch wenn Astrid Fritz sie nicht selbstzweckhaft in den Mittelpunkt rückt, sondern in aller Selbstverständlichkeit des bisweilen durchaus grausamen Mittelalters präsentiert.
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+FAZIT+
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"Die Hexe von Freiburg" ist ein überaus starker Debütroman, der nicht nur historische Unterhaltung bietet, sondern den Leser auch am Schicksal einer Frau teilhaben lässt, die zum Opfer der damaligen Verhältnisse wurde und ihr Selbstbewusstsein trotz aller Rückschläge behalten konnte. Der auf wahren Tatsachen beruhende Roman vermischt Fakt und Fiktion zu einem spannenden Pageturner, der ebenso fesselt wie bewegt, schockiert wie informiert. Gerade als Debüt ist "Die Hexe von Freiburg" weitestgehend perfekt und lässt nur wenige Wünsche offen.
5 von 5 Punkten.
Mfg
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