Pro:
Super animierter Kater
Kontra:
Seichte Story, kaum Bezug zu den Comics.
Empfehlung:
Nein
Es handelt sich um eine Realverfilmung eines recht bekannten und beliebten Comics. Ich empfand es als richtig enttäuschend, dass allein der Titelheld voll-digital animiert wurde. Da geht der Wiedererkennungswert für seine Freunde und Feinde gezielt den Bach runter. Ich glaube nicht, dass ungeübte Leser der Serie Nermal, Arlene oder zumindest Odie so ohne Weiteres erkennen, wenn diese nur mal kurz ins Bild schneien. Beim Letzteren frustiert es doch ungemein, dass er getreu den Comics nicht in der Lage ist, verbal zu kommunizieren, da alle anderen Tiere zumindest ihre Gedanken zum Besten geben, so witzlos diese auch sein mögen.
Der ganze Film basiert nur auf der Vorlage von Jim Davis, die Figuren passen aber nicht so recht in das Bild, das ich mir von ihnen gemacht habe. So ist Garfield (Original Bill Murray, deutsche Synchro Thomas Gottschalk) zwar auch hier übergewichtig, aber dennoch recht abenteuerlustig und tollt in der Gegend rum. So macht er sich nach Anfangsschwierigkeiten tatkräftig auf die Pfoten, um Odie zu retten.
Dieser wurde Jon (Breckin Meyer) von seiner Angebeten Tierärztin Liz (Jennifer Love Hewitt) aufs Auge gedrückt. Liz wird hier als kleines süßes Püppchen präsentiert, in Miniröckchen und knappen Kleidchen in knallbunten Farben, die sich meiner Meinung nach beissen. Das Kleinmädchengetue ging mir doch ganz schön auf den Senkel. Aber noch unglaublicher empfand ich die Tatsache, dass sie davon labert, schon seit ihrer gemeinsamen Highschoolzeit ebenfalls in Jon verknallt gewesen zu sein. Da geht dem geneigten Leser doch der Hut hoch! Wir reden hier schließlich von Jon ohne H wie Hirn! Der König unter den Idioten! Ich empfinde es immer als große Schadenfreude, ihm im Comic dabei zuzusehen, wie er wieder voll auf die Schnauze knallt, wenn er mal wieder versucht, eines der unzähligen Mädels, die ihm so überall begegnen anzugraben. Dort konnte er bisher nur bei weiblichen Clowns oder mehr als schrägen Vögeln landen. Wie kann es also sein, dass die hübsche Liz von sich aus darauf scharf ist, mit ihm essen zu gehen?
Aber es geht schließlich noch schlimmer :
Odie wird von keinem Geringeren als Happy Chapman (Ich nehme an, es handelt sich dabei um Stephen Tobolowsky.) entführt. Diese Witzfigur wirbt für Katzenfutter, mit einer Katze im Arm, die in Wirklichkeit ein Kater ist und seine Schleimhäute reizt. Der Mann hat nämlich eine ausgewachsene Katzenallergie. Da wäre natürlich ein Hund die bessere Wahl.
Tricktechnisch gesehen wurde bei der Animation von Garfield wahrhaft nicht gespart, doch kommt mir den Einbau der Figur in die Szenen des öfteren nicht besonders gelungen vor. So nimmt kein Mensch eine echte Katze auf den Arm, besonders nicht, wenn diese gut 10 Kilo Übergewicht hat. In meinen Augen sieht man überdeutlich, dass die Schauspieler Probleme damit hatten, so zu tun, als ob sie mit Garfield interagieren würden, wo doch an dessen Stelle höchstens eine Puppe sitzt.
Seltsamerweise wurden aus der Kinofassung alle verbindenden und erklärenden Elemente ausgemerzt und finden sich bei den unveröffentlichten Szenen wieder. Aus welchen Gründen sollte es denn zwingend notwendig gewesen sein, den Film auf die 77 min runterzukürzen?
Besonders lachhaft empfand ich die Möglichkeit, das Interwiew mit dem Schöpfer per "2 Multi Angels" beiwohnen zu können. Darunter verbirgt sich die Wahl zwischen Ich-schaue-ihm-aufs-Zeichenblatt und Ich-schau-ihm-ins-Gesicht-während-er-pallavert. Eine ungemein schwere Entscheidung.
Insgesamt ist der Film gerade mal ein müder Abklatsch von den Comics. Wo ist da der beißende Hohn und der sprühende Witz abgeblieben? Erwarte ich etwa einfach zu viel?
Kleine Kinder werden wohl trotzdem ihren Spaß daran haben. Bin da wohl schon zu alt dafür. weiterlesen schließen
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