Pro:
- Spannung
- interessante Themen (Alter – für immer jung bleiben, Mutter-Tochter-Verhältnis)
- Toby Harper
Kontra:
- Längen in der Handlung
- zu viele Handlungsstränge
- man erkennt Muster anderer Tess-Gerritsen-Romane wieder – hier sind sie schwächer umgesetzt
Empfehlung:
Ja
Für immer jung zu sein und zu bleiben, das ist ein Traum, den viele träumen – egal ob jung oder alt. Genau diesen Grundgedanken fast die amerikanische Autorin Tess Gerritsen in ihrem Roman „Roter Engel“ auf. Worum es genau geht, dazu nun mehr.
INHALTSVERZEICHNIS:
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1. Die Autorin: Tess Gerritsen
2. Ort und Zeit der Handlung
3. Die Figuren:
***a) Toby Harper
***b) Molly Picker
***c) Daniel Dvorak
4. Die Handlung
5. Themen
***a) Ewige Jugend
***b) Mutter-Tochter-Verhältnis
***c) Liebe
6. Handlungsstränge
7. Vergleich mit anderen Tess-Gerritsen-Büchern
8. Übersetzung
9. Leserschaft
10. Daten zum Buch
11. Pro & Contra
12. Fazit
1. DIE AUTORIN – TESS GERRITSEN
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Wie wird man Schriftsteller? Die eine oder der andere hier hat sich das sicher schon mal selber gefragt. Und sicher gibt es einige, die eine Idee oder sogar schon ein richtiges Textmanuskript für eine gute Geschichte parat haben.
Tess Gerritsen war eigentlich von Haus aus Ärztin. Genau wie ihr Mann. Und eher per Zufall landete sie bei der Schriftstellerei. Ein Polizist erzählte ihr von Waisenkindern aus Russland, die verschwanden und von der Mafia als Organspender verkauft wurden. Diese Geschichte war Anstoß für ihren Roman „Kalte Herzen“ (im Original „Harvest“, erschienen 1996), den ich hier auch schon vorgestellt habe. Auch „Roter Engel“ gehört zu den frühen Romanen der Amerikanerin, die mit Mann und Kindern im US-Bundesstaat Maine lebt.
2. ORT UND ZEIT DER HANDLUNG
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An sich würde die Geschichte wohl in den 1990ern spielen – denn 1997 wurde dieser Roman von Gerritsen geschrieben. Und von der Thematik (siehe auch 5 d – Creutzfeld-Jakob) passt die Handlung in diese Zeit. Der Ort wäre eigentlich auch nicht weiter wichtig. Theoretisch könnte es praktisch jede größere westliche Stadt sein. Doch in der Geschichte spielt ein Seniorenheim samt Spezialbehandlung für extrem reiche ältere Leute eine große Rolle – was in der Form schon in die USA passt. Die Geschichte findet in Boston statt.
3. DIE FIGUREN
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***a) Toby Harper
Sie ist Ärztin, Ärztin mit ständigen Nachtdiensten – und sie ist alleinstehend. Aus diesem Grund und weil ihre Schwester Vickie Familie hat, kümmert Toby sich um ihre Mutter, eine liebenswürdige, aber Alzheimer kranke Frau. Für Toby ist das nächtliche Arbeiten und die Sorge um ihre Mutter eine Doppelbelastung. Doch dann gerät sie noch weiter in Schwierigkeiten. Ein Patient verschwindet, die Vorgesetzten machen Toby verantwortlich.
Gerade weil Toby Sorgen und Fehler hat, wirkt sie als Figur sympathisch.
*** b) Molly Picker
Molly steht in krassem Gegensatz zu Toby. Sie ist 16, sie ist unselbständig. Und sie ist Prostituierte. Naiv hat sie, das Kleinstadtmädchen, sich in den geheimnisvollen älteren Mann aus Boston verliebt, ist ihm in die Stadt gefolgt. Doch dort zeigte er, Romy, plötzlich ein anderes Gesicht, schickte sie schnell auf den Strich. Molly erträgt ihr Schicksal, auch, als einer ihrer angeblichen Freier als Arzt verkleidet erscheint, sie das Bewusstsein verliert und anschließend wochenlang krank ist.
***c) Daniel Dvorak
Während Tess Gerritsen bei den Frauen von „Toby“ und „Molly“ schreibt, nennt sie ihren „männlichen Hauptdarsteller meisten Dvorak oder Dr. Dvorak. Er ist Pathologe. Als Toby darauf besteht, einen unter mysteriösen Umständen verstorbenen Patienten obduzieren zu lassen, lernt sie ihn kennen. Der 45 jährige macht einen ruhigen, gewissenhaften, kompetenten Eindruck. Er gerät in Gewissenskonflikte, da er einerseits an Toby glauben und ihr helfen will, andererseits aber auch mit Zweifeln an ihr und ihren Theorien konfrontiert wird.
4. DIE HANDLUNG
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Ein Arzt in den 70ern dreht mitten bei einer Operation plötzlich durch – er will den gesunden Darm des Patienten entfernen. Als ihn das OP-Team zurückhalten will, springt er aus dem Fenster.
Einen anderen Schock muss Molly Picker über sich ergehen lassen. Sie hat schon ein ungutes Gefühl, als sie von der seltsamen Limousine abgeholt wird. Doch statt eines normalen Freiers erwartet sie ein Mann in Arztklamotten. Sie verliert das Bewusstsein. Anschließend hat sie extreme Übelkeit, verzweifelt fast, als sie merkt, dass sie schwanger ist und sich nicht an ihre Eltern wenden kann.
Und Toby schiebt – wieder einmal – Nachtdienst. Ein älterer Mann wird eingeliefert, der quasi nackt von der Polizei aufgegriffen wurde. Er scheint völlig verrückt. Während die Ärztin versucht, eine andere Patientin zu retten, verschwindet der verwirrte alte Herr. Toby steckt in Schwierigkeiten.
Der Mann wohnte in einem Seniorenheim für Wohlhabende. Im Krankenhaus setzen die Vorgesetzten die Ärztin unter Druck. Hat sie fahrlässig gehandelt und so die „Flucht“ des Patienten verschuldet?
Noch ein älterer Herr wird eingeliefert – mit ähnlichen Symptomen. Auch er kommt aus dem selben Seniorenheim, aus Brant Hill. Der Arzt dieses Hauses reagiert extrem gereizt darauf, dass Toby die Diagnosen seiner Patienten anzweifelt und überprüft. Als der zweite Patient stirbt, veranlasst sie gegen Wallenbergs Willen, eine Untersuchung der Leiche ... Dr. Dvorak stellt Creutzfeldt-Jakob fest.
Diese Krankheit wird durch Prione (infektiöse Partikel, die überwiegend aus Eiweißen bestehen) verursacht. Sie führt sehr schnell zu starker Verwirrtheit, das Gehirn wird zersetzt, es kommt zu Lähmungen, Muskelstarre und zum Tod.
Toby und Daniel vermuten, dass möglicherweise mehrere Bewohner von Brant Hill mit Creutzfeldt-Jakob infiziert worden sind. Doch die Nachforschungen scheinen gefährlich. Ein Arzt von Brant Hill, mit dem Toby Bekanntschaft schließt, wird erschossen.
Und zuhause hat sie Probleme: Erst kündigt der Betreuer ihrer Mutter, dann scheint sich schnell eine gute und zuverlässige neue Pflegerin zu finden. Doch auf einmal sieht sich Toby mit Vorwürfen konfrontiert. Die Pflegerin behauptet, die Ärztin habe ihre Mutter geschlagen ... Steckt auch da Brant Hill dahinter.
Auch Molly ist in Nöten. Sie weiß nicht, zu wem sie fliehen soll. Schließlich kommt sie vorübergehend bei einer anderen ehemaligen Prostituierten unter, die ebenfalls schwanger ist. In der Nacht findet Molly die blutende Frau im Bad ... das Wesen, das sie zur Welt bringt, ist kein Menschenbaby sondern ein einäugiger Klumpen, der eher an ein Monster erinnert.
Die Gefahr wächst: Für Toby, für Molly, für Dvorak.
5. DIE THEMEN
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***a) Ewige Jugend
Es ist ein Traum der Bewohner von Brant Hill, jung und fit zu bleiben. Und relativ fit sind sie, die wohlhabenden älteren Herren. Sie trainieren, damit auch ihr Körper in Form ist und bleibt und alle Muskeln perfekt funktionieren.
Außerdem hoffen sie, dass die medizinischen Behandlungen des Dr. Wallenberg ihr übriges tun, ihnen einen Jungbrunnen verleihen und dafür sorgen, dass sie mit über 80 noch so frisch im Denken sind wie anderen mit 30.
Grundsätzlich ist der Gedanke wohl verständlich, dass man möglichst lange fit und gesund und klar im Kopf bleiben möchte. Tess Gerritsen macht das (bewusst oder unbewusst) doppelt deutlich, indem sie im Kontrast zu den reichen Brant Hill Bewohnern auch Ellen die Mutter von Toby Harper zeigt, eine Frau, die zwar liebenswert ist, aber die doch immer mehr auf den geistigen Zustand eines Kindes zurückfällt.
Wer die Wahl hätte, würde da wohl jederzeit sich mit Hilfe eines Arztes jung halten lassen.
Gerritsen zeigt hier aber auch die andere Seite der Medaille. Die Behandlung durch Dr. Wallenberg schlägt für die Patienten ins Gegenteil um. Gerade Creutzfeldt-Jackob sorgt dafür, dass sie auf – vielleicht sogar unwürdige Weise – unheilbar krank werden und sterben.
Es gibt sie nicht, die Medizin, die risikolos für ewige Jugend sorgt.
***b) Mutter-Tochter-Verhältnis
Grundsätzlich ist oder scheint klar: Die Mutter ist diejenige, die für die Tochter sorgt. Aber klar ist auch – für viele zumindest: Wenn die Mutter alt wird, wenn die Eltern alt werden, sind auch die Töchter häufig in der Pflicht, für die Mutter zu sorgen. Für Toby haben sich die Rollen auf genau diese Weise getauscht, ganz besonders, da ihre Mutter ja verwirrt ist.
Allerdings wäre da ja noch ihre Schwester Vickie. Doch die hat Mann und Kinder, fühlt sich damit schon reichlich ausgelastet und hält es für nicht mehr wie recht, dass Toby sich um Ellen kümmert. Doch Tobys Problem ist, dass sie – trotz und wegen der anstrengenden Nachtschichten - nicht ganz für ihre Mutter da sein kann, dass sie darauf angewiesen ist, dass auch jemand anders während ihrer Arbeitszeiten für Ellen da ist.
**c) Liebe
Liebe spielt – als Hintergrundmotiv – bei Tess Gerritsen (fast) immer eine Rolle. Leider hat sie da auch ein Muster, das immer wieder in ähnlicher Form auftaucht. In diesem fall knistert es zwischen Toby und Daniel Dvorak. Was hier die Konstellation interessant macht, ist die Frage von Vertrauen und Misstrauen. Denn da sich scheinbar alle gegen Toby gewandt haben, bleibt auch bei ihm ein leichter Zweifel, ob ihre gewagten Theorien über Brant Hill und Dr. Wallenberg so Hand und Fuß haben.
6. HANDLUNGSSTRÄNGE
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In diesem Punkt hat Tess Gerritsen aus meiner Sicht gleichzeitig ihre Stärken und Schwächen: Sie ist eine der Autorinnen, die leider reichlich, zu reichlich von Handlungssträngen Gebrauch machen. Ich mag es lieber, wenn ich eine, zwei oder maximal drei runde Figuren habe, deren „Schicksal“ ich im Laufe der Geschichte mit verfolgen kann. Der Vorzug von den Charakteren bei Tess Gerritsen: Sie haben alle ihren Reiz. Insofern wird es auch nicht zu langweilig, wenn sie mal Toby, mal Molly, mal einen der Patienten von Wallenberg, mal Dvorak, mal andere begleitet. Dennoch: Weniger ist mehr: Es wäre schon schön, wenn sich die Autorin auf etwas weniger Charaktere in ihren Handlungssträngen beschränken würde.
7. VERLGEICH MIT ANDEREN TESS GERRITSEN BÜCHERN
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Ich habe schon so einige Tess Gerritsen Bücher gelesen und davon hier auch manche vorgestellt. Dieses, so muss ich sagen, ist aus meiner ganz persönlichen Sicht einer der schlechteren Romane der Amerikanerin. Das liegt zum einen an den Handlungssträngen, bei denen sie zu weit ausholt, zu viele Figuren in den Vordergrund rückt.
Ein zweiter ist vielleicht auch gerade die Wiederholung: Immer wieder hat man es mit verunstalteten Lebensformen zu tun, die durch (missglückte) Experimente entstanden sind und Menschen in den Wahnsinn treiben oder töten. Das ist bei „Trügerische Ruhe“ der Fall, dass ist der Fall bei „In der Schwebe“ und das trifft auch in „Roter Engel“ zu. Das Muster ist einfach zu klar wieder zu erkennen, es gibt keinen Überraschungseffekt mehr.
Auch sonst gibt es einige Momente, die man aus anderen Tess Gerritsen Romanen (in besserer Form) kennt, so eine Ärztin als Hauptfigur. Hier greift die Autorin zu sehr in ihre Fachausdrücke und ihre detaillierten Beschreibungen. Es ist ja schön, dass sie sich so gut auskennt und Operationen sehr realistisch schildern kann. Aber mich geht sie doch mit den Einzelheiten hier zu weit. Auch die Rolle des Pathologen (zuletzt der Pathologin) beschreibt Gerritsen immer wieder, Erneut muss man ihr die kenntnisreiche Art und Weise der Schilderung lassen. Doch auch hier fragt man sich: Hat die Frau nicht mal andere Ideen ...
Klar, Roter Engel“ ist einer der früheren Romane von Gerritsen. Das mag ebenfalls ein kleines Manko sein. In den späteren Romanen entwickeln ihre Geschichten dann doch noch mehr Sog.
Alles in allem lässt sich sagen: Im Vergleich ist „Roter Engel“ einer der schwächeren Romane der Amerikanerin. Mehr dazu dann im Fazit.
8. ÜBERSETZUNG:
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Der deutsche Titel der Geschichte ist aus meiner Sicht ein absoluter Fehlgriff. „Roter Engel“, das passt so gar nicht. Im Original hieß der Roman „Life Support“. Dieser Titel ist weitaus treffender, trotz seiner möglichen Mehrdeutigkeit: Denn „Life Support“ heißt soviel wie Lebenserhaltung. Das ist das, was Wallenberg versucht, indem er seinen Patienten Behandlungen zuteil werden lässt, mit denen sie noch länger gesund, fit und quasi jugendlich leben sollen.
Lebenserhaltung ist aber genauso gut das, was die alltägliche Arbeit von Toby Harper in der Notaufnahme ausmacht: Sie muss zusehen, dass ihre Patienten dort am Leben bleiben.
Der Titel ist also schon einmal – wie ich finde – schlecht übersetzt. Und der Rest? Hier habe ich natürlich keinen direkten Vergleich zum Original. Leider scheint es keinen Übersetzer zu geben, der kontinuierlich die Romane der Amerikanerin ins Deutsche überträgt. In diesem Fall war ein Klaus Kamberger der Mann, der für die deutschsprachige Fassung zuständig war. So weit ich das beurteilen kann, hat er einen ordentlichen Job gemacht. Mir sind keine groben, großen Stellen aufgefallen, über die ich gestolpert wären.
9. LESERSCHAFT
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Hier würde ich grundsätzlich mal wieder „Jeder“ sagen. Klar, da Gerritsen eine Frau ist und auch hier wieder mit Toby Harper eine Frau im Mittelpunkt der Geschichte steht und eine zweite (Molly) auch nicht unwichtig ist, könnte man sagen, dass Frauen möglicherweise eher sich identifizieren können. Andererseits hat man auch Daniel Dvorak als männliche Hauptfigur, hat die vorrangig männlichen Bewohner des Seniorenheims Brant Hill und hat den dortigen Arzt Wallenberg. Außerdem schafft es Gerritsen, für Spannung zu sorgen, nicht umsonst werden ihre Romane auch als Thriller beurteilt. All das könnte auch für männliche Leser einen Reiz ausmachen.
10. DATEN ZUM BUCH
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Tess Gerritsen – Roter Engel, Blanvalet Taschenbuch, www.blanvaletverlag.de 2000, 7. Auflage,
ISBN-10: 3-4423585-1 WG 2111
Englischsprachige Originalausgabe: „Live Support“, erschienen bei Pocket Books, Simon & Schuster Inc., New York, 1997
11. PRO & CONTRA
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PRO:
- Spannung
- interessante Themen (Alter – für immer jung bleiben, Mutter-Tochter-Verhältnis)
- Toby Harper
CONTRA:
- Längen in der Handlung
- zu viele Handlungsstränge
- man erkennt Muster anderer Tess-Gerritsen-Romane wieder – hier sind sie schwächer umgesetzt
12. FAZIT:
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Wer eine leichte Kost für den Urlaub oder für faule Tage auf dem Sofa sucht, der ist erst einmal mit „Roter Engel“ von Tess Gerritsen gut bedient. Denn sie greift interessante Themen auf, so den Wunsch, für immer jung zu bleiben, die skrupellose Art mancher Mediziner, solche Wünsche erfüllen zu wollen, um Geld zu verdienen. Auch das Verhältnis von Hauptfigur Toby Harper zu ihrer Mutter ist sicher grundsätzlich gut und realistisch dargestellt.
Mich haben aber doch ein paar Punkte auch gestört. So Längen in der Handlung. Ich mag es auch nicht, dass Gerritsen zu detailliert Operationen beschreibt. Außerdem hätten sie ruhig etwas dichter bei ihren Hauptfiguren bleiben können, das hätte die Geschichte wahrscheinlich intensiver gemacht als das ständige Hin- und Herspringen zwischen diesen und weiteren Charakteren. Doch auch das wäre alles okay. Mich persönlich hat wohl am meisten gestört, dass „Roter Engel“ eine Art Vorversion der späteren Gerritsen-Romane ist. Komische Lebensformen spielen eine entscheidende Rolle, Lebensformen, die es möglicherweise geben mag, die möglicherweise auch bei den Experimenten echter Wissenschaftler eine Rolle spielen, von denen man als Normalbürger am nichts weiß, die man höchstens aus Science Fiction Geschichten kennt. Wenn ich aber einen „normalen“ Medizinthriller kaufe, brauche ich nicht unbedingt dieses Science Fiction Element.
Alles in allem vergebe ich drei Sterne. In Sachen Empfehlung würde ich am liebsten „Jein“ sagen. Für diejenigen, die unbedingt alle Tess-Gerritsen-Romane lesen wollen, gibt es ein schwaches ja, allen anderen rate ich eher zu den neueren Geschichten wie „Die Chirurgin“ und deren Fortsetzungen raten. weiterlesen schließen
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