Pro:
spannend geschrieben und gut recherchiert
Kontra:
keine
Empfehlung:
Nein
So, ich denke es ist Zeit für die nächste Grisham-Buchsprechung. Wenn es Euch zuviel wird, sagt mir einfach Bescheid. Für konstruktive Kritik bin ich immer offen.
Heute geht es um „Die Jury“, für mich eines seiner besten Bücher.
Die Story
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Die erst 10jährige, schwarze Tonja wird auf den Weg nach Hause von zwei Männern vergewaltigt. Die beiden weißen Männer sind zum Zeitpunkt ihrer Tat betrunken und bekifft. Nachdem sie sich der Tragweite ihrer Handlung bewusst geworden sind, versuchen sie das Mädchen umzubringen. Das schaffen sie zum Glück nicht und Tonja von schwarzen Anglern gefunden und nach Hause gebracht. Die Täter sind schnell ermittelt und inhaftiert. Der Vater von Tonja, Carl Lee Hailey ist verzweifelt und beschliesst die Männer umzubringen. Er besorgt sich ein Maschinengewehr und schafft es auch, sie zu töten. Natürlich wird auch er gleich ermittelt und inhaftiert. Und dann beginnt die eigentliche Story.
Carl Lee’s Anwalt, Jake Bringance versucht natürlich seinen Mandanten vor der Gaskammer zu bewahren. Er hat auch Verständnis für seinen Mandanten, denn schliesslich hat er selbst eine kleine Tochter. Ob er es schafft verrate ich Euch nicht, denn ich gehe davon aus, dass der ein oder andere von Euch das Buch vielleicht noch nicht kennt und auch den Film dazu noch nicht gesehen hat.
Die Zeit der Verhandlung ist für alle Beteiligten und den ganzen Ort, Clanton nicht leicht. Jeder mischt sich ein: Die Medien, die Schwarzenrechtler, der Ku-Klux-Klan . . . .
Die Geschworenen sind ziemlich verunsichert und erst ganz am Schluss kommen sie durch ein vorgeschlagenes „Experiment“ einer Geschworenen zu einer einmütigen Entscheidung.
Fakten zum Buch
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Mir liegt die 15. Auflage des Taschenbuches mit der ISBN 3-453-06118-7 vor. Das Buch hat damals DM 14,90, umgerechnet ca. 7,60 Euro, gekostet. Das Buch ist im Heyne-Verlag erschienen. Der Originaltitel des Buches ist „ A TIME TO KILL“ und erschien im Arrow Verlag. Andreas Brandhorst hat das Buch ins Deutsche übersetzt. Das deutsche Copyright für den Heyne Verlag ist aus dem Jahre 1992.
Zum Autor
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John Grisham ist Jahrgang 1955 und wurde in Jonesboro in Arkansas geboren. An der Universität von Mississippi hat er Jura studiert und danach zehn Jahre lange als Anwalt praktiziert. 1983 wurde er in das Parlament Mississippis', seinen Heimatstaat gewählt.
Mitte der 80er begann er zu schreiben und hatte bald großen internationalen Erfolg. Kurz darauf hörte er als Anwalt auf und legte auch alle politischen Ämter nieder, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Oxford, Mississippi.
Es ist wohl nicht übertrieben, ihn als einen der meistgelesenen Autoren zu bezeichnen.
Fazit
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Ein spannend geschriebenes Buch zu einem wichtigen Thema, hervorragend umgesetzt.
Meine Meinung, meine Gedanken
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Einige werden jetzt vielleicht sagen, ein typischer Grisham. Tat, Verteidigung, Gerichtsverhandlung . . .
Das mag auch sein. Aber gerade Grisham versteht es, Verbrechen und Ungerechtigkeiten auf eine nachvollziehbare Art darzustellen.
In diesem Buch macht er durchaus klar, dass es selbst im Jahr 1984 (da spielte die Handlung) für viele einen Unterschied macht, ob Täter und Opfer schwarz oder weiss sind. Die Rassendiskriminierung, die eigentlich längst kein Thema mehr sein sollte, ist eben doch noch ein Thema. Und gerade diese Tatsache hebt Grisham in seinem Buch deutlich hervor.
Hätten schwarze Männer ein weisses Mädchen vergewaltigt und dieser hätte Selbstjustiz verübt, wäre vermutlich trotz dieser Straftat mehr Verständnis in der kompletten Bevölkerung vorhanden, als in diesem umgekehrten Falle.
Ich, als weisser Mensch, frage mich manchmal mit welchem Recht ausgerechnet wir uns als die elitäre Rasse bezeichnen. Weisse Menschen haben wesentlich mehr Kriege geführt und Kriege zu führen, würde ich nicht unbedingt als elitär und intelligent bezeichnen.
In einem Film, den ich mal gesehen habe sagt ein kleines, weisses Mädchen zu einem schwarzen Mann: „Hat Gott Dich angemalt?“
Da ja gerade die Kirche alle anders Gläubigen (und davon sind halt mal viele nicht so ganz weiss) bekehren möchte und somit als Ungläubige sieht - ergo sie nicht für so voll nimmt wie die Gläubigen (egal ob echt gläubig oder scheinheilig), müsste also die Kirche auch als ziemlich dumm angeprangert werden. Denn gerade im Namen der Kirche sind sehr viel Kriege geführt worden, gegen Menschen die anders sind. Somit sage ich, man könnte ja auch fragen: „Warum hat Gott Dich weiss gestrichen?“
Aber jetzt schweife ich wieder mal ab. Bei Bücher von Grisham passiert mir das irgendwie immer. Eben weil man so viele Botschaften heraus lesen kann. Ihr müsst das nicht ernst nehmen, es ist nur meine Meinung. Eine Meinung die vielleicht einige teilen, und andere nicht. weiterlesen schließen
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